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Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 07:49
von Lilo
Der Garten, den ich bewirtschafte ist seit 1920 in Familienbesitz.
Ich kümmere mich seit 1995 darum. In dieser Zeit musste ich schon den Verlust einiger alter Obstbäume hinnehmen.
Aber besonders trifft mich das Sterben einer alten Süßkirsche. Ich, Jahrgang 1955, bin schon als kleines Kind in diesem, damals riesigen Baum herum geklettert, bis in die höchste Spitze, um an die leckersten Kirschen zu kommen. Der Baum trägt sehr früh. Ich kann mich an ein Jahr erinnern, da konnte man Ende April die ersten Kirschen von diesem Baum essen. Da waren da natürlich noch nicht vollreif.
So um 2000 herum verlor dieser Baum bei einem Sturm seine Krone. Es blieben ihm noch 2 große Äste.
Im Mai brach unter der Last der Früchte der westliche Ast ab
https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,59279.msg2881147.html#msg2881147.Und jetzt durch den Sturm vergangene Woche der östliche Ast.
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 07:53
von Lilo
Als ich am Wochenende in den Garten hoch kam, stand ich vor diesem Bild des Jammers.
Man muss sich nicht wundern, das Innere des Astes war wie Schaumgummi und durch den Verlust der westlichen Astes wurde alles in den verbliebenen Ast gepumpt.
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 07:57
von Lilo
Jetzt ist nur noch ein Zweig übrig.
Ich werde die Baumruine noch bis Januar stehen lassen, dann Veredelungshölzer nehmen und zur Baumschule schicken.
Danach werde ich den Baum roden.
Das wird kein leichtes Unterfangen, der Stamm hat einen Durchmesser von ca 60 Zentimetern. Aber das muss sein.
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 07:59
von Staudo
Die Ruine einfach stehen zu lassen ginge nicht?
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 08:04
von Lilo
1. Ich habe Halimasch im Garten, den will ich nicht füttern. Taucht sporadisch immer mal wieder an der einen oder anderen Stelle auf wo sich Totholz im Boden befindet. Es reicht, wenn er sich den Wurzeln entlang entwickelt, ich will ihm keinen großen Brocken anbieten.
2. Ist mir der Anblick zu schmerzvoll.
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 08:07
von Anke02
Oh Lilo :'(
Ich erinnere mich gut an diesen Baum von meinem Besuch bei dir im Garten. Wir hatten es noch von dem großen abgebrochenen Ast. Und ich durfte einige dieser Kirschen genießen :)
Ich drücke dir fest die Daumen für den "Nachwuchs", den du vielleicht neben den " Gedenkstumpf" pflanzen könntest?!
Und eines ist die Hauptsache, wenn momentan wohl in der Situation ein schwacher Trost, der wunderbare Garten voller Erinnerungen bleibt dir erhalten! :-*
PS: Beitragsänderung, da du inzwischen gleichzeitig zu meinem Schreiben das Problem geschildert hast: Nachwuchs an Platz des alten Baumes da das Totholz weg soll.
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 08:20
von Lilo
Danke, liebe Anke, für Deinen Zuspruch.
Ja, ich überlege jetzt wohin ich den Nachwuchs pflanzen könnte.
Ich muss jetzt schon überlegen, weil ich ja dementsprechend die Fläche vorbereiten will.
Spontan dachte ich auch in die Nähe des alten Standortes, natürlich mit großzügigem Bodenaustausch.
Da wächst nun aber im Abstand von ca. 12 Meterm und ca. 3 Meter unterhalb eine Eiche. Man kann sie auf den Bildern im Hintergrund erkennen. Die Eiche ist noch recht jung, ca. 30 Jahre. Sie hat ein starkes Wachstum und beschattet diesen Bereich zunehmend.
Das ist nicht unbedingt ein Fehler, weil die Sonne nicht so brutal brennt und ab Mittag kommt die Sonne auf jeden Fall hinter der Eiche hervor. Aber vielleicht wäre es doch eine zu große Zumutung für den jungen Baum.
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 09:16
von MarkusG
Ach, Lilo! Und ich habe ihn erst kürzlich noch gesehen. So schnell schlägt das Schicksal manchmal zu. Das macht mich nachdenklich.
Die Idee mit den Reisern finde ich gut, so gibt es für den Baum doch noch eine Zukunft.
Markus
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 10:12
von cydorian
Keine Panik vor Hallimasch. Das ist ein Schwächeparasit, der befällt nicht wahllos alle Gehölze, sondern Totholz und Gehölz, das sowieso abgängig ist. Bodenautausch, weil gelegentlich mal Hallimasch spriesst wäre übertrieben.
Die Eiche ist schon eher ein Problem. Wenn du Waldbäume willst, bekommst du halt einen einen Waldgarten. Und kleiner wird die nicht mehr, sondern grösser, grösser, grösser. Auch wenn sie Obst nur teilweise verschattet ist das ein Riesennachteil, ganz besonders bei Kirschen, die frei und windoffen stehen sollten. Jede Stunde mehr Schatten bedeutet längere feuchte Blätter, der Gesundheit des Baums tut das gar nicht gut.
