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Tomaten oder Kartoffeln oder Kürbis oder Melone?
Verfasst: 13. Jan 2026, 20:18
von Frau P
Liebes Forum,
vielleicht kennt ihr es: Die Samenvielfalt ist groß, der Platz beschränkt...nach welchen Kriterien wählt ihr das anzubauende Gemüse/ Obst aus? Ignoriert ihr -notfalls- Mischkulturempfehlungen oder Starkzehrer-Mittelzehrer-Schwachzehrer-Regeln?
Mich interessieren eure Erfahrungen und Empfehlungen.
Danke!
Re: Tomaten oder Kartoffeln oder Kürbis oder Melone?
Verfasst: 13. Jan 2026, 20:30
von celli
Frau P hat geschrieben: ↑13. Jan 2026, 20:18
Ignoriert ihr -notfalls- Mischkulturempfehlungen oder Starkzehrer-Mittelzehrer-Schwachzehrer-Regeln?
Ja, wenn es darum geht,
was angebaut wird, wird das komplett ignoriert. Allerdings versuche ich darauf zu achten
wo ich es anbaue. Also beim Gemüse. Beim OBst wird schon stärker drauf geachtet, ob Standort und Klima etc. pp. stimmt.
Re: Tomaten oder Kartoffeln oder Kürbis oder Melone?
Verfasst: 13. Jan 2026, 20:39
von verwurzelt
Erstes Auswahlkriterium ist eigentlich, ob, zu welchem Preis und welcher Qualität es das Gemüse oder Obst anderswo gibt. Und, was für einen Unterschied es macht, wenn es aus dem eigenen Garten kommt. Kartoffeln können wir auch vom nächsten Bauern kaufen, aber Tomaten pflück ich lieber frisch aus dem Garten.
Re: Tomaten oder Kartoffeln oder Kürbis oder Melone?
Verfasst: 14. Jan 2026, 10:25
von thuja thujon
Ich ignoriere Mischkulturempfehlungen, weil Mischkulturen keine Vorteile bringen, sondern Probleme.
Stark-, Mittel- und Schwachzehrerempfehlungen ignoriere ich auch, weil ich jedes Jahr dünge, nicht nur alle 4.
Was ich einhalte ist die Fruchtfolge, oder ich versuche sie einzuhalten.
Letztens kurz und knapp zusammengefasst in einem Vortrag gesehen:
Ansonsten baue ich Tomaten und Kartoffeln im Garten an, auch nebeneinander, Melone, Kürbis und Gurke ebenso.
Kartoffeln rentieren sich, weil sie je nach Bodenart und Pflege anders schmecken. Gekaufte können mit Gartenknollen nicht mithalten.
Ist aber immer die Frage: rentiert sich der Platz für den zu erwartenden Ertrag? 3m² Chili wird eventuell nicht ganz aufgegessen, Paprika rentiert sich nur wenn die Sorte gut ist, wo ein später Rosenkohl wächst könnten auch 2 Kohlrabi und 3 Salate wachsen. Sowieso, Ernteverfühung und frühe Sorten sind wichtig, wenn man von der selben Fläche 3 oder 4 mal was ernten möchte. In manchen Gärten sehe ich Kohlrabis bis in den Spätsommer rein, bei mir sind die Ende Mai abgeräumt und machen Platz für anderes.
Re: Tomaten oder Kartoffeln oder Kürbis oder Melone?
Verfasst: 14. Jan 2026, 11:12
von Rieke
Mischkulturregeln ignoriere ich auch weitgehend, die werden tatsächlich überschätzt. Ich hatte z.B. mal zufällig Knoblauch neben den Zuckererbsen, die sind genauso gut gewachsen wie sonst auch. Man sollte aber darauf achten, daß die Pflanzen sich nicht gegenseitig behindern, also nicht klein bleibende sonnenbedürftige Chilis im Schatten von Grünkohl oder Kartoffeln. Stangenbohnen stehen deshalb bei mir am Nordende des Gemüsebeets.
Kartoffeln sind für mich unverzichtbar, die gekauften schmecken deutlich schlechter. Sonst würde ich bei Platzmangel auf Küchenkräuter und Pflücksalate setzen. Rauke aus dem Garten ist wesentlich aromatischer als die aus dem Supermarkt. Wenn dann noch Platz ist: Gemüse, das man selten oder nur sehr teuer kaufen kann. Bei mir sind das u.a. Yakon, Tomatillos, Catalogna (Blattzichorie).
Re: Tomaten oder Kartoffeln oder Kürbis oder Melone?
Verfasst: 14. Jan 2026, 11:19
von celli
Kartoffeln scheitert hier am Platz, da ist uns anderes einfach wichtiger. Wir haben mittlerweile auch kaum noch normale Beete, sondern nur noch Hochbeete, Gewächshaus und Töpfe. Mischkultur gibt es hier hauptsächlich, um den Platz auszunutzen.

Wobei schon darauf geachtet wird, was zusammenpasst und was nicht, denn bei einigem hatte ich wirklich das Gefühl, das mag sich nicht.
Re: Tomaten oder Kartoffeln oder Kürbis oder Melone?
Verfasst: 14. Jan 2026, 11:23
von thuja thujon
Da sprichst du was wichtiges an, Pflanzabstand. Der hat sehr großen Einfluss auf Ertrag, Gesundheit usw.
Dichtpflanzungen, wie häufig beobachtet, rentieren sich nur selten. Da muss man auch genau wissen was man macht, wie angepasst düngen usw., sonst geht es so gut wie immer nach hinten los.
Zu weit ist aber auch nichts, fördert zB Unkraut. Deshalb ist der Pflanzabstand bei mir nicht Kulturartbedingt, sondern Sortenbedingt. Und manchmal auch Jahreszeitlich, ein Frühsalat kann mehr Platz brauchen als ein späte Pflanzung im Herbst.
Re: Tomaten oder Kartoffeln oder Kürbis oder Melone?
Verfasst: 14. Jan 2026, 11:40
von celli
Da stehe ich mit den Möhren immer auf Kriegsfuss, die alles überwuchern, weil zu dicht an allem anderen dran.

Bei den Erdbeeren lasse ich den Abstand etwas größer, da kommen dann Radieschen und (später) Zwiebeln dazwischen.
Re: Tomaten oder Kartoffeln oder Kürbis oder Melone?
Verfasst: 14. Jan 2026, 11:55
von thuja thujon
Wenn man nur eine Reihe macht, kann man natürlich keinen Reihenabstand einhalten. Platz bis zur Nachbarkultur sollte es trotzdem genug geben.
Radieschen oder Zwiebeln zwischen Erdbeeren hacke ich raus, weil sie dort nichts zu suchen haben. Müssen anders gegossen und gedüngt werden. Zudem, wenn die Erdbeeren auf Abstand sind, passt nichts mehr dazwischen. Auch deshalb wären Radieschen oder Zwiebeln dort für mich als Unkraut einzustufen, weil sie die Durchlüftung behindern, Feuchtigkeit erhöhen, damit Pilzbefall fördern.