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Kletterrosen retten?

Verfasst: 23. Apr 2007, 22:54
von Dogwood
Hallo Rosenfreunde, ich wüsste gerne, ob und wie den Kletterrosen meiner Nachbarin noch zu helfen ist? Sie hat vor ca. vier Jahren einen Garten übernommen, da wachsen zwei Kletterrosen (rot, sonst weiss man nix) mit Mittags- und Nachmittagssonne an einem Holzgitter an einer Mauer und ca. 3 Meter weiter ein Efeu, alles vor ca. 12 Jahren gepflanzt. Sie hat sich in besagten vier Jahren nicht weiter drum gekümmert, immerhin war ein drip-feed-System (wie heisst das auf deutsch? Schlauch tropft zu progammierten Zeiten Wasser auf den Boden, nicht so ein wilder Sprenkler) installiert. Jetzt ist natürlich Folgendes passiert: - Der Efeu hat alles überwuchert, auf der Seite wo das Licht herkommt und auch die Rosenäste höchstpersönlich- Im letzten Sommer war es viel zu trocken, Schlauchbewässerung war in ganz Südengland verboten, sie hat ab und zu mal den dreijährigen Sohn mit dem Viertellitereimerchen zum Gießen losgeschickt- Die beiden Rosen leben noch, hatten zig tote Äste und jetzt kommen da noch bei der einen Rose zwei, bei der anderen fünf Triebe à ca. 6 m Länge aus dem Boden, die allesamt kahl und unverzweigt bis in ca. 1,80 m Höhe wachsen und sich da oben dann doch noch ganz gut verzweigen. Es sind insgesamt vielleicht 40 - 60 Blütenknospen dran und auf 1,80 m Höhe insgesamt vier frische Triebe. Die Nachbarin ist keine begeisterte Gärtnerin, aber in diesem Frühling sieht sie jetzt doch Handlungsbedarf. Gestern habe ich den Efeu und die toten Rosenäste weggeschnitten, Rosen gegossen und gedüngt.Und jetzt kommen die Fragen: 1. Kann man die noch retten? 2. Lassen sie sich noch dazu bewegen, wieder neue Triebe von unten zu bringen? Wie weit sollte man zurückschneiden? Sollte man vielleicht sogar einfach alles abschneiden? Oder sind sie dann endgültig hin? Wäre mir dann ja auch wieder peinlich, wenn ich ihnen den Rest gebe :-[3. Oder sollte sie ganz neue Kletterrosen pflanzen? Bei mir würde ich das machen, aber andererseits - wenn sie sie ähnlich intensiv pflegt wie bisher, haben es neue Rosen vielleicht noch schwerer, sich zu etablieren, als die alten, die immerhin bisher zahlrieche Widrigkeiten zäh überlebt haben ::).4. Dieser Efeu 3 m weiter hat einen enormen Stamm - haben die Rosen da mittelfristig überhaupt eine Chance, oder werden die Efeuwurzeln alles strangulieren, auch wenn man ihn überirdisch in Zukunft kürzer hält als bisher :-X?Bin für alle Ratschläge sehr dankbar, denn aus Platzmangel habe ich mit Rosen fast gar keine Erfahrung, schon gar nicht mit Kletterern. Und die Nachbarin hat zwar keine Gartenader, ist aber ansonsten eine sehr Nette...Liebe Grüße,Anja

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 23. Apr 2007, 23:04
von Loli
Bzgl. des anstehenden Rückschnitts wäre ein Foto von Vorteil. Dann kann eingeschätzt werden, um welche - zumindest - Rosenfamilie es sich handelt. Wegen des Efeu würde ich zu einer Wurzelsperre raten, zum Bleistift altes Backblech oder was sonst zur Hand ist. Die alten Rosen durch neue zu ersetzen, bringt nichts - es sei denn, der Boden wird weit- und tiefräumig ausgekoffert. Liest sich jedenfalls nach viel anstehender Verausgabung von Muskelkraft, Nerven und Hirn aus ::).LG Loli

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 23. Apr 2007, 23:31
von Dogwood
Braucht man da ein Foto mit Blüte? Das wird dann noch ein bisschen dauern... einfach nur Blätter und Knospen, würde das auch schon helfen? Das könnte ich in den nächsten Tagen sicher machen. Ohne Familienvermutung keine Rückschnittempfehlung? Wurzelsperre ist doch schon mal eine gute Idee. Aber nachdem ich vermute, dass die Efeuwurzeln längst schon da sind, ist es jetzt da nicht zu spät?

