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Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 29. Jul 2012, 09:43
von potz
Hallo Obstler,ich möchte hier eine völlig vermorschte Hauszwetsche roden und möglichst am selben Platz wieder eine nachpflanzen. (Mehr als - sagen wir mal - 2 m3 Bodenaustausch wird wohl nicht drin sein.) Spricht etwas Gravierendes dagegen ?Im Threadfinder bin ich nicht fündig geworden.
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 29. Jul 2012, 14:15
von cydorian
Wenigstens zwei Meter Abstand zum alten Pflanzpunkt einhalten. Ansonsten viel Kompost tief einarbeiten und ein Jahr warten.Bodenmüdigkeit ist auch bei Zwetschgen ein grosses Problem.
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 29. Jul 2012, 14:23
von Starking007
Ich sehe das etwas anders,nie Kompost tief einarbeiten, und ins Pflanzloch schon gleich gar nicht.Boden in Ballengröße auswechseln, darunter noch lockern,Gesteinsmehl einarbeitenund nach dem Einwachsen gut pflegen.Und: Rose nach Rose!!!
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 29. Jul 2012, 18:10
von Apfelfreund
Bodenaustausch hört sich immer gut an. 2Qubikmeter ist ne Menge Zeug. Ich kann gar nicht sagen, ob Pflaumen eher tief wurzeln oder flach. Man ließt immer von Wurzelausläufern, was auf Flachwurzler hinweisen könnte, jedoch bin ich mir nicht sicher, ob dabei vielleicht auch austreibenden Kerne die Ursache sind, denn die sind wohl recht fruchtbar und reichlich vorhanden. Ist also nicht ganz genau mein Gebiet. Die Art der Bewurzelung zu wissen ist nur sinnvoll, wenn man einen Bodenaustausch vornehmen will. Will sagen, wo die alten Wurzeln standen sollte neue Erde hin. Kompost soll man wohl nicht ins Pflanzloch tun, ich mache es aber auch immer ein wenig und habe damit noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Am besten ist es wohl aber, wenn man in die obere Bodenschicht Kompost mit einarbeitet, um die Region über dem Wurzelwerk mit Bodenlebewesen(Mikroben) lebendig und fruchtbar zu bekommen. Auch scheint mir eine tiefe Bodenlockerung von Vorteil zu sein, Luft muß auch in die Erde. Wenn Du jetzt den alten Baum ausgräbst und die entsprechenden Bodenarbeiten vornimmst, Kompost einarbeiten, lockern und zuvor Bodenaustausch, kannst Du im Frühjahr gut den neuen Baum pflanzen, der Boden ist dann mit sich wieder im Reinen und hat seine neue Strucktur gefunden.Du siehst, ich liege in etwa zwischen Cydorian und starking007. Wenn Du den Platz hast den neuen Baum etwas neben der alten Sorte zu pflanzen, ist das sicher ein sehr guter Hinweis von Cydorian.Achte beim Kauf der neuen Sorte auf eine gesunde nicht krankheitsanfällige Sorte,die sich am besten beim Nachbarn schon lange bewährt hat. Der hat nämlich dieselben Boden-und Klimaverhältnisse wie Du. Greife also auf bewährte Sorten Deiner Region zurück und nicht unbedingt auf Modesorten aus Hochglanzkatalogen, die nicht Deine Verhältnisse kennen! Klimazone 6a ist sicher gefährdet durch Frost, um so genauer auf die Sorte achten!!Da Pflaumen nicht lagerbar sind, überlege einen Mehrsortenbaum mit unterschiedlichen Reifezeitpunkten zu wählen, die Sorten müssen aber gleich stark wachsen, sonst werden die anderen schwachen Sorten unterdrückt. So einen Baum zu bekommen ist schwer!!! Gebe eine Sonderveredelung in Auftrag und scheue nicht die Kosten, der Baum soll 100 Jahre alt werden und ist nach 3 Jahren abgeschrieben... ;DViel SpaßApfelfreund
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 30. Jul 2012, 09:32
von cydorian
nie Kompost tief einarbeiten, und ins Pflanzloch schon gleich gar nicht.
Das ist ein immer wieder gesagter Standardsatz, der aber hier nicht zutrifft. Es gibt kein Pflanzloch, denn es wird nichts gepflanzt. Die Stelle muss danach wie gesagt mindestens ein Jahr brach liegen. Der Kompost stört und verändert das Bodenleben in dieser Zeit, setzt sich weiter um. Was bei einer Neupflanzung (darauf ist dieser Satz nämlich gemünzt) falsch wäre, kann Bodenmüdigkeitseffekte verbessern.
