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Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 29. Apr 2026, 12:49
von dermaximilian
Hallo zusammen,

nachdem ich hier schon lange mitlese und unheimlich viel Inspiration aus diesem Forum gezogen habe, möchte ich mal ein paar Eindrücke aus meinem Garten teilen.
Ich habe vor 3 Jahren einen alten Bauernhof im Allgäu zu meinem Hauptwohnsitz gemacht und im letzten Jahr war dann die Renaturierung des Reitplatzes dran.
Das gesamte Grundstück hat etwa 7.000qm, der Reitplatz hatte ca. 600qm, die Pferdekoppel (Wiese) etwa 5.000qm. Auf der Pferdekoppel habe ich um die 80 Bäume (Bäumchen) verteilt, der Reitplatz wurde komplett umgestaltet:
Mit vielen Kubikmetern Erde, Kies, Sand und Felsen wurde die Fläche modelliert, ein Teich mit Bachlauf geschaffen, ein Eidechsenhabitat (1,5m tiefer Kegel gefüllt mit groben Steinen, darauf Totholz, daneben 3 Tonnen Sand für die Eiablage), eine magere Wildblumenwiese, eine Naschhecke mit Johannis-, Him-, Brom-, und Blaubeeren, Sitzsteine, Natursteinmauer etc.
Ich habe ca. 500-600 Blumenzwiebeln verteilt, hunderte Stauden und Gräser gepflanzt und so langsam nimmt alles Gestalt an. Nachdem ich völlig branchenfremd bin, mache ich täglich Fehler und bezahle Lehrgeld, aber ebenso entdecke ich täglich Sachen, die funktionieren und jedes Tierchen, jede Blüte und jeder Zwiebel, die aufgeht, sind Erfolgserlebnisse :)
Die Wühlmäuse haben sich bei mir als absolute Endgegner erwiesen - ich habe nun wirklich alle Register gezogen und werde der Plage nicht Herr (alle Bäume sind in Körben gepflanzt, aber zumindest die Feldmäuse finden immer wieder einen Weg), daher muss ich mich wohl damit abfinden, einen ordentlichen Teil meiner Pflanzen an die pelzigen Teufel zu verlieren. Bevor jemand aufschreit: ich bin wirklich ein großer Naturfreund und fördere fast alles Leben, aber hier in der Gegend stellt sich bezüglich der Mäuse kein rechtes Gleichgewicht ein...
Rehe fressen gerne meine Zieräpfel kaputt, Dachse buddeln Dinge aus, die ich eingrabe, Fuchs und Marder verewigen sich mit Stuhlgang - aber das ist alles gerne geduldet, schliesslich lebe ich mitten in der Natur. ;)
Anbei ein paar Bilder - falls das Thema auf Interesse stösst, poste ich gerne mehr.
Danke für das viele Wissen und die Inspiration!
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Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 29. Apr 2026, 13:17
von Mediterraneus
Herzlich Willkommen :D
Das ist ja ein riesengroßes Projekt, spannend! Mit Platz und Bagger lässt sich einiges machen. ;D
Von oben sieht das doch schon sehr vielversprechend aus.

Ich denke, hier wirst du sicherlich ein paar Tipps zur Bepflanzung deines Biotopes und weiterer Dinge bekommen.

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 29. Apr 2026, 13:23
von Lady Gaga
Herzlich willkommen hier! Und wow, was du schon geschafft hast. Sehr spannend, die vielen Teile des Gartens. Da will sicher nicht nur ich mehr Fotos sehen. :D

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 29. Apr 2026, 14:16
von Tante Anni
Was für ein tolles Projekt, du hast schon so viele schöne Ideen umgesetzt. Ich würde mich auch freuen, mehr darüber zu lesen.

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 29. Apr 2026, 14:49
von Konstantina
Was für ein tolles Projekt, ich will auch mehr sehen :) Ich liebe Geschichte, die erzählen, wie ein Garten entsteht. Hoffe sehr, dass wir den Garten auch nach paar Jahren werden sehen dürfen.