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 23. Apr 2007, 23:49
von Loli
An Blättern, Trieben und Bestachelung kann man schon sehr viel sehen. Auch ohne Foto, blühen die Rosen Deiner Nachbarin einmal oder öfter?Und um den Efeu muss man sich keine Gedanken machen. Es knackt so schön, wenn die Wurzeln durchtrennt werden und dann von dort aus den Weg alles Irdischen gehen. Dem Efeu macht das wenig, der wächst dann halt in die andere Richtung weiter ;) :).LG Loli

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 24. Apr 2007, 00:24
von Dogwood
ok, dann knipse ich mal, sobald ich wieder hinkomme. Blütezeiten - hmm, da muss ich sie mal fragen - von unserem Grundstück aus kann man das nicht einsehen, und ob sie das sooo genau weiß... :DOh nein, um den Efeu sorge ich mich kein bisschen :P... aber irgendwo müsste man ja schon mit dem Spaten einfach 'reinstechen für die Wurzelsperre - ob ich da nicht auch Rosenwurzeln erwische? und ein Acer palmatum steht da auch noch dazwischen, den würde ich auch nur ungern angraben... aber Rosen wurzeln doch eher senkrecht, oder? In der Nähe der Rosen wäre es vielleicht am besten... aber ich werde so bald wie möglich Fotos von dem Schlamassel präsentieren. Danke schon mal!LG, Anja

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 24. Apr 2007, 15:05
von Dogwood
so, jetzt habe ich ein paar Bilder. Erst mal Gesamtansicht - links und rechts unter dem Wasserbecken an der Wand sind die Rosen eingepflanzt, davor ein halbtotes Viburnum. Das Grün oben am Klettergerüst gehört zu den Rosen.Links davon der rote Acer, und einen halben Meter dahinter in der Ecke hat der Efeu seinen Ursprung.

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 24. Apr 2007, 15:06
von Dogwood
Hier ist der Boden mit den Rosen

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 24. Apr 2007, 15:07
von Dogwood
Rosen

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 24. Apr 2007, 15:08
von Dogwood
Ein Trieb

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 24. Apr 2007, 15:12
von Dogwood
und der Boden links daneben. Vorne schräg der Acerstamm, dahinter im Eck der pelzige Efeustamm. Wo kann man da jetzt noch eine Wurzelsperre einziehen, ohne den Acer oder die Rosen zu schädigen?Und wie weit sollte man die Rosen schneiden? Kann man da noch auf einen Neuaustrieb von unten hoffen?Konkrete Angaben zum Blühverhalten ließen sich nicht 'rauskitzeln, sie blühen "halt so im Sommer"...Ich bin wirklich für jede Hilfe dankbar!LG, Anja

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 24. Apr 2007, 15:13
von Dogwood
ups, das letzte Foto... mit dem Efeu und Acer...

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 24. Apr 2007, 22:16
von Loli
Muss ich mir morgen noch einmal genauer zu Gemüte führen. Aber bei so gut eingewachsenen Rosen würde ich mir keine zu großen Sorgen machen. Eine Wurzelsperre ist sicher immer sinnvoll, aber ich habe Uraltexemplare aus der Zeit des Voreigentümers, die mitten zwischen dicken Baumwurzeln stehen und ihren Konkurrenten durchaus eine lange Nase machen. Mir scheint das Verkahlen und der Drang nach oben am Lichtmangel im unteren Bereich zu liegen. Kannst Du da durch Aufasten und/oder Wegschneiden für mehr Licht sorgen? Wenn die Wurzelsperre dann sitzt und mehr Wasser und Licht vorhanden ist, könntest Du einen Rückschnitt (wie guck ich noch mal morgen) machen und ich denke, dass nach 1 bis 2 Jahren dann auch wieder was von unten kommt - Bodenverbesserung (lockern, Kompost) vorausgesetzt.LG LoliLG Loli

