garten-pur

Pflanzenwelt => Rosarium => Thema gestartet von: Acanthus am 22. März 2021, 19:40:10

Titel: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: Acanthus am 22. März 2021, 19:40:10
Hallo allerseits,

ich habe eine Rosenlaube mit einer Höhe von ca. 3 m, an der drei GdF seit 19 Jahren wachsen. Im Frühjahr und Anfang Juli schneide ich sie normalerweise. Dann kürze ich die dünneren Seitentriebe um ca. 30-40 cm ein und schneide natürlich auch oben in Form.
Dieses Jahr konnte ich das nach einer Hand-OP nicht und habe den (ausgebildeten) Gärtner ranlassen müssen. Leider konnte ich aus privaten Gründen dann nicht dabei sein. Am nächsten Tag bin ich hingegangen, um mir das Ergebnis anzusehen und bin vor Schreck erstarrt.

Er hat nur die Haupttriebe stehen gelassen, alle Seitentriebe hat er weggenommen!
Ich fürchte nun, dass sie jetzt unten abschließend verkahlt ist und nur noch oben blühen mag, wo er was drangelassen hat. Liege ich da richtig? Oder gibt es eine Chance, dass sie nach dieser Radikalkur dieses Jahr nochmal Seitentriebe bildet?
Habe ich nur eine Chance, wenn ich sie auf einen Meter runterschneide und dann neu austreiben lasse? Was meint Ihr?

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ein Austrieb aus den Haupttrieben (bei normalem Schnitt) nur selten erfolgt, wenn kaum noch Knospen gelassen werden, wie das bei mir der Fall ist.

Liebe Grüße  :'(
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: Hero49 am 23. März 2021, 16:25:03
Warte mal ab, wie die Rose austreibt.
In Baden-Baden werden die Kletterrosen und Rambler an den großen Rosenbögen bis auf die Haupttriebe zurückgeschnitten und die Haupttriebe danach stramm an den Bögen angebunden.
Das habe ich im letzten Jahr auch an einer Rose ausprobiert. An dem Astring, wo der Seitentrieb abgeschnitten wird, erscheinen 3 Knospen und die Rose wird nicht so ausladend.
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: uliginosa am 24. März 2021, 08:11:34
Hallo Akanthus,

ich verstehe, dass du erschrocken bist!  :-\
Eigentlich klar, dass sich die Profis nicht so viel Zeit nehmen, wie du das tust.  ;)

Haben sie denn auch dicke, alte Triebe unten rausgeschnitten? Das habe ich dieses Jahr bei meiner GdF gemacht. sie sieht jetzt viel lichter aus, die Verzweigungen auch überwiegend oben. Unter dem Bogen, fast ein Tunnel zwischen Carport und Haus kommen leider nicht so viele Blüten.

In Sangerhausen wird mit Kletterrosen ähnlich rabiat verfahren.

Und hier ist vor 3,5 Jahren die riesige Mme Alfred Carrière umgestürzt und hat den Carport beschädigt. Da musste ich bis auf ein paar jüngere Haupttriebe auch alles abschneiden. Inzwischen ist sie wieder üppig wie zuvor.
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: Gartenlady am 24. März 2021, 09:30:54
Hier im Boga werden Rosen regelmäßig bodeneben geschnitten um sie jung zu halten.

Meine GdF habe ich dises Jahr auch stark z.T. mit Säge geschnitten, aber bodeneben traue ich mich nicht.
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: Buddelkönigin am 24. März 2021, 09:50:40
Das Thema Rosarium Sangerhausen fiel mir dazu auch sofort ein. Da wurden aus Platzgründen (?) z.T. Kletterrosen spiralig an einem geraden Pfahl hochgezogen, wobei die Seitentriebe alle bis auf handbreit beschnitten werden. Da Ghislaine zu den öfter blühenden Rosen gehört, sehe ich kein Problem.  Eher eine Verjüngungskur.  ;D
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: Mufflon am 24. März 2021, 09:52:01
Nächstes Jahr muss ich sie runterschneiden, sie verkahlt von unten, und das Gitter muss ersetzt werden.
Ich drücke mich da seit Jahren drum herum, sie ist auf 4,5 mgeklettert und die einzige Rose, die mir so richtig Freude macht in meinem Schattengarten.
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: Acanthus am 26. März 2021, 04:53:00
Vielen Dank für Eure tröstlichen Worte! :D
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: rosenschule am 13. April 2021, 21:29:07
der Herrgott lässt's wieder wachsen hat der Seniorchef von der Baumschule in der ich gelernt habe immer gesagt, wenn wir Lehrlinge wieder mal einen Obstbaum verhunzt hatten, und bei Obstbäumen ist das eher prekär, Ghislaine macht das schon wieder, vielleicht kommt Sie ja sogar um so besser wieder unten raus...
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: enaira am 13. April 2021, 21:55:32
Meine Ghislaine bildet jedes Jahr auch von ganz unten neue Triebe. Wenn ich die immer alle ließe, wäre sie unten inzwischen viel zu breit. Deshalb lasse ich ihr meist nur 2-3, maximal.
Ich habe dieses Jahr einen alten dicken Trieb fast ganz unten abgeschnitten, sie war gar zu wuchtig geworden.
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: Acanthus am 16. April 2021, 03:22:13
Hallo,

