Veilchen-im-Moose hat geschrieben: ↑24. Jan 2026, 07:28
Da lese ich doch lieber Pearl's Links zu Wissenschaftlerinnen, die darüber forschen oder geforscht haben, wie sich Ökonomie und Ökologie in einen Ausgleich bringen lassen. Es gibt tatsächlich auch ökonomische Ansätze jenseits von Sozialismus oder Kapitalismus/Staats- oder Privatwirtschaft. Spannend - die Forschung zur nachhaltigen Bewirtschaftung begrenzter Ressourcen durch lokale Allmendesysteme kooperativen Charakters bei Elinor Ostrom.
"2009 wurde ihr als erster Frau der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften zuerkannt, gemeinsam mit Oliver E. Williamson. Ostrom habe gezeigt, „wie gemeinschaftliches Eigentum von Nutzerorganisationen erfolgreich verwaltet werden kann“, heißt es in der Würdigung der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften."
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Was habe ich mich darüber gefreut und das als Symbol gefeiert, dass Zuversicht begründet und Wandel möglich ist.
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Gretchen Daily: "Daily machte ihren B.S., M.S. und Ph.D. in Biological Sciences an der
Stanford University. Ihre Dissertation aus dem Jahr 1992 trug den Titel Interactions between populations and resources.
Die Bedeutung des Ökosystemleistungsansatzes ordnete sie einmal wie folgt ein: „Heute besteht das Problem darin, dass so viele Ökosysteme und die Dienstleistungen, die wir von ihnen erhalten, im Prinzip mit Null bewertet werden. Wir müssen pragmatisch arbeiten, um dies zu beheben. Wenn wir die enormen Vorteile der Bestäubung durch Insekten oder der natürlichen Schutzmechanismen gegen Klimawandel und Überschwemmungen wirtschaftlich nachweisen können, dann werden Investitionen in die Natur ein Teil des Alltags. Wir sprechen vom Umweltschutz des 21. Jahrhunderts.“"
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An der
Stanford University,
The Center for Compassion And Altruism Research And Education.
forschte auch die von mir hoch geschätzte
Emma Seppälä. Über menschengerechte Arbeitswelt, warum es so viele Selbstmorde in Silicon Valley gibt und wie wir Burn Outs vermeiden können. Also menschliche Ressourcen schützen.
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"Wieviel ist die Natur wert?
Die US-Professorin Gretchen Daily gilt als einflussreichste Umweltwissenschaftlerin der Gegenwart. Ihre Idee: genau berechnen, welchen Wert die uns umgebende Biosphäre hat. Im Interview erklärt sie, wie das funktioniert und wie sie sogar die chinesische Regierung von ihrem Konzept überzeugen konnte.
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Das erste Land, das Ihr Konzept integrierte, war Costa Rica.
Ja, das ist unser Vorzeigeprojekt. Wahnsinn, ich kann kaum glauben, dass ich seit 30 Jahren in Costa Rica arbeite, seit 1991. Es ist mein Lieblingsland auf der ganzen Welt. Es war mal führend in der Umweltzerstörung und hatte in den Neunzigerjahren die weltweit höchste Abholzungsrate von Regenwald. Dann haben sie das Ruder komplett herumgerissen. Costa Rica hat als erstes Land 1996 ein nationales Bezahlsystem für Ökodienstleistungen eingeführt. Die Regierung hat verstanden, dass die Regenwälder essenziell für das Überleben des Landes sind. Sie sichern die steilen Berghänge in den tropischen Stürmen. Die Regierung investierte in Wasserkraft, die heute fast 90 Prozent der Energie erzeugt. Statt Leute vom Abholzen der Wälder profitieren zu lassen, werden die Waldbesitzer und Einheimischen für den nachhaltigen Schutz der Wälder und auch des Wassers bezahlt. Costa Rica hat viele kleine Bauern. Es war ganz wichtig, dass sie beteiligt werden und ihre Lebensgrundlage nicht verlieren. Dank der Reform haben die Leute heute viele verschiedene Einkommensströme, auch durch Zahlungen aus CO2-Offset-Programmen, weil die Wälder soviel Karbon speichern."
Süddeutsche Zeitung.
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Die einzigen demokratischen Staaten in Mittel- und Südamerika sind Costa Rica und Uruguay, übrigens.
Demokratieindex.
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Das nur mal so um von der elenden Diskussion über unterstelltem Systemwechsel-Wunsch wegzukommen.