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Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 18. Feb 2010, 22:54
von Treasure-Jo
Wer hat Erfahrung zur Verwendung von Anaphalis (z.B. triplinervis, nubigena oder margaritacea) auf trockenen, zum Teil auch sandigen Böden?Wie langlebig sind Anaphalis bei euch auf sandigen oder lehmigen Böden?Gibt es dazu Erfahrungen?
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 18. Feb 2010, 23:06
von macrantha
Hallo Jo,freut mich, dass Du den Weg in dieses Forum gefunden hast :DSie wachsen bei mir (durch die Bank an sandigen und trockenen Stellen) halbwegs zufriedenstellend. Die A. triplinervis gefallen mir dabei noch besser. Ursprünglich ging ich davon aus, dass sie Trockenheit sehr gut wegstecken können - dem ist aber nicht so.Bei längerer Trockenheit lassen sie sehr schnell "die Flügel" hängen. Ich habe dann immer gewässert, weiß also nicht, ob sie ganz absterben würden ohne diese zusätzlichen Wassergaben.A. margaritacea macht bei mir überhaupt keine vernünftigen Horste. Das mag zwar zum einen ihre Art sein (leicht ausläufertreibend), liegt aber wohl auch an der niedrigen Wasser- und Nährstoffzufuhr. Ich könnte mir vorstellen, dass sie an einem dahingehend besseren Standort dichter wüchse. Auch neigt sie dann irgendwann dazu, ihre Blütentriebe umzulegen. P.S. Und gedrungener kann diese Staude gar nicht mehr wachsen ...Liebe Grüße,macrantha
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 19. Feb 2010, 05:36
von Treasure-Jo
Hallo,danke für die ausführliche Antwort! Vermutlich ist es so, dass gerade Anaphalis triplinervis längere Trockenperioden (ohne Wässern) zumindest auf sandigen Böden nicht oder sehr schlecht überstehen. Bin für jede weitere Erfahrung dankbar.GrußJo
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 19. Feb 2010, 07:32
von Staudo
Hüte dich vor Anaphalis margaritacea. Wenn es den Dingern gut gefällt, laufen sie ungebremst los.A. triplinervis finde ich deutlich schöner.
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 19. Feb 2010, 10:12
von macrantha
Da gebe ich Dir recht. Lange nur habe ich die beiden immer verwechselt und wusste nie, wie jetzt der richtige Name für die breitblättrigere, horstbildende lautet. Ich glaube, da geht auch im Netz/auf Abbildungen viel durcheinander.Meine A. margaritacae darbt ein einem solch unwirtlichen (und durch Randsteine+Hausmauer begrenzten) Ort, dass sie dort keinen Schaden anrichten kann. Aber in den Garten werde ich sie mir dann besser nicht holen.
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 19. Feb 2010, 11:19
von wallu
Ich habe seit 10 Jahren Anaphalis margaritacea "Neuschnee" im Garten, bin aber auch nicht so ganz glücklich damit. Das Ausläufertreiben ist nicht so schlimm, das läßt sich beherrschen. Auch Trockenheit verträgt sie vergleichsweise gut (Boden: eher lehmig). Aber die Horste könnten wirklich dichter sein: Bei mir sind sie recht lockerwüchsig bis fast lückig, und dadurch leidet auch bei mir die Standfestigkeit der einzelnen Blütenstiele.
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 19. Feb 2010, 11:22
von macrantha
Ja, gleiches habe ich ja auch beobachtet. Probiere vielleicht wirklich mal die A. triplinervis. Die macht bei mir wirklich geschlossene, kugelige Horste, die das ganze Jahr gut aussehen.Letztes Jahr ist sie nur so gut gewachsen, dass sie ab Ende des Sommers (durch das Gewicht der Blüten) leicht auseinanderfiel. Dieses Jahr werde ich die Triebe im Mai oder Juni pinzieren.
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 19. Feb 2010, 13:07
von wallu
Probiere vielleicht wirklich mal die A. triplinervis. Die macht bei mir wirklich geschlossene, kugelige Horste, die das ganze Jahr gut aussehen.
Ich denke, das werde ich tun. Einen Lieferanten für Samen habe ich mir schon ausgeguckt.
