Die großen und schweren baulichen Arbeiten an der Baugrube hatten ihren Abschluß erreicht, ein kleines Aufatmen war gestattet.Der Baufortschritt wurde leichter und auch schöner, es ging in die Richtung welche der Teich als solcher vorgibt: Naturnah, ein Pflanzenteich welcher eine beschränkte Schwimmfläche als Schmankerl darbietet.Aber zunächst zum Füllwasser.Es stammt aus einem Brunnen, hier die Wasserwerte:
- KH 17 °dKH
- GH 14 °dGH
- NH4 <0,05 mg/l
- NO2 <0,01 mg/l
- NO3 7 mg/l
- PO4 <0,02 mg/l
- Fe <0,02 mg/l
Eine hohe Karbonathärte -das ist in meiner Gegend normal- und einen merklichen Nitratanteil, aber alles in allem noch im erträglichen Bereich.Testhalber wurden ein, zwei Liter von diesem Füllwasser auf ein vier Quadratmeter großes EPDM-Folienstück gegeben, eine längere Zeit einwirken lassen und nochmals messen. Die einzigste Änderung war ein leichter Anstieg vom Phosphat PO
4 auf etwa 0,05 mg/l, auch das ist noch völlig i.O.Dann kam die Ufermatte dran. Irgendein Anbieter hatte einmal geschrieben das man sie vor der endgültigen Verlegung wässern soll, ich weiß jetzt auch warum.Sie ist, wahrscheinlich herstellungsbedingt, mit einer Art Seifenkonzentrat versehen, die pure Katastrophe. Ein wenig Füllwasser durchgeleitet und gemessen... Ich habe die genauen Werte damals nicht notiert, beim Phosphat reichte die Farbreferenzkarte des JBL-Tröpfchentestes nicht mehr aus. Den Messkoffer zugeklappt, die drei Ufermattenrollen sofort einen Tag lang permanent gespült, wieder gemessen. Die Seife war raus, nur noch leicht erhöhte Phosphat- und Nitritwerte.Jetzt zum Substrat.Welches nimmt man, Erde, Ton, Lehm, Kies oder gar Spezialmischungen? Wie stark soll es eingebracht werden?An dieser Stelle darf und kann ich es kurz machen. Das im ersten Posting erwähnte Fachforum zu Gartenteichen hat noch einen weiteren Fachbeitrag von StefanS aus dem Jahr 2003 offen lesbar, einen
Fachbeitrag zum Teichsubstrat. Alles Wichtige zu dieser Thematik ist dort abgehandelt und ich zitiere die Kernaussage direkt:
Mein Vorschlag zum Teichsubstrat ist deshalb schnell unterbreitet:In reine Pflanzenteiche gehört Verlegesand, also feinster Sand mit 20 bis 30 % braunem Lehmanteil. Beziehen kann man diesen Sand - ggf. unter anderem Handelsnamen - bei vielen Baustoffhändlern, aber oft auch sehr billig bei Kiesgruben und Kiesbaggereien (ist oft sogar ausgesprochen billig, da “Abfall”).In Teiche mit Fischen gehört nicht allzu feiner Sand bis zur Körnung 2 mm. Dieser ist ebenfalls für Schwimmteiche geeignet....Kies ist für mich eine Fehlinvestition (Kies ist vergleichsweise teuer) für jeden Gartenteich. Er setzt sich schnell zu, wird unansehnlich und backt mit dem Schlick zu einer zähen Masse zusammen.
Dem ist nichts hinzu zufügen, außer einer kleinen Vorjahreserfahrung mit exakt demselben Substrat im kleinen Filterteich. Rein optisch sind die dort gepflanzten Pflanzen explodiert, ich habe dieses Jahr schon auslichten müssen. Wahrscheinlich hat das Hornkraut den KH Wert auf 12 °dKH gebracht, die später eingesetzten Krebsscheren haben nicht mehr empfindlich darauf reagiert. So wurden bereits während des Aushebens der Teichgrube 13 Tonnen (10 € /to) Kiessand 0/2 mm aus der örtlichen Kiesgrube angeliefert, er enthält keinerlei Lehmanteil, das ist einfach nicht lieferbar da er aus dem Wasser gefördert wird. Den Lehmanteil habe ich extra anliefern lassen, in der örtlichen Ziegelei wurden drei Tonnen Lehmgranulat dem Produktionsprozess abgezweigt und gegen einen kleinen Obolus fanden sie zu mir.Auf dem folgenden Bild ist in der Nahaufnahme der Kiessand zu sehen, gleich daneben (mit Zollstock) das Lehmgranulat in kleinen Plättchen. Der Bagger hatte dann mit der Schaufel beide Haufen mehrmals durchgemischt, das dauerte nur ein paar Minuten. Das Lehmgranulat wäre sonst unweigerlich zu einem festen Block getrocknet oder zu einem großen Matschhaufen zusammengesackt, je nach Witterung.So war es optimal durchgemischt und mit Folie bis zur Verteilung im fertigen Teich vor Regenschauern geschützt.

