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Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 14:20
von Landpomeranze †
L. nummularia finde ich hier gar nicht leicht zu jäten: Überall Wurzeln, die sich gut festhalten oder abreißen! ???
Ich finde es überhaupt unjätbar - bei mir durchzieht es zusammen mit Gundermann den gemähten Wiesenteil und lacht vermutlich über jeden Dezimierungsversuch. Entenschnabelfelberich wuchert hier auch, wird aber von Rudbeckia fulgida und Honorine Jobert in Schach gehalten. Lysimachia punctata habe ich an den Grundstücksrand in den Schatten verbannt, dort breitet er sich zwar auch langsam aus, kann aber keinen Schaden anrichten.

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 14:27
von uliginosa
Das hört sich ganz nach Goldfelberich an. ;D In einem gepflegten Staudenbeet finde ich ihn auch verzichtbar. gelb muss man überhaupt gut kombinieren, damit es gut und nicht nur beliebig bunt wirkt.Meiner hält sich gut im Pflanzstein, ist da gezwungen auch da zu blühen, wo die Wurzeln sind ;) und gelegentlich schneide ich ein paar Blütenstiele für Sommersträuße raus. Im Foerstergarten haben sie, glaube ich, L. ciliata mit einem weiß panaschierten Goldfelberich (wahrscheinlich Alexander?) kombiniert, das passt auch gut.

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 14:49
von Gänselieschen
Habe grad mal geschaut - es gibt ja wirklich sehr schöne Sorten vom Felbericht - aber meist für feuchte nährstoffreiche Plätze - der Lysimachia atropurpurea hätte es mir ja angetan..L.G.

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 15:26
von claudia
Ja die lieben Wucherer, meist wuchern sie da, wo sie nicht sollen und dort, wo sie gerne wuchern dürften, tun sie es nicht.L. ciliata, also die gelbe Form, hab ich keines gepflanzt. Hat bisher noch nirgends gepasst.Die Sorte Firecracker hatte sich nach dem Pflanzen gleich so ungebührlich ausgebreitet, dass ich sie gleich wieder aus dem Staudenbeet verbannt habe. Seitdem taucht immer wieder mal ein Stück davon im Garten auf. L. nummularia hab ich eingeschleppt und es gefällt mir sehr gut. Leider wächst es immer dahin, nämlich zur Sonne, wo ich es nicht so gut gebrauchen kann. Könnte ein schöner Bodendecker sein, wenn er mehr Schatten vertragen würde. Und in meinem Garten die einzige beettaugliche Lysimachia.L. clethroides hab ich vor vielen Jahren gekauft. Also tatsächlich Geld dafür bezahlt. Seitdem versuche ich es von seinem ursprünglichen Pflanzort auszurotten. Bisher erfolglos. Die vermehrten Wurzelstücke wurden dann an einem neu zu bepflanzenden Hügel angesiedelt. Das war ziemlich erfolgreich. Sie haben dort jegliches Unkraut unterdrückt. Und sie geben in der Menge ein schönes Bild ab mit ihren nach einer Seite driftenden Blütenschweifen. Leider neigen sie dazu, alles, was ich noch dazugesellschaften möchte radikal zu überwuchern. Sie sind also bei mir äußerst konkurrenzstark. Aber an diesem Platz äußerst dekorativ und in seinem Ausbreitungsdrang höchst erwünscht. Am Rand mähe ich sie einfach mit dem Rasenmäher ab, das hält sie in Grenzen.L. atropurpurea hab ich noch nicht gepflanzt. Ist das auch ein Wucherer?

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 15:29
von Treasure-Jo
Ich finde es überhaupt unjätbar - bei mir durchzieht es zusammen mit Gundermann den gemähten Wiesenteil und lacht vermutlich über jeden Dezimierungsversuch. Entenschnabelfelberich wuchert hier auch, wird aber von Rudbeckia fulgida und Honorine Jobert in Schach gehalten. Lysimachia punctata habe ich an den Grundstücksrand in den Schatten verbannt, dort breitet er sich zwar auch langsam aus, kann aber keinen Schaden anrichten.
@Landpromeranze,Dein Konzept ist hervorragend! (siehe Petra Pelz und Co...)Lysimachia (ich meine hier ganz besonders L. ciliata oder clethroides) kann oder sollte man zusammen mit anderen konkurrenzstarken Stauden (inkl. Gräser) an geeigneten frischen oder feuchten Standorten pflanzen! Diese können die Lysimachia ganz ordentlich in Schach halten:Konkurrenzstarke Stauden auf frischen lehmigen Böden: Helianthus (einige wuchern bekanntlich selbst), Heliopsis, viele Gräser (z.B. Miscanths, Panicum, ...), div. Rudbeckia, Aster novae-belgii (und andere), Vernonia, Hemerocallis, Euphorbia pallustris, Eupatorium, einige robuste Herbstanemonen, u.v.a.Pflanzt man diese Lysimachien aber zusammen mit botanischen Weicheiern, wie Rittersporn, Echinacea, Phlox, und Co, dann werden diese zur leichten Beute der muskulösen Lysimachia.Eine andere Strategie ist es, Lysimachia an trockenere Standorte zu verbannen. Da wuchern sie deutlich weniger. Da können sie aber unter der Trockenheit leiden, weniger gut blühen oder gar in heißen Sommern ausfallen.GrußJoP.S.: Auch ich praktiziere die erfolgreiche Landpomeranze-Pelz-Strategie

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 15:54
von netrag
Lysimachia nummularia wächst bei mir unter einem Süßkirschbaum.Habe mal einen 12-er Topf mit der Pflanze gekauft.Bedeckt nun schon mehrere Quatratmeter.Habe sandigen Boden,gegossen wird selten-nur wenn die Pflanzenfläche meint zu vertrocknen.Blüht trotzdem jedes Jahr sehr reich auch im Schatten unter dem Baum.

