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Frage zu Pelargonsäure
Verfasst: 10. Aug 2026, 07:36
von Monti
Nach dem Durum kam in die kleingeschnittenen Stoppeln per Direktpflanzung Zuckerhut. Nun, nach Regen keimen auch die unzähligen Vogelmiere und Rispe Samen.
Auf blankem Boden gehe ich mit der Pedenhacke durch. In den Stoppeln nicht dran zu denken, Hacken ist zu mühselig.
Mein Gedanke nun: Pflanzen mit Eimer abdecken und drumrum mit Pelargonsäure ran gehen. Ist das machbar ohne den Zuckerhut zu schädigen? Werden Wurzeln geschädigt, wenn Pelargonsäure in den Boden gespült wird? Aktuell ist kein Regen in Sicht, da wäre die Gefahr ja gering.
Um die Pflanzen herum muss ich dann zwar immernoch jäten aber das ist deutlich weniger Arbeit am Ende.
Re: Frage zu Pelargonsäure
Verfasst: 10. Aug 2026, 09:21
von thuja thujon
Kannst du machen. Pelargonsäure kommt im Boden nicht weit.
Denke an gute Benetzung, da die Unkräuter schon relativ weit entwickelt sind und sich so bei schlechter Applikationsqualität wieder regenerieren können. Also relativ hohe Wasseraufwandmenge nehmen, 500 bis 750ml pro 10m² etwa. Eher in den frühen Morgenstunden behandeln wie Abends.
Re: Frage zu Pelargonsäure
Verfasst: 10. Aug 2026, 13:05
von Floris
thuja thujon hat geschrieben: ↑10. Aug 2026, 09:21
Eher in den frühen Morgenstunden behandeln wie Abends.
Typisch Pelargonsäure oder allgemein?
Ich dachte, dass der Belag abends länger feucht bleibt, nicht so schnell antrocknet wie bei einer Anwendung morgens. Oder soll der das bei Kontaktmitteln wie Palargonsäure?
Re: Frage zu Pelargonsäure
Verfasst: 10. Aug 2026, 13:24
von thuja thujon
Speziell Pelargonsäure. Systemische Wirkstoffe können gerne abends gespritzt werden, wenn es nicht zu warm ist, dass sie abdampfen. Wobei ich Clopyralid gegen Disteln auch eher morgens spritzen würde, im Frühjahr bei 15 bis 20cm Pflanzenhöhe und schwülen 22°C, damit das notwendige Wachstum da ist. Dass es nicht so schnell abtrocknet, dafür sorgen Feuchthaltemittel, bei eigentlich allen Herbiziden. Die Luftfeuchtigkeit darf halt nicht 20% sein, sondern eher 70 oder 80.
Zurück zur Pelargonsäure: Morgens spritzen, sie zieht ein, die Formulierung ist dafür ausgelegt. Die Wachsschicht der Blätter und Stängel wird angelöst, der Wirkstoff kann ins Blatt eindringen. Hier kommt die Kettenlänge aus 9 Kohlenstoffatomen zum tragen. Der Säurekopf geht durch die Zellwand, hält sich im wässrigen Zellsaft fest und die 9 Kohlestoffatome sind genau so lang, dass hinten noch der `Schwanz´ vom Molekül raushängt und so durch dieses Loch die Zellwand durchlässig wird, auslaufen kann.
Ist es nun sehr feucht und die Pflanzen sind prall mit Wasser, können sie sich teilweiße regenerieren, die Mortalität sinkt. Trockenes Wetter und etwas Luftbewegung unterstützen dagegen den Austrockenprozess, bevor die Pflanze sich regeneriert. Die Erfolgsquote steigt.
Deshalb eher morgens bzw vormittags spritzen. Sonnige Tage sind auch besser wie bewölkte, aber man sollte nicht zu lange warten, da mit jedem neuen Blatt ein weiterer Knoten entsteht, aus denen die Pflanzen wieder austreiben können, wenn er nicht von der Spritzbrühe getroffen wurde. Das ist gerade bei hohen Mulchmengen gerne mal der Fall, dass das Stroh die Spritzbrühe abschirmt, deswegen hatte ich die hohen Wasseraufwandmengen empfohlen.