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Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 17:51
von casa
Ob dies gut ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Der Kunde hat es in der Hand, ob er Modezeugs kaufen will oder nicht. Und der Staudengärtner hat es in der Hand, den Kunden davon zu überzeugen, dass es Alternativen zum Mainstream gibt.
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 17:57
von raiSCH
farbtrends? .... das ist aber jetzt nicht dein ernst, oder?
Dazu ein Zitat aus dem Echinacea-Faden eines anderen Gartenforums: "Ich finde vor allen Dingen die roten und orangegelben Sorten total toll , weil sie einfach richtige Farbtupfer sind und richtig was her machen."
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 17:59
von sarastro
Und warum ist die Sichtungskommision auf die Idee gekommen, Echinacea zu sichten? Oder sind dies keine Modestauden? Aber zugegeben, Echinacea hat eine Entwicklung angenommen, die noch vor zwei, drei Jahren nicht vorauszusehen war.
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:01
von invivo
Weder Mode, noch Mainstream sind per se schlecht, sie fördern den Konkurrenzdruck und ermöglichen so Züchtungsfortschritte, außerdem halten sie die Branche im Gespräch. Man hätte das Geld schließlich auch in einen Urlaub investieren können.
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:02
von Staudo
Und warum ist die Sichtungskommision auf die Idee gekommen, Echinacea zu sichten?
Ein bisschen Aktualität darf man den Sichtern schon zubilligen. Die neuen Sorten sehen ja wirklich sehr ungewöhnlich aus. Es bleibt zu hoffen, dass von den über 60 aufgepflanzten Sorten wenigstens eine Handvoll ausdauernd, reichblütig und gesund sind.
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:05
von sarastro
Dies bedeutet nicht, dass wir morgen keine Hemerocallis mehr verkaufen, was auch wiederum am Engagement des einzelnen Unternehmers liegt. Darum behaupte ich, dass man individuell vor Ort sehr wohl steuern kann, wenngleich nichts mehr von selbst läuft.
Das ist der Punkt.Dein Post erinnert mich an meine Floristenzeit.Ich kann mich noch an die Massen an Nelken erinnern, die schön ordentlich auf gleicher Höhe mit Asperagus gebunden wurden. Dann kam die Gerbera, die Strelizie die Amaryllis etc.Alle Blumenzüchter sind aufgesprungen und haben produziert was gefragt wurde.Verständlich.Dann kam jedoch der Umschwung in der Gestaltung und siehe da, die Massenblumen und auch die vergessenen Blumen bekamen eine neue Bedeutung.Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich ein Gesteck mit einer abgebrochenen, aufgeblühten Amaryllis gemacht habe. Ganz tief in eine Schale gesteckt und ein Schildchen davor 'Züngelnde Sonne' .War der absolute Renner, ich weiß nicht wie oft das bestellt wurde. ;DIch denke das kannst Du sehr gut auf Staudenbetriebe ummünzen. Möchte ich auf den Zug nicht aufspringen und ständig neue Massensortimente produzieren, ist die Gestaltungsfreude gefragt. Dem Kunden aufzeigen, was für Effekte ich auch mit ganz normalen Pflanzen erzielen kann.Letztes Jahr habe ich ein Beet mit der allseits gehassten Cerastium bepflanzt. Die Reaktion im Umfeld, dieses furchtbare Unkraut. Heute finden es diese Ablehner, gerade im Winter sehr ansprechend. Dem Kunden aufzeigen und ihm Mut zusprechen, dass man auch mit gewöhnlichen Pfanzen schöne Gartenbilder schaffen kann.Purler sind da jetzt natürlich kein Masstab, dafür sind sie alle zu speziell
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen! ;)Ich bin wirklich ein großer Anhänger von Neuheiten und Besonderheiten. Aber nicht von diesem patentierten Schnickschnack, das morgen schon wieder verschwunden ist. Wir kleinen Staudengärtner haben dies noch in der Hand, was in Balkonpflanzenbetrieben schon längst passe ist.