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 16:11
von Treasure-Jo
Lysimachia nummularia wächst bei mir unter einem Süßkirschbaum.Habe mal einen 12-er Topf mit der Pflanze gekauft.Bedeckt nun schon mehrere Quatratmeter.Habe sandigen Boden,gegossen wird selten-nur wenn die Pflanzenfläche meint zu vertrocknen.Blüht trotzdem jedes Jahr sehr reich auch im Schatten unter dem Baum.
...diese Lysimachia ist wirklich nochmal ganz besonders.

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 16:13
von Staudo
Ich glaube nicht, dass das Pfennigkraut in der Lage ist zu vertrocknen. Es kriecht übrigens auch Teiche und ist daher sehr schön für naturnahe Gewässer zu verwenden.

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 16:14
von wallu
.....Kennt denn jemand L. atropurpurea aus eigener Erfahrung?
Ich habe Lysimachia atropurpurea letztes Jahr gesät und im Herbst ans neu gestaltete Bachufer gesetzt. Sie soll ja ziemlich rumzicken und auch nur kurzlebig sein, aber bis jetzt stehen die Pflanzen mit kräftigen Blattrosetten proper da, ohne Winterschutz und trotz -13°C im Dezember (da lag allerdings viel Schnee). Ich hoffe im Sommer auf schöne dunkelrote Blüten....

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 16:17
von Pewe
Ich glaube nicht, dass das Pfennigkraut in der Lage ist zu vertrocknen. Es kriecht übrigens auch Teiche und ist daher sehr schön für naturnahe Gewässer zu verwenden.
Manchmal L. nummularia aus, als wäre es vertrocknet. Beim nächsten Regenguss erwacht es zu neuem Leben. Ich mag es sehr gern - sowohl auf Fläche als auch im Topf oder Kasten. Bei Bedarf ist es hier leicht zu entfernen. L. atropurpurea und clethroides sind erst letztes Jahr gesetzt, mal sehen.'Firecracker', seit 2 Jahren hier, hat sich ein wenig verbreitet, bislang akzeptabel, leider aber eher 'strippenweise', dürfte dichter sein.Gespannt bin ich auf L. ephemerum, der demnächst hier einzieht.Vor Jahren hatte ich mal den normalen Feld/Wald/Wiesenfelberich - L. punctata? - der war die Pest, allerdings seinerzeit in Lehmboden, und mir über. :P

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 17:24
von wallu
Der heimische Gilbweiderich - Lysimachia vulgaris - wächst bei mir am Bachufer. Sehr gesittet; keine Tendenz zum Wuchern bislang.Einen gewaltigen Ausbreitungsdrang hat dagegen Lysimachia thyrsifolia entwickelt: Vor drei Jahren ein Exemplar ans Teichufer gesetzt, hat es sich in beiden Richtungen ca 5 Meter weitergearbeitet; ob durch Ausläufer oder Aussaat kann ich nicht sagen.

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 21. Feb 2011, 17:45
von blommorvan
Lasimachia punctata kommt bei mir nur noch dorthin, wo ich auch mit dem Rasenmäher arbeiten kann. Einmal hatte ich ihn ins Beet gepflanzt und hatte später viel Mühe, ihn wieder zu entfernen. Hatte fast gierschähnliche Qualitäten.

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 22. Feb 2011, 09:06
von wallu
Ein anderer Wucherer ist Lysimachia nemorum, der heimische Hain-Gilbweiderich. Er hat nette kleine gelbe Blüten, aber treibt Ausläufer wie das Pfennigkraut.

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 22. Feb 2011, 11:33
von uliginosa
Wallu, L. nemorum kenne ich gar nicht. Gibt es hier nicht und ich komme viel zu wenig in den Harz! :-\
...Pflanzt man diese Lysimachien aber zusammen mit botanischen Weicheiern, wie Rittersporn, Echinacea, Phlox, und Co, dann werden diese zur leichten Beute der muskulösen Lysimachia.Eine andere Strategie ist es, Lysimachia an trockenere Standorte zu verbannen. Da wuchern sie deutlich weniger. Da können sie aber unter der Trockenheit leiden, weniger gut blühen oder gar in heißen Sommern ausfallen.
botanische Weicheier Bild Bei unserem Garten am schattenarmen Südhang im Trockengebiet bietet sich die andere Strategie eindeutig an! ;D Sicherheitshalber kombiniert mit konkurrenzstarken Stauden. Das Gute ist: Mit solchen unkaputtbaren Pflanzen kann man nach Herzenlust experimentieren, es bleibt immer noch ein Trieblein für den nächsten Versuch übrig!

Re:Lysimachia - Wucherer im Staudenbeet?

Verfasst: 22. Feb 2011, 11:38
von uliginosa
Der heimische Gilbweiderich - Lysimachia vulgaris - wächst bei mir am Bachufer. Sehr gesittet; keine Tendenz zum Wuchern bislang.Einen gewaltigen Ausbreitungsdrang hat dagegen Lysimachia thyrsifolia entwickelt: Vor drei Jahren ein Exemplar ans Teichufer gesetzt, hat es sich in beiden Richtungen ca 5 Meter weitergearbeitet; ob durch Ausläufer oder Aussaat kann ich nicht sagen.
Hier ein Bild von L. vulgaris zusammen mit Stachys palustris an einem Altwasser der Elbe - ein herrlicher Anblick im Hochsommer! ::) L. thyrsifolia ist ja draußen viel seltener als L. vulgaris. Interessant, dass sie sich an deinem Teich trotzdem so durchsetzt.