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Modestauden - wer steuert dies? (Gelesen 21500 mal)
Moderatoren: Nina, Phalaina, AndreasR
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sarastro
Modestauden - wer steuert dies?
Modestauden - wer steuert dies?Gestern Nelken, vorgestern Dahlien, heute Echinacea, morgen Heuchera passe....Zum Großteil werden Modeströmungen von Hochglanzzeitschriften gesteuert, die wiederum von großen Jungpflanzenfirmen und Trendsettern beeinflusst werden. Was heute up to date ist, kann morgen schon in der Versenkung verschwinden. Hosta ist z.Z. so ein Kandidat, Hemos und auch Echinacea, die in einigen Jahren nicht mehr der Renner der Nation sein werden. Dies bedeutet nicht, dass wir morgen keine Hemerocallis mehr verkaufen, was auch wiederum am Engagement des einzelnen Unternehmers liegt. Darum behaupte ich, dass man individuell vor Ort sehr wohl steuern kann, wenngleich nichts mehr von selbst läuft.Fest steht jedenfalls, dass ich nicht der Meinung bin, sich in Abhängigkeit der Firmen zu begeben, welche von patentierten Modepflanzen leben. Wenn jeder Staudengärtner die gleichen Pflanzen kultiviert, was uns vorgegeben wird, wie fad und langweilig wäre dies wohl!
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Immer diese Wütbürger ...
Nein ernsthaft, mir ist nicht ganz klar worauf du hinaus willst. Hast du Angst, dass du dein Sortiment nicht mehr los wirst?Ich denke nicht, dass Trends durch Magazine ausgelöst werden, diese springen erst mit größeren Artikeln auf, wenn die Welle schon läuft. Ich glaube Auslöser ist ein züchterischer Entwicklungssprung bei einer Gattung, oder Art, der eine neue Sortenvielfalt hervorbringt und so die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Hier springen dann Sammler und andere Züchter auf. Farbtrends kommen sicher aus der Bekleidungsindustrie, siehe Violett.
Grüße
invivo
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- Staudo
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Re:Modestauden - wer steuert dies?
Ein weites Feld ...Die Modestauden werden vorrangig über Kataloge, Baumärkte und Gartencenterketten vertrieben. Im Konkurrenzkampf sind Neuheiten extrem wichtig. Also wird ständig nach Neuem gesucht. Ob diese Pflanzen gartenwürdig sind oder nicht spielt überhaupt keine Rolle. Verbraucher sind verführbar und vergesslich. Wer hat nicht schon alles ein Schweinegeld für die neuen Echinacea- oder Heucherasorten bezahlt und es hingenommen, wenn diese Pflanzen ein Jahr später im Garten unauffindbar waren?Die größeren Staudengärtnereien müssen diesen Zirkus mitmachen. Nur wer ständig neuen Käse anbietet, darf liefern ...
„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
Re:Modestauden - wer steuert dies?
farbtrends? .... das ist aber jetzt nicht dein ernst, oder?
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Markgräfin von Pieske, Gierschkultivatorin Brandenburg, zwei Gärten: Nähe Schönefeld und Nähe Fürstenwalde.
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Sammler und Züchter bestimmen aber selten den Massengeschmack. Schon gar nicht sind sie so zahlreich, dass sie die sogenannten Gesetze des Marktes beeinflussen können. Modetrends werden immer von Medien beeinflusst, die in der Lage sind, ein großes Publikum zu erreichen.
Bis jetzt ist es gut gegangen, sagte der Mann, als er am 13. Stockwerk vorbei fiel.
Don't feed the troll!
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Re:Modestauden - wer steuert dies?
na, es sind aber auch die Verbraucher, die immer etwas neues wollen.schon mal von einer garten-pur- userin gehört: bei ... kauf ich nicht, die hat noch nicht die neuesten Sorten
im Reihenhausgarten: immer an der Hecke lang
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sarastro
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Gegenbeispiel Schweiz. Ich kenne kaum ein Land, das seit Jahrzehnten auf dem Staudensektor konservativ seine Sortimentspolitik pflegt und erfolgreich verkauft! Und dabei noch die dichteste Staudengärtnerdichte hat.Ja, es stimmt, manche wollen ständig was Neues. Ich auch. Aber nicht um jeden Preis! Aber ich lasse mich nicht von irgendwelchen Modetrends beeinflussen, sondern finde, dass eine Rabdosia longituba etwas Neues und Wertvolles über Jahrzehnte ist. Und nicht eine schreiend orange Echinacea 'Dingsbums', die patentiert in zwei Jahren schon wieder vom Markt verschwunden ist. Das steckt nichts Gärtnerisches dahinter, sondern hier geht es ausschließlich um die Kohle.
