Wenn man die Verzwergung und die Trockenheitsverträglichkeit (was für Wörter) in die Waagschale wirft,
so sollte man auch die verkürzte Lebensdauer durch Unverträglichkeiten, die Knubbelbildung,sowie die dornigen Austriebe (daher wird empfohlen, möglichst bodennah zu veredeln) und vor allem die Feuerbrandanfälligkeit von Weißdorn mitberücksichtigen.
Nachtrag: Feuerbrandanfälligkeit bedeutet hier, dass crataegus unter Umständen Wirt für das Bakterium Erwinia amylovora ist, ohne selbst Anzeichen der Krankheit zu zeigen, aber das Transplantat infizieren kann.
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Obstbaumveredler-Adepten-Fragen (Gelesen 522036 mal)
Moderator: cydorian
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Zuletzt geändert von mybee am 4. Mai 2026, 15:56, insgesamt 1-mal geändert.
- Rib-2BW
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Feuerbrandanfälligkeit von Weißdorn wird oft erwähnt, dennoch kaum gesehen und noch weniger juckt es der Wildpopulation. Häufiger findet man es auf Quitte. Da rät aber keiner von ab.
Die Unterlagsaustriebe sind in einem kontrollierten Garten kein Problem. Junge Triebe einfach früh ausbrechen. Das war bei mir im April bei der Mispel nötig. Arbeitsaufwand pro Jahr pro Baum: keine 3 Minuten.
Die Unterlagsaustriebe sind in einem kontrollierten Garten kein Problem. Junge Triebe einfach früh ausbrechen. Das war bei mir im April bei der Mispel nötig. Arbeitsaufwand pro Jahr pro Baum: keine 3 Minuten.
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Wild Obst
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Naja, der Katzenkopf auf Weißdorn ist vielleicht maximal 1m lang nach 4 Jahren. Wird wohl sehr früh vergreisen, wenn der jetzt noch blüht und fruchtet.
Aber ist jetzt nur auf meinem Testweißdorn, nix, was mich extrem stört, aber für einen Baum von dem ich Ertrag wollte, sicher nichts gutes.
Aber ist jetzt nur auf meinem Testweißdorn, nix, was mich extrem stört, aber für einen Baum von dem ich Ertrag wollte, sicher nichts gutes.
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Bei mir am alten Standort waren überall diese lästigen Weißdornsämlinge aufgegangen an denen ich mich immer wieder aufkratzte. Doch eines Tages beschloss ich mich zu rächen. Ende Juli ein Reis Apfelquitte vom damaligen Kumpel, seines Zeichens studierter Obstbauexperte (er wäre nie auf die Idee gekommen wegen Berufsehre, mangelnder Professionalität etc. ;-), besorgt und druff auf den Weißdorn per Okulation. Vier Jahre später hatte ich einen prächtigen Quittenbaum, der reich fruchtete und um den ich mich fast nie, außer ein bisschen Schnipp-schnapp, kümmerte. Irgendwie war die Quitte jedoch so ein Alte-Leute-Obst — ich hatte sie seinerzeit nicht wirklich geschätzt, die komplette Ernte ging zu den Schwiegereltern. Heute als alter Knochen wäre man froh man hätte sowas im GartenRib-2BW hat geschrieben: ↑4. Mai 2026, 11:26 Feuerbrandanfälligkeit von Weißdorn wird oft erwähnt, dennoch kaum gesehen und noch weniger juckt es der Wildpopulation. Häufiger findet man es auf Quitte. Da rät aber keiner von ab.
Die Unterlagsaustriebe sind in einem kontrollierten Garten kein Problem. Junge Triebe einfach früh ausbrechen. Das war bei mir im April bei der Mispel nötig. Arbeitsaufwand pro Jahr pro Baum: keine 3 Minuten.