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Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten (Gelesen 19895 mal)

Obstgehölze, Beerensträucher und Wein (Veredlungen, Unterlagen, Schnitte und Selektionen) sowie Staudenobst (Erdbeeren)

Moderator: cydorian

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Tomesen
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

Tomesen » Antwort #25 am:

Topaz habe ich selber nicht, aber die größeren Bäume, die ich kenne, haben nie wirklich gesund ausgeschaut und winzige Äpfel getragen. Pinova schaut deutlich gesünder aus und ich mag ihn auch ganz gern. Ein hiesiger Obstbauer hat im Herbst/Winter neben Topaz und Pinova noch Wellant, Mairac, Karneval und Sirius im Sortiment. Daneben noch ein paar alte Sorten wie Boskoop und Idared.
Zumindest Wellant, Mairac und Karneval finde ich ganz gut, den Karneval habe ich mir sogar selber veredelt.
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cydorian
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

cydorian » Antwort #26 am:

Tomesen hat geschrieben: 11. Feb 2021, 19:26
Topaz habe ich selber nicht, aber die größeren Bäume, die ich kenne, haben nie wirklich gesund ausgeschaut und winzige Äpfel getragen.


Das ist typisch für die Sorte, wenn sie auf wuchskräftigeren Unterlagen steht und der Boden nicht wirklich fett ist. Ausserdem muss man ausdünnen. Wie gesagt, erhöhter Aufwand. Hier steht sie auf flachgründigem Kalk, das mag sie auch nicht. Viel zu kitzlig, nur was für Gunstlagen. Man fragt sich dann schon: Wieso eigentlich diese Sorte, wenn daneben andere Sorten ohne all diese Probleme recht gut wachsen.

Pinova macht wenigstens optisch was her, ein schöner Anblick ist auch nicht zu verachten :-)
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Roeschen1
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

Roeschen1 » Antwort #27 am:

@Cydorian
Der Baum steht auf der Westseite des Hauses, hat seit 10 Jahren nicht mehr soviel Abendsonne, weil ein Haus nebenan gebaut wurde.
Meine Äpfel sehen anders aus, haben viel mehr orange, zinnoberrote Farbe.
Die Frucht ist oft hochgebaut.
Ein Foto vom März 2017
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

Deviant Green » Antwort #28 am:

Welcher Apfel fällt geschmacklich noch in die oben als "Rot, würzig, eher säuerlich" bezeichnete Geschmacksrichtung wie Topaz?
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Waldgärtner
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

Waldgärtner » Antwort #29 am:

cydorian hat geschrieben: 11. Feb 2021, 20:12
Man fragt sich dann schon: Wieso eigentlich diese Sorte, wenn daneben andere Sorten ohne all diese Probleme recht gut wachsen.


Hmm, das kann ich nicht bestätigen. Mein Hochstamm steht gut da und bringt zuverlässig hohe Erträge mit schönen, schorffreien Früchten.
Am gleichen Standort versagen z.B. Berlepsch und Goldparmäne komplett. Die wären für mich geschmacklich eine ähnliche Liga, kommen aber mit der Trockenheit und Hitze nicht klar. Andere von den "neueren" Sorten, z.B. Rewena, Luna und noch eine Re-Sorte (hat alle mein Vater gepflanzt) reichen vom Wuchs her nicht als Hochstamm. Die rote Sternrenette an einem anderen Topaz-Standort kann auch nicht mithalten. Hat nur kleine Früchte, die meist vor der Reife abfallen.
Ist natürlich nur ein begrenzter Vergleich, aber die Bäume stehen nun mal in der Kombination da. Bei einer Neupflanzung würde ich heute vermutlich andere Sorten testen, aber den Topaz mit dem Wissen wieder pflanzen.
Pinova steht als Busch im Oberrheingraben, Weinbau-Gebiet. Mehltau hatte er bislang trotzdem nicht.
Wobei: Welche Sorten mit ähnlich gutem Geschmack und Lagerverhalten (Sowohl Topaz als auch Pinova sind aus der Garage jetzt noch gut) sind denn robuster?
Cydorian wird vermutlich Brettacher nennen, aber was noch?
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

