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Autor Thema: Bachlaufprojekt - und viele Fragen  (Gelesen 3880 mal)

cydora

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Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« am: 17. Dezember 2018, 22:34:49 »

Ich liebäugele schon lange mit einem kleinen Bachlauf. Der letzte Wanderurlaub in den Bergen gab mal wieder den Anstoß, dafür nach einer Lösung zu suchen.
Seit Jahren trage ich mich auch jeden Winter mit dem Gedanken, den Rasen zu verkleinern oder ganz weg und hab's immer gelassen.
Diesmal habe ich nun im Herbst spontan Schläuche ausgelegt für die neue Form, mich reingesetzt und es hat sich irgendwie richtig gut angefühlt.

Hier ist erstmal der Plan zur Rasenverkleinerung.
Blick von oben:


Anstelle des Rasenrechtecks ein geschwungenes S.
Die Liege steht auf dem einzigen richtigen Sonnenplatz ab Mittag, der unbedingt erhalten bleiben muss.
Das S bleibt Rasen, zumindest vorerst.
Auf der rechten Seite soll sich entlang des Schlauchs ein Bachlauf schlängeln.

Hier der Blick von der hinteren Terasse nach vorn:


(PS: ich habe die Fotos extra groß gewählt, damit man was erkennt. Ich hoffe, das ist kein Problem für viele...)

Wie man vielleicht ganz gut erkennen kann: viel Platz ist nicht ::)
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Liebe Grüße - Cydora

cydora

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #1 am: 17. Dezember 2018, 22:46:34 »

Das ist die rechte Seite, wo der Bachlauf hin soll:



Mit Steinen begrenzt. Länge ca. 5-7m je nach Verlauf, zwischen 20 und 50cm breit.
Mit Staustufen und Wassermulden, damit auch Wasser drin steht, wenn die Pumpe nicht läuft.
Ich habe kein Gefälle. Müsste das Gelände also modellieren.
Der Bach soll langsam fließen, ich möchte keine große Geräuschkulisse.
Für einen Teich ist kein Platz wie man sieht. Ich dachte an ein rundes Wasserbecken von 70-90cm Durchmesser als Wasserreservoir.
(Zur Größenvorstellung: der mit Schlauch gelegte Kreis dürfte damals so 70cm gehabt haben)
Von der Gestaltung der Quelle habe ich noch keine genaue Vorstellungen.

Von der Art stelle ich mir was vor wie bei Treasure-Jo, hier gezeigt:
Das ist ein Foto direkt nach Fertigstellung des Bachlaufs und des "Zielteichs"


Was meint Ihr, reicht der Platz überhaupt dafür aus?
« Letzte Änderung: 17. Dezember 2018, 22:56:10 von cydora »
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cydora

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #2 am: 17. Dezember 2018, 22:54:31 »

Natürlich habe ich mir angelesen, wie der Bau mit Teichfolie sein sollte. Theorie klingt immer einfach ::)
In der Praxis scheint es nicht so leicht zu sein, die Folie komplett zu verstecken. In vielen Bildern im Internet ist sie immer wieder zu sehen...
Gibt es da Tricks?

Andere Frage:
Ich habe Tonboden. Ließe sich der Bachlauf da auch ohne Folie bauen? Kriegt man das dicht? Hat jemand damit Erfahrungen? Ist das einfacher?
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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #3 am: 17. Dezember 2018, 23:07:55 »

Ganz ehrliche Meinung - ich würds nicht machen.
Dein Garten hat gerade wunderbar aufeinander abgestimmte "leere" (Rasen) und "gefüllte"(Beete) Bereiche, wenn du den Rasen so reduzierst, hab ich die Befürchtung, dass es überfüllt, beengt, ja "vollgerümpelt" aussehen könnte.
Abgesehen davon müsste man um die Liege herumtrippeln, so wenig Vorbeigehplatz wie du da gelassen hast...und vom Beetrand hängen Pflanzen ja gern nochmal etwas über - in beide Richtungen!
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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #4 am: 17. Dezember 2018, 23:24:33 »

Natürlich habe ich mir angelesen, wie der Bau mit Teichfolie sein sollte. Theorie klingt immer einfach ::)
In der Praxis scheint es nicht so leicht zu sein, die Folie komplett zu verstecken. In vielen Bildern im Internet ist sie immer wieder zu sehen...
Gibt es da Tricks?

