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Lonicera kamtschatica - Maibeere (Gelesen 277544 mal)

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Moderator: cydorian

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Flora1957
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Re: Lonicera kamtschatica - Maibeere

Flora1957 » Antwort #975 am:

@mora Ich finde Deinen Ernteerfolg einfach richtig klasse. Andere - wie auch ich - ernten (noch?) deutlich weniger, aber da ist es angebracht, sich zu fragen, was falsch läuft, denn welches Potential diese Pflanzen haben, beweisen Deine Fotos eindrucksvoll. Über Geschmack läßt sich natürlich (nicht) streiten.
Ich habe meine 4 Sorten an einen wahrlich nicht von der Sonne verwöhnten Platz gepflanzt. Zwei sind jetzt (erst) richtig angekommen, eine Pflanze kümmert so vor sich hin. Sicher sagen kann ich, daß die Maibeeren eine (geringe) Mindestsonnenstundendauer benötigen. So habe ich eine schwächliche zu Mehltau neigende Pflanze 2x um 20 bzw. 30 cm seitlich versetzt, sodaß sie statt ehedem nur einer halben Stunde Sonne tgl. nunmehr eine ganze Stunde Sonne hat. Jetzt entwickelt sie sich sehr gut und hat auch keinen Mehltau mehr.
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cydorian
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Re: Lonicera kamtschatica - Maibeere

cydorian » Antwort #976 am:

sich zu fragen, was falsch läuft
Das frage ich mich nun seit vielen Jahren (mit Sorten an drei recht unterschiedlichen Standorten) und andere auch. Die Art scheint aber eine Schrotpatrone zu sein, manche Schrotkörner treffen, andere nicht, welche das sind und warum, das ist nach wie vor nicht wirklich berechenbar.

Die schönsten Bilder und die schlimmsten Frustberichte nutzen nichts, wenn nicht klar ist warum. Da gibts auch keine guten Gärtner oder Versager, sondern Glück oder Pech mit unbekannten Umständen.

Zurück zur Ursachenevaluation, meine ich. Oder halt Spass und sein Glück probieren. Habe mal wieder nach wissenschaftlichen Arbeiten gesucht. Da gibt es z.B. "Effects of Soil pH and Fertilizers on Haskap (Lonicera caerulea L.) Vegetative Growth" von der Université du Québec und Agriculture Canada. Die sagen: Leicht sauerer Boden soll es sein, max. pH 6,5 (unserer ist über 7). Und sie sagen: Düngung schädlich. Stickstoff reduziert Wurzelmasse, Phosphor und Kalium nutzt nichts.
https://www.mdpi.com/2077-0472/9/3/56

Dann noch allgemeineres wie "Haskap (Blue Honeysuckle) in the Garden" https://www.researchgate.net/publicatio ... the_Garden - etwas Nachmittagssonnenschutz aber trotzdem viel Licht (kommt aus Breitengraden mit langen Sommertagen), Windschutz, kontinuierlich Bodenwasser. Das ist immer wieder zu hören und unsere Sommertrockene Gegend ist da sicher kein guter Platz, weil nichts bewässert ist.

Vielleicht sind auch die oft erwähnten verschiedenen Arten das Problem, was die Züchtungen nie offenlegen. Kanadische Züchtungen sollen z.B. mit warmen Sommern besser klarkommen.
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Re: Lonicera kamtschatica - Maibeere

Flora1957 » Antwort #977 am:

Ob die Art eine Schrotpatrone ist, sei noch mal dahin gestellt. Zumindest jedoch scheinen die Sorten Schrotpatronen zu sein. Bei mir hatten und haben 3 der 4 Sorten absolut identische Bedingungen bzgl. Boden und Sonnenscheindauer. Eine wächst sehr gut, die zweite mäßig und die dritte saumässig. Die bei der vierten vorgenommene Standortverschiebung zeigt jedoch unzweifelhaft, daß die auch schon aufgeworfene Anpflanzung im (Voll-)Schatten gärtnerischer Nonsens ist.
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Beeren_Streuobst
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Re: Lonicera kamtschatica - Maibeere

Beeren_Streuobst » Antwort #978 am:

Hier ein kurzer Erfahrungsbericht:

Bei mir im Garten wachsen Maibeeren problemlos ohne besonderen Pflegeaufwand (keine Düngung, kein Winterschutz, Wässern nur im ersten Pflanzjahr, kein Vogelschutz, kein Schnitt in den ersten Jahren / später etwas Auslichten durch Entfernen älterer Äste).

Bislang gab es keinen Krankheits- oder Schädlingsbefall (Ausnahme: Die Sorte 'Eisbär' bildet nach der Ernte - warum auch immer - bräunliche Blätter - optisch unschön, scheint aber der Pflanze nicht zu schaden).

Der Standort aller Maibeerbüsche ist in voller Sonne; die meisten wachsen in normaler Gartenerde (Lehmboden, gut durchlässig, pH 6,5), wenige im sauren Moorbeet (kein Vorteil beobachtet).

Der Ertrag ist ok (deutlich geringer als bei Blaubeeren, aber deutlich größer als bei Waldheidelbeeren). Die Lagerfähigkeit im Kühlschrank ist gut, allerdings findet kein Nachreifen statt.

Die Früchte unterscheiden sich je nach Sorte vor allem in Form, Gewicht/Größe und Bitterkeit; Säuregehalt/Süße hängt vor allem vom Reifegrad ab (bläulich/unreif ca. 8 °Brix, Vollreif 10-15 °Brix); manche Sorten werden bei Vollreife süßer, bei anderen überwiegt auch dann die Säure. Tendenziell haben größere Beeren etwas weniger Aroma. Geschmacklich erinnern die meisten Sorten, vor allem wenn unreif, an säuerliche Pflaumen/Zwetschgen. Neben Pflaumen-Aroma, schmecken andere undefiniert beerig, eine Sorte nach Waldheidelbeeren.

Das Bild zeigt Sorten, die heute geerntet wurden. Maibeeren reifen hier zwischen Mitte Mai und Mitte Juni; einige Sorten tragen aktuell noch grüne Beeren. Durch längere Trockenheit sind die Beeren dieses Jahr vergleichsweise klein.

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Gebirgsschote
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Re: Lonicera kamtschatica - Maibeere

Gebirgsschote » Antwort #979 am:

Da ich hier immer wieder von der kleinen Ernte einer Tasse Beeren gelesen habe , aber weniger zu den Blütenansatz könnten wir es bitte nocheimal abwägen

gehen der kleinen Ernte ,

wenig Blüten - wenig Beeren
oder eher
viele Blüten - wenig Beeren
voraus.
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mora
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Re: Lonicera kamtschatica - Maibeere

mora » Antwort #980 am:

Viele Blüten = Viele Beeren, Wenig Blüten sicher weniger Beeren.
Auch wichtig, passende Bestäuber, bringt nicht viel wenn nur eine blüht und die andere 2 Wochen später.
Nicht 2 Pflanzen und 2x die gleiche Sorte - bringt auch nichts bei der Bestäubung...
Von einem Stauch ca. 3kg, da rede ich nicht mehr von einer Tasse :P

@Flora: Freut mich wenn die Beeren gefallen. Würde gerne mehr sagen was zum Erfolg führt aber ich denke es ist hauptsächlich die Zeit bis eingewachsen.

Was mich wundert, ich komme bisher nicht über 12 Brix, auch wenn die Beeren sehr lange hängen.
Was mich noch viel mehr wundert, eine (für mich) gute Erdbeere aus der Region vom Erdbeerstand hatte nur 8 Brix :o
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