hobab hat geschrieben: ↑10. Jan 2026, 09:28
Wird schon dran scheitern, das so verkaufte Ware kaum lagerfähig ist. Stauden stehen oft Monate auf dem Tisch
Nicht nur die: "Früher" wurden z. B. Stiefmütterchen, Bellis und auch Semperflorensbegonien, also die Arten die in einem relativ kurzen Zeitraum in erheblichen Mengen benötigt wurden, im Freiland im Boden angebaut, zum Verkauf ausgegraben und in Kisten gesetzt. Die Aufbewahrung ging auch ein paar Tage lang gut, reichte bei denen um sie z. B. dem benachbarten Lebensmittelgeschäft hinzustellen. Ebenso gerupfte und verpackte Gemüsejungpflanzen oder Astern- und Zinnienjungpflanzen.
Die Pflanzbeete wurden vorab aber auch hergerichtet, unter anderem mit Torf. Die Wurzelballen hielten später damit einfach besser als im reinen Boden. Vermutlich war der Torfverbrauch pro Pflanze dabei aber geringer als bei Topfkulturen. Aber auch bei denen bestand das Substrat damals nicht fast vollständig aus Torf.
Eine Erleichterung bei der Kulturführung war die Umstellung auf Industrieerden schon. Was war das immer ein Theater, geeignete Landerde für die Praxismischungen zu bekommen. Kam schon mal vor, dass die Kultur ähnlich scheußlich aussah wie Jahre später in einer Versuchsanstalt zum Thema Torfersatz...
Ich habe auch noch Erdkultur bei Azaleen und Eriken gesehen. Oder auch bei Topfchrysanthemen für Allerheiligen: im Beet kultiviert, Anfang Oktober ausgegraben, eingetopft und ins Gewächshaus gestellt. Bis die Anfang November blühten waren die Blätter vergilbt und wurden durch untergesteckte Mahonientriebe ersetzt.
Es gab noch andere Gründe den Anbau im Freilandboden aufzugeben: Irgendwann hat man sich Myconcentrospora, Fusarium oder eine andere Pest eingefangen und dann war eh Schluss.
Ich sehe daher durchaus Möglichkeiten, den Torfverbrauch zu verringern, die Notwendigkeit für das Totalverbot nicht.