Andere Frage:
Ich habe Tonboden. Ließe sich der Bachlauf da auch ohne Folie bauen? Kriegt man das dicht? Hat jemand damit Erfahrungen? Ist das einfacher?

Beides knifflige Fragen.
Da ein Bachlauf, der nicht in einen großen Teich mündet nur ein beschränktes Wasservolumen hat, sollte davon möglichst wenig versickern, ergo sollte das umgebende Erdreich durch die Folie gut von dem Substrat im Bachlauf getrennt sein, wenn nicht geht über Kapillarwirkung Wasser verloren.
Und die Trennung geht am besten, wenn die Folie eben minimal rausschaut.
Du müsstest wallu fragen, wie er seine Folie so gut versteckt bekommen hat.

Tonabdichtung geht im Prinzip, ich hatte erst vor kurzem hier diese Links gepostet:
Ton-Abdichtung für Teiche,
Es gibt auch Ton in Ziegel- oder Plattenform, der für den Teichbau gedacht ist.
Eine Tonabdichtung aus dem eigenen, anstehenden Boden wäre ein absolutes Experiment, keiner wird dir sagen können, wie dicht das wird.

Eine Alternative für dich wäre vielleicht das:
Abdichten mit Bentonit (Abschnitt weiter unten auf der Seite)
Kannte ich noch nicht, da gibts anscheinend vorgefertigte Matten, wo Bentonit zwischen 2 Geotextil-Vliesen eingeschlossen ist und wie Teppichboden verlegt werden kann....

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MarkusG

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #5 am: 18. Dezember 2018, 06:26:02 »

Hallo Cydora, spannend!

Mmmh, ich äußere zunächst einmal auch meine Bedenken:

Wenn Du möchtest, dass der Bachlauf möglichst natürlich wirkt, so sollte das Material seiner Ausgestaltung (Kieselsteine, größere Steine) über das reine Bachbett hinaus auch noch einen weiteren Uferbereich bilden. Das sieht man ja an dem Beispiel von Treasure-Joe sehr gut. Er ist -wo er konnte- in die Breite gegangen mit dem Material, daher sieht es natürlich aus. Ansonsten droht Dein Bach auszusehen wie künstlich angelegter Kanal. Die Frage ist, ob Du dafür Platz hast?

Auch die künstliche Aufschüttung, um ein Gefälle zu erzeugen, will gut überlegt sein, damit sie nicht aussieht wie eine Aufschüttung. Insofern wäre die Frage, ob Du alternativ schon über einen Brunnen/Quellstein nachgedacht hast. Der darf ruhig künstlich aussehen, das Wasser fließt eventuell leise einen runden Quellstein hinunter und sammelt sich in einem mit Kieselsteinen bedeckten Becken. Das nimmt Dir wenig Platz weg und Du hast trotzdem bewegtes Wasser.

Soweit meine Bedenken! Bitte sieh das aber nicht als "Ausbremsen" an. Lieber jetzt alle Bedenken formulieren, als später, wenn Du schon viel Geld ausgegeben hast. Solltest Du aber dabei bleiben, bin ich zuversichtlich, dass Du das wunderbar gestalten wirst.

Leider bin ich für solche technischen Fragen zu unerfahren.
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Henki

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #6 am: 18. Dezember 2018, 06:26:52 »

Was meint Ihr, reicht der Platz überhaupt dafür aus?

