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Austriebe von einjährigen Veredelungen von Schädlingen befallen?

Verfasst: 16. Apr 2026, 09:01
von HansDampf123
Hallo zusammen,

ich habe letztes Jahr einige Apfel- und Birnbäume veredelt. Sie sind auch super gewachsen (1 - 2m Austrieb), aber teilweise nicht ganz fertig geworden, sodass grüne unverholzte Triebe in den Winter gegangen sind.
Jetzt im Frühjahr bildeten sich die Knospen ganz normal, doch die treibenden Blätter sehen ungesund aus und haben braune Ränder bzw. sterben teilweise ab. Ist das ein Schädling? AUf einem Foto habe ich ein Insekt entdecken können. Auch sind viele Spinnfäden zwischen den einzelnen Bäumchen gespannt.
Von den Symptomen her habe ich auch von Feuerbrand gelesen. Das ist es nun HOFFENTLICH nicht...
Habe jetzt zunächst gegen Insekten gespritzt...
Was könnte das sein?
Danke

Re: Austriebe von einjährigen Veredelungen von Schädlingen befallen?

Verfasst: 16. Apr 2026, 09:25
von Rib-2BW
Das sind Frostschäden. Kann man nichts machen, ist aber auch nicht schlimm. Wird normal weiter wachsen.

Re: Austriebe von einjährigen Veredelungen von Schädlingen befallen?

Verfasst: 26. Apr 2026, 14:03
von Obstliebhaber
Diese Frostschäden kenne ich von meinen Äpfeln auf M9.
Liegt das an der Unterlage oder sind Äpfel allgemein so empfindlich? Der Blattaustrieb ist frostempfindlicher als die Blüte, kommt mir so vor.

Re: Austriebe von einjährigen Veredelungen von Schädlingen befallen?

Verfasst: 26. Apr 2026, 14:09
von Rib-2BW
Es ist ein sortenbedingtes Problem. Bei meiner M26 Spindelreihe, mit den Sorten Manga Super, Roter Mond und Redlove Circe, hat Circe deutliche Probleme Mit Frost am Blatt und in der Blüte.

Re: Austriebe von einjährigen Veredelungen von Schädlingen befallen?

Verfasst: 26. Apr 2026, 22:06
von Obstliebhaber
Bei mir zeigten vergangenes Jahr Gravensteiner und Roter Berlepsch, beide auf M9, fast zeitgleich in der Entwicklung, deutliche Frostschäden am jungen Blattgrün. Diese Blätter waren im Wuchs gehemmt und verdreht und gekräuselt, die Unterseite mit einer silbrigen Membran versehen, darunter durchschimmernd bildeten sich Kondenströpfchen.

Re: Austriebe von einjährigen Veredelungen von Schädlingen befallen?

Verfasst: 26. Apr 2026, 23:12
von thuja thujon
Ich schließe mich dem M9 Bashing nicht an. Die Triebspitzen hätte man im Winter mal zurückschneiden können, das weiß wollig behaarte auf den letzten beiden Zentimetern deutet zudem auf falsche Kulturführung hin, also im Herbst nochmal nachtreiben der Spitzenknospen.
Sowas kommt von zu viel Stickstoff. Muss man nicht mal gedüngt haben, hohe Humusgehalte im Boden durch Überdüngung mit meist Kompost, den Sommer eher unregelmäßig gegossen, dann treiben die Bäume im September mit den ersten ergiebigen Niederschlägen wieder los und reifen im Oktober natürlich nicht aus. Deswegen die Frostschäden an den Triebspitzen.

Sowas wird in der Baumschule weggeschnitten, wenn es mal aus Versehen passiert, das wurde hier verpasst.
Nicht nur veredeln, auch hinterher kümmern.

Frisch veredelte Obstbäume nehmen keine 17g N pro m2 auf. Das sind höchstens Mittelzehrer. Und wenn man sie hochprügeln will, dann im Frühjahr, nicht im Herbst, wenn sie in Winterruhe gehen sollen.

Re: Austriebe von einjährigen Veredelungen von Schädlingen befallen?

Verfasst: 27. Apr 2026, 03:28
von Starking007
Also überpflegt............

Re: Austriebe von einjährigen Veredelungen von Schädlingen befallen?

Verfasst: 27. Apr 2026, 09:30
von Obstliebhaber
thuja thujon hat geschrieben: 26. Apr 2026, 23:12 Ich schließe mich dem M9 Bashing nicht an.
Ich weiß jetzt nicht was du mit M9-Bashing genau meinst, vielleicht solltest du einfach nochmal nachlesen.
Ansonsten informativ wie immer. Ich schätze Deine konstruktiven Beiträge. Danke.

Re: Austriebe von einjährigen Veredelungen von Schädlingen befallen?

Verfasst: 27. Apr 2026, 11:10
von thuja thujon
Das war auch nicht ganz erst gemeint.

Unter anderem wegen solchen Nachtreibern bin ich Fan vom Klickschnitt bei den Spindeln. Wird also immer alles weggeschnitten, weil unbrauchbar oder mit Mehltau drin.

In der heimischen Baumschule sollte sowieso jedes Jahr geschnitten werden. Deswegen ists Baumschule, weil man da was aufbauen möchte, und wenn was geplant wachsen soll, muss geschnitten werden. Später, nach dem Kronenaufbau, wenn das Bäumchen mal 5 Jahre ausgepflanzt ist, dann kann man aufhören, im einjährigen Holz rumzuschneiden. Vorher nicht.

Re: Austriebe von einjährigen Veredelungen von Schädlingen befallen?

Verfasst: 27. Apr 2026, 20:42
von HansDampf123
thuja thujon hat geschrieben: 26. Apr 2026, 23:12 Ich schließe mich dem M9 Bashing nicht an. Die Triebspitzen hätte man im Winter mal zurückschneiden können, das weiß wollig behaarte auf den letzten beiden Zentimetern deutet zudem auf falsche Kulturführung hin, also im Herbst nochmal nachtreiben der Spitzenknospen.
Sowas kommt von zu viel Stickstoff. Muss man nicht mal gedüngt haben, hohe Humusgehalte im Boden durch Überdüngung mit meist Kompost, den Sommer eher unregelmäßig gegossen, dann treiben die Bäume im September mit den ersten ergiebigen Niederschlägen wieder los und reifen im Oktober natürlich nicht aus. Deswegen die Frostschäden an den Triebspitzen.

Sowas wird in der Baumschule weggeschnitten, wenn es mal aus Versehen passiert, das wurde hier verpasst.
Nicht nur veredeln, auch hinterher kümmern.

Frisch veredelte Obstbäume nehmen keine 17g N pro m2 auf. Das sind höchstens Mittelzehrer. Und wenn man sie hochprügeln will, dann im Frühjahr, nicht im Herbst, wenn sie in Winterruhe gehen sollen.
Genau das war es wohl bei mir, habe mangels Erfahrung im Herbst nochmal gedüngt und die trieben dann nochmal wie blöd und sind nicht fertig geworfen/verholzt! Für dieses Jahr weiß ich es besser...Danke für die Antworten!
PS: Bei mir sind die Bäume auf M111, Sämling und A2...meine B9 Veredelung hat nix abgekommen...