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Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 10:04
von bernerrose
Hallihallo,
hier mal wieder eine Frage, die hoffentlich einfach zu beantworten ist: Ich habe gerade wieder einmal auf youtube Gardeners‘ World mit Monty Don gesehen, und da wird immer wieder folgende Düngeempfehlung gegeben:
„a seaweed mix, high in potash“
Also Meeresalgen, die kaliumreich sind - oder so ähnlich
Wonach müsste ich da in Deutschland schauen, um etwas Vergleichbares zu erhalten?
Monty Don düngt damit jetzt seine Blumen, und zwar wöchentlich.
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 10:26
von AndreasR
Es gibt auch hierzulande "Algendünger" bzw. "Dünger mit Algen-Extrakt", ob die jetzt besser sind als andere, weiß ich nicht. Ich würde mir das NPK-Verhältnis anschauen, ob "K" (also Kalium) entsprechend hoch dosiert ist, dann dürfte der Dünger den gewünschten Effekt haben.
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 10:34
von Gartenplaner
In den 1980ern hatte ich mal getrocknete, zu Pulver gemahlene Algen aus der Normandie/Bretagne, hieß „ Alguextra“, das Zeug hat mir phänomenale Wachstumserfolge bei einigen Zimmerpflanzen beschert, ich erinner mich noch an eine regelrechte Monster-Calathea zebrina, die ich damit hochdüngte.
In so einer relativ unbearbeiteten Darreichungsform hab ich seitdem Algendünger nicht mehr gefunden.
„Algoflash“ist ne Marke, die immer Algen mit drin hat, aber ob die Dünger jetzt besser als andere Flüssigdünger sind, keine Ahnung

Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 10:55
von hobab
Schau mal auch unter Kelpdünger. Ich meine, mich aus einer Fortbildung beim Pflanzenschutzamt zu erinnern, dass die unter den vielen alternativen Düngemitteln relativ gut abgeschnitten hatten.
Tatsächlich sind sie häufig in den ganz normalen Dünger schon enthalten, ich meine auch bei Oscorna Animalin, oder GROWtect PROFI BodenAktivator. Neudorff hat Algan.
Damit wöchentlich zu düngen klingt allerdings ziemlich schwachsinnig, denn ein Vorteil von Algendünger ist ja grade, dass er sehr langsam und regelmäßig Nährstoffe abgibt - über einen langen Zeitraum.
Und orientiere dich bitte nicht an englischen Gärten, viel Fachkenntnis braucht man dort normalerweise nicht, da wächst alles von alleine üppig (hab dort auch schon eine Weile als Gärtner gearbeitet). War allerdings vor der Klimaverschiebung…
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 11:06
von Hyla
Seaweed ist Seegras, das bei Wind in Richtung Küste an den Strand gespült wird. Liegt dort in dicker Schicht etwas oberhalb der Wasserlinie, wenn's nicht entfernt wird. Bekannte wollten damit auch düngen, es ist allerdings unverarbeitet ziemlich salzhaltig.
Angeblich ein super Dünger, würde mir's aber hier nicht extra kaufen. Es gibt genug gute Langzeitdünger auf dem Markt oder man greift auf andere organische Dünger zurück.
Aber wenn du's ausprobierst, interessiert mich ein Erfahrungsbericht.

Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 11:48
von adiclair
Und das ist die Kelpalge
https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=Kelp
Diese Alge wächst wie doll und verrückt.
Und von dieser Alge gibt es unter Wasser regelrechte Wälder...
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 13:30
von _Annette_
Sind Algen allgemein so geschickt als Dünger, oder müssen das spezielle Algen sein? Bei uns am Bodensee wird derzeit auch viel angeschwemmt. Kann man das auch nutzen?
Im Moment bin ich im Düngethema noch sehr unerfahren.
Ich benutze derzeit so einen viel gescholtenen Flüsdigdünger vom Discounter mit viel Melasse, und hoffe bald auf den Kompost. Aber noch ist er nicht ganz fertig.
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 14:31
von thuja thujon
Der Witz von manchen Algen ist, dass sie durch das ständige hin und her mit Ebbe und Flut einen Schutzmechanismus entwickelt haben, der sie vor Trockenstress schützt.
Diese chemische Stoffe kann man extrahieren und auf die Pflanzen als Biostimulanz spritzen. In manchen Versuchen können sie dann etwas mehr Trockenheit ab, in anderen nicht. Wenn sie dadurch etwas mehr Trockenheit abkönnen, ist der Effekt aber gering und bis zur Ernte kann meist kein Mehrertrag mehr festgestellt werden.
Als Dünger sind Algen denkbar ungünstig, es sind kaum Nährstoffe enthalten, dafür aber Salz in toxischen Mengen.
Also auf dem Festland, wo es nicht so viel regnet wie in UK, sollte man da aufpassen. Die Algen aus dem Bodensee oder Teich kann man benutzen, aber Rasenschnitt hat mehr Düngewirkung.
