Re:Zaunwinde
Verfasst: 27. Jul 2009, 22:44
Es ist auch eine Frage der Ästethik und eine der Toleranz: Rosen kann die Zaunwinde zu Boden biegen, Bäume (in einem gewissen Alter) nicht. Schwächen kann man sie recht gut, töten aber kaum.
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Was ist denn die Uferwinde? Hast du dafür einen wissenschaftlichen Namen? Ich finde die nur als Synonym für die Zaunwinde.Schlimmer als Zaunwinde finde ich die Ackerwinde. Zaunwinde kommt meist nur mit einem langen Trieb aus dem Boden und steigt direkt empor - an irgendetwas, einem Zaun z.B. Ackerwinde kommt als ganzes Triebbündel aus dem Boden, sieht zuerst gar nicht nach Winde aus, schiebt die Triebe in alle Himmelsrichtungen erstmal über den Boden in die Umgebung - und klettert dann hinauf und outet sich als Winde. Die Wurzeln sind zarter und noch fragiler als die der Zaunwinde.Ich grabe beide Winden ganz pingelig aus - so tief wie möglich. Es bleibt immer ein Wurzelrest drin - aber geschwächt, wie hier schon gesagt. Wir hatten den Riesenfehler gemacht, unser neues Grundstück zu fräsen - und haben so Hunderte von Wurzelstücken verteilt. Mittlerweile, nach vier Jahren konsequenten Ausgrabens, hält sich's im Rahmen.Ein oder zwei Zaunwinden lass ich durchaus auch stehen - die sind einfach wunderschön am Kastanien-Staketenzaun, mit ihren großen weißen Trichterblüten.nach meiner erfahrung ist die uferwinde viel starkwüchsiger und von daher mehr imstande, irgendwen "flachzulegen".
Das machen sie im Weihenstephaner Sichtungsgarten auch so. Sieht super aus, diese Winden-Roundup-Leichen an Bambusstäben in den Staudenbeeten.Die Engländer mit ihrem Sinn für besondere Ästhetik stecken Zweige zwischen die Stauden, an denen die Winde hochklettern darf. Ist sie oberhalb der Stauden, bekommt die Winde einen Pinselstrich Roundup ab.
Wir brauchen absolut nicht darüber zu diskutieren ob das was dieses Unternehmen so treibt in Ordnung ist, denn das ist es ganz sicher nicht! Gerade die Pakete aus RoundUp und "RoundUpready"-Saatgut in irgendwelchen armen Ländern und die daraus entstehende Abhängigkeit ist weit jenseits von Gut und Böse! Ebenso wie einige andere Aktionen. Aber was genau hat das mit der Winde zu tun?Und ob es einem nun gefällt oder nicht, dieses Unternehmen hat vor Jahrzehnten eines der bis heute besten Herbizide entwickelt die es gibt. Denn Glyphosat tötet alle vorhandenen Pflanzen ab ohne eine bedeutende Dauerwirkung (ich meine gewachsenen Boden!) und wird verhältnismäßig schnell zu Kohlendioxyd und Waser abgebaut (Endprodukte). Eine weitere positive Eigenschaft dieses Wirkstoffes: Nach über 30-jährigem Einsatz ist bis heute noch keine (mir bekannte) Grundwasserbelastung aufgetreten.Und in diesem Zusammenhang auch nicht ganz unwichtig zu wissen: Glyphosat gibt es inzwischen von zahlreichen Anbietern. Und diese Präparate sind nichts schlechter als das Original, teilweise sogar besser denn sie enthalten kein Tallowamin mehr.Bei Monsanto überkommt mich Ärger, fürchte, dass diese Firma bald unsere Erde auf dem Gewissen hat.
Diese Einstellung sei dir ungenommen! Ich finde sie, ehrlich gesagt, sogar gut! Das Problem ist im Kleingarten nämlich oft die falsche Anwendung (und dabei ist "viel hilft viel" bei Glyphost oft noch das kleinere Problem)! Denn ob man nun unkrautfreie Wege braucht und wenn, ob sich das nicht ohne Chemie erreichen läßt lasse ich mal dahin gestellt. Abgesehen davon, dass diese Anwendung für jedes Mittel verboten ist!Und durch solche Anwendungen kommt es immer wieder vor, dass den (uns) Profis dringend benötigte PSM entzogen werden, weil Kleingärtner nicht mit ihnen umgehen konnten.Ich will kein Unkrautvernichtungsmittel in meinem Garten sehen.
Ja darf man! Gerade die, im Vergleich zu anderen Mitteln, relativ geringe Anwendertoxizität zeichnet die im Kleingarten zulässigen Mittel aus. Dabei ist es inzwischen fast egal um welche PSM es geht. (Ausnahme: Dimethoat als Insektizid und die Dithiocarbamatfungizide Dithane und Polyram sind nicht ganz ohne.)Mal abgesehen davon, dass die Herbizide um die es hier ging/geht auf das Blatt und nicht auf den Boden gehören. Wenn größere Mengen von Glyphosat in den Boden gelangen, hat man einen groben Anwendungsfehler gemacht!Darf man eigentlich noch ohne Schutzhandschuhe in solcher Erde rumwühlen?
