Seite 1 von 1

Tallgrass prairie/Lowgras prairie

Verfasst: 28. Jun 2009, 21:01
von Paulownia
Sarastro schrieb:" Leute, wir müssen zwischen der "Tallgrasprairie" und der "Lowgrasprairie" unterscheiden, wenn ich mich richtig entsinne. Erstere basiert auf nährstoffreichem, lehmig-humosem Untergrund, zweitere trockenheitsliebend und mineralisch."Was mich an dieser Aussage interessiert ist, welche Stauden sind typisch in der jeweiligen Region.Nach meinem laienhaften Verständnis ist eine Prärie trocken und es kommen immer mal Brände vor. Trifft das jetzt auf beide zu?

Re:Tallgraspraire/Lowgraspraire

Verfasst: 28. Jun 2009, 21:27
von Staudo
Nö. Die Hochgrasprärie ist ausgesprochen fruchtbar und feucht, weshalb es die kaum noch gibt. Auf diesen Flächen wächst bester Weizen. Dorthin gehören viele der im Sommer blühenden Prachtstauden wie z.B. Echinacea purpurea (Roter Sonnenhut), die Staudensonnenblumen, Helenium, Herbstastern.Die Brände sind in der Hochgrasprärie nötig, damit sie nicht mit Wald zuwächst. Man vermutet, dass die Indianer die Prärie für ihre Bisons immer mal angesteckt haben. Außerdem wird 2 Meter hohes abgestorbenes Gras natürlich auch von Blitzen entzündet.Die Niedergrasprärie ist eine Steppe, entsprechend trocken.

Re:Tallgraspraire/Lowgraspraire

Verfasst: 29. Jun 2009, 00:21
von pearl
wobei man die Brände auch mit den unglaublichen Gewittern begründen kann. Wolfgang Koeppen hat 1958 eine Fahrt durch Amerika gemacht und das sehr lebhaft beschrieben: Amerikafahrtliebe Nina, wenn du magst kannst du die Amerikafahrt verlinken.Done! LG Nina

Re:Tallgraspraire/Lowgraspraire

Verfasst: 29. Jun 2009, 07:17
von Paulownia
Dann fallen hierzulande die gehandelten 'Präriestauden' in die Hochgrasprärie. Das erklärt Einiges. Doch sollte man sie dann doch unter dem Oberbegriff auch handeln.Dann wären theoretisch in der Lowgrasprairie mehr trockenheitsverträgliche Pflanzen, also Echinacaen nicht zu finden?

Re:Tallgraspraire/Lowgraspraire

Verfasst: 29. Jun 2009, 07:45
von Staudo
Genau. Ich hatte auch immer die Vorstellung, eine Prärie wäre so etwas ähnliches wie eine deutsche Wiese, nur ungemäht. Dabei muss es ein wahrer, übermannshoher Dschungel aus Gras und Blumen sein.Cassian Schmidt macht sehr schöne Vorträge zu dem Thema. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich das unbedingt einmal anhören.

Re:Tallgraspraire/Lowgraspraire

Verfasst: 30. Jun 2009, 00:35
von pearl
gerade vor einer Woche hat Cassian Schmidt dazu sehr interessant erläutert, dass Echinaceen auf frischen bis trockenen Böden langlebiger sind. Die Spezies E. paradoxa und E. pallida besonders. Echinaceen haben eine Grundrosette und lieben keine großartige Konkurrenz, was jeder sehr schnell im eigenen Garten feststellen kann.Im Hermannshof ist Echinacea pallida mit Moskitogras auf trockenstem Boden vergesellschaftet. In der GartenPraxis sind die Pflanzlisten für die drei Standorte feucht, frisch und trockene Prärie veröffentlicht. Dass mit dem Schlagwort Präriestaude jetzt möglicherweise anderweitig werbewirksam umgegangen wird, das ist natürlich eine andere Sache.

Re:Tallgraspraire/Lowgraspraire

Verfasst: 30. Jun 2009, 07:34
von Staudo
Wobei man „Trockenheit im Hermannshof“ nicht zu eng auslegen sollte. Ich habe mal Echinacea pallida und paradoxa auf eine ungegossene Rabatte im Park gepflanzt. E. pallida erhält sich durch gelegentliche Selbstaussaat. Derzeit blüht eine große Pflanze. Alles andere ist verschwunden.

