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Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte (Gelesen 4289721 mal)

Obstgehölze, Beerensträucher und Wein (Veredlungen, Unterlagen, Schnitte und Selektionen) sowie Staudenobst (Erdbeeren)

Moderator: cydorian

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philippus
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

philippus » Antwort #31860 am:

rohir hat geschrieben: 28. Aug 2025, 21:15 Wenn ihr euch zwischrn Pastilière und Osborn Prolific entscheiden müsstet, welche würdet ihr wählen und warum?
Für mich Pastilière. Ich bin mit dieser Sorte sehr zufrieden: zuverlässig frühe Ernte, geschmacklich sehr gut. Für mich schmeckt sie aber aber nicht nach Beeren. Das geht eher in Richtung konzentrierter Wassermelone.

Über OP weiß ich zu wenig. Ich hatte zwar mal eine, aber über 3 Jahre keine einzige Feige geerntet und gab sie dann aus Platzgründen weg. Vor allem fehlen mir valide Quellen, die von erfolgreicher Kultur und früher Ernte in Mitteleuropa berichten.
Mario Marx
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Mario Marx » Antwort #31861 am:

17564464120806666531529097372553.jpg
Herbstfeigen meiner Bt und meiner Little miss figgy auf dem Balkon.
Bei meiner 2 Bt sieht es genau so aus, trotz Freiland und etwas späterem Austrieb im Frühling
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Feigenwiese
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Feigenwiese » Antwort #31862 am:

philippus hat geschrieben: 29. Aug 2025, 07:27
rohir hat geschrieben: 28. Aug 2025, 21:15 Wenn ihr euch zwischrn Pastilière und Osborn Prolific entscheiden müsstet, welche würdet ihr wählen und warum?
Für mich Pastilière. Ich bin mit dieser Sorte sehr zufrieden: zuverlässig frühe Ernte, geschmacklich sehr gut. Für mich schmeckt sie aber aber nicht nach Beeren. Das geht eher in Richtung konzentrierter Wassermelone.

Über OP weiß ich zu wenig. Ich hatte zwar mal eine, aber über 3 Jahre keine einzige Feige geerntet und gab sie dann aus Platzgründen weg. Vor allem fehlen mir valide Quellen, die von erfolgreicher Kultur und früher Ernte in Mitteleuropa berichten.
Ich sehe das auch so wie Philippus. Habe zwar bisher nur eine Pastilliere Feige gegessen, die war aber sehr lecker. Von meiner Osborn Prolific habe ich in 6 Jahren noch keine einzige Feige gegessen. Außerdem soll die Pastilliere deutlich früher reifen als die Osborn Prolific.
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rohir
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

rohir » Antwort #31863 am:

Danke euch! Dann ist die Sache klar :-)
Feigenwiese hat geschrieben: 29. Aug 2025, 08:59
philippus hat geschrieben: 29. Aug 2025, 07:27
Für mich Pastilière. Ich bin mit dieser Sorte sehr zufrieden: zuverlässig frühe Ernte, geschmacklich sehr gut. Für mich schmeckt sie aber aber nicht nach Beeren. Das geht eher in Richtung konzentrierter Wassermelone.

Über OP weiß ich zu wenig. Ich hatte zwar mal eine, aber über 3 Jahre keine einzige Feige geerntet und gab sie dann aus Platzgründen weg. Vor allem fehlen mir valide Quellen, die von erfolgreicher Kultur und früher Ernte in Mitteleuropa berichten.
Ich sehe das auch so wie Philippus. Habe zwar bisher nur eine Pastilliere Feige gegessen, die war aber sehr lecker. Von meiner Osborn Prolific habe ich in 6 Jahren noch keine einzige Feige gegessen. Außerdem soll die Pastilliere deutlich früher reifen als die Osborn Prolific.
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rohir
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

rohir » Antwort #31864 am:

Daumengrün hat geschrieben: 29. Aug 2025, 06:07 Hallo Rohir zuerst ich habe beide nicht. Pastiliere entspricht eher meinem beerigen Geschmack. Wächst schlanker trägt wohl früher.
Ob du mit der wohl etwas „zickigen“ Pastiliere in deiner Zone 7a glücklich wirst weiss ich nicht.
Gruss Dg
Wieso ist die zickig?
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Lady Gaga
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Lady Gaga » Antwort #31865 am:

Weil sie langsam wächst und - bei mir - noch immer keine Feigen trug. Habe sie Ende 2020 als Pflanze vom Feigenhof in Wien geholt und im Frühling 2021 ausgepflanzt.
Grüße aus dem Burgenland, dem Land der Sonne!
Dr.Pille
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Dr.Pille » Antwort #31866 am:

Pastiliere ist auch dafür bekannt bei Kaltwettereinbrüchen, zuviel oder zu wenig Feuchtigkeit Feigen abzuwerfen.
Osbornes Prolific habe ich seit 2 Jahren im Topf und konnte heuer die erste Breba ernten Anfang August, die mir sehr gut geschmeckt hat. Vier Herbstfeigen hängen noch dran. Bei der Sorte soll sich der Ertrag steigern wenn sie einmal größer ist. Aber es gibt halt in Mitteleuropa kaum Berichte über die Sorte.
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

StratoV » Antwort #31867 am:

rohir hat geschrieben: 28. Aug 2025, 21:15 Wenn ihr euch zwischrn Pastilière und Osborn Prolific entscheiden müsstet, welche würdet ihr wählen und warum?
Osborn kenne ich nicht, aber ich teile gerne mal meine Gedanken als "Feigenanfänger".