ja, der Herrgott... ;)  Langsam zeigen sich wieder ein paar Knöspchen an den Haupttrieben, am meisten aber bisher eben ganz oben. Mal sehen.

Enaira, mit ganzen Haupttrieben, die rausgenommen werden, habe ich keine Probleme, wenn auch bei meiner GdF die Neigung, ganz neue zu bilden, nicht so ausgeprägt ist.

Zeit heilt bekanntlich Wunden. Bald werde ich ja sehen, was die Rose tut, um sich wieder zu bestocken. Die Hoffnung wächst wieder mit jedem Tag, dass das wieder was wird, was man ansehen kann. :P
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: Starking007 am 16. April 2021, 07:35:48
Ganz verstehe ich das hier nicht.
Ne Rose kann man mit dem Schlegelmulcher bodengleich abmachen - das wird wieder.
Ausser es ist ne Brennholzrose, jahrelang "geschont".

Und wenig Neigung neue Triebe zu bilden und deswegen wenig wegschneiden
ist genau falsch.
Durch das Schneiden wird der Neutrieb angeregt.
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: Felcofan am 16. April 2021, 13:09:49
ist die Rose ausreichend gefüttert?

Austrieb ganz oben kenn ich meist von eher hungrigen Kandidaten,

ich frag nur, weil ich schon öfter vor Rosen Stand, die irgendwie komisch/ schlecht aussahen

und dann kam raus dass die betreuende Person niiiiiie gedüngt hat
Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: distel am 16. April 2021, 14:05:29
Wie viele Gehölze, so treiben auch Kletterrosen (das ist etwas abhängig von der Sorte) am leichtesten am höchsten Punkt aus. Wenn an den Haupttrieben der Rose die Seitentriebe entfernt wurden, kann es sein, dass sie nun hauptsächlich oben austreibt und die schlafenden Knospen im unteren Bereich nur spärlich. Es wäre also schon sinnvoll gewesen, wenn der Profi die Seitentriebe nur gekürzt hätte.
Aber nun ist es so und man kann nur beobachten, was passiert...

Um das Verkahlen von unten zu verhindern, kann man die Hauptriebe (wie in Sangerhausen) spiralig hochziehen oder man bindet die Hauptriebe teilweise waagrecht. Damit bringt man möglichst viele schlafende Augen zum Austrieb.

Titel: Re: Ghislaine de Feligonde falsch geschnitten?
Beitrag von: Acanthus am 18. April 2021, 05:04:32
Starking, meine GdF wird jedes Jahr im März und Juli ordentlich zurückgeschnitten. Ich "schone" da nicht, habe aber über die Jahre festgestellt, dass ein allzu rigoroser Rückschnitt der Seitentriebe auf Null keineswegs dazu führt, dass dann der Haupttrieb gerne neue Knospen macht. Da es eine 3 m hohe Rosenlaube ist, schneide ich ungern alle Haupttriebe auf Null runter, sondern nehme einzelne raus, wenn sie nix mehr bringen.

Felcofan, ich dünge zu den Schnittzeitpunkten jeweils fett mit pelletiertem Rinderdung. Kann man ihr sonst - biologisch  - noch was Gutes tun? Sie treibt eigentlich sonst immer sehr willig durch und bestockt sich reichlich.

Distel, ich gucke mal, ob ich die zurückgeschnittenen Haupttriebe noch ein bißchen besser in Form bringen kann durch waagerechtes Binden. Ist halt immer schwierig, wenn ich ein Kreuzen mit vorhandenen, verholzten, höheren Trieben verhindern will.

Danke für Eure Tips! :-*