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sarastro
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Wieso soll ich Angst haben? Angst haben viele Große, denen das Wasser bis zum Hals steht. Kleine Gärtnerles sind da viel flexibler und müssen gar nicht jede Modeströmung mitmachen. Von den anderen sich abheben, dies ist doch der Punkt. Und so haben es Coen Jansen, Hans Kramer sogar in Holland geschafft, wo die PFlanzen nichts kosten dürfen.Immer diese Wütbürger ...Nein ernsthaft, mir ist nicht ganz klar worauf du hinaus willst. Hast du Angst, dass du dein Sortiment nicht mehr los wirst?Ich denke nicht, dass Trends durch Magazine ausgelöst werden, diese springen erst mit größeren Artikeln auf, wenn die Welle schon läuft. Ich glaube Auslöser ist ein züchterischer Entwicklungssprung bei einer Gattung, oder Art, der eine neue Sortenvielfalt hervorbringt und so die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Hier springen dann Sammler und andere Züchter auf. Farbtrends kommen sicher aus der Bekleidungsindustrie, siehe Violett.
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sarastro
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Damit hast du dich aber mit deiner Sichtungsarbeit ins Abseits gestellt, denn von diesen Neuheiten ist nichts gesichtet bzw. hinkt die Sichtung um Jahre hinterher und stellt dann fest, dass diese oder jene Sorte schlecht ist, die schon längst nicht mehr am Markt ist. Ich bin sehr wohl der Auffassung, dass ein konservatives, gutes Sortiment für Landschaftsgärtner auch heute noch seinen Absatz findet. Und nicht nur die Pflanzen aus Katalogen und Zeitschriften, die in ihrer Aufmachung eher Sex- und Pornohochglanz ähnlich sind.Ein weites Feld ...Die Modestauden werden vorrangig über Kataloge, Baumärkte und Gartencenterketten vertrieben. Im Konkurrenzkampf sind Neuheiten extrem wichtig. Also wird ständig nach Neuem gesucht. Ob diese Pflanzen gartenwürdig sind oder nicht spielt überhaupt keine Rolle. Verbraucher sind verführbar und vergesslich. Wer hat nicht schon alles ein Schweinegeld für die neuen Echinacea- oder Heucherasorten bezahlt und es hingenommen, wenn diese Pflanzen ein Jahr später im Garten unauffindbar waren?Die größeren Staudengärtnereien müssen diesen Zirkus mitmachen. Nur wer ständig neuen Käse anbietet, darf liefern ...
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Ja eben, darum frage ich mich, warum dich das normale Marktgeschehen so stört. (bezieht sich auf #7)
Grüße
invivo
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casa
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Nur mal ein paar Zahlen, die zeigen, wo die Meinungsmacht sitzt:Landlust 440.000 ExemplareMein schöner Garten 320.000 ExemplareWohnen und Garten 260.000 ExemplareDie Gartenzeitung 120.000 ExemplareLisa Blumen und Pflanzen 92.000 ExemplareGärtnern leicht gemacht 69.000 ExemplareWenn in diesen (und vielen anderen) Blättern Artikel wie "Modefarben im Gartenfrühling 2011", "Die Trends im Staudenbeet" oder "Blütenpracht im Sommerbeet" erscheinen, dann kaufen Millionen Leser eben genau das. Die produzierenden Industrie ist drauf eingestellt, und ab geht der Trend. Der größte Teil der Käufer sind eben keine Sammler und Liebhaber, sondern Leute, die es im Sommer "irgendwie bunt" haben wollen, und zwar möglichst nach der aktuellen Mode. Alle anderen werden von den Stauden-Spezialgärtnereien bedient. Das ist in vielen anderen Branchen doch genau so.
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sarastro
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Freier Markt - ist ja o.k, bin ich ein großer Anhänger. Aber alles schön finden muss man deshalb noch lange nicht. Wer immer alles kritiklos hinnimmt....
