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semicolon hat geschrieben: ↑26. Sep 2026, 23:01
Wenn Du Kokos nochmal eine Chance geben willst, könntest Du die Premium-Linie von Wild & Coco ausprobieren....
Danke, werd schauen ob es das hier gibt. Hatte bloß eine Kokosvariante von Hofer/Aldi probiert und eine andere Sorte von Rewe. Die mit Frucht sind mir für Müsli viel zu süß, obwohl die so nicht schlecht schmecken.
Hier gibt's nicht so die Riesenauswahl, ich muß eben mal in den großen Reform/Bio-Laden fahren.
Unterschiedliche Ketten fahren international unterschiedliche Produktstrategien, teilweise mit eigenen Produktinterpretationen - das macht es leider schwieriger. Ich finde den Lidl generell qualitativ besser als den Aldi, vor allem Lidl Niederlande ist fast sowas wie ein vegan Wonderland. Aber es wäre interessant zu erfahren, wie es sich in Österreich verhält.
Hier in meiner Gegend dominieren Billa, Spar und Hofer, das nette Bio-Cafè in der Nähe mit spezialisiertem Sortiment und Bestellmöglichkeiten ist leider Besitzerwechsel und Corona zum Opfer gefallen und jetzt der 4. Dönerladen in der Straße dort.
Lidl hat im umgebauten EKZ in der Nähe neu eröffnet, das ist ein Grund dort mal hinzugehen.
Es gibt inzwischen eigentlich schon viel Auswahl im veganen Sortiment, auch zunehmend auf anderer Basis als Soja. Für mich ist das mit Soja weglassen ja auch erst seit kürzerem relevant, bin noch am Herumprobieren.
Bzgl NL - das ist mir auch schon aufgefallen, das erwähnte Cafè hatte viele holländische Produkte im Sortiment. So 2018 - 2020 gab es da wohl schon eine große Auswahl an Joghurtalternativen, im normalen Supermarkt bloß Joya.
Würde man Joghurtesser zwingen, dazu ein Video anzuschauen, das die frühzeitige Trennung des Kälbchens von der Kuh zeigen würde, wäre der Appetit weg. Eigentlich fehlt dazu eine Richtlinie der EU!
Und so ist es mit vielem: Hast du einen Mac oder ein iPhone? Schau dir dazu das Video an, wie Menschen in den chinesischen Zulieferfirmen wie Sklaven ausgebeutet werden. Moralisch richtiges Verhalten ist unmöglich. Aber man kann schon das tun, was man schafft. Besser als nichts.
Zuletzt geändert von Sonnenscheinplatz am 27. Sep 2026, 11:05, insgesamt 1-mal geändert.
Ich ernähre mich nun gar nicht vegetarisch, und das scheitert auch an Kosten und Verfügbarkeit. Aldi hat im Prinzip eine Produktreihe mit Tofu etc., aber als ich hier im Kaff mal danach fragte, weil ich sie nicht fand, kam eine ziemlich hochnäsige Antwort, dass man "sowas" hier nicht habe; und der Blick erst! Wie auch immer, das macht vegetarische Zutaten hier in der näheren Einkaufsumgebung etwas teuer, da es höchstens in den teureren Läden kleine Packungen zu entsprechenden Preisen gibt. Das ist nichts gegen meine Zeit in den USA, wo es riesige Tofustücke einfach im Supermarkt um die Ecke gab. Eine meiner Lieblingskombinationen (ja, ja... Panda Express lässt grüßen) war eine Kombi aus gebratenen Tofustücken mit Auberginen und Chilis als Hauptzutaten. Aber das hat sich hier größtenteils, und ich ernähre mich wieder traditionell - wobei mein Hauptproblem ist, dass ich wohl eher weniger essen sollte. Vegetarische Gerichte gibt's dann eher selten.
