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Blattvergolden - gar nicht elitär und kompliziert

Verfasst: 5. Feb 2026, 18:19
von Gartenplaner
Viele kennen ja den blattvergoldeten "Yoga"-Frosch aus meinem Thread über meinen eigenen Garten und von meinem Profilbild.
An anderer Stelle gabs nun als Witz gemeint die Nachfrage nach einem Vergolderkurs - natürlich hab ich das todernst genommen ;) und meine Erfahrungen zusammengestellt.
Aber es wäre eigentlich schade, die nicht auch breiter zugänglich zu machen.

Blattvergolden hat(te) immer ein bisschen den Nimbus elitär, hochkompliziert, nur was für Vergoldermeister/innen.

Muss es aber nicht.

Seit 1979 gibt es die "Kölner Vergolderprodukte", die eine Blattvergoldung handwerklich wesentlich weniger aufwändig machen im Vergleich zu Ölmixtion- oder Poliment-Vergoldung

Auf deren Homepage unten gibts auch detaillierte Anleitungsvideos für die Praxis, trotzdem schreib ich hier einfach mal kurz die Basics runter.

Die Viktoria/"Goldelse" auf der Siegessäule in Berlin ist 2011 mit den Köln Vergolderprodukten neu vergoldet worden 8)
(Allerdings dachte der Autor des Artikels wohl an seine Carrera-Bahn, als er über den erneuerten Carrara-Marmor schrieb ;D ;D ;D )

Mit den Kölner Vergolderprodukten ist Vergolden wesentlich einfacher im Vergleich zu Ölmixtion- oder Poliment-Vergoldung.

Man trägt 2x Kölner Instacoll Base gelb (es gibt sie auch in klar, das scheint aber eher für Spezialanwendungen notwendig zu sein) auf das Objekt wie ne Acryl-Farbe mit Pinsel auf.
Sprühen ginge auch, um es glatter zu bekommen, hätte ich wohl für meinen Frosch machen sollen, ich war unzufrieden, weil Pinselstriche sichtbar blieben.

Man kann dann entweder gleich nach einer kurzen Wartezeit das Blattgold anlegen, oder nachdem die Base getrocknet ist, sie jederzeit, Tage, Wochen, Monate später mit dem "Kölner Instacoll Activator" wieder "klebrig" machen und dann das Blattgold aufbringen.
Den Kölner Instacoll Activator ganz dünn mit nem Tüchlein auf die Base verreiben, 15 Minuten wirken lassen und dann kann man ne Stunde vergolden.

Ich hab immer nur mit "Blattgold transfer", Transfergold, auch "Sturmgold", "Abziehgold" genannt gewerkelt, das ist auf Seidenpapier aufgepresst, mit der Schere mitsamt dem Papier zuschneidbar auf Stücke, wie man sie braucht und auch anfassbar.
(Loses Blattgold muss man auf das Vergolderkissen legen, mit dem Vergoldermesser in Stücke der Form/Größe zuschneiden, wie man es braucht und mit dem "Anschusspinsel" aufnehmen, vorher den Pinsel elektrostatisch aufladen durch einmal über den Arm streichen, und auftragen.
Man kann es NICHT anfassen, weil es so dünn ausgeschlagen ist, dass es dann sofort zerfällt und die Finger vergoldet sind, man aber das Gold da nicht mehr runter und schon gar nicht mehr auf das zu vergoldende Objekt bekommt.)

Wichtig noch, hatte ich gestern vergessen - bei Vergoldung von Objekten für draußen muss man mindestens 23,75 Karat oder höher nehmen.

So, noch ein bisschen Bebilderung 8)

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