Der grösste Nachteil wäre ein ostseitig stehender Schattenwurf. Die Morgensonne ist am wichtigsten.
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 11:35
von Rib-2BW
Willst du die Sorte nicht neu Veredeln lassen? Dann kann kommen was will.
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 11:50
von cydorian
Lilo hat geschrieben: ↑10. Okt 2017, 07:57dann Veredelungshölzer nehmen und zur Baumschule schicken.
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 17:15
von Lilo
cydorian hat geschrieben: ↑10. Okt 2017, 10:12Keine Panik vor Hallimasch. Das ist ein Schwächeparasit, der befällt nicht wahllos alle Gehölze, sondern Totholz und Gehölz, das sowieso abgängig ist.[/quote]
Die Beobachtung habe ich auch gemacht. Junge, vitale Gehölze mit ausreichend Wasser und Nährstoffversorgung werden vom Hallimasch nicht befallen. Trotzdem will ich nicht zu viel Holz im Boden lassen.
hat geschrieben: ↑1. Jan 1970, 01:00 Bodenautausch, weil gelegentlich mal Hallimasch spriesst wäre übertrieben.
Den Boden würde ich austauschen, wenn ich den neuen Baum etwa an die Stelle des alten pflanzen würde.
[quote]Die Eiche ist schon eher ein Problem. Wenn du Waldbäume willst, bekommst du halt einen einen Waldgarten. Und kleiner wird die nicht mehr, sondern grösser, grösser, grösser. Auch wenn sie Obst nur teilweise verschattet ist das ein Riesennachteil, ganz besonders bei Kirschen, die frei und windoffen stehen sollten. Jede Stunde mehr Schatten bedeutet längere feuchte Blätter, der Gesundheit des Baums tut das gar nicht gut.
Der grösste Nachteil wäre ein ostseitig stehender Schattenwurf. Die Morgensonne ist am wichtigsten.
Der Garten ist ja ziemlich groß. Die Eiche will ich schon behalten der Schatten, den sie wirft ist bei der sehr sonnigen und trockenen Lage ein Segen. Außerdem ist der Baum so schön gleichmäßig gewachsen. Man sieht ihm an, wie gut es ihm geht.
Aber ich habe Bedenken, den neuen Kirschbaum an die alte Stelle mit der Eiche im Südosten zu pflanzen. Ich pflanze ihn ja nicht für die nächsten 10 Jahre sondern für 60 oder gar 80 Jahre.
Es fällt mir nur schwer einen guten neuen Platz zu finden. Ich könnte ihm einen sehr freien Platz anbieten, da hat er aber im Sommer ab 16:00 Schatten. Und er würde von dort aus wiederum andere Obstbäume beschatten.
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 18:34
von cydorian
Freistehenden Waldbäumen gehts immer gut, sie haben ja volle Sonne und keine Konkurrenz. Der Kirsche dahinter wirds weniger gefallen.
An einer Eiche ist auch nichts auszusetzen. Nur beides gleichzeitig ist erfahrungsgemäss nicht so recht unter einen Hut zu bringen, Waldbäume und Obstbäume. Mein Nachbar auf einer meiner Wiesen hat auch eine, auch so ein Gehölz das er halt wachsen liess. Drumrum sind jetzt sämtliche Obstbäume eingegangen, das Steinobst zuerst. Ist ihm egal, er erntet eh nichts, für ihn ist das ein Holzlagerplatz. Auf meiner Seite hat es auch Auswirkungen. Kirschen auf dieser Seite sind dauerkrank, musste ich fällen. Die gleiche Sorte auf der stärker besonnten Seite weiter weg davon ist gesünder.
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 22:00
von thuja thujon
So greift das eine ins andere.
Kirsche hat doch ohnehin schon mehr Probleme mit Pilzdruck als Eiche, oder habe ich was verpasst?
Re: Alte Süßkirsche - Trauer und Neuanfang
Verfasst: 10. Okt 2017, 23:19
von Lilo
hat geschrieben: ↑1. Jan 1970, 01:00Kirsche hat doch ohnehin schon mehr Probleme mit Pilzdruck als Eiche
Aktuell gibt es am Standort kein Problem mit Pilzen.
Der alte Kirschbaum ist eine Ruine. Er wird im Frühjahr vorsorglich gerodet, um Pilzen vorzubeugen.
Nachdem der alte Kirschbaum keine Äste mehr hat, ist der Standort gegenwärtig vollsonnig. Wind geht immer, der kommt aus dem Tal. Außerdem haben wir hier am Hang permanent Aufwind.
Es ist nicht einfach im Gelände einen idealen Pflanzplatz für die Kirsche zu finden. Ich habe an vielen Stellen neue Bäume gepflanzt, die auch wirklich groß werden.