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Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 14. Dez 2007, 13:47
von fars
Auf einem Sack mit Rindenmulch steht der Hinweis: "Nicht untergraben!"Hat jemand eine Erklärung dafür?
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 14. Dez 2007, 13:48
von Lehm
Soll wohl nicht verfaulen, sondern sich schön brav und langsam oberirdisch abbauen.
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 14. Dez 2007, 13:50
von fars
Wir Gärtner kennen den Begriff "verfaulen" nicht. Da wird etwas zu Kompost.
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 14. Dez 2007, 13:52
von sarastro
... und würde vorzeitig verrotten, wenn man ihn untergräbt.
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 14. Dez 2007, 13:53
von Lehm
Wir Gärtner kennen den Begriff "verfaulen" nicht. Da wird etwas zu Kompost.
Anärobe Zersetzung mit ungünstiger Ausgasung*.

*die allerhöchstens mit EM in erträglichem Rahmen gehalten werden kann.
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 14. Dez 2007, 14:06
von knorbs
... und würde vorzeitig verrotten, wenn man ihn untergräbt.
und warum?
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 14. Dez 2007, 14:13
von sarastro
Weil in Verbindung mit den bestehenden Humusanteilen das Bodenleben viel schneller agiert und organische Teile zersetzt. Auf dem Komposthaufen verrotten die unteren Schichten auch schneller als die oberste, darüberliegende, der Luft ausgesetzten Masse. Auch im Wald kann man beobachten, dass eine Laub- oder Nadelschicht jährlich immer wieder von neuem bedeckt werden muss, damit sie zu Humus wird. Frischer Rindendekor benötigt außerdem Stickstoff, um zu verrotten. Dieser wird aus dem Boden absorbiert. Deswegen sollte man bei Staudenpflanzungen niemals frischen Rindendekor nehmen, sondern immer angerotteten und damit den offenen Boden nie mehr als 4 cm bedecken.
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 15. Dez 2007, 06:26
von fars
Die anärobe Situation kann in den oberen Bodenschichten nicht auftreten. Allenfalls bei tonigen Böden.Sarastros Erklärung erscheint mir die sinnvollste. Ich werde deshalb den/das? Mulch in die obersten Bodenschichten mit ein paar Schaufeln Hornspänen einarbeiten. Soll die Natur bis zum Frühjahr das damit anstellen, was ihre Aufgabe ist. Als weiterer Zuschlagstoff 1/2 cbm Betonsand.
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 15. Dez 2007, 11:59
von knorbs
sehe ich wie du fars...anaerobe verhältnisse wird's in den oberen 20 cm gartenboden nicht geben, selbst in schweren lehmböden nicht.was willst du denn eigentlich reinpflanzen? handelt es sich um ein schattenbeet? sehe die notwendigkeit der stickstoffliefernden hornspäne nicht immer. wildstauden, die solche standorte mögen kommen bestens damit zurecht, auch ohne extraportion stickstoff. ich mulche mit holzhäcksel (sogar mit hohem nadelanteil) + meine waldstauden gedeihen bestens. m.e. wird die bildung von stabilen dauerhumus sogar verbessert, wenn keine zusätzl. stickstoffquelle vorhanden ist. der umsetzungsprozess mag etwas länger dauern, aber nach einem jahr sieht solches mulchmaterial schon sehr humusiert aus.
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 15. Dez 2007, 12:32
von fars
Danke, knorbs, für den Hinweis.Du wirst Recht haben. Gerade die Wildstauden und -sträucher sind meist recht genügsam. Damit sie aber in die Puschen kommen, darf man sie durchaus ein wenig päppeln.
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 17. Dez 2007, 03:55
von Habakuk
... und würde vorzeitig verrotten, wenn man ihn untergräbt.
Ich sehe da eher einen Zusammenhang mit der Feuchte im Boden, an der Oberfläche ist es trockener.Diese Feuchte lieben Schimmel und sonstige Pilze, Einzeller und was sonst noch alles zur Humusbildung beiträgt und dort unten lebt. Mit dem Untergraben deckst Du den Helferlein den Tisch.
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 17. Dez 2007, 03:58
von Habakuk
Auf einem Sack mit Rindenmulch steht der Hinweis: "Nicht untergraben!"Hat jemand eine Erklärung dafür?
...weil untergegraben er die gewünschte Wirkung (Unkrauthemmung) nicht hat. Dieser Hinweis ist eher für die Dodln, die man in einer Gebrauchsanweisung auch warnen muß, einen Rasenmäher nicht zum Heckenschneiden zu benutzen...

Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 26. Dez 2007, 21:33
von Wiesentheo
Vieleicht ist der Sack gemeint....
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 5. Jan 2008, 12:38
von Daniel - reloaded
Naja, die Ausbildung des Dauerhumus, hat eher was mit dem Vorhandensein von Tonmineralen zu tun und weniger mit der Geschwindigkeit der Verrottung des Materials
Re:Rindenmulch nicht untergraben?
Verfasst: 5. Jan 2008, 13:21
von knorbs
ich dachte bisher + meine das auch gelesen zu haben, dass stabile humuskomplexe besonders dann ausgebildet werden, wenn das zu verrottende ausgangsmaterial eine weites c/n-verhältnis aufweist, also z.b. holziges/strohiges material. als extremmulcher mit holzhäckselgut kann ich diesen effekt bestätigen. ich gebe keine zusätzlichen stickstoff in den verrottungsprozess + habe einen ausgeprägten lockeren humusboden, den ich für meine waldpflanzen, insbesondere aus dem nordamerikanischen bereich, benötige. der ursprungsboden unter der humusschicht war/ist eine podsolige sandige braunerde.