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(K)ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 11:39
von oile
Wie ich im Keller ja schon mal erzählte, werden bei uns demnächst eine große Lärche und eine Birke gefällt (leider). Als Ausgleichsmaßnahme müssen für die Birke einen einheimischen Laubbaum, mittlere Baumschulqualität, Stammumfan 12 - 14 cm pflanzen. GG hätte gerne einen Ahorn, weil der ja im Herbst so schön färbt. Er sollte aber nicht riesig werden (maximal 10 - 15m, die 15 m sage ich, 10 m meint GG). Spontan fällt mir Acer monspessulanum ein, den könnte man wohl noch als "einheimisch" deklarieren. Habt Ihr noch Ideen?

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 12:48
von Landpomeranze †
Muss es ein Einheimischer sein?Ich könnte dir zig Berg- oder Feldahornsämlinge schicken ;)Der griechische Ahorn (Acer heldreichii) färbt sich im Herbst gelb und bleibt unter 15 Meter, fällt aber unter die Gattung Unkraut - jedes Jahr gibt es Unmengen an Sämlingen.Acer opalus steht seit 8 Jahren beim Nachbarn, ist im Herbst orange und etwas zurückhaltender mit den Sämlingen. Ich wundere mich immer, dass er in unserem Kälteloch gedeiht, er scheint härter zu sein als angenommen.

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 13:07
von Re-Mark
Hallo,vorab: ich bin kein besonderer Freund von Ahornbäumen in Gärten. Das liegt zum einen daran, dass sie weder farbige Blüten noch essbare Früchte bieten. Vor allem aber liegt es daran, dass im Garten meiner Eltern ein Großteil der Gartenarbeit im Ausrupfen von Ahornsämlingen bestand. Die Dinger waren die Pest, viel zahlreicher und viel zäher als Birkensämlinge, und später viel ausdauernder als Eichensämlinge. (die Eichen verkümmern irgendwann, wenn zuviele zu dicht stehen - Ahorn bleibt da stur). Aber ich muss zugeben, dass ich mich nicht darum gekümmert habe, welche Ahornart das war.Ihr solltet aber vorher auf jeden Fall etwas prüfen: wie sieht es mit der Anfälligkeit Eures Wunschahorns auf Miniermotten und auf Mehltau aus? Ich sehe jeden (Spät-)Sommer Ahornbäume und -gebüsche, die aufgrund massiven Mehltaubefalls unansehnlich sind, und oft sieht man auch Ahornblätter mit Miniermottengängen. Mein Eindruck ist, dass beiden in den letzten zehn bis zwanzig Jahren stark zugenommen hat, und gerade bei dem von dir genannten Ahorn, der ja eben nicht wirklich heimisch ist, würde ich sichergehen, dass er nicht anfällig ist.Nicht vielleicht doch ein Sorbus domestica oder Sorbus aucuparia? Gelbe Herbstfärbung bieten die auch...Grüße,Robert

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 13:21
von Gartenentwickler
Sorbus ist auch das ganze Jahr über attraktiv: weiße, auffallende Blüte, schöne Früchte (für Vögel sehr gut, es gibt auch eine Sorte aus der man Gelee kochen kann) und im Herbst eine schöne Färbung.Alternativ sonst Cornus mas, gibt es auch als Hochstamm gezogen. Lg

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 13:40
von Treasure-Jo
Allein wegen der mäßigen Herbstfärbung einheimischer Ahorne würde ich diese nicht pflanzen. Außerdem können abertausende, weitsegelnde Samen viel Ärger in den Gärten hervorrufen. Außerdem verrottet Ahorn-Laub langsam.Anm.: Sehe ich wie Re-mark

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 13:46
von Treasure-Jo
Wie wärs mit Quercus robur Fastigiata. Der wird erst in 50 Jahren höher als 10m.

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 13:47
von Gartenentwickler
Alternativ Carpinus betulus Fastigiata.

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 13:58
von Treasure-Jo
...auch Crataegus x prunifolia 'Splendens', auch ein vorzüglicher Baum mit toller Herbstfärbung und roten Früchten, trockenheitsverträglicher als Sorbus aucparia.Kann ich sehr aus eigener Erfahrung empfehlen

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 18:08
von Staudo
Ich würde einen Liquidambar pflanzen und allen erzählen, es sei ein Feldahorn. 8)

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 18:27
von Mediterraneus
Acer monspessulanum ist wunderschön. Allerdings wird der mit den 10 m Probleme haben. Wächst sehr langsam. Zudem wirst du den nicht in der angegebenen Qualität bekommen, meist bekommt man da nur kleine Pflanzen zu kaufen.Warum nicht eine Hochstammbirne oder Kirsche?

