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Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 25. Okt 2010, 15:58
von Landfrau
Moin, es gibt eine Pfropfhybride aus Weißdorn und Mispel, genauer gesagt gibt es wohl zwei, eine mehr mispel- eine mehr weißdornähnliche.Man hat wohl Mispel auf Weißdorn veredelt - und dann?Sind aus dem Edelreis Triebe gewachsen, die weder Mispel moch Weißdorn sind, noch dazu zwei untercschiedliche Triebsorten?Was ist da pflanzenphysiologisch passiert?Wie hat man die weitervermehrt?Ist das verfahren reproduzierbar, kann man durch diese veredelung sicher solche Hybriden erzeugen oder war das ein Zufall / Laune der natur / göttliche Fügung oder was auch immer?danke für Aufklärung, LAndfrau

Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 25. Okt 2010, 16:04
von partisanengärtner
Gibts auch bei Goldregen mit Ginster Laburnocytisus adamii, Nennt man auch Chimären. Soweit ich bis jetzt gelesen habe entsteht sowas zufällig und kann nur durch Veredelung erhalten werden. Wenn denn überhaupt. Nicht unbedingt stabil. Google doch mal nach Pflanzenchimären.Gregor in einem anderen Forum erklärt das sehr schön Stichwort Mosaik

Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 25. Okt 2010, 16:41
von ivan mitschurin
hier ist auch beschrieben wies geht, und dass mans auch künstlich erzeugen kann!http://oek.fbl.fh-wiesbaden.de/dgg-neu/ ... im.pdfEine weitere Pfropfchimäre wär auch noch +Pyrocydonia aus Quitte und Birne...weitere tolle Infos hier:http://www.greffer.com/chimera/index.htm

Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 26. Okt 2010, 09:41
von Johannes Boysen
Hallo,es gibt eine:Crataegomespilus dardariiWeißdornmispel Habitus: wintergrüner schwachwüchsiger Strauch, sparrig verzweigte Triebe, im Alter hoch wie breit, Kreuzung aus Mespilus und CrataegusTriebe: junge Triebe grün grau filtig, später dann silbriggrau, bedorntBlatt: breit lanzettlich, klein, sommergrün, Blattunterseite leich behaartHerbstfärbung: rotbraun, bis orangegelbBlüte: weiße, kleine EinzelblütenBlütezeit: Mai/ Juni Bienennährgehölzzu finden bei mirGruß

Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 27. Okt 2010, 10:42
von Landfrau
Na, wenn es "nur" ein Bienennährgehölz ist, brauch ich die ja nicht ;-).Landfrau, die sonst alles sammelt, wo irgendein Obstbaumkatalogprosadichter "lecker" dranschreibt

Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 27. Okt 2010, 22:15
von Dunkleborus
Noch eine kleine Anmerkung: Soviel ich weiss, bezeichnet Mosaik in diesem Zusammenhang einen Organismus aus Zellen mit verschiedenem Erbgut, die aus einer Eizelle hervorgegangen sind. Bei einer Chimäre sind sie aus mehreren Eizellen entstanden.

Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 15. Okt 2015, 09:13
von bristlecone
Eine weitere Pfropfchimäre wär auch noch +Pyrocydonia aus Quitte und Birne...weitere tolle Infos hier:http://www.greffer.com/chimera/index.htm
Hat denn jemand Erfahrung mit dieser Propfchimäre? Schmecken die Früchte?
Johannes Boysen hat geschrieben:Hallo,es gibt eine:Crataegomespilus dardariiWeißdornmispel
Die wurde vor Jahren mal bei Eggert angeboten, ein kleines Exemplar steht hier.Nachfragen bei Eggert ergaben allerdings, dass die aus Samen gezogen wurden, das kann bei so einer Chimäre eigentlich nicht sein.

Re:Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 15. Okt 2015, 09:53
von b-hoernchen
hier ist auch beschrieben wies geht, und dass mans auch künstlich erzeugen kann!http://oek.fbl.fh-wiesbaden.de/dgg-neu/ ... hlheim.pdf
Dieser link funktioniert bei mir nicht - man kpmmt nur zu einer Telekom-Seite.
ivan mitschurin hat geschrieben:weitere tolle Infos hier:http://www.greffer.com/chimera/index.htm
... wo steht, dass die Fotos der angeblichen Chimären fakes sind (was man auch leicht sehen kann).Für mich ist immer nicht klar, wie es durch Pfropfen zu einer Vermischung und einem Gewebe kommen soll, in welchem die Zellen unterschiedlichen Ursprungs durcheinander/nebeneinander vorkommen sollen -?Oder kommt es lediglich zu einer veränderten Ausprägung der Merkmale des Pfropfreislings aufgrund der unterschiedlichen Physiologie der Unterlage, also - um jetzt mal was zusammenzuphantasieren - weil die Unterlage ein bestimmtes Hormon produziert/nicht produziert, welches die Blattform beeinflusst?

Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 15. Okt 2015, 10:03
von bristlecone
Nein, eine solche Propfchimäre besteht tatsächlich aus Zellen von zwei Arten, die nebeneinander existieren.(Dass Fotos aus einem Katalog von Bakker geschönt sind, überrascht nun wirklich nicht. Das heißt aber nicht, dass es solche Chimären nicht gibt.)Aber meine Frage war, ob jemand mit + Pyrocydonia Erfahrung hat? Schmecken die Früchte?

Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 15. Okt 2015, 10:26
von b-hoernchen
Nein, eine solche Propfchimäre besteht tatsächlich aus Zellen von zwei Arten, die nebeneinander existieren.
... das wäre dann so, wie wenn die Zellen der einen Art, z. B. der Unterlage "mobil" geworden wären und in das Gewebe des Pfropfreises eindrängen, wo sie dann einen festen Platz zwischen den andersartigen Zellen einnehmen würden -? Quasi eine infiltrative Durchdringung fremden Gewebes?

Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 15. Okt 2015, 10:36
von Staudo
Da steht, dass sich an der Veredlungsstelle Mischgewebe bilden kann. ;)

Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 15. Okt 2015, 10:36
von dmks
Nein, eine solche Propfchimäre besteht tatsächlich aus Zellen von zwei Arten, die nebeneinander existieren.
... das wäre dann so, wie wenn die Zellen der einen Art, z. B. der Unterlage "mobil" geworden wären und in das Gewebe des Pfropfreises eindrängen, wo sie dann einen festen Platz zwischen den andersartigen Zellen einnehmen würden -? Quasi eine infiltrative Durchdringung fremden Gewebes?
nebeneinander oder übereinander, eine Skizze gibt's in diesem Link: http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/chimaere/13442

Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 15. Okt 2015, 10:48
von b-hoernchen
Dankeschön dmks, das erklärt die Sachlage.

Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 15. Okt 2015, 11:47
von Wild Obst
Bei greffer.net gibt es einen schönen Bericht über das Entstehen eines Pfropfhybriden zwischen Maclura und Cuandria. Auch wer kein französisch kann, versteht mit den Bildern das wesentliche.Ich habe im botanischen Garten Darmstadt auch schon den (oder einen) +Crataegomespilus gesehen. Ich meine, das zumindest der Baum nicht ganz so stabil ist, weil er mehrere Bereiche hatte, die mal eher Mispel, mal eher Weißdorn waren. Ich muss mal Bilder suchen.

Re: Wie funktioniert eine Pfropf-Hybride?

Verfasst: 25. Jan 2021, 22:57
von Pomologi

Weiss denn jemand wo eine Pirocydonia Winkleri steht?
Soll selten sein, seltener als die Pirocydonia Danieli