Unabhängig davon sollte man sich eine Kaliumdüngung überlegen, die meisten Gärten sind damit Überversorgt. Es macht keinen Sinn, Geld für eine Überdüngung auszugeben oder Aufwand reinzustecken, es ist Umweltschädlich.
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 15:39
von AndreasR
bernerrose hat nicht erwähnt, welche "Blumen" Monty Don mit dem "seaweed mix" düngt, aber ich bin davon ausgegangen, dass damit Sommerblumen im Topf gemeint sind - was anderes würde man garantiert nicht jede Woche düngen. Ich verwende simplen Flüssigdünger vom Discounter, diese grünen 1 l-Flaschen, allerdings nur alle paar Wochen mal, da ich in den Töpfen eher langlebige Gewächse habe, bei denen üppiges Wachstum eher kontraproduktiv ist.
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 15:48
von hobab
Du redest aber von Algen direkt thuja, nicht vom Dünger? Dünger ist ja in der Regel auch Salz und das Meersalz nicht im Algendünger ist, davon gehe ich mal von aus. Das Zeug hat relativ viel Spurenelemente, aber wenn ich mich recht erinnere ging es bei dem erwähnten Vortrag auch eher um Ergänzungsmittel und Mycorrhiza, die generell nicht besonders abschnitten, Algen (-stoffe/dünger) innerhab der untersuchten Stoffe, aber noch recht gut.
Monty muss man abgesehen davon, wirklich nicht alles glauben…
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 16:01
von thuja thujon
Das ist halt ein Quacksalber, der sich einen Dreck um die Umwelt schert.
Salz nicht in Algendüngern: warum sollte ein Hersteller das Salz aus den Algen entfernen? Das kostet einen Haufen Energie und Dünger darf nichts kosten. Siehe Melasse, auch (Koch)Salz drin, die Reste aus der Zuckerfabrik für ein Heidengeld im Baumarkt verscherbelt. Noch dick Bio auf dem Etikett, nicht erwähnt werden die Insektizidspritzungen gegen die Schilf-Glasflügelzikade, nicht erwähnt werden die Fungizidbehandlungen gegen Cercospora, nicht erwähnt wird das düngen mit Mineraldünger.
Ich hoffe keiner ist so naiv und glaubt, dass Bio auf einem Düngeretikett etwas mit Bio aus der Lebensmittelindustrie zu tun hat. Bio gibts nicht bei Düngern, nur Dünger, die für den biologischen Landbau zugelassen sind.
Bei Algendüngern fest: mich würde mal der Mikroplastikanteil und die Energiebilanz fürs trocknen interessieren.
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 16:09
von hobab
„Salz nicht in Algendüngern: warum sollte ein Hersteller das Salz aus den Algen entfernen? Das kostet einen Haufen Energie und Dünger darf nichts kosten.„
Weil Kunden den Dünger nicht noch mal kaufen, wenn ihre Petunien sterben. Zumal Abwaschen der Algen auch nicht wshnsinnig teuer ist. Wieviel Salz in den Algen selbst gelagert ist, hängt vermutlich von der jeweiligen Pflanze ab, wird aber jetzt auch nicht irre hoch sein - sonst würde die Alge nicht mehr leben.
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 16:32
von thuja thujon
Petunien sterben von dem bisschen Salz, dass ein normaler Gärtner, dessen 1L Flasche oft Jahre hält, über die Saison bis zum eintreffen der Blattläuse gibt, nicht.
Salzgehalt von Algen: um 15% in der Asche, also vom Mineralienanteil. Frisch so viel wie das Meerwasser drumrum.
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 16:35
von adiclair
thuja thujon hat geschrieben: ↑25. Jul 2026, 16:32Salzgehalt von Algen: um 15%
Woher hast du diese Zahl bzw. diesen Wert?
Re: Düngeempfehlung aus England - heißt wie bei uns?
Verfasst: 25. Jul 2026, 16:53
von ju_wien
Ich habe hier zufällig eine Schachtel "Meerwunder" Algengranulat herumstehen (für den Biolandbau zugelassen). Da steht drauf: Ausgangsmaterial Meeresalgen, 50 % organische Substanz, 1,3 % N Gesamt Stickstoff, 0,2 % P2O3 Gesamtphospat, 2,2 % K2O. Kaliumoxid wasserlöslich. Korngröße mehlig.
Von einem kleinen österreichischen Produzenten, bekommt man vermutlich nicht überall, aber die Zusammensetzung wird bei anderen Algendüngern wahrscheinlich ähnlich sein.
//PS: Von "jede Woche" steht nichts drauf, sondern bei Zimmer- und Terrassenpflanzen 2-3x jährlich, bei Gemüse, Beeren, Obst, Blumen 2x jährlich, Nadelgehölze und immergrüne Sträucher 1x (im Herbst)