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 19:16
von Poison Ivy
Wir haben ja bald alle heimischen Laubgehölze durch.
Hallo,vorab: ich bin kein besonderer Freund von Ahornbäumen in Gärten. Das liegt zum einen daran, dass sie weder farbige Blüten noch essbare Früchte bieten. Vor allem aber liegt es daran, dass im Garten meiner Eltern ein Großteil der Gartenarbeit im Ausrupfen von Ahornsämlingen bestand. Die Dinger waren die Pest, viel zahlreicher und viel zäher als Birkensämlinge, und später viel ausdauernder als Eichensämlinge. (die Eichen verkümmern irgendwann, wenn zuviele zu dicht stehen - Ahorn bleibt da stur). Aber ich muss zugeben, dass ich mich nicht darum gekümmert habe, welche Ahornart das war.
Das waren Spitz- und/oder Bergahorn.Mit Acer monspessulanum wird man die Sorge nicht haben, mit Acer opalus auch nicht, bei Acer campestre kann es schon etwas lästiger werden, aber längst nicht so wild wie bei Spitz- und Bergahorn.Wenn man A. monspessulanum in der Berliner Gegend als einheimisch durchkriegt, dann auch A. opalus - dessen natürliche Vorkommen reichen gerade eben noch in den äußersten Südwesten Deutschlands hinein.Mit Sicherheit einheimisch ist natürlich Feldahorn. Da gibt es Sorten, die durch geringe Mehltauanfälligkeit und schöne Herbstfärbung auffallen. Ich glaube, Eggert und Wilken haben Sorten. Allerdings wird Feldahorn mit 10 - 15 m Höhe auch Probleme haben.Speierling fände ich auch schön. Allerdings wird er letztendlich die 10 m deutlich überschreiten, und er wird sehr breitkronig.Speierling möchte eher humusarmen, lehmhaltigeren und vor allem kalkreichen Boden.Aus der Verwandschaft, mit ähnlichen Ansprüchen, nicht ganz so groß werdend: Elsbeere (Sorbus torminalis).Wenn die Bodenverhältnisse eher das Gegenteil davon sind - humushaltiger, sandig und sauer - dann ginge eine Eberesche, evtl. eine Fruchtsorte. Alle hätten an zusagenden Standorten auch eine schöne Herbstfärbung.

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 20:01
von Staudo
Bei den langsamwachsenden Bäumen sollte man die persönliche Restzeit berücksichtigen. Was nützt mir ein Baum, der erst in 40 oder 50 Jahren groß genug für den gedachten Zweck ist? Deshalb hätte ich keine Bedenken einen schneller wachsenden Baum zu pflanzen und das Fällen den Erben zu überlassen.

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 20:06
von Treasure-Jo
Bei den langsamwachsenden Bäumen sollte man die persönliche Restzeit berücksichtigen. Was nützt mir ein Baum, der erst in 40 oder 50 Jahren groß genug für den gedachten Zweck ist? Deshalb hätte ich keine Bedenken einen schneller wachsenden Baum zu pflanzen und das Fällen den Erben zu überlassen.
...sehe ich auch so. :D

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 20:30
von Re-Mark
Ich habe das so verstanden, dass es um eine behördlich verlangte Ersatzpflanzung geht. Den werden die Erben/Nachfolger nicht fällen können.Dass Speierling hier in Berlin/Brandenburg die 10 m überschreitet, oder dass er hier 'sehr breitkronig' wird bezweifle ich etwas. Jedenfalls habe ich noch keinen so großen gesehen.

Re:Ein Ahorn soll es sein

Verfasst: 11. Feb 2012, 22:30
von Landpomeranze †
Deshalb hätte ich keine Bedenken einen schneller wachsenden Baum zu pflanzen und das Fällen den Erben zu überlassen.
Ich bin in der Situation des Erben bzw Käufers und würde mein Geld lieber beim Gärtner oder in der Baumschule ausgeben statt beim Baumfäller ...Elsbeere gilt hier als sehr frostanfällig und wird für eine Weinbaugegend empfohlen, wie sieht es denn bei Oile aus?