Das sind meine bisher am längsten in Kübelkultur durchhaltenden Rosen:
Strauchrose Heritage: seit
5,5 Jahre n in einem Holztrog (100 cm breit, 50 cm tief, 70 cm hoch) zusammen mit Clematis viticella "Betty Corning" und "Jenny"
Beetrose Sternenflor: seit
5 Jahre n in verschiedenen Töpfen, derzeit in Holztrog (50 cm breit, 50 cm breit, 40 cm hoch) zusammen mit Lilia orientalis und wechselnden einjährigen Sommerblumen (z.B. Kapuzinerkresse)
Climber Double Apollo: seit 4
,5 Jahren in einem Plastiktopf (80 cm Durchmesser, 50 cm hoch) zusammen mit diversen frühlingsblühenden Zwiebelpflanzen (z.B. Krokus, Muscari, Allium)Ein "Graham Thomas"-Hochstamm hat 3 Jahre im Topf wunderschön geblüht, dann habe ich ihn verschenkt, weil er auf meiner exponierten Dachterrasse zu sehr unter Sturmböen gelitten hat. Danach hat er noch 3 weitere Jahre die Terrasse der beschenkten Person geziert. Im letzten Winter ist er dann vertrocknet, weil er monatelang nicht gegossen wurde.

Andere Rosen hatte ich 2 bis 3 Jahre im Topf, dann wurden sie in den Garten in schweren Lehm ausgepflanzt:
Abraham Darby, Charlotte Hochstamm, Chartreuse de Parme, Jacques Cartier, Leondardo da Vinci, Mme Boll, Rose de Resht, SchneekoppeAlle haben das unbeschadet verkraftet, aber Abraham Darby und Jacques Cartier haben leider nicht mehr die ausgewogene Schönheit wie im Topf, was ich auf den starken Rückschnitt (30 Zentimeter Gesamthöhe) nach dem Verpflanzen zurückführe. Abraham Darby hat erst heuer, im 3.Gartenjahr, einen ausreichend starken Trieb gemacht, der die schweren Blüten tragen kann.
Meine Methode der Pflanzung von Mehrjährigen in Kübeln:Zuerst kommt mal der "eingebaute Winterschutz": dazu breite ich Noppenfolie doppelt zusammengelegt entlang der Topfinnenwand aus (und spare mir so die Verpackungsorgien im Spätherbst)Auf die Abzugslöcher im Gefäß kommen Tonscherben, darauf eine mehrere Zentimeter dicke Schicht aus großen Blähtonkugeln (haben gut 1 Zentimeter Durchmesser).Nun wird ein Vlies (z.B. das weiße Frühbeetvlies, oder braunes Winterschutzvlies) in den Topf gelegt um zu verhindern, dass sich Dränageschicht und Erde vermischen, die feinen Pflanzenwurzeln wachsen natürlich schon irgendwann in die Dränage ein, aber das ist kein Problem.Jetzt kommt das Substrat: bei Rosen mische ich Kübelpflanzenerde mit dem tonigem Lehm aus meinem Garten (früher, als ich noch keinen Garten hatte, verwendete ich Bentonit-Katzenstreu) und gebe je nach Topfgröße einige Handvoll Blähtonkugeln dazu. Seramis verwende ich draußen nicht mehr, dass hält zuviel Nässe und wäre wohl nur für regengeschützte Orte geeignet. Von "Rosenerde" halte ich nicht viel (oder um es deutlicher zu sgen: Bauernfängerei!)Zum Abschluß gebe ich eine dünne Schicht Blähtonkugeln (bzw. Rindenmulch bei Pflanzen, die saures Substrat mögen) als "Mulch"-Decke obenauf.Die überstehende Noppenfolie bzw. das Trenn-Vlies werden noch abgeschnitten und der Topf auf schmale Holzleisten gestellt, damit überschüssiges Wasser gut abfließen kann und die Asseln nicht so einfach von unten reinklettern können.Zur Kübelgröße: da ich nicht gerne umtopfe, habe ich immer große Gefäße verwendet und bei Bedarf einjährigen Sommerflor dazugepflanzt. Meine ältesten Gehölze in Kübelkultur sind übrigens ein Zuchtheidelbeerstrauch, ein Säulenapfelbaum und ein Hochstammflieder, bei denen habe ich in 10 Jahren erst einmal das Substrat teilweise gewechselt.Ich vermute, dass der viele Blähton (als Dränage, ins Substrat gemischt, als Mulch-Schicht) meinen Pflanzen nicht schadet, weil ich 1) jene Variante des Hydrokultur-Zeugs kaufe, die mindestens Murmelgröße hat 2) im Pannonikum lebe, wo ein 150 cm großer Strauch im 100 Liter-Kübel im Hochsommer schon seine 2 Gießkannen Wasser täglich brauchen kann.Nach diversen Versuchen habe ich für meine Pflanzen nun die passende
Dünger methode gefunden: gekörnten Langzeitdünger im Frühling, bei Bedarf Flüssigdünger im Sommer, Patentkali im Herbst).
Gießen ist auf einer vollsonnigen Dachterrasse im pannonischen Klima im Hochsommer an Hitzetagen zweimal täglich nötig.Ich habe ein Tröpfchen-Bewässerungssystem installiert, das mit abgestandenem Wasser aus einer Regentonne gespeist wird, zusätzlich gieße ich von Hand mit abgestandenem Leitungswasser (wir haben sehr weiches Wasser)Zeitweise gieße bzw. versprühe ich
Pflanzenstärkungsmittel , einmal im Jahr gibt es HM-Nematoden gegen DMR-Larven. Blattläuse wische ich mit den Fingern ab, allerdings nur bei den getopften Rosen, im Garten lasse ich sie natürlich den Vögeln. Hardcore-
Pflanzenschutzmittel verwende ich aus Prinzip nicht, bis dato war das aber auch nicht nötig. Die Rosen auf der Dachterrasse meiner Wohnung sind so gut wie pilzfrei. Die Gartenrosen werden von diversen Schädlingen (z.B. Rosentriebbohrer) heimgesucht und haben ab Sommermitte teilweise STR, befinden sich aber auch in Nachbarschaft eines großen Rosariums (riesige Monokulturfläche

).
Winterschutz gibt es, dank der innenliegenden Noppenfolie, bei meinen Kübeln daher ganzjährig. Die oberirdischen Pflanzenteile werden, sobald es dauerhafte Minustemperaturen gibt, mit Stroh- bzw. Bastmatten schattiert. Nach Weihnachten gibt es dann auch noch Tannenwedel als zusätzlichen Schutz.Die Kübel stehen alle unter freiem Himmel auf der Terrasse. Allerdings befindet sich eine halbhohe Brüstung rundum und mein Terrassenboden ist sozusagen die Wohnzimmerdecke der darunter liegenden Wohnung, was sicherlich einen wärmenden Effekt hat. Es gibt bei uns in Wien aber trotz Weinbauklima auch wochenlangen Dauerfrost, der leider nicht immer in Begleitung von Schnee kommt.Grundsätzlich halte ich alle Gehölze für kübeltauglich, es stellt sich nur die Frage: mit welchem Aufwand und wie lange geht das gut?und darauf gibt Ellen Fischer in "das Topfgartenbuch" im Kapitel "Rosen für Kübelkultur" die passende Antwort:
Doch wer wird einen Traum nur deshalb nicht träumen wollen, weil er keine Dauer verspricht? Liebe Grüße, Barbara