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 19. Feb 2010, 14:24
von Treasure-Jo
Hüte dich vor Anaphalis margaritacea. Wenn es den Dingern gut gefällt, laufen sie ungebremst los.A. triplinervis finde ich deutlich schöner.
Das sehe ich auch so. Anaphalis triplinervis sind zweifellos schöner, wenn die Wasserversorgung ausreichend ist (siehe Bild mit Aster Amellus). Nach einem heissen Sommer sieht das Pflänzchen sehr mitgenommen aus. Bei mir gab es viele Ausfälle aufgrund von Hitze und Trockenheit (gewässert wird auf diesem mit Splitt gemulchten Beet nicht). Ich denke, dass sich der Ausbreitungsdrang von Anaphalis margaritacea auf einem mageren, sandigen, eher trockenen Boden in Grenzen hält. Durch den kompakteren Wuchs ist auch ein Umfallen der Triebe nicht zu befürchten. So schön kompakt und blütenreich wie bei A. trip. wird es aber wohl nicht werden.Eine interessante Frage ist, ob sich Pflanzen in Direktsaat besser etablieren und trckenheitsresistenter sind. Ich traue dem torfigen Substrat nicht, welches, einmal ausgetrocknet, nie wieder Wasser aufnimmt.

Zitat korrigiert. LG Nina
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 19. Feb 2010, 16:02
von macrantha
Durch den kompakteren Wuchs ist auch ein Umfallen der Triebe nicht zu befürchten.
Hm - also meine fallen schon um. Und der Standort ist extrem trocken - aber durch umgebende Betonfundamente sicher auch extrem alkalisch.
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 20. Feb 2010, 07:18
von oile
Eine interessante Frage ist, ob sich Pflanzen in Direktsaat besser etablieren und trckenheitsresistenter sind. Ich traue dem torfigen Substrat nicht, welches, einmal ausgetrocknet, nie wieder Wasser aufnimmt.
Bei Pflanzen, die Trockenheit aushalten müssen, mische ich das Aussaatsubstrat schon mit Sand und/ oder Perlite auf. Wenn ich auspflanze schüttele ich möglichst viel vom evtl. torfhaltigen Substrat ab, bei gekauften Pflanzen spüle ich auch den Wurzelballen durch. Wenn ich das nicht mache, kann ich nach dem Sommer regelmäßig nicht etablierte Pflanzen, die in eine Art Trockenbrikett eingebacken sind, aus der Erde ziehen.
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 20. Feb 2010, 13:51
von Treasure-Jo
...sehr guter Tipp, vielen Dank
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 20. Feb 2010, 13:54
von Treasure-Jo
Durch den kompakteren Wuchs ist auch ein Umfallen der Triebe nicht zu befürchten.
Hm - also meine fallen schon um. Und der Standort ist extrem trocken - aber durch umgebende Betonfundamente sicher auch extrem alkalisch.
...das Umfallen könnte auch eine Frage der Nähstoffe sein, insbesondere höherer Stickstoffgehalt in Relation zu P und K. Ist der Standort bei Dir sehr sonnig oder zeitweise beschattet? Das könte auch eine Rolle spielen. GrußJo
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 22. Feb 2010, 11:45
von Treasure-Jo
Eine andere Frage zu Anaphalis:Wier langlebig sind bei euch Anaphalis. Lt. Literatur sind diese auf Sandböden sehr kurzlebig (ca. 3 Jahre). Auf eher feuchten Böden drohen Pilzerkrankungen. Was sind eure Erfahrungen?Kennt jemand Anaphalis nubigeno (gibts bei Sarastro-Stauden)?Gibt es Vorteile gegenüber A. triplinervis?
Re:Anaphalis für trockene Standorte ?
Verfasst: 22. Feb 2010, 11:50
von sarastro
Hier die Antwort: ;DAnaphalis nubigena = A. nepalensis var. monocephalaBekam ich einst von einem Engländer. Diese Art unterscheidet sich nur geringfügig von A. triplinervis, ist vielleicht etwas großblumiger. Sie ist äußerst ausdauernd und kann sowohl auf Sandboden, als auch in Kiesgärten und als Rosenbegleitstaude ein sehr gutes Bild abgeben. Hier stehen sie an einer Stelle schon über 10 Jahre!!Ich sah Anaphalis am Naturstandort u.a. in Nepal in Schotterkaren und an Felshängen.