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Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 02:48
von Microcitrus
Manche Leute schwören auf Wassertonnen im Gewächshaus, die sich tagsüber im Sonnenlicht aufheizen und nachts die Wärme abstrahlen.
Wasser hat eine spezifische Wärmekapazität von 4,19 kJ/(kgK), um ein kg Wasser um ein Grad zu erwärmen sind also 4,19 kJ nötig, die bei Abkühlung an die Luft abgegeben werden. Eine Betonmauer im Vergleich 0,88 kJ/(kgK).
Schweineschmalz hat einen Schmelzbereich von 26-40°C (weil es ein Fettgemisch ist) und eine mittlere Schmelzwärme von 111 kJ/kg. 1 kg flüssiges Schweinefett gibt daher beim Erstarren 111 kJ Wärme an das feste Fett bzw. die Umgebungsluft ab (so viel wie 25 kg Wasser beim Abkühlen um 1°C)
Deshalb wäre es nicht dumm, einen Topf Schweinefett in der Wohnung am Heizkörper zu erwärmen und zum Abkühlen (und Wärmen des Gewächshauses) ins Gewächshaus zu stellen (sofern die Wohnung nicht auch mit teurem Strom geheizt wird).
Energiespeicherung im Schweinefett statt einer Nachtabsenkung der Temperatur im Wohnzimmer, die eh Null Ersparnis bringt, siehe
"Unrichtige Aussage" bei Wikipedia )
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 07:24
von Staudo
Originelle Einfälle hast Du ja. Ich weiß nicht, wie schnell es geht, bis das Schmalz anfängt zu verderben und zu stinken.
3,6 kJ entsprechen einer Wh, 111 kJ demnach rund 31 Wh. Wieviel Heizleistung traust Du einer alten 60-Watt-Glühbirne zu, die eine halbe Stunde angeknipst ist?
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 07:44
von Aspidistra
Wäre das nicht ein Superbeitrag für *1.4.2026* gewesen ?
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 07:56
von Sonnenscheinplatz
Mehr Abwärme als Bewegungsenergie liefern auch Verbrennungsmotoren. Man könnte also auch einen Dieselgenerator ins Treibhaus stellen.
*wartet auf Kommentar von GP*
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 08:23
von Monti
@Microcitrus: Wo hast du den Wert für die Schmelzenthalpie her? Generell eigentlich keine so dumme Idee...
Vielleicht sollte man etwas Zitronensäure oder sonst ein Kosvervierungsmittel beigeben.
https://www.derwesten.de/panorama/schma ... 11341.html
Theoretisch wäre ja auch ein luftdichtes Verschließen denkbar.
Generell sind aber solche Behältnisse keine sonderlich guten Wärmetauscher. Ich habe das mit der Wassertonne auch überlegt. Vom Energiegehalt her müsste ich da schon auf > 200 l gehen und das Wasser auf über 80 °C bringen, damit ich in frostigen nächten was davon hätte. Alles unter der Voraussetzung, dass die Tonne dann die Wärme auch tatsächlich an die Luft abgiebt.
Sinnvoller: Balkonkraftwerk hinstellen, das ganze Jahr ins Netzt speißen und bei Bedarf 2 kW Heizlüfter aufstellen. Unterm Strich deutlich mehr gewonnen als verbraucht. Setzt natürlich einen Netzanschluss voraus. Mit Batteriespeicher wird es eher doch teuer.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 08:32
von Aramisz78
In Mathe und Physik bin ich eine Niete, ich stelle mir aber schwer ausführbar vor. Es musste schon eine grosse "Topf" Fett sein. Die hin und her zu schleppen und aktiv erwärmen.
(als wir noch selbst Schweine geschlachtet hatten das Fett wurde in grosse Töpfe gelagert. Bei Zimmertepmperatur war es noch fest, nur im Sommer flüssig)
Oder sehe ich was falsch?
Die Laube halte ich gerade frostfrei mit ein Heizlüfter. Zwar die Wände der Laube isolierieren besser als bei einer Gewächshaus, aber es ist machbar und bis jetzt waren die Heizkosten bezahlbar.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 08:50
von thuja thujon
Man könnte auch Wärmekissen mit Natriumacetat im GH auslegen.
https://www.chemieunterricht.de/dc2/tip/01_99.htm
Nachteil, man braucht davon ähnlich viel wie vom Schweinefett.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 09:39
von Hyla
Ich hatte da auch schon eine unausgegorene Idee, mir eine Photovoltaikanlage anzuschaffen und die nicht einspeisbare Energie tagsüber als Wärme fürs Frühbeet/Gwh zu speichern.
Einspeisen kann ich nicht, von daher ob die Energie nun verpufft oder dort reingeht.
Die Idee krankt leider an der sehr geringen Sonneneinstrahlung im Winter. Halt nicht ganz ausgegoren.

Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 10:11
von celli
Staudo hat geschrieben: ↑19. Jan 2026, 07:24
Wieviel Heizleistung traust Du einer alten 60-Watt-Glühbirne zu, die eine halbe Stunde angeknipst ist?
Herr Lehrer, ich weis was.

Ne 60-Watt-Glühbirne hat ca. 216.000 Joule, wäre damit in der Halben Stunde 108.000. Besser rechnen lässt sich das aber in Watt/Kilowatt, da erzeugt eine 60-Watt-Glühbirne ca. 55 Watt Heizleistung. Hängt bei mir als Zusatzheizung/Frostschutz im Räucherschrank. Als Gewächshausheizung wahrscheinlich ein wenig Lütt, aber wohl immer noch praktikabler als ein Topf Schmalz.

Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 10:22
von celli
Hyla hat geschrieben: ↑19. Jan 2026, 09:39
Ich hatte da auch schon eine unausgegorene Idee, mir eine Photovoltaikanlage anzuschaffen und die nicht einspeisbare Energie tagsüber als Wärme fürs Frühbeet/Gwh zu speichern.
Einspeisen kann ich nicht, von daher ob die Energie nun verpufft oder dort reingeht.
Die Idee krankt leider an der sehr geringen Sonneneinstrahlung im Winter. Halt nicht ganz ausgegoren.
Ich wollte das mittels zweier Panzerbatterien als Pufferspeicher als Frostschutz für mein Gewächshaus machen. Habe 6 Platten a 400 Watt, ohne Sonne reicht das im Winter bei weitem nicht, um die Batterien auch nur halbwegs voll zu bekommen.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 11:02
von Hyla
Ich denke eher in Richtung Fußbodenheizung. Beton oder Stein speichert Wärme ja auch gut und eine Elektrofußbodenheizung oder ein langes Heizkabel sind nicht so teuer. Nach unten dämmen, Elektroheizmatte rein und darauf Steinplatten oder so.
Die Steinplatten wirken erst mit Verzögerung. In dem Moment wo ich Wärme drunter einspeise, gibt sie die Wärme nicht sofort wieder oben ab.
Die Umwege über elektrische Speicher gefallen mir nicht. Erstens teuer und zweitens hat man sicher Verluste oder?!?
Mit den Glühbirnen gab's doch diese Streiterei, als die abgeschafft werden sollten, daß sie einen höheren Wirkungsgrad als Heizung haben als die meisten teuren Geräte, die als super effizient verkauft werden. Licht ist quasi nur der Abfall an der Geschichte.

Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 11:14
von celli
Sicher, Zwischenspeicherung macht immer Verluste. Ich bezweifle aber halt, das auch bei deiner Variante die Energie der Platten ausreichen wird. Ist aber alles sehr verschieden und nur schwer vergleichbar. Zumal ich auch nicht glaube, das die Betonplatten so lange Wärme abgeben, um die ganze Nacht "durchzuheizen". Ich war jedenfalls relativ ernüchtert, das es im Winter doch soo wenig Energie von den Platten gibt.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 11:15
von thuja thujon
Das Licht stört aber Nachts die Pflanzen. Die Glühbirne müsste man mit Lichtdicht mit Alufolie umwickeln.
Wer von euch hat einen Energieschirm im Gewächshaus, der jeden Abend geschlossen die Wärmeverluste begrenzt?
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 11:21
von celli
thuja thujon hat geschrieben: ↑19. Jan 2026, 11:15
Das Licht stört aber Nachts die Pflanzen. Die Glühbirne müsste man mit Lichtdicht mit Alufolie umwickeln.
Glühbirnen als Gewächshausheizung halte ich auch für wenig praktikabel, selbst eine 200-Watt-Birne dürfte wohl nicht genug Wärme abgeben. Mein 750 Watt-Heizstrahler schafft es bei Nachfrost gerade so. Wobei ich bei der Dämmung sicherlich noch nachbessern kann
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 11:28
von Hyla
celli hat geschrieben: ↑19. Jan 2026, 11:14
Ich war jedenfalls relativ ernüchtert, das es im Winter doch soo wenig Energie von den Platten gibt.
Ja, das stimmt. Wir haben noch nichts aufgebaut, die Anlage steht aber hier rum.
Ein Freund hat sie stehen und auch wenig Ausbeute im Winter.
Meine Idee zielt eher auf ein mehr oder weniger großes Frühbeet ab. Bei manchen Anzuchten gerade im Bereich Stecklinge braucht's Unterbodenwärme.
Ein Gwh würde ich eher mit einer kleinen Wärmepumpe beheizen. Bei Youtube experimentieren welche mit Poolheizungen. Ich habe mich damit nicht näher beschäftigt, aber das wäre vielleicht eine Lösung für kleinere Gwh's?