_NatureLove_ hat geschrieben: ↑25. Sep 2019, 19:53Meist sehr wenig Regen + trocken im Sommer und teils Buddelkastensand. xD[/quote]
[quote author=_NatureLove_ link=topic=65808.msg3366033#msg3366033 date=1569497440]
Ein Klarapfel, der seit etwa 15-20 Jahren hier steht, wächst leider kaum. Maximal 2 Meter hoch und 1,50 Meter breit. Sowas möchte ich in Zukunft vermeiden.
Hallo NatureLove_,
keine der drei Sorten, die Dir empfohlen wurden (von einer Baumschule???), gedeiht gut auf dem eher trockenen und armen Sandboden, auf dem wir unsere Gärten haben:
- Brettacher kommt in unserer Gegend nicht vor (wie Cydorian schon gesagt hat).
- Ingrid Marie auch nur selten, denn sie mag es gern feuchter, auch luftfeuchter, verträgt Sommertrockenheit ganz schlecht und braucht guten Boden.
- Der schwachwüchsige Pilot ist eine seltene, sehr spezielle Sorte: Er muss bis mindestens Februar lagern, bevor er ausreichend nachgereift ist. Willst Du das? Und hast Du ein geeignetes Apfellager? Sonst schmeckt er nicht (wie auch mime7 #15 berichtet).
Mein Tipp für Sandboden: Breuhahn!
Hier und
hier. Sein süßaromatischer Geschmack geht in Richtung Ingrid Marie. Je stärker das kontinentale Sommerklima wird, desto aromatischer reift der Breuhahn aus. (Nur mittelstarke Wuchsform, ähnlich wie Goldparmäne, also gut für Halbstamm auf Sämling.) Reich und zuverlässig tragend. Allerdings braucht er einen verbesserten Boden und in krass sommertrockenen Lagen etwas Bewässerung.
Sind aber diese Bedingungen
nicht gegeben - das heisst, der Sandboden ist arm an Nährstoffen und die Sommerdürre wirkt über Wochen ungebremst -, dann sind sehr robuste Sorten zu empfehlen, allesamt eher Wirtschafts- als Tafeläpfel, zuerst Kaiser Wilhelm oder
zum Beispiel Winterstettiner, Boiken, Bohnapfel oder der Batullenapfel (die trockenheitsverträglichste Sorte, sicher kein Tafelapfel).
In diesem Sinn ist auch die
Sandbodenliste des Apfelmanns zu verstehen (siehe oben #16, von
mybee eingebracht). Ich habe mich mit dem Apfelmann öfters über die Sandbodensorten unterhalten: Auf der Liste stehen auch solche Sorten, die einen ausgezeichneten Boden (keinen armen!) voraussetzen und/oder ein feuchteres Klima (wie es z. B. im Oderbruch oder im weitläufigen Havelkanalsystem vorkommt), neben Sorten, die mit ungünstigen Bedingungen zurechtkommen.
Die Sorten und die Standorte auf Sandböden sind extrem unterschiedlich!Ich habe mich nach solchen Diskussionen für eine wirksame
Bodenverbesserung entschieden. In meinem Garten, gelegen auf einem sandigen Moränenrücken meterhoch über dem Grundwasser, habe ich viele Kubikmeter Erde eingebracht, d. h. einige Containerfuhren aus dem Kompostierwerk. Das ermöglicht mir nun das Anpflanzen auch edlerer Sorten. Einige Säcke überteuertes Substrat aus dem Baumarkt (aus der Natur anderer Länder gestohlener Torf) nützen gar nichts, sind binnen eines Jahres zu Staub zwischen den Sandkörnern zersetzt.
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NatureLove_, ich kenne einige solcher Klarapfelbäume 2 x 2 Meter maximal, wie Du einen hast. Größer werden die auf dem armen sommertrockenen Sandboden nicht. Wenn Du dort anspruchsvollere Äpfel pflanzen willst, führt kein Weg an einer wirksamen Bodenverbesserung vorbei!
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Gänselieschen: In besserer Sandboden-Lage schwingt sich der starkwüchsige Prinz Albrecht zu seiner reichen Pracht auf, eine Hauptsorte hiesiger Streuobstwiesen. An sich zu schade zum Vermosten. Mit der Ernte eines Baums kann sich ein Albrechtsäpfel-liebender Allergiker 2-3 Monate lang versorgen. Wenn Du aber lieber lagern magst und Dein Garten vor krasser Sommertrockenheit und frostigen Ostwinden geschützt ist, wäre Ontario die bessere Wahl - wie thuja thujon richtig schreibt. In solchen begünstigten Lagen gedeiht auch die Kasseler Renette auf humosen Sand gut; die verbindet edlen Geschmack (und Spritzigkeit frisch vom Baum) mit langer Lagerfähigkeit.
Ist der Sandboden humos genug und die Lage so begünstigt, dass sich die Sommertrockenheit weniger krass auswirkt, lässt sich ein größeres Spektrum interessanter Sporten anbauen (Sand verhindert auch bestimmte Krankheiten), z. B. auch der überaus leckere Ribstons Pepping (den '
obst' empfiehlt) - oder auch Birnen.
Wer dagegen meint, dass zu den leichteren und trockeneren Böden der Streusandbüchse eher das Halbstammformat und der flüchtigere Geschmack von Cox-Varianten passt, der denke z. B. an die Alkmene (eine Brandenburger Züchtung) oder den ziemlich anspruchslosen Shampion (Hauptsorte des Erwerbsobstbaus im benachbarten Polen), sie kommen mit mäßig verbesserten Böden gut zurecht. Ähnlich leicht, aber etwas anspruchsvoller, was Geschmack, Fruchtfleisch und Boden angeht, ist mein bereits erwähnter Sandbodenfavorit, der Breuhahn!
Tipps:Keine Angst vor Sämling (wenn Du genug Platz hast ?!) oder mittelstarkwüchsigen Unterlagen. (Letztere sind auf ärmeren Sandboden: MM106 oder MM111. Kleinere verhalten sich auf ärmeren Sand schwachwüchsig, für Spalier oder Säulchen.) Wenn eine Baumschule nur Kleinwuchs verkaufen will, suche Dir eine andere. Auch die Kleingärtenverbände frönen der Anti-Sämling-Polemik und stellen leider gerade in Berlin eher Fanclubs der Baumärkte dar.
Und wie mybee schon gesagt hat: Daumen drücken für den Apfelmann!