Ich denke schon und kann mir das auch grundsätzlich gut vorstellen. Problematisch wird bei deiner kleinen Fläche aber das nicht vorhandene Gefälle. Das zu erzeugen, kann schnell komisch aussehen.

Für mich erstmal die entscheidende Frage: Rasen oder nicht Rasen? Wenn Bachlauf, dann würde ich ihn wohl ganz entfernen und über ein Natursteinpflaster nachdenken.
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Lilo

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #7 am: 18. Dezember 2018, 07:46:14 »

Hallo liebe cydora,

ich kann mir einen geschwungenen Wasserlauf entlang der Beetgrenze gut vorstellen und das würde auch sehr hübsch und reizvoll aussehen.

Ich kann mir weiterhin vorstellen, dass Du ein Gefälle für das fließende Wasser erreichst, nicht in dem Du aufschüttest, sondern indem Du, von der Quelle ausgehend bis zum Auffangbecken grabend ein Gefälle erzeugst. Das Gefälle müsste ja nicht stark sein. Bei der Länge der Bachlaufes, ich schätze 3 - 4 Meter, müssten 10 - 15 Zentimeter Höhenunterschied ausreichen. Allerdings müsste der Bachlauf gleichzeitig mit dem Gefälle zum Auffangbecken breiter gestalltet werden, sonst sieht das blöd aus.

Weiterhin sehe ich in meiner Vorstellung, dass der Betrachter ehr auf das Ufer auf der Beetseite blickt. Eventuell kannst Du Platz sparen, indem Du das Ufer auf der Rasenseite etwas steiler gestaltest.

Lehm ist nur dicht solange er feucht bleibt, sobald er trocknet bekommt er Risse.

Wenn Du in Deinem Gelände eine Vertiefung hast, werden sich dort ständig Laub, Blütenblätter, Samenstände und sonstiges sammeln. Auch beim Rasenmähen fliegt Dir das Gras rein und Du musst es dann abschöpfen.

Ich finde auch, dass der Platz etwas zu begrenzt ist.

Mich würde interessieren mit welchen Wünschen und Vorstellungen Du auf die Idee des Bachlaufes gekomen bist.
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MD9

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #8 am: 18. Dezember 2018, 07:52:11 »

Für einen Wasserlauf brauchst du kein Gefälle, es geht auch wenn alles eine Höhe hat, in deinem Fall wäre es sogar zu empfehlen. Funktioniert ganz Einfach ohne Gefälle, an dem einen Ende kommt die Pumpe in den Bach die das Wasser dann zum anderen Ende pumpt und von da läuft das Wasser dann wieder zurück zur Pumpe und schon hat man Bewegung im Wasser. Die Fließgeschwindigkeit kann dann durch die Leistung der Pumpe reguliert werden, kleine Pumpe wenig Fließgeschwindigkeit, große Pumpe, viel Bewegung.

So jetzt zur Erklärung warum kein Gefälle mit Staustufen und kleinem Teich. 5 bis 7 m Länge bei, gehen wir mal von 40 cm aus, macht ca 2,5 m², das Becken mit 80 cm im Durchmesser hat ca. 0,5 m², also nur etwa ein fünftel des Bachlaufs. Der Rückstau im Wasserlauf wird meist unterschätzt, nach meinen Erfahrungen beträgt er etwa 4 bis 5 cm im Schnitt, wird ca 15 bis 20 cm aus dem Teich gepumpt bevor das erste Wasser wieder im Teich ankommt.
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Schöne Grüße aus Ostfriesland
                    Heinz

tarokaja

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #9 am: 18. Dezember 2018, 08:38:15 »

Hallo liebe Cydora

Hm, die Rasenfläche bringt sehr viel Ruhe in deinen Garten und damit Harmonie zu deinen bewegten Pflanzungen im Laufe der Jahreszeiten.

