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Patentierte Pflanzen (Gelesen 8328 mal)
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Re:Patentierte Pflanzen
Die allermeisten Züchtungen kommen aus spezialisierten Züchtungsabteilungen. Die wollen sich ihre Arbeit bezahlen lassen. Das ist nicht verwerflich.
„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
Re:Patentierte Pflanzen
Wie viele Zierpflanzen mit Sortenschutz behaupten sich wirklich auf dem Markt und erreichen über eine längere Zeit einen Marktanteil, der wirklich bemerkenswert ist?Die Hortensien in den blauen Töpfen haben hier auch schon einen besseren Abverkauf gehabt als in dieser Verkaufssaison.
Gartenanarchist aus Überzeugung! Und ich bin kein Experte sondern immer noch neugierig...
- lerchenzorn
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Re:Patentierte Pflanzen
Völlig richtig.Die allermeisten Züchtungen kommen aus spezialisierten Züchtungsabteilungen. Die wollen sich ihre Arbeit bezahlen lassen. Das ist nicht verwerflich.
Re:Patentierte Pflanzen
Stimmt nicht ganz. Die allermeisten Sorten bei den Stauden sind immer noch Zufallsfindlinge oder Auslesezüchtungen. Außer im Zierpflanzenbau, da sieht es ein wenig anders aus. Und in den USA gibt es Betriebe, die gezielt züchten. Auch bei den Echinacea spielt die Zufallsbreite in riesigen Sämlingsbeeten die Hauptrolle. Und sogar in der Natur werden panaschierte Sorten und gewollte Auslesen von stinknormalen Wildarten gefunden, die dann patentiert werden. Und wenn wer meint, dieses schützen zu müssen, soll es tun. Dann kann er seine Reise damit längerfristig finanzieren. Wenn also Sedum spec. 'Buntblatt' in Kasachstan gefunden und geschützt wird, bleibt mir als kleiner Gärtner nur übrig, diese durch Aussaat zu vermehren und zu hoffen, dass ein weiterer, ähnlicher panaschierter Sämling sich darunter befindet. Diesen kann ich dann durch meinen eigenen Namen selbst weitervermehren. Ist sozusagen die Rache des kleinen Mannes. Diese Patentiererei ist nicht nur ein bürokratischer Aufwand, sondern kostet viel Geld. Es lohnt sich eben nur, wenn dementsprechende Mengen abgesetzt werden. Und Zehntausend sind bei einer entsprechenden Absatzschiene eines großen Staudenbetriebes überhaupt kein Problem. Außerdem ist es billiger, in Serien schützen zu lassen. Also Phlox pan. 'Piepegal Rot', 'Piepegal Blau', usw. ;)Habe darüber schon mit sehr vielen Leuten diskutiert. Ein heikles Thema.Die allermeisten Züchtungen kommen aus spezialisierten Züchtungsabteilungen. Die wollen sich ihre Arbeit bezahlen lassen. Das ist nicht verwerflich.
- Mediterraneus
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Re:Patentierte Pflanzen
... kauf ich nicht. Ganz konsequent!
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Re:Patentierte Pflanzen
"Patentierte Pflanzen" und "Sortenschutz" ?Das kann man doch eigentlich gar nicht synonym verwenden, oder

Re:Patentierte Pflanzen
Das ist vollkommen richtig.
Ich verstehe die Aufregung nicht so ganz. Wenn unverkäufliche Sorten Sortenschutz bekommen, ist mir das herzlich egal, den ganzen Neuheiten-Neuheiten-Hype ignoriere ich ebenfalls weitgehend und wenn ich ein paar Brunnera 'Jack Frost' brauche, bezahle ich halt die Lizenz.

„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck
Re:Patentierte Pflanzen
In welchen Größenordnungen bewegen sich denn die Investionen für den Schutz einer neuen Staudensorte so etwa. 1000 €, 10.000 € oder gar 100.000 €.Hieraus werde ich nicht so ganz schlau

