Ich durfte als Kind zuerst im im Verwildern begriffenen Garten meiner Großeltern spielen, der ziemlich groß war.
Die ersten Jahre unter Aufsicht meiner Großmutter, zu der Zeit auch hauptsächlich im Sandkasten, der angeschafft worden war, später freilaufend.
Ich hatte gesagt bekommen, daß ich nichts essen sollte, das ich nicht kenne, daran hielt ich mich, und es gab einige giftige Pflanzen im Garten, wie ich heute weiß.
Ich war grundsätzlich eher vorsichtig, insofern bin ich auch nicht auf vorhandene Bäume geklettert und nicht runtergefallen.
Die amerikanische Landschaftsarchitektin Julie Moir Messervy, die eine Lehre bei einem japanischen Gartengestalter gemacht hat, beschreibt in ihrem Buch „The Inward Garden: Creating a Place of Beauty and Meaning“ (Beseelte Gärten - Der Garten als Ausdruck des Selbst) archetypische Orte, die man in der Kindheit erfährt und von denen manche einen ein Leben lang berühren, wenn man an einen Ort kommt, der diesen ähnelt.
Sie plädiert dafür, solche archetypischen Orte in Gartensituationen zu übersetzen und somit ganz tief aus dem Unterbewussten wirkende Gärten zu erschaffen.
Diese archetypischen Orte sind:
die See (vielleicht eine große Fläche, Blumenwiese, Rasen, oder eine gleichmäßige Pflanzung, etwas höher, in die man als Kind "eintauchen" kann... )
die Höhle (spricht für sich, denke ich, Gartenhäusschen, Weidenlauben, aber auch unter/in großen Gebüschen...)
der Hafen (ein Ort, der von 3 Seiten geschützt/geschlossen ist, zu einer Seite offen/mit Ausblick...)
der Vorsprung (die hier grad angesprochenen Felsen können sowas sein....)
die Insel (übersetzt sich für mich schwer in einen möglichen Gartenort - es sei denn man hat einen wirklich großen Teich mit ner wirklichen Insel....)
der Berg (auch hierfür könnten natürlich die Felsen taugen, oder ein erhöhter, der höchste Punkt des Gartens....)
der Himmel (auch dies übersetzt sich für mich nur schwer in einen möglichen Gartenort....vielleicht ein Baumhaus?)
Man sollte in seine Kindheitserinnerungen gehen, schauen, was davon einen anspricht.
Ich habe ein paar Gartenräume in meinem Garten erschaffen, die sehr stark von in der Kindheit im Garten meiner Großeltern, und in der Landschaft um unser Dorf, erfahrenen Orte geprägt sind
