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Wettervorhersage: Warum sind 50% nicht 50%? (Gelesen 6376 mal)

Naturbeobachtungen, Wetter, Klima, Phänologie, Naturereignisse, Jahreszeiten, Himmelsbeobachtungen, kulturhistorische Hintergründe

Moderatoren: kolbe, AndreasR

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Nox
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Re: Wettervorhersage: Warum sind 50% nicht 50%?

Nox » Antwort #30 am:

Gestern war Regen für heute vorhergesagt: Heute morgen 90% ab 16:00. Himmel mittags strahlende Sonne. Um 15 Uhr wurde der Regen verschoben auf 19:00. Dann auf 21:00 - was soll ich sagen, es gab noch nicht einen Tropfen bis jetzt. Nun orakeln sie etwas von morgen früh.
Ekwisetum
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Re: Wettervorhersage: Warum sind 50% nicht 50%?

Ekwisetum » Antwort #31 am:

Hier trifft die Wetter(online)vorhersage meist zu 100% zu:
Gefühlt jede Woche wird für kommenden Samstag Regen in der Größenordnung von 10-20l/qm angekündigt, dann am Vortag auf 1-5l/qm korrigiert und am Samstag kommen dann schließlich 0l/qm hier an.
Dafür wird dann für den nächsten Samstag Regen angekündigt....
Bei Wetteronline kann man die Uhr danach stellen. ::)
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Natternkopf
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Re: Wettervorhersage: Wann löst sich Nebel auf?

Natternkopf » Antwort #32 am:

Ich schätze kurze, klare und verständliche Beschreibungen von Wetterphänomenen.

Unten grau, oben blau.
Nebel und Hochnebel lag über weiten Teilen des Flachlands.
Die wichtigste Frage: Wann lösen sie sich auf?


Grüsse Natternkopf
🌿 Zerkleinern, Mischen, Feucht 👍 halten, Zudecken. 🛌
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partisanengärtner
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Re: Wettervorhersage: Warum sind 50% nicht 50%?

partisanengärtner » Antwort #33 am:

Erklärung Bise
https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/begriffe/B/Bise.html
Wer zuviel jätet raubt sich manche Überraschung.

Axel
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Sonnenscheinplatz
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Re: Wettervorhersage: Warum sind 50% nicht 50%?

Sonnenscheinplatz » Antwort #34 am:

Ob Wettervorhersagen zutreffen, ist weiterhin ein Dauerbrenner. Seit immer mehr automatisiert über Satellitendaten läuft, kann man nicht mal mehr sagen, dass die Prognosen einer Gegend besser sind. Die homologisierten Handyapps tun das Ihrige.

Das Hauptprobleme sehe ich nicht zuletzt in den Formulierungen: da wird als gewiss dargestellt, was unsicher ist. Nichts enthält mehr Wörter wie "wahrscheinlich", "voraussichtlich" oder vermutlich. Am Nachmittag sonnig, aber es regnet. Hätte man doch gesagt, am Nachmittag voraussichtlich Regen, aber sonnige Aufhellungen möglich.

Oder wie seht ihr das?
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ringelnatz
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Re: Wettervorhersage: Warum sind 50% nicht 50%?

ringelnatz » Antwort #35 am:

Naja, man muss sich mal klar machen, was 50% heißt.
Es heißt, dass die Chancen 50/50 sind, ob das Ereignis eintritt oder nicht.
Wetterapps zeigen aber nur ein Symbol, das ziemlich hundertprozentig aussieht...
Also 50% heißt einfach, dass es überhaupt nicht vorhersagbar ist....!

20% Niederschlagswahrscheinlichkeit heißt dann zumindest schonmal, dass es wahrscheinlich (zu 80%) nicht regnen wird, aber halt möglich ist.

Hilfreich finde ich immer den Wetterradar. Ist für die nächsten 2 Stunden sehr zuverlässig. Und wenn ich da eine dicke Regenwolke sehe, die in meine Richtung zieht, aber außenrum ist alles trocken, dann weiß ich, dass es davon abhängt, ob die Wolke direkt bei mir ankommt oder eben knapp vorbeizieht. Kann beides sein...
Ist es ein fettes Regenband über 200km, dann ist relativ klar, dass es bei mir ankommt.

Also: weniger Formulierungen beachten, sondern selbst einen Blick in die Karten wagen, auch in die Radarvorhersage. Bisschen Erfahrung sammeln. Ich kann da den Wetterkanal von Kai Zorn empfehlen. Er hat zwar sehr viel Mittelfrist-Fokus, aber er erklärt sehr gut, wovon bestimmte Phänomene abhängen.
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AndreasR
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Re: Wettervorhersage: Warum sind 50% nicht 50%?

AndreasR » Antwort #36 am:

Im Sommer heißt eine Wahrscheinlichkeit unter 90% oft, dass der Regen nicht kommt, im Winter ist es genau umgekehrt. :P Das Wetterradar ist da in der Tat zuverlässiger, auch wenn bisweilen Regenwolken aus dem Nichts auftauchen oder aber auch breite Regenfronten sich teilen, so dass man nichts abbekommt (auch hier wieder meist im Sommer, während es im Winter umgekehrt ist). Was mich an den Vorhersagen am meisten stört: Die zeigen über bis zu zwei Wochen im voraus Werte mit Kommastellen an und wirken dadurch viel zu genau. Oft ist es sogar so, dass die Vorhersage der Regenmenge eine Woche vorher relativ genau ist, die Zahl in den Tagen davor aber mal deutlich mehr, mal deutlich weniger anzeigt, so dass der Wert vom Vortag viel stärker daneben ist als das, was noch vor einer Woche drinstand. Vermutlich werden hier kurzfristige Prognosen mit einbezogen, die aber dermaßen variabel daherkommen, dass sie eigentlich unbrauchbar sind.
ringelnatz
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Re: Wettervorhersage: Warum sind 50% nicht 50%?

ringelnatz » Antwort #37 am:

auch wenn bisweilen Regenwolken aus dem Nichts auftauchen oder aber auch breite Regenfronten sich teilen, so dass man nichts abbekommt
Das ist genau der Witz. Man muss wirklich etwas mehr Hintergrundwissen zur Sache haben, um das zu verstehen. Relief, überhitzte Areale, Oberfläche (Wald, Wiese, See, Stadt) - das sind auch für Niederschläge relevante Kleinraumklimafaktoren.

Die Niederschlagsprognosen erfolgen für Gitterpunkte. Je nach Modellauflösung haben diese eine Kantenlänge von mehreren Kilometern. Da ist nix mit Kleinraumklima.

Und gerade beim Niederschlag hängt es von so vielen Faktoren ab - was man sicher mittelfristig sagen kann ist, ob feuchte oder trockene Luftmassen kommen. Was dann tatsächlich runterregnet und wo genau... entscheidet sich u.U. erst in dem Moment selbst.

Temperaturprognosen sind dagegen deutlich zuverlässiger, wenn auch nicht exakt auf den Kleinraum abgestimmt. So weiß ich z.B. dass es in meinem Garten bei den Tiefstwerten bei klarem Nachthimmel immer ca. 4 Grad kälter wird als 1km weiter, wo die Vorhersage stimmt.
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Sonnenscheinplatz
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Re: Wettervorhersage: Warum sind 50% nicht 50%?

Sonnenscheinplatz » Antwort #38 am:

zoom.earth gefällt mir sehr gut. Da kann man viel beobachten, in sehr guter Qualität.
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