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Re: Was für eine Birne ist das? Wildbirne, Mostbirne, Steinbirne?
Verfasst: 17. Sep 2016, 19:36
von Rib-2BW
Im unten verlinkten Dokument werden die Früchte bis 3,5 cm angegeben. Ob´s Dornen oder Stachel sind... Ich bin kein Botaniker. Dort im Dokument werden die Unterschiede genauer dargelegt. Ja, ich weiß dass eine Wildbirne nicht einfach so auftaucht. Es soll ja so verrückte Leute geben, die dennoch eine Wildbirne geholt haben. Die Bilder haben ja nich alle Details des Baumes gezeigt.
Wir werden auch nicht herausfinden ob das eine Sorte oder ein Wildling ist. Aber ob das die Wildbirne ist können wir schon herausfinden. Einfach mal vergleichen. Ab Seite sechs
http://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/service/dateien/w23_beitraege_zur_wildbirne_gesamtheft_gesch.pdf
Re: Was für eine Birne ist das? Wildbirne, Mostbirne, Steinbirne?
Verfasst: 17. Sep 2016, 19:40
von Rib-2BW
Das mit den Stacheln sind Sproßdorne. Wildbirnen können die haben ist aber kein muss. Genau wie bei Holzapfel oder Pflaume
Re: Was für eine Birne ist das? Wildbirne, Mostbirne, Steinbirne?
Verfasst: 18. Sep 2016, 00:05
von Gartenplaner
Gaaanz ruhig - aus den Früchten will ich in erster Instanz erstmal gar nix machen - wenn allerdings Kochen zu Mus möglich gewesen wäre, hätt ichs zumindest mal versucht.
Dorne oder Spitztriebe hat sie nirgendwo, ob die Knospen spitz sind, kann ich jetzt leider schon nicht mehr nachprüfen, bin wieder in Düsseldorf, nächstes Mal dann vor Ort wieder.
So lange sie mir bewusst auffallen waren sie immer so klein und immer ziemlich viele.
Die Frucht vom Foto hab ich mit nach Düsseldorf genommen, die war allerdings noch nicht abgefallen, ich hab sie gepflückt, aber sie fangen jetzt langsam an, runter zu kommen.
Ich hab grad mal reingebissen - man hat SOFORT ein extrem pelziges Gefühl auf den zubeißenden Zähnen und auf der Zunge...bäää.....allein vom Saft - und zu meinem Erstaunen hat sie etwas Saft.....also doch eher so in die Richtung Scheidbirne wohl...
Ich freu mich auch sehr am Baum, ist der mächtigste Obstbaum momentan im Garten - mit einer einzigen Mistel mit Beeren im Frühjahr zudem noch drauf.
Auch wenn sie nicht bestimmbar sein mag :)
Re: Was für eine Birne ist das? Wildbirne, Mostbirne, Steinbirne?
Verfasst: 7. Dez 2020, 11:19
von Gartenplaner
Kleines weiteres Puzzleteil - dieses Jahr fiel mir auf, dass die kleinen abgefallenen Birnen teilweise sehr gelb gefärbt waren, ich hab dann nochmal eine Beißprobe gemacht - zu meinem großen Erstaunen hatten diese gelben Früchte neben den ganz viel Bäh-Gerbsäuren auch noch sehr viel Birnenaroma 8)
Re: Mostbirnen
Verfasst: 7. Dez 2020, 13:11
von Gartenplaner
cydorian hat geschrieben: ↑3. Dez 2020, 18:23... Ich hatte die "Luxemburger Mostbirne" ...
Ich hab ja die Bestimmung des noch nicht ganz abgehakt -
hier steht, dass typisch für die Sorte ist, dass das Laub grob gesägt und stark "wollig" sei - was darf man sich darunter vorstellen?
Re: Re: Mostbirnen
Verfasst: 7. Dez 2020, 13:53
von Feinschmecker
Vielleicht interessiert Dich diese Veröffentlichung?
https://shop.pomologen-verein.de/Obstsorten-regional/Weinbirnen-Kultur-in-der-Westpfalz?source=2&refertype=7&referid=125
Re: Re: Mostbirnen
Verfasst: 7. Dez 2020, 14:11
von ringlo
Vielleicht wendest du dich an Richard Dahlem vom Pomologenverein.
In "Äpfel und Birnen aus Luxemburg" steht, dass in Luxemburg vorgefundene Altbäume der Luxemburger Mostbirne oft Krüppelfrüchte hatten. Deine Fotos lassen schon eine Ähnlichkeit erahnen.
Aroma hat sie ("Schnapsbirne")
(Betzelsbirne könnte es auch sein, ist aber andere Ursprungsgegend; Sievenicher ist auch so eine kleine, grüne Birne)
Re: Re: Mostbirnen
Verfasst: 7. Dez 2020, 14:18
von Gartenplaner
Leider hatte ich damals kein Foto von den wirklich reifen Früchten gemacht - die werden nämlich dann gelb, das fiel mir erst dieses Jahr auf.
Ansonsten passt schon Gegend, Luxemburg, und Reifezeit, Ende Oktober und November und die Form.
Ich hatte grad noch diese Seite gefunden, die mir auch sehr ausführlich scheint:
https://www.birnhirn.at/sorte_erkennen
Trotzdem sehen sich dann doch auch wieder Sorten sehr ähnlich, vor allem, wenn man keinen Größenvergleich hat....