Und was Milch angeht: von merkwürdigen gesetzlichen Regelungen abgesehen, bezeichnet "Milch" in der deutschen Sprache eine Flüssigkeit niedriger bis mittlerer Viskosität, die durch die Dispersion heller, nicht wasserlöslicher Substanzen opak werden, also Emulsionen (wie Sonnenmilch oder Kuhmilch), bei denen Tröpfchen von Ölen etc. in der wässrigen Lösung schweben, oder Suspensionen (wie Scheuermilch oder Hafermilch), bei denen feine Feststoffe dasselbe tun. Daneben gibt's noch Mischungen aus beidem, wie bei dem Saft eines Wolfsmilchgewächses und andere Sachen. Daran ändern auch gesetzliche Regelungen für den Handel nichts, die ja sowieso auch Ausnahmen haben (Kokosmilch z.B.).
An der ganzen Diskussion hier fehlt mir ein Aspekt: scheinbar alle scheinen es normal zu finden das wir immer mehr Produkte haben wollen, deren Grundstoffe von immer weiter weg kommen und zunehmend stark verarbeitet und vorproduziert werden. Das hat nicht nur Umweltverschmutzung zur Folge, sondern auch Versiegelung und zunehmender Entfremdung von unserer Kultut(landschaft). Kein Fleisch heißt auch keine Wiesen mehr, keine Milch keine Almen. Der Druck aus der Bevölkerung und der Grünen hat einiges verändert in den Ställen - so zu tun, als wären da nur Sadisten in den Höfen unterwegs, finde ich wenig hilfreich. Lieber wäre es mir Druck zu machen das nicht übersll Silagevorprodukte angebaut werden, statt Wiesen und Weidehaltung zu belohnen. Fleisch teurer machen: ja, denn das es Wasser und Fläche verbraucht, ist keine Frage. Tun Avocado aber auch, kann also auch gerne besteuert werden, ebenso wie Soja aus den USA….besser lokal und der Jahreszeit angepasst einkaufen, statt aufwendig produziertes Designerfood, fänd ich schön. Jeder Artikel im Supermarkt braucht Fabriken (Versiegelung, CO 2-produzierendes Beton, etc.), Verpackungen, weite Transportwege - da brauchen wir nicht mehr von, sondern weniger.
Da ist was dran. Fleisch war dort, wo ich in den USA lebte, durchaus eine ökologisch recht verträgliche Variante, da Viehzucht dort extensiv betrieben werden konnte, während Ackerbau nur unter erheblichem Aufwand möglich war. Entsprechend war Fleisch auch spottbillig, während Obst und Gemüse sehr teuer waren.
Ich habe noch eine Frage an die Veganer: Habt ihr kein Problem mit der Calciumversorgung? Dafür braucht es doch Milch, oder habt ihr Ersatz?
@hobab, anfangs wurde schon etwas besprochen, nämlich, dass ein Versuch des Fernsehens ergab, dass die Veganer gesundheitlich nicht so gut abschnitten und vermutet wurde, dass es daran lag, dass diese Veganer aus der Testgruppe viel stark Verarbeitetes aßen. Was sicher auch daran lag, dass sie keine Ahnung hatten, was sie als Kurzeitveganer essen und kochen sollten.
Natürlich ist es ein Problem, dass Fleisch zu billig ist, aber die Kunden akzeptieren höhere Preise nicht, also bleibt es bei der Massentierhatung. Die Politiker wagen es nicht, die Wähler zu verprellen.
Und wenn man liest, dass Aldi-Filialen die verfügbaren veganen Produkte nicht führen ..... Ich muss mal in meinem nächstgelegenen, d.h. ziemlich weit entfernten Aldi nachschauen. Nachbar dort ist dm und Rewe, die haben das alles ganz bestrimmt.
Sonnenscheinplatz hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 10:59
Würde man Joghurtesser zwingen, dazu ein Video anzuschauen, das die frühzeitige Trennung des Kälbchens von der Kuh zeigen würde, wäre der Appetit weg. Eigentlich fehlt dazu eine Richtlinie der EU!
Und so ist es mit vielem: Hast du einen Mac oder ein iPhone? Schau dir dazu das Video an, wie Menschen in den chinesischen Zulieferfirmen wie Sklaven ausgebeutet werden. Moralisch richtiges Verhalten ist unmöglich. Aber man kann schon das tun, was man schafft. Besser als nichts.
