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Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 00:58
von raiSCH
Also die Emailbriefe von sarastro sind sicher nicht allzu aufwendig und sehr informativ. Wirkliche Fans finden immer ihre Quellen, ob das finaziell den Gärtnern genügt, ist eine andere Frage.

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 01:28
von husch69
Also die Emailbriefe von sarastro sind sicher nicht allzu aufwendig und sehr informativ. Wirkliche Fans finden immer ihre Quellen, ob das finaziell den Gärtnern genügt, ist eine andere Frage.
Es finden nur Fans diese Quelle, das ist das Problem. Es sollten auch 10000 andere user diese Quelle finden. sarastro wird nicht drumherunkommen, einen online-katalog zu erstellen. Die heutige Welt lebt von online-katalogen, leider...

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 06:53
von sarastro
Wir sind dabei, tröste dich! Kostenpunkt hoch genug, aber wir versprechen uns auch was davon. Aber ich bin auch der Meinung, wer A sagt, muss auch B sagen. Irgendein handgestrickter Onlineshop genügt nicht, er sollte wesentlich mehr können. Und hierin sind überraschenderweise selbst bekannte Versandgärtnereien immer noch etwas "hinterm Mond". Ich habe mir das erklären und mich hierin beraten und überzeugen lassen. Aber das kostet auch ein kleines "Entgeld".Im Übrigen sollte ich trotzdem wieder einmal einen wichtigen Punkt betonen: lobt das Internet nicht so hoch! So wichtig ist es nun auch wieder nicht. Ich kenne genug Gärtner, die ganz gut ohne Shop, mit Schmalspurhomepage oder gänzlich ohne Website auskommen und immerhin auch leben. Kustermann, Eidmann, Ewald Hügin sind solche Beispiele, in England gibt es etliche davon, auch Hans Kramer lebt vom Verkauf vor Ort und hat mit dem Netz wenig am Hut. Ganz zu schweigen von einigen renommierten Schweizer Betrieben! Wenn ich deren Homepage ansehe, dann denke ich mir, sie sind weit weg von dem, was machbar ist, leben offenbar trotzdem nicht schlecht!Und das ist mir noch allemal lieber wie zum reinen Internetgärtner degradiert zu werden. Wer kreirt dann noch schöne Schaugärten, vermittelt Kompetenz vor Ort, steht persönlich so richtig gärtnerisch mit Rat und Tat zur Seite? Trotzdem aber brauche ich beides, da wir hier im Südosten etwas abseits vom Schuss sind. Ich möchte ganz einfach nicht bloßer Produzent sein und darum auch vermeiden, dass ich nur schnöde Konsumenten bewerbe und abfertige. Der Beruf hat schließlich auch eine gewisse Ethik, so hochtrabend dies auch immer klingen mag. Eine Hosta "verbraucht" man nicht, wie es in diesem hässlichem Neudeutsch heißt, sie wird "entdeckt" und gekauft, sie besitzt man über Jahre und erfreut sich an ihr. ;D :o

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 07:00
von sarastro
Mode hat ja auch immer mit Zeitgeist zu tun und wie im Textilbereich gibt es verschiedene Marktanteile für die unterschiedlichen Lifestylesegmente unserer Gesellschaft. Früher gab es nur die Trend settende Oberschicht, nun gibt es die verschiedensten Gruppen mit unterschiedlichen Gruppenidealen.Landlust ... ist relativ neu und eine mainstream Vermarktung einer Verbindung von neo-öko und Homes and Gardens der deutschen Art.In den 80ern hatten wir den Landhausstil, also Homes and Gardens Imitate in deutschen Einfamilienhäusern.Der asiatische und gekieste Garten ist eine Homage an den 50er und 60er Jahre Garten, der vor allen Dingen sauber und ordentlich und pflegeleicht sein sollte.Nur eine Handvoll gärtnert nach deutsch-niederländischer-kontinentaler Staudentradition, aber diese Art zu gärtnern wird von Gestaltern mit Anspruch vertreten und ist eher mit individualistischer Mode und Musik gekoppelt und einem ganz klaren Bekenntnis eines ökologischen Bewusstseins in einer globalen Welt. Nori und Sandra Pope waren Vertreter dieser Richtung und jetzt ist es Frau Oppenheimer in den Cotsworlds.Der Mainstream versucht ein wenig an dieser Richtung zu nippen, möchte aber Stauden haben, die wie Bauerngarten- oder Balkonblumen zu handhaben sind. Es reicht ein Styling ohne Inhalt und zur Tibet Gebetsfahne aus Kunststoff passt eben alles.
Das hast du sehr treffend formuliert, danke!Mein Rundbrief hat übrigens Ausmaße angenommen, die ich vor einem Jahr mir nicht erträumt hätte. Ob dieser alleine was bewirkt, ob dadurch die Verkaufszahlen in die Höhe schnellen, bezweifle ich. Alles zusammen, das macht es aus, ob man dabei ist oder nicht. Und man muss Geduld und einen langen Atem haben. Außerdem ist langsames Wachsen gesünder als anschließendes, schnelles Fallen. Und dies gilt eben auch für Neuheiten.

