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Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 19:18
von hargrand
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 19:33
von Ludger
Bei Eichen-,Esskastanien-,bestimmten Nadelgehölzerden kann ich mir das vorstellen, aber Erden aus "mildem" Baumlaub wie z.B. Buchen,Birken,Linden finde ich ganz wunderbar als Substrat für viele Pflanzen.Gerbstoffe wirken sehr adstringierend (oder wie das heißt).lgLudger
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 19:44
von Katrin
Ich topfe seit Jahren fast alles in Walderde, wenns magerer sein soll mit Sand/Splitt versetzt. Bisher hat das prima geklappt. Meine Walderde ist aus allem möglichen Laub, durchgemischt. Ein wesentlicher Bestandteil ist Walnusslaub, vor dem immer gewarnt wird.
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 20:04
von Isatis blau
Das mit den Gerbstoffen habe ich auch schon oft gehört. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Ich habe die Vermutung, dass es ein Märchen ist. Die meisten Leute, die von Gerbstoffen sprechen, dürften kaum wissen, was sie eigentlich sind.Ich interessiere mich für Farbstoffe, die aus Pflanzen gewonnen werden können und auch für Gerbstoffe. Was gegen Gerbstoffe im Falllaub spricht, ist dass Gerbstoffe immer aus frischen Blättern oder getrockneten Rinden gewonnen werden. Wenn man aus Walnussblättern Gerbstoffe gewinnen will, muss man früh im Jahr die Blätter ernten, ab Juli braucht man sie nicht mehr nehmen.Wenn man sich die chemischen Formeln von Gerbstoffen anschaut, fällt auf, dass das Chelatkomplexbildner sind. In der Schule werden Komplexe nicht mehr unterrichtet. Diese Komplexbildner haben die Eigenschaft, viele Metallionen richtig fest binden zu können. Die sind dann weg und stehen nicht mehr als Dünger oder Spurenelement zur Verfügung. So könnten Gerbstoffe das Pflanzenwachstum beeinträchtigen. Das ist jetzt eine von mir zusammengereimte Theorie, ob die stimmt ist nicht bewiesen.Gerbstoffe sind Substanzen, die mit dem Eiweiß, aus dem Haut besteht, reagieren und so verhindern, dass die Haut beim Trockenen zusammenschrumpft und gnadenlos hart wird, wie Hundeknochen, die bestehen aus getrockneter Haut.
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 20:07
von Gartenplaner
Die wiki-Artikel zu
Gerbstoffen und einer Gruppe davon den
Tanninen gibt erste Anhaltspunkte.Bei den Gerbstoffen steht, dass ihre Hauptaktion die Bindung an Proteine ist.Wahrscheinlich passiert das dann auch an/in den Feinwurzeln von Pflanzen und stört Wasser- und Nährstoffaufnahme, so meine Theorie jetzt mal.Die direkte Bindung von Nährstoffen, wie Isatis schreibt, scheint mir auch schlüssig.Aber diese Gerbstoffe sollen doch nur in noch sehr frischem Holz/Laubmaterial vorhanden sein, bei Rindenmulch z.B.Wenns zu Humus verrottet ist, gibts da kein Problem - und bei Rindenmulch ja auch keine Keimhemmung gegen Unkraut mehr.
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 20:08
von Staudo
Ich hoffe, dass sich hier ein Chemiker zu Wort meldet.
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 20:13
von troll13
Wenn ich in dem wiki-Artikel lese "Auch pflanzliche Abbauprodukte wie z. B. Torf enthalten Gerbstoffe", wird sich die negative Wirkung von Walderde wohl von allein relativieren.
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 20:21
von Isatis blau
Ich hoffe, dass sich hier ein Chemiker zu Wort meldet.
Hat sich schon gemeldet

.In dem Wiki-Artikel steht auch, dass gegerbte Proteine von Mikroorganismen schlechter abgebaut werden. Mit pflanzlichen Gerbstoffen gegerbtes Leder fault und schimmelt prima, wenn es nass ist.Das mit der Temperaturempfindlichkeit stimmt nur für mit Chromsalzen gegerbtes Leder.
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 20:24
von Ludger
Moorleichen halten meistens auch länger als Erdleicheichen...nicht jeder Torf ist als Substrat für Pflanzen geeignet,viele werden aufgekalkt(sind Huminsäuren und Gerbstoffe chemisch verwandt?)
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 20:34
von troll13
Gerade der "gegerbte", weitgehend unzersetzte Weißtorf ist das beste Ausgangssubstrat für Blumenerden.Dem niedrigen PH-Wert und der Nährstoffarmut kann man je nach Anspruch der kultivierten Pflanze gezielt durch Kalk und Dünger entgegenwirken.Wenn es wirklich "einfachere" Alternativen zum Torf als Pflanzensubstrat gäbe, müssten wir uns heute kaum über Moorschutz unterhalten.
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 20:40
von Isatis blau
sind Huminsäuren und Gerbstoffe chemisch verwandt?
Die Formeln sehen sich in großen Teilen ähnlich.
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 20:44
von Ludger
Danke schön für Info!
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 20:49
von troll13
Ein Gegenargument für die Schädlichkeit von Walderde könnte übrigens auch sein, dass das Carpinion betuli, die Stieleichen-Hainbuchenwälder zu den artenreichsten unserer Waldgesellschaften gehören. Da räumt auch niemand das Eichenlaub weg.

Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 21:01
von tiarello
Ich hoffe, dass sich hier ein Chemiker zu Wort meldet.
Ich denke auch ein Chemiker sollte die Eingangsfrage am besten mit "keine Ahnung" beantworten. Es gibt da einfach zu viele variable Faktoren bei "Walderde".Selbst wenn Gerbstoffe das Wachstum behindern, sagt das ja auch auf die konkrete Fage bezogen nicht viel.Nimmt man nur die Humusauflage, nur den mineralischen Unterboden, beides? Aus welchem Waldtyp kommt der Boden? Um was für einen Bodentyp handelt es sich? Wieviele Nährstoffe sind drin? u.s.w. u.s.w.Die Nährstofffrage halte ich für sehr wichtig bei Topfpflanzen.
Re:Gerbstoffe in Walderde-Auswirkungen?
Verfasst: 24. Jan 2014, 21:42
von hargrand
Ich will eben auf Walderde anstatt Torf "umsteigen"

.und die Erde stammt aus Nadelwald.Das mit den Nährstoffen sehe ich gelassen, Ich kann ja gleich beim topfen Dünger untermischen und einfach normal düngen-oder?