Wahrscheinlich wärs am sinnvollsten, wenn sich jemand wie Herr Dahlem den Baum anschauen würde :-\
Re: Was für eine Birne ist das? Wildbirne, Mostbirne, Steinbirne?
Verfasst: 7. Dez 2020, 16:37
von cydorian
Habe keine Ahnung, wie "wolliges Laub" bei Birnen aussehen soll und kann auch nicht am betreffenden Baum nachsehen, weil jahreszeitbedingt kein Laub an den Bäumen hängt.
Meiner Ansicht nach ist der Begriff ein Fehlgriff, wollig sind z.B. Salbeiblätter, Artischockenblätter, aber an Birnen ist mir so deutlich spürbarer Filz noch nie aufgefallen. Vermutlich soll der Begriff eine samtigere, mit kurzen Häärchen besetzte Blattunterseite bezeichnen, aber so gross können die Unterschiede bei Birnen nicht sein, dass mir das je aufgefallen wäre.
Die Luxemburger ist relativ gross für eine Mostbirne, 100g - Früchte, das unterscheidet sich krass von deiner Birne. Ich halte es für ausgeschlossen, dass es diese Sorte ist, ganz egal was da noch für Viren und Sonderfaktoren mitspielen mögen.
Re: Was für eine Birne ist das? Wildbirne, Mostbirne, Steinbirne?
Verfasst: 7. Dez 2020, 17:15
von Gartenplaner
Danke für die Einschätzung, mich wunderte dieses "wollig" auch sehr, ich kenne Birnenblätter eher als glänzend und glatt - allerdings hab ich auch bei meiner die Unterseite noch nie genau angeschaut.
Was die Größe betrifft - meine Birne reift Mitte-Ende Oktober, die Bilder sind allerdings von Früchten, die ich im September abgepflückt hatte, wie geschrieben hab ich erst dieses Jahr wirklich registriert, dass sie auch noch gelb werden, wenn reif.
Insofern sind sie wohl auch einen Monat später nochmal etwas größer.....blöd, dass ich jetzt erst über den Mostbirnen-Thread gestolpert bin, muss ich nächstes Jahr nochmal genauer schauen.
Re: Was für eine Birne ist das? Wildbirne, Mostbirne, Steinbirne?
Verfasst: 7. Dez 2020, 17:53
von cydorian
Die legen eigentlich im letzten Monat vor Reife kaum mehr an Grösse zu, wie alle Kernobstsorten. Nur die ganz schnellen und ersten Sommersorten haben noch geringe Zuwächse, während sie schon reifen.
Kleinfrüchtige Most- oder Brennbirnen gibts viele, wie schon im Thread erwähnt. Da gibts richtige Winzfrüchte, z.B. die Normännische Ciderbirne. Klein sind auch ebenfalls schon erwähnte Kirchensaller (die häufigste, weil als Unterlage verwendet), Kittemer, Wildling von Einsiedel, Berglerbirne, Masselbacher Mostbirne (erstklassige Qualität), Sülibirne, Wittfelder, Volkmarser Birne (beide wenig Gerbstoffe), Bogenäckerin, Palmischbirne....
Kochbirnen sind in der Regel grosse Birnen. Bomben wie St. Remy erreichen bis zu einem halben Kilo. Auch Sipplinger, Paulsbirne, Feuchtwanger Winterbirne, Pfundbirne, Fellbacher kannste ausschliessen. Such bei den Kleinen oder freu dich über einen Sämling ohne Bezeichnung.
Re: Was für eine Birne ist das? Wildbirne, Mostbirne, Steinbirne?
Verfasst: 7. Dez 2020, 18:48
von Sven92
Wollige Blätter?
Da kommt mir nur die Schneebirne Pyrus Nivalis in den Sinn. Früchte würden sogar ähnlich aussehen, die Blätter sind jedoch schlecht zu erkennen auf den Fotos.
Re: Was für eine Birne ist das? Wildbirne, Mostbirne, Steinbirne?
Verfasst: 7. Dez 2020, 19:22
von Gartenplaner
Nee, in der
Beschreibung zur Luxemburger Mostbirne wird dieses Merkmal aufgeführt - ich hab die Blätter von meiner aber als zumindest oberseits glatt und glänzend in Erinnerung
Re: Was für eine Birne ist das? Wildbirne, Mostbirne, Steinbirne?
Verfasst: 8. Dez 2020, 07:46
von Tara2
cydorian hat geschrieben: ↑7. Dez 2020, 17:53Bomben wie St. Remy erreichen bis zu einem halben Kilo.
Wie ist die denn eigentlich so? Meine hat noch nicht getragen.
Re: Was für eine Birne ist das? Wildbirne, Mostbirne, Steinbirne?
Verfasst: 9. Dez 2020, 14:13
von ringlo
Das mit den „wolligen Blättern“ bei der Luxemburger Mostbirne habe ich jetzt auch mehrmals gelesen.
Wilhelm A. Schleicher, Mostbirnen
„Char. ist das stark wollige Laub und die grauen, an den Enden wolligen Triebe.“
Walter Hartmann, Farbatlas Alte Obstsorten, nur in der 1.Auflage, 2000,
„Große, eirunde Blätter, ganzrandig und stark wollig“
Nächstes Jahr schaue ich mir das einmal genauer an, falls es Früchte gibt in der Mostbirnenallee.