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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 06:11
von Hans-Herbert
Ich favorisiere Fette Henne / Sedum.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 07:52
von vanille_71
@Querkopf Danke für die Info! Ich liebäugele mit einer Clematis jouiniana in Nähe meiner Eibe.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 10:32
von Buddelkönigin
Verbena bonariensis fühlt sich mit der Hitze offenbar sehr wohl...

Absolute Empfehlung, insbesondere in neu angelegten Beeten mit noch viel freier Fläche.
Sie kommt hier überall von alleine und ich jäte,sie zu hunderten, wo sie nicht passt.
Das geht zum Glück ganz leicht...
Heute fiel mir auf, wie sie sich im neuen Beet vor dem Buchenbogen breit gemacht hat - ganz ohne Einladung!
Fotografieren ist in voller Sonne wieder schwierig, aber zur Darstellung reicht es hoffentlich.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 10:34
von martina 2
Durchaus, danke! Weißt du, wie es mit der Frosthärte steht?
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 10:49
von Buddelkönigin
Es wird aufgrund mangelnder Frosthärte ( bis - 12 Grad etwa ) und auch wegen winterlicher Nässe dringend zu Frühjahrspflanzung geraten. Sie lieben es einfach sonnig und trocken... da ist Winternässe ein Problem
Jahrelang sterben hier die Mutterpflanzen folgerichtig auch im Winter ab oder ich ziehe sie irgendwann einfach heraus.
Die Sämlinge erscheinen aber im späteren Frühjahr zuverlässig.
Sie lassen sich dann ganz leicht jäten oder versetzen, wenn es am Standort nicht passt oder es einfach zu viele werden. Mit schwindenden oder schattiger werdenden Freiflächen verschwinden sie allerdings...
Wohl ein "Unkraut" da wo es sich wohl fühlt, aber ein liebenswertes das sich ohne murren entfernen lässt.
Mittlerweile haben hier aufgrund der milderen Wintertemperaturen aber auch viele Altpflanzen überlebt.
Gepflanzt hatte ich vor einigen Jahren übrigens ganze 2 Stück!
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 11:53
von RosaRot
Verbena bonariensis verträgt die absolute wüstenartige Trockenheit wie hier, mit eher sandigem Boden und Südseitenbrat, auf Dauer nicht ohne Wässerung. Hier verschwinden (vertrocknen) die Pflanzen regelmäßig nach ein paar Jahren dauerhaft, selten gibt es Sämlinge.
Vermutlich hätte sie unter solch trockenen Bedingungen, um durchzuhalten ohne Gießen, gern etwas mehr Lehm samt Nährstoffen an den Füßen. Hitze an sich ist kein Problem für sie.
Am Naturstandort wächst sie in wechselfeuchten Pampas, also nicht in ganz ariden Regionen.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 12:08
von Hyla
Hat sich bei mir auch nicht ausgesät. In den Gärten der Umgebung gibt's die auch nur selten, wo anderer Boden aufgeschüttet wurde. Der trockene Sandboden hier ist nicht ihr Lieblingsboden.
Ich habe aber eure letzten Posts durchgelesen und Türkischer Mohn Papaver orientale und das große Schleierkraut Gypsophila paniculata sind hier auch äußerst zäh.
Bei Hemerocallis ist uns aufgefallen, daß die auf trockenem Sandboden anders wachsen. Sie bilden nicht so viele Blätter und Blüten, aber dafür ein richtig großes Wurzelwerk mit vielen dicken Speicherwurzeln. Wir waren bei zwei, ich sag mal semiprofessionellen Hemerocallis-Gärtnern mit sehr fettem fruchtbaren Boden. Was die extrem üppigen Pflanzen für einen kleinen Ballen hatten, konnten wir kaum fassen.
Unsere sind auch nicht sooo trockenheitsresistent, aber wahrscheinlich durch den ständigen Wassermangel besser an die Verhältnisse angepaßt.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 12:30
von hobab
Da wo Töpfe stehen und regelmäßig gewässert wird, sät sich bonariensis gelegentlich aus, in Hausnähe überwintern die auch mal, aber selten. Zum Glück gehen Stecklinge sehr einfach, so dass man nicht kaufen muss, allerdings hat man dann Blüte noch später als ohnehin.
Papaver o. ist tatsächlich sehr trockenresistent, nur dumm das man sie nie wieder los wird, wenn sie mal länger wo stehen. Immerhin hat er, da er schlauerweise schon im Juli einzieht, kein Problem mit dem Frost, wie trockenresistente Lavendel, Cistus, Rosmarin, auch mal Euphorbia characias und rigida, Sideritis etc…
Wer sicher gehen will, pflanzt Scabiosa ochroleuca und Prunus serotina, die sind winterhart und trockenresistent…
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 12:40
von Hyla
Lavendel mag's hier nicht. Der möchte etwas Kalk und wächst gut auf Friesenwällen mit angeliefertem Boden. Im Heidesand ist er zickig. Zwei Dörfer weiter hat's jemand mit einem feldmäßigen Anbau versucht, inzwischen sieht das nicht mehr gut aus.
PS: Wie sieht's mit Mönchspfeffer aus?
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 13:14
von Chica
RosaRot hat geschrieben: ↑11. Aug 2026, 11:53
Verbena bonariensis verträgt die absolute wüstenartige Trockenheit wie hier, mit eher sandigem Boden und Südseitenbrat, auf Dauer nicht ohne Wässerung. Hier verschwinden (vertrocknen) die Pflanzen regelmäßig nach ein paar Jahren dauerhaft, selten gibt es Sämlinge.
Ich habe die hier schon zweimal probiert, funktioniert nicht. Ob es nun der Frost war oder vertrocknet, keine Ahnung.
hobab hat geschrieben: ↑11. Aug 2026, 12:30
Wer sicher gehen will, pflanzt Scabiosa ochroleuca und Prunus serotina, die sind winterhart und trockenresistent…
Das meinst Du spassig, oder? Ich habe natürlich
Scabiosa ochroleuca und
Prunus padus, neben einigen anderen Scabiosen und unzähligen anderen
Prunus sp., Pflanzen eben, die hier dauerhaft funktionieren. Es blühen gerade vereinzelte
Hibiscus syriacus, die stehen auch schon ewig,
Syringa in Arten und Sorten,
Corylus avellana in rot und grün,
Buddleja alternifolia und viele andere. Eigentlich ist der ganze Garten gut grün und farbig dschungelig, 2 mal 80 m freiwachsende (Wild)-Gehölzhecke, sogar Weiden.
Vitex agnus castus ist nicht winterhart hier.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 13:19
von Lou-Thea
Apropos Papaver - vielleicht muss man sich inzwischen auch einfach mehr mit dem Gedanken anfreunden, dass über den Sommer eben Flaute ist und mehr mit einziehenden Pflanzen arbeiten.
Da fallen mir spontan einige Arten aus Italien ein, wie Arum italicum, Cyclamen hederifolium, Symphytum tuberosum, oder auch Polypodium vulgare, das erst im Spätsommer neu austreibt - gerade, was den schwierigeren Schatten unter Bäumen angeht.
Darauf werde ich wohl in Zukunft mehr setzen. Gibt sicher noch mehr, bitte gerne ergänzen.
Syringa vulgaris ist hier mit Bauernhortensie, Eberesche und co auf der Liste der nicht mehr neu zu pflanzenden Sträucher ganz oben, denn die streichen bei längerer Dürre als erstes die Segel. Auch und gerade alte und eingewachsene Exemplare.
Vitex ist hier dafür inzwischen voll winterhart, bei mir im Schottergemisch und auch anderswo im normalen, fetteren Boden.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 13:25
von Querkopf
vanille_71 hat geschrieben: ↑11. Aug 2026, 07:52
@...Ich liebäugele mit einer Clematis jouiniana in Nähe meiner Eibe.
Müsstest du ausprobieren. Die will schon den "richtigen" Platz