Ein guter Einstieg ist folgender Link:

https://www.lwg.bayern.de/gartenbau/obs ... /index.php

Warum ist der Link so interessant? Weil die Landesanstalt unter Freilandbedingungen getestet hat, welche Feigensorte die beste Quantität / Qualität an Früchten bringt. Die Untersuchung läuft seit 2017. Eines der Ergebnisse: In 5 Jahren hat LdA 27 kg Ertrag gebracht und Pastiliere 4,9kg (RdB hat 15kg gebracht).

Jetzt ist es leider so, das Feigen sehr Standortabhängig sind. Mein Standort ist nicht der schlechteste: Winter bis -10 Grad, Sommer heiß und trocken, mehrere Wochen > 30 Grad. Allerdings hat meine ausgepflanzte RdB in 4 Jahren keine 10 oder 15 kg bebracht, sondern 0,5 kg. Warum ist das so? Im 1. Jahr hatte sie keine Früchte. Im 2. Jahr ca. 10 Stück. Im 3. Jahr hat der Spätfrost alles zerstört. Im 4. Jahr (jetzt) hat sie ca. 25 Früchte in der Größe Haselnuß-Walnus. Ich schiebe die Ertragsschwäche auf den sehr schweren Boden (nur Lehm) den ich habe. Die Pflanze ist jetzt circa 1m mal 1m. Im Vergleich zu zB Stachelbeeren oder Aprikose empfinde ich die Ertragskraft der RdB als sehr schwach. Aber vielleicht wird es in den nächsten 5 Jahren noch besser.

Die Zeiträume bei Feigen sind halt anders, als bei zb Tomaten. Da kann man jedes Jahr neue Sorten ausprobieren. Bei Feigen dauert es 5 Jahre bis man sich eine Meinung bilden kann. Und an dieser Stelle hat die Landesanstalt das ganze ja schon protokolliert.

Daraus folgt meine Empfehlung:

-Starte mit mehreren Pflanzen gleichzeitig. Im Topf. Überwintere sie die ersten jahre irgendwo: Keller, Schuppen, Bau einen Verschlag aus Dachlatten oder Ähnliches

-Die Töpfe sollten >40 Liter sein, in den Topf musst du eine 10cm Drainageschicht aus zb Lava einfüllen

-Nimm anerkannte und gut verfügbare Sorten (zB private Sammler, ebay Kleinanzeigen)

- Nimm folgende Sorten, in folgender Reihenfolge. Grund: Guter Ertrag, guter Geschmack, gute Frostbeständigkeit: Longue de Aout (höchster Ertrag), Negronne (gut geeigenet als Hausbaum, wächst nicht zu schnell, kann zwei Ernten bringen, guter Geschmack), Ronde de Bordeaux (guter Geschmack, kann aber nach mehreren Jahren sehr groß werden, 4-5m), Desert King (nur wenn es im Winter nicht zu kalt wird, soll zuverlässig Brebas liefern und lässt sich aufgrund ihres aufrechten Wuchses gut im Garten unterbringen), Pastiliere (hat vielleicht den besten Geschmack, aber ich würde sie nicht als Ertragsfeige, sondern eher als Luxus- oder Spaßfeige bezeichnen, wenn man schon 1 bis 2 Sorten hat, die den "Feigenhunger" decken. Viele haben Probleme mit ihr, es muss wohl alles passen: viele Sonnenstunden, kein Wind, guter Boden, gleichmäßige Bodenfeuchte.)

Gute Sorten sollen auch Campaniere und Michurinska (Green) sein.

Von den 5 bis 7 Sorten die du dann mehrere Jahre in Töpfen betreut hast, würde ich die, die dir am besten gefallen haben ins Freiland auspflanzen. Und denke dran, ein Feigenbaum wird nach mehreren Jahren ein FeigenBAUM (also locker 3 -4m in Höhe und Durchmesser).

P.S.: Ich denke auch viel über Pastiliere nach, ob ich sie mir irgendwann hole. Auch habe ich darüber nachgedacht, ob man diese Sorte irgendwie verbessern kann. Bei anderen Obstsorten ist es so, dass diese mit einer speziellen Unterlage veredelt also gepfropft werden. So gibt es bei Aprikosen Unterlagen für sandig-trockene Böden, oder für schwere-lehmige Böden. Man könnte also Pastiliere auf einer stark-wüchsigen Sorte veredeln...
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manufico
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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

manufico » Antwort #31868 am:

Ich kann auch nur den Tipp geben, dass man erstmal die Feigen im Kübel zieht und wenn sie eine entsprechende Größe haben, auspflanzt. Interessant finde ich bei dem Link zur LWG, dass die Pastiliere in den ersten Jahren getragen hat. Dann ist sie glaub zurückgefroren. Sie wächst echt sehr langsam bei mir. Zuwachs pro Jahr vielleicht 10cm. Als Liebhaber braucht man die Sorte, aber wenn der Platz knapp ist, dann würde ich sie nicht holen. Lieber eine Michurinska-10 😉
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