Re:Modestauden - wer steuert dies?
Das ist der Punkt.Dein Post erinnert mich an meine Floristenzeit.Ich kann mich noch an die Massen an Nelken erinnern, die schön ordentlich auf gleicher Höhe mit Asperagus gebunden wurden. Dann kam die Gerbera, die Strelizie die Amaryllis etc.Alle Blumenzüchter sind aufgesprungen und haben produziert was gefragt wurde.Verständlich.Dann kam jedoch der Umschwung in der Gestaltung und siehe da, die Massenblumen und auch die vergessenen Blumen bekamen eine neue Bedeutung.Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich ein Gesteck mit einer abgebrochenen, aufgeblühten Amaryllis gemacht habe. Ganz tief in eine Schale gesteckt und ein Schildchen davor 'Züngelnde Sonne' .War der absolute Renner, ich weiß nicht wie oft das bestellt wurde. ;DIch denke das kannst Du sehr gut auf Staudenbetriebe ummünzen. Möchte ich auf den Zug nicht aufspringen und ständig neue Massensortimente produzieren, ist die Gestaltungsfreude gefragt. Dem Kunden aufzeigen, was für Effekte ich auch mit ganz normalen Pflanzen erzielen kann.Letztes Jahr habe ich ein Beet mit der allseits gehassten Cerastium bepflanzt. Die Reaktion im Umfeld, dieses furchtbare Unkraut. Heute finden es diese Ablehner, gerade im Winter sehr ansprechend. Dem Kunden aufzeigen und ihm Mut zusprechen, dass man auch mit gewöhnlichen Pfanzen schöne Gartenbilder schaffen kann.Purler sind da jetzt natürlich kein Masstab, dafür sind sie alle zu speziellDies bedeutet nicht, dass wir morgen keine Hemerocallis mehr verkaufen, was auch wiederum am Engagement des einzelnen Unternehmers liegt. Darum behaupte ich, dass man individuell vor Ort sehr wohl steuern kann, wenngleich nichts mehr von selbst läuft.
LG Margrit
"Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die grosse Menge nicht sieht" (Laotse)
"Willst du wertvolle Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die grosse Menge nicht sieht" (Laotse)
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sarastro
Re:Modestauden - wer steuert dies?
genau so. Ob dies gut ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Zumindest ist die Staude im Vordergrund. Auch als Wegwerfartikel zum Behübschen.Nur mal ein paar Zahlen, die zeigen, wo die Meinungsmacht sitzt:Landlust 440.000 ExemplareMein schöner Garten 320.000 ExemplareWohnen und Garten 260.000 ExemplareDie Gartenzeitung 120.000 ExemplareLisa Blumen und Pflanzen 92.000 ExemplareGärtnern leicht gemacht 69.000 ExemplareWenn in diesen (und vielen anderen) Blättern Artikel wie "Modefarben im Gartenfrühling 2011", "Die Trends im Staudenbeet" oder "Blütenpracht im Sommerbeet" erscheinen, dann kaufen Millionen Leser eben genau das. Die produzierenden Industrie ist drauf eingestellt, und ab geht der Trend. Der größte Teil der Käufer sind eben keine Sammler und Liebhaber, sondern Leute, die es im Sommer "irgendwie bunt" haben wollen, und zwar möglichst nach der aktuellen Mode. Alle anderen werden von den Stauden-Spezialgärtnereien bedient. Das ist in vielen anderen Branchen doch genau so.
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Re:Modestauden - wer steuert dies?
Das verstehe ich jetzt überhaupt nicht. Die Sichtung sucht doch genau die gartenwürdigen Stauden abseits von Modeströmungen. Na klar hinkt die Sichtung bei einer dreijährigen Prüfphase hinterher. Was danach gut bewertet wird ist zwar mittlerweile nicht mehr der neueste Schrei, aber dafür eine gute Gartenstaude.Damit hast du dich aber mit deiner Sichtungsarbeit ins Abseits gestellt, denn von diesen Neuheiten ist nichts gesichtet bzw. hinkt die Sichtung um Jahre hinterher und stellt dann fest, dass diese oder jene Sorte schlecht ist, die schon längst nicht mehr am Markt ist.
„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck