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Welche Rose könnte das sein? (Gelesen 2670 mal)

A rose is a rose is - Erfahrungen, Pflege und Schnitt von Rosen
Historische Rosen, Strauchrosen, Kletterrosen, Wildrosen ...

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LadyinBlack
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Re: Welche Rose könnte das sein?

LadyinBlack » Antwort #30 am:

Norna, da ich unterwegs gewesen, kommt erst jetzt eine Antwort von mir.
Bei den dunklen historischen Rosen gibt es recht viel Verwirrung, aber vermutlich gibt es ( heute) deutlich mehr Namen als Rosen ;D
Hippolyte ist dabei recht sicher zu erkennen. Sie ist wie Cardinal de Richelieu eine sog. Bengalhybride, eine Kreuzung aus Gallica und einer frühen Chinarose. Und sie hat tatsächlich fast glatte Triebe, lässt sich so mit der Hand anfassen. Wenige Stacheln und auch keine Borsten. Und Ausläufer macht sie - leider- eher sparsam. Deine Beschreibung passt dazu also nicht.
Dann gibt es wie hier erwähnt die Gruppe um Ombrée Parfaite. Vermutlich sind etliche Rosen, die unter ganz anderen Namen laufen, identisch. Im Vergleich etwa zu Hippolyte sind die Blüten kleiner , sie verblühen eher mauvefarben und haben häufig Borsten und auch dünne Stacheln. Dass sie viele Ausläufer machen, finde ich nicht.Der Duft ist stark.

Sehr stark läufert hingegen die Gruppe Centifolia à Fleurs double Violettes, die leider auch unter etlichen Namen unterwegs ist. Hier sind die Triebe recht dünn, der Austrieb ist rötlich , die Bewehrung ist unterschiedlich. Spitze Stacheln kommen durchaus vor , Borsten eher selten. Eine Weile ist statt Tuscany tatsächlich diese Rose verkauft worden!
Und hier noch anders, sehr dunkel mit kleinen Blüten ist La Negresse ( Meldorf) , die vermutlich identisch ist mit der Gallica Cora.

Auf gut deutsch: Um eine Bestimmung zu versuchen, wären doch weitere Angaben notwendig. Und auch weitere Fotos.
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Guido Westerwelle
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Norna
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Re: Welche Rose könnte das sein?

Norna » Antwort #31 am:

Danke für deine ausführliche Stellungnahme, LadyinBlack!
Eine generelle Frage: kann die Ausläuferbildung von der Bodenbeschaffenheit abhängen? Und natürlich auch von der ursprünglichen Form, in der eine Rose gepflanzt wurde?
In den Anfangsjahren habe ich viele Gallicas gekauft, die waren in der Regel ja veredelt. Manche sind eingegangen über die Jahre, andere haben sich selbstständig gemacht, wie z.B. ´Belle Isis´ und ´Belle de Crécy´, die dann schnell mehrere m² erobert haben. Rosen, die ich als Ausläufer von einem Friedhof mitnehmen konnte, wie die vermeintliche ´Hippolyte´ und Gallica officinalis, haben sich auf meinem schweren Boden von Anfang an stark ausgebreitet. Ebenso die falsche ´Tuscany´, die ich als Ausläufer von einer Sammlerin bekam.
Bei Interesse kann ich noch andere Aspekte der falschen Tuscany fotografieren. Mir ist aber auch klar, dass es sehr viele Gallicas gab, von denen sich wohl nicht alle bestimmen lassen. Wenn man sieht, wie willig sie Hagebutten ansetzen, werden viele Zufallssämlinge sein, die nie benannt wurden.

Wie groß ist der Durchmesser der Blüten von ´Hippolyte´? Was ich in Sangerhausen sah, war eine recht große Blüte, während mein Findling eher kleinblütig ist.

Apropos: wenn jemand einen Ausläufer haben möchte - gerne!
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LadyinBlack
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Re: Welche Rose könnte das sein?

LadyinBlack » Antwort #32 am:

Norna hat geschrieben: 31. Mai 2026, 21:53 Eine generelle Frage: kann die Ausläuferbildung von der Bodenbeschaffenheit abhängen? Und natürlich auch von der ursprünglichen Form, in der eine Rose gepflanzt wurde?

Wie groß ist der Durchmesser der Blüten von ´Hippolyte´? Was ich in Sangerhausen sah, war eine recht große Blüte, während mein Findling eher kleinblütig ist.
Meine blüht leider noch nicht, sonst könnte ich dir ein paar Blüten zum Vergleich zeigen. Hippolyte ist mittelgroß. Dass dein Findling eher kleinblütig ist, habe ich mir fast gedacht.
Sonnenschein/ Karin Schade hat mal ein Vergleichsprojekt " Dunkle Alte Rosen" gestartet. Ich erinnere dazu ein Foto, dass die unterschiedlichen Größen sehr gut verdeutlichte . Leider finde ich es aktuell nicht. Aber den Link lasse ich trotzdem da:
Dunkle Alte Rosen
Vielleicht bringt dir die Aufstellung weitere Erkenntnisse, in welche Richtung wir suchen sollten.

Natürlich hängt die Ausläuferbildung von etlichen Faktoren ab. In der Regel wird eine wurzelechte Rose eher damit beginnen. Ich pflanze veredelte Gallicas gerne eher flach ein und habe den Eindruck, das verzögert zumindest den Prozess .
Trotzdem gibt es etliche Rosen , bei denen die Erfahrungen fast überall identisch sind. Du hast Belle Isis und Belle de Crécy angesprochen. Die Portland Indigo läufert ebenfalls sehr gerne, auch hier im Forum war das gerade ein Thema. Unter ganz unterschiedlichen Bedingungen.
Und natürlich gibt es es auch das Gegenteil und gelegentlich gilt das eben auch für ganze " Rosenklassen". Die von mir angesprochenen Bengalhybriden wie Hippolyte sind da nach meiner Erfahrung eher sparsam. Die sehr attraktive Dis mois qui je suis etwa
Bild
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hat hier auch nach Jahren keinen Ausläufer gemacht. Anfragen gab es reichlich :D
Andersrum sind Kreuzungen aus Centifolie und Gallica häufig sehr ausbreitungsfreudig.
Also da gibt es durchaus ein paar grundsätzliche Unterschiede, die möglicherweise ihren Ursprung in der Genetik haben.
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Norna
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Re: Welche Rose könnte das sein?

Norna » Antwort #33 am:

Herzlichen Dank für die vielen Informationen, LadyinBlack! Du hast so herrlich große Sträucher, da lassen sich meine Rosen schlecht mit vergleichen.
Heute habe ich die Blüten der Hippolyte-Verdächtigen gemessen - sie sind 4-5 cm im Durchmesser und mit 3 cm recht hoch aufgebaut. Der Wuchs dieser schon als Ausläufer gepflanzten Fundrose lässt sich hier schlecht beurteilen, da ich die vorjährigen Triebe wegen des sehr laxen Wuchses in der Regel am Boden abschneide. Meine Rosen müssen sich die Beete mit Stauden, Zwiebelpflanzen und anderen Sträuchern teilen - da würde andernfalls ein gruseliges Chaos resultieren. Dadurch werden die Triebe allenfalls einen Meter hoch. Die Pflanze bildet auch nur wenige Triebe an einem Fleck, ein ordentlicher Busch würde daraus eh nicht entstehen. Da macht sie sich vorher lieber auf die Wanderschaft.
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Re: Welche Rose könnte das sein?

Iris-Freundin » Antwort #34 am:

Norna hat geschrieben: 25. Mai 2026, 22:23 Vielleicht kann mir hier jemand helfen? In meinem Garten blühen jetzt zwei recht ähnliche Rosen.

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Die untere erhielt eine Freundin vor Jahrzehnten als ´Tuscany´, was sie aber offensichtlich nicht ist.

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Eine Gallica ist sie wohl der Bestachelung nach. Und dementsprechend wanderfreudig. ;)

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Vielleicht Charles de Mills?
Meine ist auch sehr wanderfreudig.
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Iris-Freundin
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Re: Welche Rose könnte das sein?

Iris-Freundin » Antwort #35 am:

IMG_3789.jpeg
Charles de Mills
Zuletzt geändert von Iris-Freundin am 1. Jun 2026, 22:31, insgesamt 2-mal geändert.
Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen.  Oscar Wilde
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Norna
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Re: Welche Rose könnte das sein?

Norna » Antwort #36 am:

Danke, Iris-Freundin! ´Charles de Mills´ bekam ich von einer Rosenfreundin als Ausläufer vor vielleicht 30 Jahren. Ja, die läuft hier auch fröhlich! Statt von vor dem Flieder ins Beet lieber in die Weißdornhecke dahinter, wo sie recht schattig jetzt immerhin in fast gewohnter Farbe blüht. Diese Rose hat wird bei mir aber viel höher als die anderen, hat auch größere Blüten. Besonders charakteristisch finde ich die exakt kreisrunde Form - die hat in meinem Garten sonst nur ´Casimir Moullé ´.
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