Mich würde interessieren mit welchen Wünschen und Vorstellungen Du auf die Idee des Bachlaufes gekomen bist.
An dieser Frage bin ich auch hängengeblieben.
Mit den Wünschen ist das ja immer so eine Sache...  ;D
Ist es der grundsätzliche Wunsch, Veränderung in deinen Garten zu bringen oder an einem neuen Projekt zu werkeln?
Ist es die Faszination von fliessendem Wasser, die Bewegung, die es in deinen Garten bringen würde?
Wie stark sollen die Bewegung und Veränderung sein?

Insofern wäre die Frage, ob Du alternativ schon über einen Brunnen/Quellstein nachgedacht hast. Der darf ruhig künstlich aussehen, das Wasser fließt eventuell leise einen runden Quellstein hinunter und sammelt sich in einem mit Kieselsteinen bedeckten Becken. Das nimmt Dir wenig Platz weg und Du hast trotzdem bewegtes Wasser.
Das kam mir auch in den Sinn und auch lagunas inspirierendes Projekt.

Dein Wunsch nach einem kleinen Bachlauf kann ich übrigens bestens verstehen. Lustigerweise scheitert mein Wunsch an zu viel Gefälle am Steinhang...  ;D

Was hat eigentlich Treasure-Jo dazu bewogen, den gelungenen Bachlauf wieder aus seinem ja auch kleinen Garten zu entfernen?

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Borker

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #10 am: 18. Dezember 2018, 09:05:03 »

Hallo cydora

Wasser im Garten ist etwas Schönes  :D
Bei Deinen kleinen hübschen Garten würde ich aber nur einen  Folienteich, mit ein paar Goldfische darin , in die Mitte setzen .
Du kannst ja noch von dem Aushub einen kleinen Pflanzenteich etwas erhöht an den Rand setzen .
Das  Wasser aus dem Goldfischteich wird dann mit einer Kleinen Pumpe in den Pflanzenteich gepumpt wird von wo es wieder in den Goldfischteich zurückplätschert.

LG Borker
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reinesHobby

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #11 am: 18. Dezember 2018, 09:42:21 »

Was hat eigentlich Treasure-Jo dazu bewogen, den gelungenen Bachlauf wieder aus seinem ja auch kleinen Garten zu entfernen?

Die Antwort gab er vermutlich hiermit:
Den Bachlauf gibts nicht mehr, nachdem ich den Garten mal wieder umgestaltet hatte.
Lust hätte ich wieder auf einen Bachlauf, aber mein Garten ist sehr klein; da muss ich stets harte Entscheidungen treffen.
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Treasure-Jo

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #12 am: 18. Dezember 2018, 12:23:20 »

Was war meine Motivation, im Garten einen Bachlauf zu bauen?

Eine Landschaft mit einem Bächlein ist für mich der Inbegriff einer idyllischen, romantischen Naturlandschaft. Die Umsetzung in einem Garten kann leider sehr schnell kitschig und unglaubhaft wirken. Oft ist das auch so, wenn auch noch handwerkliche und gestalterische Fehler dazu kommen.

Als Kind habe ich es geliebt, an Bächen zu spielen, Staudämme zu bauen, Schifflein aus Rinde fahren zu lassen und damit kleine Weltumseglungen (im Geiste) zu starten. Als Jugendlicher waren Bäche und Bachufer eine botanische Entdeckungsreise. Vor allem haben mich die Insekten, aber auch sonstiges Getier interessiert, angefangen von Stichlingen, Sumpfdeckelschnecken, Köcherfliegenlarven, Blutegel, Gelbrandkäfer usw. Vielleicht werden bei der oder dem einen oder anderen auch ähnliche Erinnerungen wach. Dazu kommt die Faszination des Wassers, das Plätschern, das kühlende, sich bewegende Element im Sommer. Das wundervolle Gefühl, barfuß durch einen Bach zu waten (was ich gerne in meinem Bach im Garten tat), zu meditieren beim Blick und bei dem Lauschen auf den Bach. Ich liebe auch Steine, insbesondere Sandsteine. Ich habe mir Bäche bei uns hier in der Pfalz, insbesondere im Pfälzer Wald angeschaut und habe mich von den Naturvorbildern inspirieren lassen. Und ich habe viele, viele Steine in meinen Garten geschleppt.