.
Meine beiden Flop-Standorte waren:
a) In der Nähe eines Flieders - der macht mörderischen Wurzelfilz, im Wortsinn, erwürgt Nachbarpflanzen regelrecht; da kam die Clematis nicht in die Strümpfe, diverse andere Stauden auch nicht. (Der Flieder ist inzwischen Geschichte.)
b) In der Nähe einer Fichte - da wuchs die Clemi zwar, aber Richtung Licht, wo ich die langen Triebe nicht haben wollte. Und sie blühte kaum, war wohl zu dunkel.
.
Überlebt hat die Pflanze aber irgendwie

. Zäh.
Jetzt sitzt sie im Beet, frei, hell. Aber mit wanderndem (lichtem) Schatten von Nachbars Obstbäumen, sie verbrennt nicht. Das passt anscheinend ganz gut.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 13:31
von hobab
Keine schlechte Idee Lou-Thea, wenn auch etwas deprimierend. Polypodium vulgare ist grade ausgetrieben, noch sind die Wedel frischgrün - an einer Stelle wo ich sie gar nicht haben will, im Wurzelbereiche einer Kiefer in praller Sonne und im Sand. Macht dem nichts, der wächst genauso gut wie die Echinops dahinter, die Marrubium daneben, die Dianthus carthusanoroum davor und der Dictam mit den Iris pallida dazwischen irgendwo. Nur die Pechnelke kann nicht mithalten und Oenothera stricta war gleich im ersten Winter weg.
Mönchspfeffer wächst im Topf ok, ausgepflanzt im Sand nur ein paar Milimeter im Jahr bisher, in Lehmecken aber gut. Winterausfälle bisher keine. Und ja, war nicht ernst gemeint mit der Traubenkirsche, die ist genauso lästig wie Scabiosa ochroleuca und Calamintha nepeta, aber weniger attraktiv....
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 13:33
von Querkopf
Hyla hat geschrieben: ↑11. Aug 2026, 12:40 Lavendel mag's hier nicht. Der möchte etwas Kalk ...
Das mit dem Kalk haben meine Lavendel glücklicherweise nicht gelesen

. Sie wachsen im neutralen bis leicht sauren Lehm ziemlich gut.
Wenngleich vielleicht nicht optimal. (Wenn's mal sehr nass ist, setzt sich Moos auf die Basistriebe, das sieht seltsam aus...)
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 11. Aug 2026, 14:14
von Buddelkönigin
RosaRot hat geschrieben: ↑11. Aug 2026, 11:53
Verbena bonariensis verträgt die absolute wüstenartige Trockenheit wie hier, mit eher sandigem Boden und Südseitenbrat, auf Dauer nicht ohne Wässerung. Hier verschwinden (vertrocknen) die Pflanzen regelmäßig nach ein paar Jahren dauerhaft, selten gibt es Sämlinge.
Vermutlich hätte sie unter solch trockenen Bedingungen, um durchzuhalten ohne Gießen, gern etwas mehr Lehm samt Nährstoffen an den Füßen. Hitze an sich ist kein Problem für sie.
Am Naturstandort wächst sie in wechselfeuchten Pampas, also nicht in ganz ariden Regionen.
Aber martina2 hatte nachgefragt und die wohnt doch in Österreich, so viel ich mich erinnere.
Das Waldviertel wird doch sicher infolge des Klimawandels noch nicht zur ariden Region geworden sein, oder

Was spricht denn gegen einen Versuch... kostet doch fast nichts und man sammelt eigene Erfahrungen.
