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Alte und Wildrosen und Wildverbiß
Verfasst: 7. Apr 2014, 19:34
von salamander
Hallo,die Suchfunktion hat kein Ergebnis zu meiner Frage gebracht. Ich kaufe mir ein wunderbares Gartengrundstück in Nachbarschaft zu den Weinbergen. Es ist ein Nordwesthang (daher ist kein Wein mehr drauf) mit einigen alten Obstbäumen, Hasel, Vogelkirsche, Liguster, wolligem Schneeball und Holunder in den feuchteren Partien.Ich möchte auch Wildrosen (gallica) und die ältesten Kultursorten ansiedeln - Alba - und Damaszenerrosen. Meine Frage lautet: Wie gehe ich mit den Rehen um, die das Grundstück durchstreifen? Ein Zaun um den Garten wäre schwierig, da das Grundstück so steil ist. Ist ein häßliches Gitter um jede Rose notwendig? Fressen Rehe vor allem die Knospen oder auch die frischen Triebe? Wenn bei großwerdenden Rosen nur die untersten Blütenknospen abgefressen werden, könnte ich vielleicht damit leben und auf das Rundumgitter verzichten.Ich bin gespannt auf eure Antworten.Viele Grüße, Salamander
Re:Alte und Wildrosen und Wildverbiß
Verfasst: 7. Apr 2014, 20:04
von martina.
Rehe lieben Rosen so sehr, dass sie sie auch schon mal zu Tode pinzieren
Thread zum ThemaBei mir ist es heuer ja sehr bescheiden, umsomehr freu ich mich über die allererste Blüte von
Onni. Sie ist vor einem Jahr als Ausläuferchen gekommen und gleich auf 1,5 m gewachsen. Hat eine Unzahl an Knospen entlang der Triebe aufgereiht, leider hat offenbar ein Reh davon gekostet

Gartenlady, was meinst du? Viel Sternrußtau?
Ja, die üblichen Rosenzipperlein, aber kein Frostproblem. Schutz hat sie nicht bekommen, weder im Boga noch im Garten einer Freundin. Dort ist sie aber inzwischen aufgegeben worden, weil sie die Lieblingsspeise der Rehe war.
Re:Alte und Wildrosen und Wildverbiß
Verfasst: 7. Apr 2014, 20:22
von salamander
Hallo Martina,danke für den Link, der läßt mir ja etwas Hoffnung.Gruß Salamander
Re:Alte und Wildrosen und Wildverbiß
Verfasst: 8. Apr 2014, 14:48
von martina 2
Salamander, vorsicht! Mein Garten hat wie deiner keinen Zaun, weil er frei in der Landschaft liegt und quasi in die Wildnis übergeht. Als ich vor mehr als 10 Jahren begonnen habe, das Gelände mit Alten Rosen zu bepflanzen, dachte ich in meiner Begeisterung nicht an Rehe und Hasen - letztere sind genauso gefährlich, weil sie zwar nicht so scharf auf Knospen sind, aber gern an den Trieben knabbern. Das mußte ich bereits im Oktober feststellen, damals waren die Rosen ja noch im Babystadium, und so stellte ich Hasengitter um jede einzelne auf - in der Hoffnung, daß sich das erübrigen würde, wenn sie größer wären. Inzwischen aber gehört es zu Routine der Herbstarbeiten, ebenso das Wegräumen der Giitter im Frühjahr - wobei ich mich nicht traue, das lange vor der Blüte zu machen, weil dann der Einsatz der Rehe schlagend wird. Es ist das sehr viel Arbeit, aber das Risiko bleibt immer. Im Winter 2005, als der Schnee höher lag als die Gitter hoch sind - 1m - war alles abgebissen, was drüberschaute. Vielleicht ist es bei dir nicht ganz so schlimm, weil nicht so einsam gelegen und ruhig, aber ich kann dich aus leidvoller Erfahrung nur warnen. Wenn ich rückblickend allerdings entscheiden müßte, Rosen oder nicht, ich würde es wieder so machen, trotz allem - in der Zeit der Blüte belohnen sie einen reichlich

Hat eine Unzahl an Knospen entlang der Triebe aufgereiht, leider hat offenbar ein Reh davon gekostet
Martina, das war ein einsamer Ausrutscher, weil die Onni unerwartet stark gewachsen war - sie stand sehr wohl in einem 1m-Käfig, aber die Triebe mit den Blüten hingen drüber
Re:Alte und Wildrosen und Wildverbiß
Verfasst: 8. Apr 2014, 23:11
von rosenschule
das kann wirklich mehr als lästig werden, in der Feldmäßigen Anzucht haben wir da auch immer Probleme, oft hilft nur einzäunen. Zwei gute Geheimtipps:1. Buttermilch mit Wasser verdünnt sprühen, hält die Tiere immerhin bis zum nächsten Regenguss fern.2. Der organische Blattdünger Aminovital übersteht auch mal drei Regengüsse und wirkt auch durchdringender.Ist für menschliche Nasen nicht direkt wahrnehmbar, aber das "hydrolisierte tierische eiweiss" aus dem Aminovital besteht ist als Fleischsubstanz für die Rehe unerträglich.
Re:Alte und Wildrosen und Wildverbiß
Verfasst: 9. Apr 2014, 14:07
von martina 2
Bleiben immer noch die frechen Hasen. Die knabbern auch im Sommer weiter unten frische Triebe weg, wenn ich in 2 m Abstand stehe.
Re:Alte und Wildrosen und Wildverbiß
Verfasst: 9. Apr 2014, 16:27
von Isatis blau
Mein Garten ist eine Baumwiese auf einem ehemaligen Weinberg. Ein kleiner Teil davon ist umzäunt und hat ein Gartenhäuschen. Nebenan ist gleich Wald, dort hat es auch Rehe und Hasen. Rehe fressen an Rosen, aber die Schäden halten sich in Grenzen. Die Rosen wachsen am Zaun und dort, wo die Rehe hinkommen, sind im Winter die Spitzen abgefressen. Die Veilchenblau am häufigsten. Außerhalb der Umzäunung habe ich eine Glauca gepflanzt, die wurde in Ruhe gelassen. Es hat viele wilde Rosen, die werden auch verschont.Was den Rehen vor allem in Wintern wie 2012/2013, wenn es lange kalt ist und Schnee liegt, hilft, ist , wenn man den Baumschnitt einfach verstreut um die Bäume liegen lässt. Die Spitzen werden sehr gern abgefressen. Wenn man sie verstreut liegen lässt werden sie besser angenommen, als wenn man sie ordentlich auf wenige Häufen schichtet. Das kann man ja auch noch im Frühjahr machen.
Re:Alte und Wildrosen und Wildverbiß
Verfasst: 9. Apr 2014, 19:20
von martina 2
Aber wenn der Scnee draufliegt?
Re:Alte und Wildrosen und Wildverbiß
Verfasst: 9. Apr 2014, 19:33
von Isatis blau
Aber wenn der Scnee draufliegt?
Bei uns habe ich es noch nie erlebt, dass mehr als 20cm Schnee lagen, wenn überhaupt. Und da schauen größere Äste aus dem Schnee raus. Ich habe es immer wieder beobachtet, dass nach solchen Wetterphasen die Äste angefressen waren. Und wenn Schnee liegt, sieht man viele Spuren. Vor einem Jahr lag bei uns nicht ständig Schnee, es hat halt ewig gedauert, bis etwas Grünes gewachsen ist.