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 25. Apr 2007, 01:13
von Querkopf
Hallo, Anja,komplizierter Job, den du dir da aufgeladen hast ;). Wurzelsperre scheint mir an diesem Fleck nicht praktikabel: Sowas kriegst du nachträglich kaum mehr in den Boden, ohne dem Ahörnchen ernsthaft zu schaden (Acer palmatum entwickelt viel flachstreichendes Feinwurzelwerk, und das in ordentlichem Umkreis um den Stamm). Efeu-Wurzeln zu kappen, dürfte aus demselben Grund schwierig werden. Die Rosen haben, so weit sich das nach den Bildern beurteilen lässt, mehrere Probleme. Erstens den schon von Loli angesprochenen Mangel an Licht untenrum; der dürfte sie erstmal zum Höhenwachstum anspornen, so dass die Verzweigung erst weiter oben beginnt, dort, wo's heller ist. Zweitens Mangel an Pflege, speziell an Schnitt. Und drittens die relativ kleine Öffnung im Pflaster, durch die sie nur wenig Wasser und Futter bekommen. Ich würde eine "Kombi-Therapie" versuchen ;):1. Den Efeu obenrum kräftig zurückzunehmen, um den Nachbarpflanzen schnellstmöglich mehr Luft & Licht zu verschaffen.2. Die Rosen sofortissimo füttern, also ins Erdreich um sie herum vorsichtig eine Portion Rosendünger (NPK-Dünger mit Magnesium dabei) plus evtl. Hornspäne einarbeiten und ihnen dann noch eine großzügige Schicht reifen Komposts zu Füßen legen.3. Die Rosen ab sofort regelmäßig wässern, es sei denn, ihr habt alle zwei Tage Regen. Kein Getröpfel, sondern richtig durchdringendes Gießen, dafür aber nicht zu häufig (so etwa einmal pro Woche). 4. Den Rosen auf drei bis vier Jahre verteilt einen Verjüngungsschnitt verpassen, sprich: jetzt ca. ein Viertel bis maximal ein Drittel der alten Triebe stark runterschneiden (auf 30-50 cm) und die Prozedur in den nächsten Jahren mit den Rest-Trieben weiterführen. Das regt neuen Austrieb von der Basis an und bringt die jeweils geschnittenen Triebe zu besserer, weiter unten ansetzender Verzweigung. Funktioniert wahrscheinlich nicht sofort, sondern erst, wie Loli schon schrieb, mit ein, zwei Jahren Verzögerung (zumal die Rosen von Laub und Trieben her "modern" aussehen - die wachsen von sich aus meist staksiger als "alte" Sorten). Ist mit etwas Geduld aber eine sichere Bank. Rosen sind seeehr robust ;D...Mechanisches Bodenlockern würde ich mir wegen des Ahörnchens verkneifen. Aber wenn du auf den Kompost unterm Rosenfuß noch eine dünne Mulchschicht (z. B. Grasschnitt oder Laub) packst, die du regelmäßig erneuerst, und wenn du dich dann ein bisschen geduldest, erledigen die Regenwürmer das Lockern alleine - ganz ohne Acer-Wurzelschaden :). Rosen denken übrigens gar nicht dran, senkrecht zu wurzeln, sie sind diesbezüglich völlig unberechenbar. Ich hab' schon Exemplare umgesetzt, bei denen Komplett-Ausgraben Löcher von 2,5x 2,5 Metern Fläche und 1,5 Metern Tiefe bdeutet hätte - ich habe jeweils eine gute Weile vorher kapituliert und die Wurzeln per Spaten gekürzt, und die so "malträtierten" Rosen leben alle noch... Sind wirklich zäh, die Dinger ;). Schöne GrüßeQuerkopf

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 25. Apr 2007, 10:07
von Loli
OT: Ich wünschte mir, meine Ahörner wären so empfindlich. Wir hatten hier mehrere Aktionen bei verschiedenen Exemplaren nach dem Motto "wenn Du das überlebst, darfst Du bleiben". Alle haben es gepackt :-X ::).OT EndeVom Straßenbau bzw. den Pflasterlegern habe ich mir abgeguckt, wie man mit der Kettensäge dicke Wurzeln samt Filz sauber senkrecht durchtrennt. Voraussetzung ist selbstverständlich sicherer Stand, starke Arme und geeignete Arbeitskleidung - vor allem Schuhe mit Stahlkappe. So haben wir auch schon Kreisflächen ausgeschnitten zwecks Einlass größerer - nach unten offener - Gefäße, z.B. unter einem 6m hohen Ahorn, den wir dann auch hoch aufgeastet haben. Cecile Brünner clb. gefällt es jedenfalls.LG Loli

Re:Kletterrosen retten?

Verfasst: 25. Apr 2007, 10:41
von Salome
Hallo Querkopf, ich finde Deine Vorschläge sehr gut! Nur eine Frage: warum sollte man die Rose nicht auf etwa 30 cm runterschneiden, möglicherweise hätte sie dann mehr Kraft für den neuen Austrieb ? Warum bist Du für die schonendere Lösung? Interessiert mich wirklich, lerne in diesem Bereich gerne was dazu, selbst tendiere ich viel zu schnell zu "Radikalkuren"! ;)