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Neue Staudensorten - taugen die was? (Gelesen 2889 mal)
Moderatoren: Nina, Phalaina, AndreasR
Re:Neue Staudensorten - taugen die was?
Na ja, ich setze nicht ohne Grund drei Smileys hinter so eine Bemerkung.
Früher hatten Staudengärtner mal Mutterpflanzenquartiere, in denen sie selbst die neuen Sorten beobachten konnten, sogar bevor sie sie in den Verkauf brachten. Scheint als Methode langsam aus der Mode zu kommen...
Dem Außendienstler der Jungpflanzenfirma kann man mehr abverlangen... oder ist das auch so einer, der von seinem Produkt nur die Verpackung und den Preis kennt?Ich freue mich über jeden Staudengärtner, der um seine Pflanzen weiß und sie noch selbst vermehrt. Dafür bin ich auch bereit, korrekte Preise zu bezahlen.Vorausgesetzt, der Gärtner hält sein Mutterpflanzenquartier in Schuß und vertickert nicht gleichzeitig Pilz- und Viruskulturen.
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.
- Staudo
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Re:Neue Staudensorten - taugen die was?
Hallo,eigene Mutterpflanzenquartiere zu unterhalten ist schlicht teurer als fertige Jungpflanzen zu kaufen. Trotzdem haben viele Staudengärtner nach wie vor Mutterpflanzenquartiere - und ich auch. Da merkt man besser, wenn ein Bestand nicht ganz sauber ist.Viele GrüßePeter
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„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
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cimicifuga
Re:Neue Staudensorten - taugen die was?
und man hat gleichzeitig so eine art mini-sichtungsgarten. besonders auffallend ist derzeit unsere phlox-"sichtung". wer hat mehltau und wer nicht? wer ist von unten kahl und wer nicht? ebenso bei helenium: wer fällt um wer nicht, wie unterscheiden sich die verschiedenen sorten etc.oftmals sind feine unterschiede erst erkennbar, wenn die pflanzen in reih und glied nebeneinander stehen.Da merkt man besser, wenn ein Bestand nicht ganz sauber ist.
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sarastro
Re:Neue Staudensorten - taugen die was?
Ich behaupte sogar, dass ein Staudengärtner mit einem Sortiment, wo er das meiste nicht von Jungpflanzenfirmen bekommt, ohne Mutterpflanzenquartier gar nicht auskommt. Außerdem ist ein gepflegtes Mutterpflanzenquartier für Kunde wie Gärtner eine Augenweide - kostet allerdings einiges an Aufwand und Zeit. Es wäre zu billig, sich alles vom Hohen Norden an Jungpflanzen zu beschaffen, so hätten bald alle Anbieter das Gleiche! Wir traditionellen Staudengärtner müssen uns von den anderen abheben, denn schließlich sind Jungpflanzenfirmen wie Großproduzenten im Endeffekt auf Gartencenter und Baumärkte aus. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir nicht auch rechnen müssen und Alchemilla mollis in besserer Qualität und billiger zukaufen, wie diese auch noch selbst zu produzieren. Oder solche Kulturen lieber kaufen, die in der Vermehrung einfach nicht gelingen, weil man nicht das ideale Umfeld (Sprühnebel, Fog etc.) besitzt. Oder diejenigen Gattungen unter den Tisch fallen lassen, die man nicht mit ruhigem Gewissen verkaufen kann. Und dies sind gar nicht so wenige!Ja, das mit den Neuheiten ist ein wahrlich interessantes Kapitel, worüber wir hier auch schon einige Male diskutiert hatten. Hat jetzt nichts mit Echinacea zu tun aber letztes Jahr sah ich in Holland bei einem Kollegen einige brandneue Helenium, ich war sehr begeistert über die Farben und Größe der Einzelblüten. Besonders eine hatte es mir angetan: 'El Dorado' von Uwe Peglow. Sie besaß extrem große Einzelblüten, lag allerdings leicht flach, aus demselbigen Grund wie die Echinacea, zuviel an Stickstoff. Wir besorgten rund 10 Neuheiten direkt beim Züchter und siehe da, bei uns stehen sie wie eine Eins mit Stern! Man darf sich also auch nicht gleich von Negativerscheinungen und Behauptungen ins Bockshorn jagen lassen.Genauso, was die Vermehrung von Cirsium rivulare 'Atropurpureum' anbelangt, einem extrem brillianten Dauerblüher in Rubinrot! Einige meiner besten Freunde sagten, es rentiere sich nicht, das Ding sei zu aufwändig in der Vermehrung, Rückschläge seien vorprogrammiert, die Ausfallrate viel zu hoch etc. (Ein Engländer schreibt sogar in seinem Katalog "It's a pig in propagation"). Wir hatte nur sehr wenig Ausfall und diese Distel wächst bei uns ausnahmslos gut. Und es gibt bei weitem schwierigere Sachen in der Vermehrung. Und ein letzter Punkt noch über die Sichtung. Durch die laufende Vermehrung, durch Schneiden, Umpflanzen etc. seiner Mutterpflanzen kann in einer Gärtnerei niemals ein gutes Urteil gefällt werden, es sei denn, er hat Schaugärten.Selbst ist der Mann, dies war unsere Devise seit je her. Und dies gilt auch für die Verwendung neuer Sorten in den Gärten.
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martina.
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Re:Neue Staudensorten - taugen die was?
Und Schneckenfutter auch. Meine Sunrise ist keine Woche alt gewordenAußerdem sind Echinacea in manchen Gärten Mäusefutter par excellence! Dies erklärt das teilweise Verschwinden.
Ganzjährig Sommerzeit bitte
=^..^=
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cimicifuga
Re:Neue Staudensorten - taugen die was?
punkto krankheitsanfälligkeit aber allemalUnd ein letzter Punkt noch über die Sichtung. Durch die laufende Vermehrung, durch Schneiden, Umpflanzen etc. seiner Mutterpflanzen kann in einer Gärtnerei niemals ein gutes Urteil gefällt werden,
- Staudo
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Re:Neue Staudensorten - taugen die was?
Hallo,ich denke Sarastro meinte es anders. Wenn ich eine Pflanze durch permanente Vermehrung, durch Teilung und Topfen in frische, gedüngte Erde ständig in Schwung halte, verhält sie sich ganz anders, als wenn ich sie auf ein Beet pflanze und dort für ein paar Jahre stehen lasse. Das für unsere Gegend typische Beispiel sind die gefüllten Sorten von Chrysanthemum maximum, der Edelweißmargerite. Wenn ich die ständig teile und topfe wächst sie recht froh, pflanze ich sie in den Garten, wird sie bei uns keine zwei Jahre alt. Unter Sichtung verstehen wir auch die Sichtung im eigenen Garten.Peter
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sarastro
Re:Neue Staudensorten - taugen die was?
Du meinst zwar den Mehltau und den Älchendruck. Da gebe ich dir schon Recht. Da zeigt sich sehr wohl, wer der Herr im Hause Phlox ist. Überraschend gut haben sich einige Sorten aus Russland etabliert. Auch ein Findel, den ich bei Cimi im Garten entdeckt habe, ist sehr gesund. Aber nicht jedes Jahr ist gleich. Und darüber vielleicht einmal anderswo mehr.