Roeschen1 » Antwort #30 am:

Brettacher ist ganz anders.
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

Waldgärtner » Antwort #31 am:

cydorian hat geschrieben: 11. Feb 2021, 15:45
Bedient wird der Markt nach Optik- und Geschmacksgruppen. Aufsteigend sind z.B. gerade Ariane, Galiwa, Galant.
[/quote]

Die habe ich alle noch nie gesehen. Aber wie gesagt, es war nur mein Eindruck mit der Beliebtheit von Topaz und Pinova.

[quote]Als Baum für den Hausgarten sind sie nachgefragt. Nicht wegen toller Eigenschaften oder besonderem Geschmack, sondern weil der Käufer seit den 1950er Jahren immer das will, was er gerade im Supermarkt findet. Wenn du das auch willst, beachte dass die wie alle kommerziellen Sorten im Naturlager nicht lange haltbar sind.


Das erklärt aber immer noch nicht, warum sie in der Züchtung eingesetzt werden. Dieser Freiherr von Hallberg gibt es doch nicht im Supermarkt zu kaufen. Dennoch muss irgendjemand 50 Euro für die Bäume zahlen, sonst würden sie doch nicht für den Preis angeboten werden. Wenn die Äpfel nicht schmecken würden, würde das doch keiner kaufen.
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

Waldgärtner » Antwort #32 am:

Roeschen1 hat geschrieben: 11. Feb 2021, 20:45
Brettacher ist ganz anders.


Finde ich auch.
Aber ich weiß, dass cydorian ihn sehr schätzt bzw. im Anbau hat und ihn wahrscheinlich nennen wird ;)
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

Roeschen1 » Antwort #33 am:

Waldg hat geschrieben: 11. Feb 2021, 20:47
Roeschen1 hat geschrieben: 11. Feb 2021, 20:45
Brettacher ist ganz anders.


Finde ich auch.
Aber ich weiß, dass cydorian ihn sehr schätzt bzw. im Anbau hat und ihn wahrscheinlich nennen wird ;)

Bei mir steht auch einer...:)
ist eine schöne Lokalsorte aus dem Hohenloher Land.
Ich backe gern mit ihm.
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

cydorian » Antwort #34 am:

Roeschen1 hat geschrieben: 11. Feb 2021, 20:25
Meine Äpfel sehen anders aus, haben viel mehr orange, zinnoberrote Farbe.
Die Frucht ist oft hochgebaut.
[/quote]
Hochgebaut passt, der Rest nicht. Weder Farbe noch Schalenzeichnung noch Berostung. Meine sehen genau so aus wie die Bilder einiger Obstanbieter, z.B. https://www.derweidener.de/produkt/aepfel-ca-25-kg-pinova-2/

Von da her: Einer von uns könnte die falsche Sorte haben.

[quote author=Waldgärtner link=topic=68456.msg3629233#msg3629233 date=1613072560]
Wobei: Welche Sorten mit ähnlich gutem Geschmack und Lagerverhalten (Sowohl Topaz als auch Pinova sind aus der Garage jetzt noch gut) sind denn robuster?
Cydorian wird vermutlich Brettacher nennen, aber was noch?


Dann hast du ein sehr gutes Lager. Weder Pinova noch Topaz halten bei mir länger wie Weihnachten und abgebaut sind sie schon vorher, Aromen veratmet, Saft und Knack weg. Brettacher spielt in einer völlig anderen Liga und ist ein Lagerapfel, der ist jetzt im Februar herrlich weinig-frisch, knackig, saftig und den werd ich noch bis Anfang Mai haben.