Ja, leider ist das Leid allgegenwärtig und nicht 100% vermeidbar. Deshalb gibt es kein "gut" aber ein "besser", alles andere würde in einer suicide fallacy enden. Aber die meisten Menschen lernen täglich dazu - ob über pflanzliche Sahne oder Raumfahrt. Den Gedanken mag ich - vor Raumfahrt habe ich aber mehr Angst.
Aber back to topic: Ich interessiere mich für ketogene Ernährung - nicht als dauerhafte Ernährungsform, sondern als Kur und nicht in Form von Fasten. Ich hatte deep keto - damals noch nicht rein vegan - über Monate ausprobiert und war verblüfft - wie clean und fit ich mich dabei gefühlt habe nachdem ich meinem "manischen Kohlenhydratgefresse" entsagt hatte
Hier sind ja einige unterwegs, die ihren KH-Konsum einschränken und eventuell auch den Blutzucker überwachen?
Guten Tofu bekommst Du auch über den Versandhandel völlig problemlos und günstig. Auf jeden Fall besser als die Supermarktvariante. Tofu hält sich problemlos mehrere Wochen im Kühlschrank. Ich habe das Glück - einen Asiamarkt vor der Tür zu haben aber GoAsia und andere Händler versenden auch.
@hobab:
Du hast prinzipiell völlig recht, allerdings ist das Thema Novel Foods, CO2 footprint, Ressourcenverbrauch und Weidehaltung an dieser Stelle aus ganz simplen Gründen Whataboutism:
Pflanzliche Ernährung verbraucht einen Bruchteil an Ressourcen (kann genaue Zahlen liefern oder Du recherchierst selbst) und produziert erheblich weniger CO2 als Tierwirtschaft. Auch nach Fläche. Der massive Mehranteil an Ressourcen-, Flächennutzung und Regenwaldzerstörung geht auf die Tierhaltung zurück. Das ist nur logisch, weil Tierwirtschaft immer einen enormen Energiestreuverlust bedeutet. Selbst der verschriene Avocadoanbau inkl. Logistik ist ungleich ressourcenschonender und klimafreundlicher als das Durchschnittsfleisch. Und: vegane Lebensmittel werden nicht exklusiv für Veganer angebaut.
Der Weiderind-Mythos ist allenfalls ein romantisches Modell - aber schlichtweg nicht umsetzbar für die Welternährung.
Gesundheit: Es gibt hierzu eindeutige Studien. Stark vereinfacht ausgedrückt: Alle Menschen ernähren sich gleichermaßen (un)gesund (Veganer in anderen Dingen als Nichtveganer). Gesundheit ist keine Frage der Ernährungsform, sondern der Umsetzung. Eine vollwertige vegane Ernährung ist problemlos umsetzbar wenn man einigen ernährungsphysiologischen Prinzipien folgt.
Supplemente: S.g. Nutztiere bekommen Vitaminpräparate (ja, auch in Bio). Als Veganer supplementierst Du direkt (oder gar nicht - das ist sehr individuell - ich würde aber B12 definitiv empfehlen).
Calcium lässt sich problemlos über Mineralwasser, natürliche oder angereicherte Lebensmittel bewerkstelligen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang Vitamin D3 - eine korrekte Supplementierung wird aber sowohl Veganern als auch Nichtveganern gleichermaßen empfohlen.
Zuletzt geändert von semicolon am 27. Sep 2026, 13:46, insgesamt 1-mal geändert.
Gut, dass wir uns den Luxus leisten können, wertvolle Lebensmittel zu verschmähen, uns das gewünschte auszusuchen.
Selbst erzeugen tut kaum jemand, hinter jedem (!) Lebensmittel steckt ein Sklave, der es für uns anbaut oder herstellt. Und keiner kann sagen, was dort vor Ort passiert(zerstört wird).
Ich schätze jedes Lebensmittel, egal, ob tierisch oder pflanzlich.