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 10:43
von SouthernBelle
Im Übrigen sollte ich trotzdem wieder einmal einen wichtigen Punkt betonen: lobt das Internet nicht so hoch! So wichtig ist es nun auch wieder nicht. Ich kenne genug Gärtner, die ganz gut ohne Shop, mit Schmalspurhomepage oder gänzlich ohne Website auskommen und immerhin auch leben. Kustermann, Eidmann, Ewald Hügin sind solche Beispiele, in England gibt es etliche davon, auch Hans Kramer lebt vom Verkauf vor Ort und hat mit dem Netz wenig am Hut. Ganz zu schweigen von einigen renommierten Schweizer Betrieben! Wenn ich deren Homepage ansehe, dann denke ich mir, sie sind weit weg von dem, was machbar ist, leben offenbar trotzdem nicht schlecht!
Dank aber auch an die armen Staudenbegeisterten, die in der staudentechnischen Wueste leben, mit vielleicht einem richtig guten, aber dann meist auch spezialisierten, Betrieb in 100km Umkreis. Die brauchen die online-Information, um sich zB auf den Kiekeberg vorzubereiten, wofuer sonst eine Deutschlandreise noetig waere...Noch eine Frage zum Thema: wieviel speziellere Nachfrage kommt denn von Gartengestaltern? Sind die auch sehr den Moden unterworfen oder koennen sie ihre Kunden von mehr und eventuell passenderer Vielfalt ueberzeugen?

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 10:50
von Staudo
Grob eingeteilt gibt es drei Gruppen von Gestaltern Stauden betreffend:1. Haben gar keine Ahnung und verlassen sich voll und ganz auf den Bruns-Katalog und dessen Mankos.2. Verwenden Stauden eher konservativ und nach ihren eigenen Erfahrungen, weil sie damit auf der sicheren Seite sind.3. Haben Erfahrungen, fragen kritisch nach und probieren auch mal etwas Neues. Vertreter der Gruppe 3 warne ich gern davor, die neuen Echinacea großflächig einzusetzen.

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 11:01
von sarastro
So kann man es einteilen. Bei einigen Gestaltern sind die Lieferscheine über das ganze Jahr fast schon deckungsgleich, da sie immer dieselben Sorten nehmen. Aber dies sind Ausnahmen.Auch bei Gestaltern mit guter Pflanzenkenntnis steht die Pflanze leider nicht immer im Vordergrund. Sie sind in erster Linie Trendsetter im Bau von Schwimmteichen. In Grünberg habe ich mich daher auch über solche Machenschaften wie "Silbersommer" mokiert, da Kunden, vorhandene Böden etc. nicht uniform sind und daher es fatal ist, allen dieselbe Sauce an Pflanzen aufzudrücken. Das kreative Pflanzenverwenden, sprich das Denken, kann man den Gestaltern nun einmal nicht abnehmen, man sollte sie allerdings darin auch unterstützen, aber auf individuelle Weise, nicht per Schema F und irgendwelchem Mischmasch. Wir müssen uns an neue Gesetze gewöhnen, wir müssen lernfähig bis ans Lebensende bleiben, sind flexibel bei Elektronik und PC, sowie sonstigem technischem Schnickschnack. Unsere ureigensten, gärtnerischen Fähigkeiten sollten wir daher nicht verkommen lassen.

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 11:13
von Staudo
Es gibt ja nicht nur den Silbersommer. ;) Irgendwie ist auch das eine Mode.

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 11:28
von oile
Es gibt ja nicht nur den Silbersommer. ;)
:o "Blütenchilli" Wer hat sich das bloß ausgedacht? Meinten die wirklich "Chilli" oder eher "Chillen". Chillende Blüten, das fehlt noch :P .