Diese mässig haltbaren Weihnachtsäpfel gibts doch massenhaft. In Blindverkostungen mit Leuten die gerne Kommerzobst essen, schneidet z.B. Kardinal Bea überraschend oft sehr gut ab, um mal einen Namen zu nennen.
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

thuja thujon » Antwort #35 am:

cydorian hat geschrieben: 11. Feb 2021, 21:29Hochgebaut passt, der Rest nicht. Weder Farbe noch Schalenzeichnung noch Berostung.
Hier eine bunt gemischte Pinovakiste: Kümmerfrüchte und gute, rechts sind auch 1-2 zu sehen die diese Streifenförmige Deckfarbe haben.

Möglicherweise ein Effekt, der an schlecht besonnten Stellen häufiger vorkommt.
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

cydorian » Antwort #36 am:

Sehen aus wie meine. Auch der Stiel stimmt. Lang. Ist bei D. kürzer.
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

thuja thujon » Antwort #37 am:

Ja, Stiel ist typisch, fast dick und nicht ganz so lang wie bei Rewena.
Am Baum leuchtet Pinova wie Christbaumkugeln.
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

Roeschen1 » Antwort #38 am:

Meine sehen so aus, nach Lagerung.
http://hofladendirekt.de/view/index.php?ArtNr=1088&Text=5%20Kg%20Pinova&Kennung=5991rns
Frisch vom Baum habe ich sie nie fotografiert.
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Re: Pinova und Topaz vs. andere neue Sorten

Maiglöckchen1 » Antwort #39 am:

roeschen1
Deine Äpfel auf den von dir eingestellten zwei Bildern scheinen mir klar Pilot zu sein.
Habe den selber so 20 Jahre auf MM111. Mittel Mehltau, recht viel Mehlige Apfelläuse und in normalen Jahren mittel Schorf. Blätter viel mehr als die Früchte. Dicke Schale, kleines Kernhaus. Hält so bis Ende März, dann trocken bröckeliger und immer noch fest. Hitze der letzten 3 Jahre hat er ausgehalten, aber stärkere Blattverfärbungen, z.T. Elsinoe Flecken auch auf Früchten, diese auch mit Sonnenbrand.

Dein Link zum Hofladen zeigt wie die anderen Bilder: thuja thujon,... die Sorte Pinova mit langem dünnen Stiel, leicht schmaler werdend zum Kelch. Damit habe ich keine Erfahrung.

Topas auf MM111 -5 Meter hinter Pilot stehend- habe ich 2020 gefällt, ein für mich leckerer guter Apfel, der zwar nach einem Monat weicher wird und eine leicht fettende Schale entwickelt, aber bis ca. Mitte Februar saftig bleibt und das Aroma hält.
Marssonina hat er leicht, Elsinoe mindestens Mittel! Blattläuse auch, die sind ja im warmen Anbaugebiet mittlerweile Dauergäste. Überbehang will ausgedünnt werden, aber erst nach der Apfelsägewespe, die ihn sehr gern hat (wie Nela aber auch, Pilot mittel, Goldrush kaum)
Kragenfäule hat er auch aber letztlich war es der Rindenbrand an 4 Stellen die mich zur Rodung zwangen.

Neuzüchtungen haben es auf dem Markt sehr schwer. Um den Supermarkt zu erobern bedarf es großer, teurer Werbekampagnen. Die Sorte muss alle Bereiche "bedienen" . Lagerbar im ULO, shelf life, Optik, grobes Handling beim Sortieren und in der Kiste durch Kunden wegstecken, ertragreich sein, Wuchsverhalten, nicht zu exotischer Geschmack... Viele Sorten landen daher beim Direktvermarkter, die (vermeintlich) robusteren manchmal beim Bioanbauer oder im Hausgarten.
Letztlich wird sich zeigen was durch den Klimawandel abbaubar sein wird. Da sehe ich auch bei mir Bedarf und zwar eher bei Langlagersorten im Naturlager und Hitze- Trockenheitsfestere Sorten. Gerne auch Neuzüchtungen a la Apfel gut, poma culta.
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