Das sollte man immer tun! Im Übrigen nicht nur bei PSM sondern auch bei der Düngung, denn auch und gerade Stickstoff (egal aus welchem Dünger!) kann das Grundwasser belasten!Überlegt vorher, was ihr in den Boden kippt oder auf die Pflanzen schmiert. Eure Kinder und Kindeskinder könnten Euch verfluchen.
Eine gute Frage! Vielfach könnte man sich fragen ob ein Eisatz wirklich erforderlich ist (Beispiel Gartenwege) oder überhaupt zulässig! Ich kann zumindest ruhigen Gewissens von mir behaupten, dass ich vor dem Verkauf genau hinterfrage was der Kunde damit vor hat. Und von mir bekommt auch niemand ein Mittel wenn offensichtlich ist, dass der Einsatz entweder unzulässig (Wege etc.) oder unsinnig ("ich weiß nicht was es ist, aber ich will spritzen" und ähnliche Aussagen) ist, auch wenn ich mich deshalb öfter mit meinem Chef in den Haaren habe... denn ich will in der Produktion meine PSM so lange wie möglich behalten!Andererseits kann ein Herbizideinsatz in bestimmten Fällen und im Rahmen der Möglichkeiten sinnvoll sein. Denn ich finde man muss auch mal sehen, dass es durchaus Menschen gibt die keine Zeit haben den ganzen Tag mit Giersch, Winde etc. ausreißen zuzubringen.Und in diesen Fällen finde ich, dass man es einem erwachsenen Menschen selbst überlassen sollte ob er ein Herbizid einsetzen will oder nicht! (Gerade diesen Satz meine ich ganz allgemein!)Und wofür das Gift? Um Arbeit zu sparen, um schnell alles perfekt und in kürzester Zeit zu schaffen?
Im öffentlichen Grün wird/wurde manchmal ein herbizides Granulat oder ein Bodenherbizid ausgebracht, nachdem die Flächen im Frühjahr gesäubert wurden. Das sind rein ökonomische Hintergründe, ansonsten wären öffentliche Grünanlagen unbezahlbar!Bei Gartenneuanlagen und besonders bei Privatpersonen wird man eher kein Herbizid einarbeiten. Schon deshalb nicht, weil Neuanlagen um ein Vielfaches empfindlicher auf Herbizide reagieren als etablierte Bestände!Alte Rasenflächen werden oft mit Glyphosat abgetötet und danach eingearbeitet um eben zu verhindern, dass die neue Fläche sofort wieder verkrautet. Das ist 1. völlig legal und 2. relativ unproblematisch.Sicher wird niemand auf die Idee kommen auf neu angelegten/eingesäten Rasenflächen irgendein Herbizid auszubringen! Das wäre auch fatal, denn die Keimlinge würden keines der einsetzbaren Herbizide überleben! Und da es sich bei im Rasen einsetzbaren Herbiziden ausschließlich um Wuchsstoffe handelt und diese ohne Dauerwirkung über das Blatt wirken wäre es hochgradig schwachsinnig diese Mittel vorbeugend einzusetzen, das weiß jeder Gärtner! Eine Ausnahme bilden Loredo/Anicon. In diesen ist als bodenaktive Komponente Diflufenikan enthalten. Da dieser Wirkstoff (oder der enthaltende Wuchsstoff Mecoprop) aber junge Gräser schädigt scheidet auch diese Variante aus!Irgendwann erfuhr ich von einem Gärtner, dass sie bei der Neuanlage von Gärten, auch in Rasenflächen, immer Unkrautvernichter einarbeiten. Ich wunderte mich schon lange, warum die Gärten der anderen so unkrautfrei waren. Aber in welcher Gartensendung wird so etwas ehrlich geäußert?
Da stimme ich voll und ganz zu! Sicher muss kein Garten perfekt sein, und wenn sich das mehr Menschen vor Augen führen würden, würden deutlich weniger PSM im Kleingarten eingesetzt werden!Aber ob ich mir meinen Garten komplett mit Winden, Giersch, Knötis etc. zuwachsen lassen wollen würde (Hilfe was für eine bescheuerte Formulierung!Ja, es ist Arbeit mit dem Unkraut, aber es ist Natur. Wir müssen uns fragen, ob die Anforderungen an die perfekte Gartengestaltung noch normal sind?
kaum, tiefer als 30-40 cm findet man (nahezu) keine Rhizome mehr.Die Wurzeln sollen bis 2 Meeter tief gehen...
Kann ich nicht bestätigen, das hängt mit Sicherheit auch vom Boden ab. 80-100cm sind hier etwa der Regelfall. Bei mehrheitlich 30-40cm wäre die manuelle Entfernung ja wie beim Giersch ein Kinderspiel.Die Wurzeln sollen bis 2 Meeter tief gehen... :-\kaum, tiefer als 30-40 cm findet man (nahezu) keine Rhizome mehr.