Re:Tallgraspraire/Lowgraspraire

Verfasst: 30. Jun 2009, 14:50
von pearl
In Weinheim ist es wirklich arg trocken. Klar gibt es das Bewässerungssystem, aber die Steppenbereiche und die trockenen Präriestandorte werden nicht unter Wasser gesetzt. Diese Bereiche sind mit einer mineralischen Mulchschicht versehen, die Bepflanzung ist alles andere als dicht, sondern ausgesprochen locker und die Vergesellschaftung ist äußerst behutsam mit eher niedrigen und nicht invasiven Pflanzen.

Re:Tallgraspraire/Lowgraspraire

Verfasst: 30. Jun 2009, 14:51
von pearl
Paulownia, komm doch einfach einmal vorbei und schau es dir an!

Re:Tallgraspraire/Lowgraspraire

Verfasst: 30. Jun 2009, 15:29
von Landpomeranze †
Genau. Ich hatte auch immer die Vorstellung, eine Prärie wäre so etwas ähnliches wie eine deutsche Wiese, nur ungemäht. Dabei muss es ein wahrer, übermannshoher Dschungel aus Gras und Blumen sein.
(M)eine Wiese auf frischem Lehmboden wird fast mannshoch, weidende Bisons oder Brände werden in Europa eben durch weidende Kühe bzw. die Sense oder den Traktor ersetzt. Astern büchsen gerne in die Wiese aus, desgleichen Rudbeckia, Heliopsis oder Nachtkerzen. Echinacea könnte ich mal probieren, vielleicht gefällt es ihnen dort besser als im halbschattigen Beet.

Re:Tallgraspraire/Lowgraspraire

Verfasst: 30. Jun 2009, 18:46
von Paulownia
Paulownia, komm doch einfach einmal vorbei und schau es dir an!
Genau das hatte ich dieses Jahr auch vor gehabt und zwar zu den unterschiedlichsten Zeiten, aber leider hat mein Hang mich gerade voll im Griff.Den Prärieteil in Weinheim hatte ich ja letztes Jahr sehen können. Ich fand ihn super durchdacht angelegt.Im 'Stauden.de' sind von C.Schmidt ja 3 Pflanzvorschläge. Mitunter beinhalten sie: Baptisia, Liatris, Camassia.Wenn ich mir nun die Kulturvorschläge dieser Pflanzen ansehe:Liatris, trocken aber Boden der die Feuchtigkeit hält. Camassia, bei Trockenheit halbschattig pflanzenBaptisia, kann ich jetzt aus eigener Erfahrung sagen, so arg trocken mag sie es nun auch nicht. Da schlappt sie sehr schnell.Von daher kann C. Schmidt nun in Weinheim und in seinen Pflanzvorschlägen auch nur die Hochgrasprärie meinen, was er leider nicht schreibt.Und so trocken wie ich denn nun meinte, ist sie ja wohl dann nicht.Wahrscheinlich zu vergleichen mit unserer Wiese, wie Landpomeranze schreibt.Wenn es dort mal arg trocken wird, geht ja auch nicht gleich alles ein und regeneriert sich beim nächsten Regen schnell wieder.

Re:Tallgrass prairie/Lowgras prairie

Verfasst: 30. Jun 2009, 23:34
von pearl
es gibt verschiedene Bereiche mit Präriepflanzungen.Baptisa sind nur im firschen und feuchten Bereich aufgepflanzt. Liatris keine Ahnung, verwende ich nicht.Camassia sind im frisch bis feuchten Bereich am Teich und in den frisch bis feuchten Bereichen der Präriepflanzung aufgepflanzt, wobei Camassia leichtlinii im eher feuchten Prärie Bereich stehen. Camassia cusickii undCamassia quamash auch in den Bereichen der frischen bis feuchten Freifläche mit asiatischen und europäischen Stauden vergesellschaftet.es hilft alles nichts. Du musst es dir ansehen und das iNetz ersetzt nicht einen guten Katalog oder ein gutes Staudenbuch, in dem die einzelnen Pflanzen mit ihren bevorzugten Standorten und mit ihren heimatlichen Wildvorkommen aufgeführt sind.