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:08
von sarastro
Weder Mode, noch Mainstream sind per se schlecht, sie fördern den Konkurrenzdruck und ermöglichen so Züchtungsvortschritte, außerdem halten sie die Branche im Gespräch. Man hätte das Geld schließlich auch in einen Urlaub investieren können.
Das stimmt allerdings. Und die großen Firmen machen Werbung für die jeweilige Pflanzengruppe. Wenn ich nochmal auf die Welt komme, möchte ich mit meiner Sortimentsgärtnerei zwischen einem Baumarkt und einem Gartencenter xy angesiedelt sein. In der Beratung punktet ein Kleinbetrieb in der Regel um Häuser besser. Und der Preis ist bekanntlich sekundär.
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:11
von sarastro
Und warum ist die Sichtungskommision auf die Idee gekommen, Echinacea zu sichten?
Ein bisschen Aktualität darf man den Sichtern schon zubilligen. Die neuen Sorten sehen ja wirklich sehr ungewöhnlich aus. Es bleibt zu hoffen, dass von den über 60 aufgepflanzten Sorten wenigstens eine Handvoll ausdauernd, reichblütig und gesund sind.
Da wurden 60 Sorten besorgt, von denen morgen eine Handvoll übrig bleibt. Woher wissen wir, welche von den Jungpflanzenbetrieben bis in Ewigkeit weiter vermehrt werden? Fatal Attraction ist die beste der Rotvioletten, bei uns, vielleicht auch anderswo! Ob in Norddeutschland auch, weiß ich nicht. Es kann aber sein, dass die Firmen sie als unrentabel einstufen, bevor diese zu Ende gesichtet wurde. Und dann schauen wir durch die Finger!
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:14
von Staudo
Dem ist leider so.
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:19
von invivo
Wodurch wird eine Sorte unrentabel?Lizenzgebühren?schlechte Vermehrungsraten?hohe Ausfallquoten?
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:21
von Staudo
In erster Linie wird sie unrentabel, weil sie unmodern wird. Wenn nur noch ein paar Tausend statt einiger Millionen absetzbar sind, lohnt die Meristemvermehrung nicht mehr.
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:22
von sarastro
Wozu wird eine Sorte unrentabel? Bei großen Firmen stimmen deine Angaben. Bei mir schlicht und ergreifend dann, wenn sie niemand mehr kauft. Und die Schmerzgrenze sollte man nicht zu hoch ansetzen, denn kommendes Jahr kann es wieder anders aussehen.
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:25
von invivo
Und meristemvermehrte Sorten werden von kleineren Betrieben als Jungpflanzen von Großbetreiben zugekauft (oder als Mutterpflanzen?) und so würde dann die ganze Sorte verschwinden, wenn die großen Vermehrer sie aus dem Sortiment nehmen?
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:30
von Staudo
Die meristemvermehrten Sorten werden in speziellen Labors gezogen. Zugang zu diesen Jungpflanzen haben in aller Regel auch kleinere Betriebe. Das, was den Kohl fett macht, sind aber die Bestellungen der Großbetriebe und allen voran der Bedarf der USA. Traditionell vermehrbare Sorten, die zudem vielleicht nicht einmal Sortenschutz haben, können in den Sortiments-Staudengärtnereien am Leben erhalten werden. Echinacea dagegen sind vegetativ nur äußerst langsam zu vermehren. Außerdem neigen viele der neuen Sorten zu schlechtem Wachstum. Selbst wenn der Sortenschutz auslaufen sollte, wird es ohne Labor schwierig diese Sorten zu halten.
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Verfasst: 24. Jan 2011, 18:31
von sarastro
So isses. Und darum bin ich eher auf der sicheren Seite und kaufe so wenig wie möglich von dem patentierten Zeugs.Ich habe dies schon desöfteren erlebt, dass ich mich darauf verlassen habe, und im kommenden Katalog war die oder jene Sorte nicht mehr zu finden. Und die eigene Vermehrung ist aber über Jahre trotzdem vertraglich verboten. Darum bin ich gerne konservativ und vermehre unser "exotisches" Sortiment zu über 90 % selber.