Seite 708 von 709

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 2. Sep 2026, 09:22
von Rib-2BW
Ich bin zwar nicht in Norddeutschland aber wir haben kein Botrytis. Keine weiteren Krankheiten. Ernte ist 2-3 Wochen früher als normal. Aromabombe ist hier Muscat Bleu mit aber einer sehr locker lichten Traube.

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 6. Sep 2026, 14:42
von husar2003
Erste Trauben im Wendland im Lee des Hohen Mechtin.
Die Sorte weiß ich leider nicht mehr.

Klimabeschreibung unten. Sommer normalerweise wärmer, Winter kälter. Wir messen immer 1 bis 2 Grad mehr im Sommer bzw. weniger im Winterals in Hamburg.

Süß mit Kernen und mitteldicker Schale. Normale Reifezeit , es war nicht ganz so warm wie sonst. Dafür gab es hier aber offensichtlich etwas mehr Regen als in Hamburg. Beides eher untypisch.

Klimabeschhreibung :
"Das Gebiet befindet sich im Übergangsbereich zwischen den atlantischen und kontinentalen Großklimazonen Mitteleuropas und ist weitestgehend als subkontinental einzustufen. Man kann auch von einem noch maritim beeinflussten Binnentieflandklima sprechen. Insbesondere im Lee (Regenschatten) größerer Endmoränen-Höhenzüge (siehe unten) sind relativ niederschlagsarme Verhältnisse anzutreffen. In der Lüchower Niederung ist die jährliche Schwankung der Temperatur mit 17,7 °C bereits um ein Grad stärker als in der subatlantisch geprägten zentralen Lüneburger Heide. Es gibt mit 28 Sommertagen (Maximum > 25 °C) acht mehr und mit 100 Frosttagen (Minimum < 0 °C) 20 mehr als in der mittleren Lüneburger Heide. Der Niederschlag ist mit 580 mm/a im langjährigen Mittel deutlich geringer als dort (Vergleichswert: 730 mm/a). In der Altmark werden ebenfalls Jahresniederschläge von 550 bis 600 Millimetern verzeichnet. Die Durchschnittstemperatur im Januar liegt hier bei −1 bis 0 °C, im Juli bei 17 bis 18 °C."
Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Wendland_und_Altmark

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 7. Sep 2026, 10:07
von Rib-2BW
Rib-2BW hat geschrieben: ↑24. Mai 2026, 18:40
Rib-2BW hat geschrieben: ↑14. Mai 2026, 18:52 Es ist wieder recht feucht hier und Swenson Red meldet schon Peronospera. Ich las gerade dass die Sorte anfällig für Peronospera sein soll.
Das ist der "aktuelle" Zustand.
Derweil dolcht es mir, dass es kein Swenson Red ist. Eher eine Unterlagsrebe. Die einzig reife Beere war Johannisbeeren groß und hatte einen sehr "wilden" geschmack. Etwas zum umveredeln.

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 7. Sep 2026, 10:35
von thuja thujon
An eine Unterlagensorte glaube ich eher nicht, das rote T von 5BB ist zB nicht zu erkennen. Schau mal auf den Blattstielansatz.
5BB rotes T.jpeg
Dürfte eher eine von den Hybridsorten für die gefüllte Weinblätterernte sein.

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 7. Sep 2026, 10:40
von cydorian
Rib-2BW hat geschrieben: ↑7. Sep 2026, 10:07 Die einzig reife Beere war Johannisbeeren groß und hatte einen sehr "wilden" geschmack.
WENN sie wirklich reif war. Zu Reifebeginn hat auch Swenson Red durchaus noch Fuchsgeschmack, der wird aber schnell schwächer.

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 8. Sep 2026, 11:41
von Rib-2BW
Ich habe hier eine Rebe aus Sentimentalitätsgründen stehen. Ihr wurde nachgesagt, dass es eine ungarische Reborte sein soll. Sie hat in all den Jahren nur johannisbeerengroße (<1cm) Beeren an sehr kleinen Trauben getragen. 25 Beeren pro Traube an guten Trauben, meist deutlich weniger. Wenig Ertrag. Fuchgeschmack bleibt. Starke Säure. Erst recht spät bekommt sie eine nennenswerte süße. Aber weit weg von der Gefälligkeit eines Boskoop Glory oder gar Silvaner aber wesentlich besser als Parthenocissus quinquefolia.
Genau nach dieser Rebe hat mich der sog. Swenson Red erinnert. Die Blätter differieren.
So gering kann die Wärmemenge hier dieses Jahr nicht gewesen sein, dass diese immer noch dermaßen "wild" schmecken. Ob's eine Unterlage ist, kann ich nicht sagen. Aber auf jeden Fall keine Rebsorte/Tafeltraube mit geringeren Wärmebedarf.

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 8. Sep 2026, 14:57
von cydorian
Hier wachsen auch uralte Unterlagsreben in den Obstwiesenhecken ehemaliger Weinberge (seit 100 Jahren kein Wein mehr) wild, sind nicht totzukriegen, nie krank. Haben kleine blaue Beeren mit grossen Kernen, aber nicht mal Fuchsgeschmack. Sehr guten Saft kann man draus machen, wenn man statt der Vögel ernten kann. Fruchtig, aromatisch, leichter Bonbonton. Auch weisse Sorten gibts, ebenfalls kerngesund, jedes Jahr. Das macht auch Hoffnung, man stelle sich vor diese erstklassigen Resistenzgene könnten mit modernen Methoden in neuen Tafeltrauben wirken.