Und warum macht man diese Idylle auf einen Schlag wieder zunichte? Das war keine Entscheidung über Nacht. Zum einen gab es "bautechnische" Probleme. Der Bachlauf war teilweise undicht geworden bzw. er verlor Wasser an den Rändern, weil ich einige Fehler beim Bau gemacht hatte. (Man lernt immer dazu) Zudem war der kleine Bach an einigen Stellen zugewachsen. Last but not least wollte ich Neues ausprobieren und dazu brauchte ich Platz in meinem sehr kleinen Garten. Da war die Entscheidung also, Neubau des Bachlaufs oder etwas ganz anderes zu machen, Beete zu vergrößern. Ich gestehe, ich vermisse meinen Bachlauf sehr. Kindheitserinnerungen sind mit eines der größten Motive für Handlungen und Entscheidungen im späteren Leben. Aber da gibt es ja den Pfälzer Wald, wenn ich Sehnsucht nach schönen, natürlichen Bächen habe. Und die Natur ist eben immer noch der kreativste Gestalter, wenn wir ihr nicht ins Handwerk pfuschen.


Ich bin sehr gespannt, auf Eure Projekte.
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Liebe Grüße

Jo

MarkusG

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #13 am: 18. Dezember 2018, 13:31:00 »

Schön beschrieben! Danke
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Mrs.Alchemilla

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Re: Bachlaufprojekt - und viele Fragen
« Antwort #14 am: 18. Dezember 2018, 16:00:16 »

Schön beschrieben! Danke

dto. - auch mein erster Gedanke!

Hach, wünschen wir uns nicht im tiefsten Herzen alle einen Bach...  8) ;D

Cydora, meine aktuellen Gedanken dazu:

ja, dein Garten ist klein, der Platz begrenzt, der Spagat zwischen Stadtgarten und Wunsch nach naturnaher Gestaltung kommt hinzu. Das wird eine Herausforderung - aber eine spannende und nach allem, was ich bisher von dir gesehen habe, bin ich mir sicher, dass du sie gut lösen wirst  :-*

a) bin d'accord mit Hausgeist: überlege, ob du auf den Rasen nicht komplett zugunsten von Kies / Naturstein o.ä. verzichtest. Je kleiner die Rasenfläche, desto schwieriger das Mähen und desto schneller zermatscht dir das Ganze bei feuchtem Wetter (ok mit Klimawandel wohl weniger). auch eine Kiesfläche kann Ruhe reinbringen und je nach Gestaltung trotzdem natürlich aussehen... denk' an Beth Chatto  ;)

b) die Idee von MD9 finde ich sehr charmant! Gefälle bzw. Geländemodelation bietet das Risiko, dass es in deinem kleinen Garten gekünstelt wirkt. Auf ebener Fläche kann ich mir das Ganze sehr gut vorstellen. Mit Anschluß an die beiden schon vorhandenen Wasserstellen (Sprudelstein und neuer "Elfenteich") könnte das bei guter Planung und sorgfältiger Umsetzung durchaus gut werden.

Auf jeden Fall würde ich bei aller Begeisterung nichts überstürzen - aber das hast du ja auch nicht vor. Ich könnte mir vorstellen, dass sich mit der Zeit noch mehr Ideen / Feintuning rauskristalliseiren wird, wenn das Ganze noch etwas über den Winter reift...

Auf jeden Fall bin ich waaahnsinnig gepsannt, wie es hier (und in deinem Garten) weiter geht...  :D
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Lieben Gruß

Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben. (H.C. Andersen)
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