Das ist ja ne schöne Winterbilanz mit Erfahrungen zu den Fragen, die ich hier zu Winterbeginn gestellt hatte.
Um es einzuordnen: Deine Region gehört formal ja zu ner NOCH härteren Wintergegend. WAR dem aber auch so, dass die "Norm" erfüllt wurde?
Konkret: Welche maximalen Minimal-Temperaturen gehören zu Deinem Erfahrungsbericht?
Die
Rote Beete ist in der Tat ne positive Erfahrung: Dass die als "Microgreen" einiges abkann habe ich beim "Wintergärtner" Wolfgang Palme aufgeschnappt und praktiziere deren Anbau als GH-Winterkultur seit dem Winter 24/25 (Aussaat jeweils Mitte September).
Das gibt dann ab Mitte November die Möglichkeit kleine (max. 10 cm große) Blättchen selektiv als Salatzutat zu schneiden.
Schlusspunkt ist der Schnitt für den Weihnachtssalat. Dann Erntepause bis ca. Anfang März. - Aber dann gehen die richtig ab und liefern schnell viele bunten Blätter (bis sie den ins GH drängenden Tomaten Platz machen müssen). Und natürlich (bis dahin zumindest) nur Blätter!
Ob die auch Knollen entwickeln
würden, wenn man sie denn ließe ohne zuvor zu schießen: I don't know.
Rein statistisch "dürften" sie es ja nicht tun, weil sie ja als Zweijährige von ihrer Genetik her den Auftrag haben, zu blühen, wenn sie einen Frost erlebt haben...
Gut zu wissen, dass die den Schutz des GH gar nicht zwingend brauchen, um über den Winter zu kommen (je nachdem eben, bei welcher Temperatur).
Die -8, die in beiden Wintern bei mir im GH waren, entsprechen exakt den -8, die ihnen Wolfgang Palme als Frostfestigkeitgrenze zuspricht (im letzten Winter hatte ich dafür noch mit Luftpolsterfolie abgedeckt und zugeheizt [Kerzen], als das Thermometer unter diese Marke fiel).
In diesem Winter (ohne Zeit zum Abdecken / Heizen) wundere ich mich sehr über diese dort wieder "nur"! gemessenen -8, denn die Wetterstation in der Nähe hat mit -14 eine DEUTLCH kältere Minimaltemperatur festgestellt und SO groß war der Unterschied zur im GH gemessenen Temperatur noch nie...(!?)
[Will sagen: Unbewiesene & leider auch nicht mehr beweisbare Arbeitshypothese (wg. defektem Thermometer in den ganz kalten Tagen und ich aber nicht vor Ort war, um den Fehler zu bemerken): Es wird sehr wahrscheinlich kälter als -8 gewesen sein im GH und sie haben trotzdem überlebt...]
Baquieu: Ist bei mir draußen (mit Dach drüber) mehr schlecht als recht durch den Winter gekommen. Einige scheinen noch zu leben, sind aber im Moment bis auf einen kleinen Herzstumpf entweder zurückgefroren oder gefressen (Mäuse); Überleben / Wiederdurchtieb noch unabsehbar.
Im GH hingegen sind die i.d. R. im 8-Blatt-Stadium gepflanzten Baquieus putzmunter (alle anderen Wintersalate aber nicht minder, wenngleich der Baquieu die konsistenteste Performance bietet).
Endivien (Breedblad): Haben unter einem Plastikzelt tatsächlich "überlebt" OHNE zu Matsch zerfroren zu sein. Sehen aber gerade eher "abgängig" als appetitlich aus. Werde davon mal einen ohne Intervention weiter beobachten, einen auf die (hoffentlich noch gesunden) Herzblätter zurückschneiden und einen auf den Stock setzen und gucken, was an Neutrieb kommt. Bräuchte eigentlich noch nen vierten, um dem die Behandlung des dritten mit Lichthaube zu gönnen. Fällt leider aus wg. iss nicht...
Winterportulak: Sehr unterschiedlich: Teilweise passabel überlebt, teilweise tatsächlich frost-geschädigt(!?), teilweise gerade noch am "Schwimmen"- im wahrsten Sinne des Wortes (gestern noch in einer Tuppe, die in 10cm Tiefe noch gefroren war im wörtlichen Wortsinne im Wasserbad stehend). Bin gespannt, ob das noch was werden kann, wenn zumindest die sichtbare "Staunässe" verschwunden ist...
Zuckerhut überlebend: Fein, fein! Dessen Frostfestigkeit war ja eine der "großen" Fragen im Radicchio-Thread (siehe
viewtopic.php?p=4383069#p4383069, ab #366).
Also zurück zur Ausgangsfrage: Welche Grenzwert-Temperatur kann Kassl als normalerweise besonders kaltes "Loch" zum Erkenntnisgewinn beisteuern?
Hast Du Fotos?