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Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 1. Mär 2026, 11:53
von Talkrabb
Weißfäulepilze wie der Feuerschwamm zerstören die Lignin-/"Holz"anteile eines Strauchs. Wenn man Steckhölzer schneidet sollte in der Regel keine Übertragung stattfinden. Der Pilz wird meiner Kenntnis nach nicht systemisch (in den Leitungsbahnen) übertragen, sondern über Sporen. Im Zweifel könnte man solche Steckhölzer bei erhaltenswerten Sorten, vor dem Stecken noch mit der Peressigsäuremischung vom Pfirsichspritzen behandeln.

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 9. Jun 2026, 19:47
von Felcofan
nur so mal ein Sortenvergleich: schon fast vollreif ist diese Findlingssorte, im gleichen Garten in einem anderen Beet die Rovada, noch meilenweit davon entfernt, und die frühe hat bisher auch Spätfrost gut weggegesteckt

liebe Grüße, F

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 9. Jun 2026, 22:50
von thuja thujon
Ja, dieses Jahr sind die Reifeunterschiede hier auch sehr deutlich. Die verrieselte mit den kurzen Rispen, die jetzt reif ist, sieht nach Jonkheer van Tets aus.

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 10. Jun 2026, 11:23
von Rib-2BW
Das ist hier bei den beiden Sorten standard. JvT stark vor Rovada reif.

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 10. Jun 2026, 14:24
von thuja thujon
Normal sind vielleicht 2 Wochen. Dieses Jahr dürfte es mehr werden, ich kann aber auch noch nicht in die Zukunft gucken. JvT ist reif, Rovada grasgrün wie bei Felcofan.

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 10. Jun 2026, 20:17
von Rib-2BW
Ich würde jetzt nicht wetten aber ich denke es sind bei mir drei Wochen plus. Bisher ist JvT bei mir recht pünktlich zu Johanni reif.

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 11. Jun 2026, 01:13
von thuja thujon
Klingt plausibel. 3 Tage sind 4 bei euch in der Klimazone.

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 11. Jun 2026, 21:48
von Felcofan
ach Mensch, und ich dachte, ich hätt da vielleicht was ausgefallenes entdeckt...

Frage: gibt es izwischen eine neuere, so frühe Rote wie JvT, die weniger oder nicht verrieselt?

Ich werde mal weiter beobachten, und verjüngen und so,
danke und liebe Grüße, F

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 11. Jun 2026, 22:00
von Wild Obst
Felcofan hat geschrieben: 11. Jun 2026, 21:48 Frage: gibt es izwischen eine neuere, so frühe Rote wie JvT, die weniger oder nicht verrieselt?
Ich habe mich diesen Winter mit einem erweiterten Hobby- bis Semiprofi Beerenanbauer unterhalten und er hat eine Jonkher van Tets x "frühe Ukrainische Sorte" im Test, die er neu hatte. Soll laut Verkäuferangaben gut sein, aber er hatte noch keine Erfahrungen und ich muss gestehen, dass ich zwar interessiert war, aber den Namen der neuen Sorte und der ukrainischen Vatersorte vergessen habe.

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 11. Jun 2026, 22:29
von markoxyz
Mir war vor zwei Jahren ein veredelter Stamm abgestorben und aus der Basis wuchs letztes Jahr rasant ein neuer, sehr kräftiger Trieb mit normalen Blättern und nicht die der üblichen Goldjohannisbeere. Erste Beeren wurden dieses Jahr schon angesetzt und reifen gerade rot und sehr groß ab.
Wird das als Unterlage auch manchmal eine stark wüchsige rote Johannisbeere genommen zum veredeln, oder ist es wahrscheinlicher, dass dort so ein kräftiger Sämling zufällig raus kam? Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass der in zwei Jahren fast 2 Meter in die Höhe wachsen kann.

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 12. Jun 2026, 00:25
von thuja thujon
Felcofan hat geschrieben: 11. Jun 2026, 21:48ach Mensch, und ich dachte, ich hätt da vielleicht was ausgefallenes entdeckt...
Du hast die Situation selbst beobachtet und durch Erfahrung richtig interpretiert. Das ist unbezahlbar und verdient mindestens eine Goldene Gärtnermedaille.
Hört sich jetzt so nach Kindergarten an, aber das ist das, die Fähigkeit mit der Umwelt zu interagieren, die ich mir wünsche, was an die nächste Generation weitergegeben wird.

Chapeau. Bitte mehr davon, auf möglichst vielen sozialen Netzwerken, ohne vorkauen. Natürlich auch in echt. ;)

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 12. Jun 2026, 09:29
von cydorian
Felcofan hat geschrieben: 11. Jun 2026, 21:48 Frage: gibt es izwischen eine neuere, so frühe Rote wie JvT, die weniger oder nicht verrieselt?
Kenne keine. Wenn du eine Woche länger warten kannst, ist "Junifer" die Nächste mit wenig Verrieselungsneigung.

Verrieselung hat eben auch mit der Reifezeit zu tun. Denn sehr frühe Sorten blühen auch früh. Das Mikroklima am Standort entscheidet sehr viel. Wenn sich im Frühjahr Kaltluft sammelt, dann sorgt die Kombination aus früher Blüte, kalten Nächten Ende April und kühlem, nassem Blühwetter für diese Probleme. Ich hab deswegen Büsche gerodet, an dem Standort blühten sie besonders früh, die sind notorisch verrieselt, auch angeblich dafür unanfällige Sorten. Jetzt im Aussengarten, gar nicht so weit entfernt aber eine Woche spätere Blüte habe ich häufig Riesenerträge.

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 12. Jun 2026, 13:03
von Beeren_Streuobst
Wild Obst hat geschrieben: 11. Jun 2026, 22:00
Felcofan hat geschrieben: 11. Jun 2026, 21:48 Frage: gibt es izwischen eine neuere, so frühe Rote wie JvT, die weniger oder nicht verrieselt?
Ich habe mich diesen Winter mit einem erweiterten Hobby- bis Semiprofi Beerenanbauer unterhalten und er hat eine Jonkher van Tets x "frühe Ukrainische Sorte" im Test, die er neu hatte. Soll laut Verkäuferangaben gut sein, aber er hatte noch keine Erfahrungen und ich muss gestehen, dass ich zwar interessiert war, aber den Namen der neuen Sorte und der ukrainischen Vatersorte vergessen habe.
Vielleicht kommt St. Michael in Frage; das ist eine frühe, urkrainische Sorte mit sehr großen, roten Beeren, dicht besetzt, die bei mir nicht verrieseln. Es ist eine Kreuzung von JvT mit Altajskaja Rannaja (Züchter: V. P. & K.M. Kopan). Ertrag ist deutlich höher als bei JvT.
Hier sind Bilder der Sorte und Vergleich mit JvT aus dem letzten Jahr (von links nach rechts: Viksnes dunkelrot, JvT, St. Michael; Querschnitt St. Michael); [Anmerkung: Weißabgleich ist nicht korrekt; Beerengröße lässt sich anhand des Karopapiers abschätzen; von St. Michael sind auf dem Foto bereits 4 Beeren vorne entfernt.]
166043

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 12. Jun 2026, 13:31
von Frau P
Beeren_Streuobst hat geschrieben: 12. Jun 2026, 13:03
Vielleicht kommt St. Michael in Frage;
Das liest sich und sieht sehr interessant aus! Wie ist sie denn geschmacklich?

Re: rote Johannisbeere

Verfasst: 12. Jun 2026, 14:20
von Walt Scencer
thuja thujon hat geschrieben: 12. Jun 2026, 00:25
Felcofan hat geschrieben: 11. Jun 2026, 21:48ach Mensch, und ich dachte, ich hätt da vielleicht was ausgefallenes entdeckt...
Du hast die Situation selbst beobachtet und durch Erfahrung richtig interpretiert. Das ist unbezahlbar und verdient mindestens eine Goldene Gärtnermedaille.
Hört sich jetzt so nach Kindergarten an, aber das ist das, die Fähigkeit mit der Umwelt zu interagieren, die ich mir wünsche, was an die nächste Generation weitergegeben wird.

Chapeau. Bitte mehr davon, auf möglichst vielen sozialen Netzwerken, ohne vorkauen. Natürlich auch in echt. ;)
Das muss an dieser Stelle wirklich unterstrichen werden - einer der besten Beiträge und wunderbar formuliert!