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 11:38
von mame
Es gibt ja nicht nur den Silbersommer. ;)
:o ..ogottogott, da hat sich ja jemand ausgetobt ;DIm Prinzip ist es ja schön, mit solchen Fertigmischungen den Einstieg in die großflächige Staudenverwendung zu erleichtern. Nachdem ich aber letztes Jahr die Pflege von ein paar völlig verwahllosten Staudenpflanzungen übernommen habe und wenn ich sehe, dass jetzt überall diese Silber-Perenne-Blüten-usw-Mischungen verwendet werden, ohne stimmige Pflegekonzepte, dann kann ich das nicht mehr gut finden.

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 11:49
von uliginosa
:o "Blütenchilli" Wer hat sich das bloß ausgedacht? Meinten die wirklich "Chilli" oder eher "Chillen". Chillende Blüten, das fehlt noch :P .
Chill steht da, also letzteres! ;) Aber schöne Bilder und Zusammensstellungen sind da schon dabei.Bei und werden die noch nicht verwendet - schade, das brächte schon Abwechslung gegenüber dem, was jetzt so zu sehen ist in Gärten und öffentlichem Grün.

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 13:12
von invivo
Man hat sich schon so an die ruhigen, grünen, sterilen Cotoneaster-Inseln in den Straßen gewöhnt, dass man so eine bunte Staudenmischung als ungepflegte, verunkrautete Fläche wahrnimmt. Es wird Zeit! Dann lohnt es sich auch wieder samstags das Auto zu waschen, so ganz ohne Insekten auf dem Kühler macht das doch keinen Spaß.

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 13:50
von mame
Man hat sich schon so an die ruhigen, grünen, sterilen Cotoneaster-Inseln in den Straßen gewöhnt, dass man so eine bunte Staudenmischung als ungepflegte, verunkrautete Fläche wahrnimmt.
Hier werden die Staudenpflanzungen im öffentliche Grün oder in Gewerbegebieten von der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen. Den Leuten gefällt das sehr und man merkt auch, wie wichtig ihnen das ist, wenn sie dafür sogar ehrenamtliche Arbeitskreise gründen. Ich sehe aber trotzdem das Hauptproblem in der Pflege, vor allem bei den öffentlichen Anlagen. Die hier übliche Bezahlung ist für Fachbetriebe völlig indiskutabel, es sind also meistens keine Gärtner, die das dann machen und manchmal findet sich schlichtweg niemand dafür. Man kommt auch nicht von diesen jährlich gleichbleibenden Etats weg, die dann in den ersten Jahren, wo der Aufwand deutlich höher ist, einfach nicht ausreichen. Das geht dann 2-3 Jahre gut und dann wird das Beet von Winde und Schachtelhalm dominiert.Was gut in öffentlichen Anlagen funktioniert sind Blumenwiesen auf mageren Standorten. Außerdem gibt hier eine staudenverwendende Gemeinde, deren Bauhofleiter sehr engagiert ist und die Pflanzen und ihre Bedürfnisse kennt. Da klappt das dann auch.Bei vielen anderen hat man aber den Eindruck, dass sie mit dem Begriff "pflegeleicht" gelockt wurden und denken, dass sie nach der Pflanzung gar nichts mehr tun müssen.

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 15:01
von freitagsfish
zwischen einem online-katalog und gar keinem versand über internet gäbe es ja noch die zwischenlösung, kunden auf anfrage via email einen katalog im pdf-format zuzuschicken. dann kann der kunde via mail bestellen.kommunikation mit kunden hat sich nun einmal verändert in den letzten zwanzig jahren. besonders auch mit der entwicklung des netzes.wer es sich leisten kann, nicht mit kunden zu sprechen, egal, über welches medium, der soll es eben lassen. mein baumschuler leistet sich das, der lebt offenbar von luft und liebe... oder stammkunden, die mit seinen drei-wort-sätzen keine probleme haben und gerne auch ein paar mal häufiger vorbeifahren. (der herr ist aber auch deutlich über 60 jahre alt.)

Re:Modestauden - wer steuert dies?

Verfasst: 25. Jan 2011, 16:42
von Günther
..... (der herr ist aber auch deutlich über 60 jahre alt.)
Das ist grad kein gutes Argument 8)