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 30. Jul 2012, 20:27
von potz
vielen Dank für eure Meinungen.Wenn ich so über das Gesagte nachdenke, ist der Aufwand schon ziemlich hoch. Dann suche ich mir wohl doch lieber einen "jungfräulichen" Pflanzplatz.
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 30. Jul 2012, 20:30
von brennnessel
von wegen: vermorscht!!!! gib ´s zu: du brauchst wieder holz

!
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 31. Jul 2012, 08:18
von potz
neineineineinein ... unterlassen Sie diese Verleumdungen, Sie Lisl Sie !
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 31. Jul 2012, 08:59
von partisanengärtner
Die Seele des Baumes in einer Skulptur zu würdigen, würde ich jetzt nicht als unzlässige nicht zu entschuldigende Oganverwertung sehen.Vorausgesetzt es ist noch genügend Substanz vorhanden. Da habe ich aber bei Potz keine Bedenken
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 3. Aug 2012, 18:24
von Floris
Worauf beruht denn die Bodenmüdigkeit bei Zwetschen?Bei Kirschen, habe ich mal gehört, wären Stoffwechselprodukte aus dem Abbau im Boden verbliebender Wurzeln die Ursache für Wuchsdepressionen bei nachgepflanzten Bäumen.Wenn man rodet und sofort nachpflanzt (nachdem man so viele Wurzeln wie möglich entfernt hat), gäbe es kaum Beeinträchtigungen.Die gäbe es nur, wenn man ein oder zwei Jahre Pause einlegt, weil in dieser Zeit diese Substanzen sich bilden die verhindern, dass der Setzling sich etabliert, weshalb er dann mickert.Grüße, Floris
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 3. Aug 2012, 23:12
von cydorian
Worauf beruht denn die Bodenmüdigkeit bei Zwetschen?
Über Bodenmüdigkeit kann man seitenweise Theorien wälzen. Das können wir wahrscheinlich nicht klären. Ihre Wirkungen und die Bekämpfung sind schon besser zu packen.Da sich die Veränderungen an den Feinwurzeln zeigen, und das Wurzelwerk äusserst stark verzweigt, wäre "Wurzeln entfernen" in etwa dasselbe wie "Boden austauschen". Das klappt :-)Im Profianbau testet man Bodenmüdigkeit mit parallelen Versuchspflanzungen im Kübel.
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 6. Aug 2012, 21:24
von Apfelfreund
Im Profianbau testet man Bodenmüdigkeit mit parallelen Versuchspflanzungen im Kübel.
Wie muß ich mir das vorstellen? Werden Bodenproben in Kübel verfrachtet und dort dann entsprechende Bäume gepflanzt? Dauert das dann aber nicht ein paar Jahre, bis man feststellt, daß der Wuchs mickrig ist? Was macht man dann solange mit dem Acker, der bepflanzt werden soll? Oder findet das vor dem Roden statt? Hat man dann zum Vergleich "gesunde" Erde in anderen Kübeln, um einen Vergleich zu bekommen?
Re:Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 6. Aug 2012, 22:54
von cydorian
Der Test ist etwas komplizierter. Man verwendet unbehandelte und unterschiedlich behandelte Bodenproben für Wuchsversuche, um z.B. Nematodenschäden unterscheiden zu können. Die Wuchsdifferenzen sind bereits nach einem Sommer sichtbar.
Re: Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 30. Jul 2021, 19:45
von _NatureLove_
Ich denke meine Frage passt hier gut hin...
Was haltet ihr davon, wenn ich eine neue Zwetschge (Hauszwetschge auf Unterlage Myrobalane) etwa 3 Meter neben einen alten großen Zwetschgen-Stamm pflanzen möchte? Der alte Zwetschgenbaum war etwa 7Meter breit und sicher mehr als 60 Jahre alt. Davor denke ich gab es dort keine Obstbäume.
Boden ist typischer Brandenburger/Berliner Sand.
Ich freue mich über Antworten. 😊
Re: Kann ich Zwetschge nach Zwetschge pflanzen ?
Verfasst: 30. Jul 2021, 22:15
von cydorian
Drei Meter daneben, das reicht auf jeden Fall um eventuelle Probleme zu vermeiden.