Das Einbringen des Substrates mittels Schubkarre ist eine Fleißaufgabe und hat drei Tage (genauer gesagt Nachmittage) gedauert. Die Schichtstärke liegt bei 5 … 10 cm.Gegenüber der Schwimmfläche von 66 m² beträgt die Filter/Regenerationsfläche 190 m². Das „Klärloch“ mit 1,60 m Tiefe als Teil der Filter/Regenerationsfläche weist etwa vier Quadratmeter auf, das ist für diese Größenverhältnisse völlig ausreichend.Es sollten über 700 Wasserpflanzen gesetzt werden, bei den Händlern (ich lege nicht gern alle Eier in einen Korb) waren die Voranfragen schon lange in "Sack und Tüten" und die verbindlichen Bestellungen warteten auf den Abruf meinerseits.

Bei solch einem Projekt muss ich an dieser Stelle unbedingt den Zeitfaktor ins Spiel bringen.Die Befüllung dieses Teiches dauert mehrere Tage, und es sollte trocken bleiben. Regnet es in diesem Zeitraum wird logischerweise das gesamte Substrat feucht oder nass und das ist dann suboptimal. Ich habe immer im trockenen Substrat stehend an der Wassergrenze gepflanzt, im feuchten Substrat. Auf dem folgenden Bild kann man sehr schön sehen wie der lehmhaltige Kiessand das Wasser nach oben zieht, in diesem feuchten Rand oder auch ein paar Zentimeter tief im Wasser wurde gepflanzt.

Also mit steigendem Wasserspiegel und das dauert eben ein paar Tage. Die Pflanzen ruhten solange im artgerechten Quartier und wurden dann Stück für Stück gesetzt.Mit dem „Wasser marsch!“ im Schwimmbereich wurden die Bestellungen der Pflanzen abgerufen, nach ein paar Tagen hatte der Wasserspiegel das Substrat erreicht und die mittlerweile eingetroffenen Pflanzen konnten gesetzt werden. (ein paar Sorten kamen dann doch erst später, es ist wie immer mit den Händlern, diese wurden vorsichtig im Schneckentempo Unterwasser gepflanzt sonst wirbelt alles auf)Der Grundriss des Teiches war im A2-Format ausgedruckt und der in der Planungsphase erstellte Pflanzplan skizziert. Die gesamte Familie hat gepflanzt, ohne solch einen Plan wäre es absolut nichts geworden, das Chaos wäre komplett gewesen. Ich will mich auch nicht so verstanden wissen das es ein durchgestylter Pflanzplan ist welcher akribisch eingehalten werden muss. In der Praxis wurde teilweise noch etwas geändert, ein Händler hatte mir z.B. recht freizügig zu viele Exemplare geschickt…Und es kam die Anfangstrübung. Ich kann es nicht besser schreiben und darf einmal direkt zitieren aus Dobler/Fleischer: Der Schwimmteich im Garten
Da gibt es zum Beispiel die Anfangstrübung: Wenn ein neu fertiggestellter Teich erstmals mit Wasser gefüllt wird, setzt nach wenigen Tagen eine Grünfärbung des Wassers ein, mit immer geringerer Sichttiefe; schließlich kann tatsächlich ein erbsensuppiger Eindruck entstehen, mit ganz ungustiösen Schlieren und Blasen. Nun: das ist haargenau der Zeitpunkt, um den Teich stolzgeschwellt allen jenen Verwandten und Freunden vorzuführen, die man später nicht als dauerhafte Badegäste da haben will. Denn diese Anfangstrübung vergeht vollständig, sowie die Pflanzen verwurzelt sind und gedeihen und sich alle biologischen Kreisläufe etabliert haben. Das kann freilich, je nach Sonneneinstrahlung und Wassertemperatur, von einigen Wochen bis zu rund zwei Monaten dauern.
Genau so ist es gekommen, auch mit dem Freunde einladen (es funktioniert).

Schlieren und Blasen waren zwar keine da aber die Grünfärbung. Nach vier Wochen wurde es jeden Tag um eine Einstiegstufe tiefer klarer. Mein Füllwasser ist recht gut und außerdem wurde selbstverständlich der kleine, bereits eingefahrene Filterteich aus dem Vorjahr genutzt. Ein behelfsmäßiger Kreislauf mit einer Unterwasserpumpe wurde installiert und jeden Tag zwei m³ Wasser aus dem großen Teich nach oben gepumpt, dort durchströmt es den kleinen Filterteich und fließt zurück in den großen.Es war eine Megaimpfung. Ich konnte einen Gang zurück schalten, die Pflanzen waren erfolgreich gepflanzt.

Die Wasserwerte von Mitte Oktober:
- KH 17 °dKH
- GH 18 °dGH
- NH4 <0,1 mg/l
- NO2 <0,05 mg/l
- NO3 8 mg/l
- PO4 <0,1 mg/l
- Fe <0,02 mg/l
Leicht erhöht gegenüber dem reinen Füllwasser, interessant ist der Nitritpeak (anfang Dezember lag das Nitrit wieder bei 0,01 mg/l), ich vermute das es vom WU-Beton kam.Jetzt, Ende August folgten die zeitunkritischen Restarbeiten.Der Überlauf, der Bachlauf, das Durchsieben von etwa 40 to Mutterboden für die Ufergräben, die Drainage der Bachlaufwandung und in den Ufergräben, den Einstieg nivellieren und überhaupt alles nivellieren.Fortsetzung folgt…