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 29. Apr 2026, 16:02
von Roeschen1
Servus Maximilian,
eine große Aufgabe...
Frage, warum läßt in der Wiese ungemähte Inseln?
Dort fühlen sich Mäuse besonders wohl und sind vor Freßfeinden geschützter wie im offenen Gelände,
wo Eulen, Fuchs und Marder leichtes Spiel haben.
Mein Tipp deshalb die Wiese komplett zu mähen, du schreibst ja von einem Mäuseproblem.

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 29. Apr 2026, 19:14
von dermaximilian
Roeschen1 hat geschrieben: 29. Apr 2026, 16:02 Servus Maximilian,
eine große Aufgabe...
Frage, warum läßt in der Wiese ungemähte Inseln?
Dort fühlen sich Mäuse besonders wohl und sind vor Freßfeinden geschützter wie im offenen Gelände,
wo Eulen, Fuchs und Marder leichtes Spiel haben.
Mein Tipp deshalb die Wiese komplett zu mähen, du schreibst ja von einem Mäuseproblem.
Servus und danke für Deinen Kommentar. Genau das ist einer der Fehler, die ich gemacht habe. Die Wiese sieht halt wunderschön aus, wenn sie hoch steht (und bei >5000qm ist das Mähen auch echt Arbeit), aber seit letzter Woche bin ich dran, hier zumindest 90% der Wiese kurz zu halten. Tatsächlich war nach dem Mähen im Herbst unter den "Inseln" aus hohem Gras fast kein Bewuchs mehr, sondern nur aufgewühlte Erde.
->Lernkurve :)

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 1. Mai 2026, 19:42
von helga7
Echt spannend, ich freu mich schon über weitere Berichte! :D

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 1. Mai 2026, 19:46
von Waldschrat
großartig - weiter so :D

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 1. Mai 2026, 21:05
von solosunny
Tolles Projekt,schreib bitte mehr davon

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 1. Mai 2026, 21:12
von Staudo
dermaximilian hat geschrieben: 29. Apr 2026, 19:14 (und bei >5000qm ist das Mähen auch echt Arbeit)
Kaufe Dir den kräftigsten Mäher, den Dein Budget zulässt. Ich habe mich über zwanzig Jahre mit einem Honda-Wiesenmäher gequält. Der Mäher ist wirklich gut, aber meine Flächen sind zu groß. Vor zwei Jahren habe ich mir einen Sherpa geleistet. Damit ist es ein Klacks, 3000 m² Streuobstwiese sowie die anderen Flächen zu mähen.
Ansonsten: Herzlich willkommen.

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 3. Mai 2026, 03:26
von thuja thujon
Hat nicht Sherpa vor ein paar Jahren so eine Billigmodellreihe für Hobby rausgebracht, mit der man nix anfangen kann und der Name ruiniert wird?

Also ich meine, sollte man bei Sherpa zwischen bewährten Profigeräten und Spielkram unterscheiden?

Und ja, 5000m2 mit 48cm Mähbreite nach 4 Wochen Regen im Frühjahr macht nicht so richtig Spaß. Mit Fangkorb noch weniger, Mulchmäher haben schon was für sich.

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 3. Mai 2026, 22:09
von dermaximilian
Danke für Euer Feedback - ich poste in der kommenden Woche mal ein paar Fotos, seit letztem Herbst hat sich doch einiges getan.
Bezüglich Mäher: ich hatte bisher einen Stiga Aufsitzmäher (elektrisch) und seit letzter Woche hilft mir ein Roboter (Mammotion Luba 3 AWD 5000), der sich bisher ganz wacker schlägt. Ich finde es schade, dass ich scheinbar tatsächlich nur die Wahl zwischen Rasen und Wühlmäusen habe, es würde mir viel mehr behagen, einen Teil der Fläche als Wiese zu belassen :(

Re: Es war einmal ein Reitplatz...

Verfasst: 3. Mai 2026, 22:33
von hobab
Stell ein paar Raubvögelaufsitze (Stangen mit Querbalken) auf, hat sich hier sehr bewährt