Wenn man den Platz hat und eine gesunde Rebe will, einem der Saft schmeckt, warum nicht? Sind halt keine Tafeltrauben. Insoweit etwas fürs andere Traubenunterforum.

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 13. Sep 2026, 20:38
von TomMeier
Suche noch zwei neue Sorten zum Pflanzen. Habe bereits Venus, Vanessa, Einset Seedles, Lakemont NY, Jupiter.

Wichtig wäre für mich möglich wenig mehltauanfällig und kernlos oder kaum auffallende Kernrudimente.

Hat jemand Empfehlungen?

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 13. Sep 2026, 20:44
von cydorian
Zimus und vielleicht sogar Theresa. Hat ein Bekannter und Dank ihrer späten Reife hat die an Wert gewonnen. Resistenz an seinem Standort obere Mittelklasse.

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 14. Sep 2026, 23:26
von kolumbus
Für die Traubensaison 2026 kann ich schon mal mein erstes Fazit ziehen:
- Der Überaschungssieger, Danke für die Empfehlung: die Rote Viktoria. Vor ca. 5 Jahren direkt in die sandigen Hofpflastersteine gesetzt. Immer fleissig gegossen wegen der Stockrose :) . Schöne knackige fruchtig frische Trauben. Kein vorherrschender Geschmack, vielleicht ein Hauch von (Pink) Heidelbeeren oder Gummibärchen. Der Stock ist von mir komplett leer gegessen worden.
- Koyo: wie immer Top, erfrischender Geschmack. Kaliber 30. Einige Gescheine von der zweiten Blüte habe ich mal hängen lassen, die sind jetzt schon Mittel-Groß aber noch grün. Das könnte vielleicht was mit einer zweiten Ernte im Oktober werden :D .
- Einset Seedless: toller Erdbeer Geschmack. Danke für die Empfehlung. Jedoch kann ich nicht viele davon essen, aber eine echte Bereicherung.
- Frumosa Alba: hatte ich endlich mal nach 7 Jahren reichlich. Ist schon auch Geschmacklich eine sehr gute, aber empfindliche Traube.
- Vanessa war als erste reif, die schmecken jetzt immer noch gut.
- Wie immer gut Venus, MB.
- Ontario war Ok, innen weich hat ggf kein guten Standort.
- Die anderen Sorten waren so lala....Georg und Moldova werden jetzt langsam reif.

Besten Gruss
Kolumbus

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 15. Sep 2026, 05:04
von Ivoch
Ein paar mal hat jemand hier erwähnt, dass seine/ihre Reben an der Ostwand wachsen. Reicht dann die Sonne aus? Bei unserem Haus wäre die Ostwand für noch ein paar Reben verfügbar - könnte ich dort 1-2 sehr frühe Sorten pflanzen, die dann etwas später ausreifen würden? Oder leiden sie auch geschmacklich, ähnlich wie Tomaten, wenn sie nur einen halben Tag Sonne bekommen?

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 15. Sep 2026, 20:13
von cydorian
Ostwände haben Morgensonne und sind ganz erstklassig geeignet für Sachen, die davon profitieren, früh den Nachttau abzutrocken und geschützt von Südwest-Sonnenbrand bleiben. Da passen früh reifende Reben gut hin, aber auch Sachen wie Kiwibeeren, kolokmikta wie arguta oder ein Steinobstspalier.

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 15. Sep 2026, 20:16
von cydorian
kolumbus hat geschrieben: ↑14. Sep 2026, 23:26 Einset Seedless: toller Erdbeer Geschmack. Danke für die Empfehlung. Jedoch kann ich nicht viele davon essen, aber eine echte Bereicherung.
Wenn du mal zu viele hast: Ergibt getrocknet sehr gute Rosinen.
kolumbus hat geschrieben: ↑14. Sep 2026, 23:26- Die anderen Sorten waren so lala....
Wenns spannend wird, hört er auf :-) Welche Sorten lagen denn unter den Erwartungen in diesem trockenheissen Jahr?

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 15. Sep 2026, 20:28
von Der Buddler
Ivoch hat geschrieben: ↑15. Sep 2026, 05:04 Ein paar mal hat jemand hier erwähnt, dass seine/ihre Reben an der Ostwand wachsen. Reicht dann die Sonne aus? Bei unserem Haus wäre die Ostwand für noch ein paar Reben verfügbar - könnte ich dort 1-2 sehr frühe Sorten pflanzen, die dann etwas später ausreifen würden? Oder leiden sie auch geschmacklich, ähnlich wie Tomaten, wenn sie nur einen halben Tag Sonne bekommen?
Hier an der Ostwand gedeihen Velez und Muscat Hamburg super, allerdings im Oberrheinklima.

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)

Verfasst: 15. Sep 2026, 20:51
von Starking007
Hier, in NordOstBayern, gedeiht Venus an direkter Ostwand hervorragend!
Kein Sonnenbrand oder so.....