Die Stengellose Schlüsselblume (Primula vulgaris)
Verfasst: 9. Mai 2013, 02:04
Hallo,bei mir im Garten habe ich bereits die Primula veris und elatior, aus einer guten Gärtnerei stammend.Dann gibt es noch eine dritte Art, die Stengellose Schlüsselblume (Primula vulagris). Es ist die Elternart, aus der unsere Gartenprimeln gezüchtet wurden. Ihre kurzen Blütenstiele und die Nerven der Kelchblätter sind zottig behaart. Die Pflanzen werden etwa drei Jahrzehnte alt. Selbst Philip Miller (1691-1771) kannte bereits die gezüchtete Gartenprimel, die er in London kultivierte und die man heute überall in Gärten oder auf Balkone findet.Die Stengellose Schlüsselblume wächst leider nur noch selten wild auf frischen Böden in Gebüschen, lichten Laubwäldern, an Bachläufen und in Obstgärten. Am häufigsten kommt diese Pflanze in Deutschland noch im nordöstlichen Schleswig-Holstein vor, aber auch hier ist sie bereits als gefährdet eingestuft, im Jahr 2006 wurde sie in die Kategorie "stark gefährdet" hoch gestuft.Auffällig ist eine Häufung der Vorkommen an den Steilküsten der Ostseeküste.Leider wurden diese Pflanzen oft ausgegraben, und werden es auch heute noch, um sie in den eigenen Garten zu pflanzen. Diese Unsitte war besonders in der Nähe von Campingplätzen verbreitet. So wurden die natürlichen Beständen langsam geplündert. Daher ist diese Pflanze in der Nähe von Waldwegen und anderen leicht zugänglichen Stellen heute auch völlig verschwunden.Wie hier wohl alle wissen, ist die Stengellose Schlüsselblume (und auch die beiden anderen wildwachsenden Primelarten!) heute streng geschützt. Man darf sie weder beschädigen, Teile von ihnen entnehmen und sie schon gar nicht ausgraben.Bei mir in der Nähe gibt es noch einige Vorkommen an der Ostseeküste im südlichen Bereich der Eckernförder Bucht. Heute Abend war ich nach dem Gewitter wieder mit der Kamera unterwegs und habe die ganze Pracht erfassen können.Auffällig ist auch, daß die Pflanzen meist im Gebüsch wachsen. Hier sind sie noch relativ sicher vor Plünderungen, da man dort schlecht an sie herankommt. Im Frühjahr wenn sie blühen bekommen sie dort auch noch viel Licht. Die größere Lichtarmut im Sommer, wenn alles belaubt und dicht gewachsen ist, scheinen die Pflanzen aber zu tolerieren.