Re:Patentierte Pflanzen
Ich auch (noch) nicht.Warum soll ein Züchter, ganz unabhängig von seiner wirtschaftlichen Bedeutung, nicht mit jeder verkauften Pflanze seiner Sorte am Ertrag beteiligt sein, wie ein Autor im Buchgeschäft?Ich verstehe die Aufregung nicht so ganz.
- wallu
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Re:Patentierte Pflanzen
Das hängt u.a. davon ab, in wievielen Ländern man den Patentschutz beantragt. Wenn alles glatt läuft, bewegt man sich in einer Größenordnung von <10000 Euro.Zumindest ist dies beim Patentieren von neuen chemischen Produkten so; da hatte ich schon viel mit zu tun. Normalerweise ist der Ablauf der folgende (für Europa; stark vereinfacht): Man (das ist im allg. ein Patentanwalt) reicht einen Patentantrag (d.h. eine detaillierte Beschreibung von dem, was man patentieren möchte) ein beim europäischen Patentamt. Dieses prüft den Antrag auf Patentwürdigkeit (Kriterien: Neuheit, Nutzen, etc.). Wird diese zugestanden, erfolgt eine sogenannte Offenlegungsschrift, d.h. der Patentantrag wird ein Jahr lang veröffentlicht und jeder kann dagegen Einspruch erheben. Gibt es den nicht bzw. wird dieser abgewiesen, wird das Patent erteilt. Der Patentschutz dauert 20 Jahre.In welchen Größenordnungen bewegen sich denn die Investionen für den Schutz einer neuen Staudensorte so etwa. 1000 €, 10.000 € oder gar 100.000 €.Hieraus werde ich nicht so ganz schlau![]()
Viele Grüße aus der Rureifel
Re:Patentierte Pflanzen
Und warum hast du dann nicht bei den Anemonen mitpartizipiert, in dem du sie schützen ließest?Ich auch (noch) nicht.Warum soll ein Züchter, ganz unabhängig von seiner wirtschaftlichen Bedeutung, nicht mit jeder verkauften Pflanze seiner Sorte am Ertrag beteiligt sein, wie ein Autor im Buchgeschäft?Ich verstehe die Aufregung nicht so ganz.

- lerchenzorn
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Re:Patentierte Pflanzen
Bei denen ist mir die geistige / züchterische Leistung sonnenklar. Und auch die Berechtigung des Schutzes und der Vergütung.Die Schutzgebühr regt mich auch nicht auf, wenn ich unbedingt einmal die eine oder andere Pflanze haben möchte. Ich kapier nur nicht den Schutzgrund bei Zufallsfunden.Vielleicht zielte blommorvans Eingangsfrage aber auch dahin, was ich nun mit einer solchen Pflanzen anstellen darf, wenn ich sie gekauft habe. Ich darf sie nicht zum Verkauf vermehren, das ist klar. Aber darf ich sie- für mich vermehren- für andere unentgeltlich vermehren- gar nicht vermehren- für alle denkbaren Zwecke vermehren, aber nicht unter ihrem geschützten Namen verbreiten?usw.Die allermeisten Züchtungen kommen aus spezialisierten Züchtungsabteilungen. Die wollen sich ihre Arbeit bezahlen lassen. Das ist nicht verwerflich.
Re:Patentierte Pflanzen
In der Grauzone Sortenschutz und Namensschutz (Trademark?) blicke ich irgendwie immer noch nicht ganz durch.So viel ich weiß, darf man zu privaten, nicht kommerziellen Zwecken schon vermehren oder ist das doch nicht richtig? ???Beim "echten Sortenschutz" gibt es dann ja wohl auch noch Unterschiede. Für manche Sorten kannst du offenbar Lizenzen auch für kleinere Stückzahlen relativ einfach kaufen.Für andere gibt es "Exklusiv-Lizenzen", wie für Cornus 'Venus' oder die Hydrangea ENDLESS SUMMER Serie, wo es nationale Monopole mit einem einzigen Anbieter gibt, der die Preise auch für manchmal fragwürdige Pflanzenqualitäten hochtreiben kann. Der Endverkaufsbetrieb macht dann entweder mit, oder lässt es.Im Rosenbereich gibt es so etwas mit einer exklusiven Gruppe von Lizenznehmern auch. Als lizensierter Produzent hast du dann vielleicht garantierte Mindestpreise für diese Pflanze. Aber wenn der Lizenzgeber jährlich seine Gebühren erhöht und die Lizenzbedingungen verschärft, nützt dir das wenig, wenn der Markt zusammenbricht und du auf deinen Pflanzen sitzen bleibst.
Gartenanarchist aus Überzeugung! Und ich bin kein Experte sondern immer noch neugierig...
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Re:Patentierte Pflanzen
Tja, was ist die patentierbare Leistung bei einem Zufallsfund?Biete ein zu diskutierendes BeispielErstmal finden. Dann rausfinden, obs was besonderes ist. Dann rausfinden, wie mans vermehren und damit erhalten könnte. Material zum Vermehren schicken. Dort schon mal gegen "Klau" einschreiten. Infos einholen, ob sich ein Schutz lohnen würde. Vermehrung bezahlen.Dann: zarteste Pflänzchen vorm Abbrechen über mehrere Winter bekommen. Vertrauenswürdige Menschen in verschiedenen Klimazonen Europas suchen, einige Hainbuchenwinzlinge verschicken.Die restlichen an wühlmaus- und sonst sichere Plätze pflanzen, und zwar geschützt und ungeschützt, sonnig und schattig etc.Mehrere Jahre beobachten. In vielleicht 5 Jahren wenn sie dann noch vorhanden und nicht in den Ursprung zurückgeschlagen sind etc. wieder zum Vermehren geben. Das kostet auch.Und dann in vielleicht 7 Jahren beim Nachbarn zufällig in einen dieser bunten Kataloge gucken und da fällt der Blick auf:bunte Hainbuchenhecke, Weltneuheit! Nur bei ....Mist, doch geklaut
.

Es wird immer wieder Frühling