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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 16:57
von vanille_71
AndreasR schrieb "gerade Sträucher und Bäume werden... durchaus robuster, wenn sie über mehrere Jahre gut einwachsen können".
Das ist hier der Fall. Weigelie, Spierstrauch und auch der Flieder, der Hibiscus, die Eibe stehen gut da (ohne Gießen)
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 17:03
von Querkopf
@Chica: Es geht ums Thema. Um die Sache. Um sonst nix.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 17:14
von Apfelbaeuerin
Hier ist Deutzia magnifica ungegossen komplett verbrutzelt. Sie stand hier, ebenfalls ungegossen, seit 15 Jahren

.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 17:35
von Mediterraneus
Querkopf hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 15:27
krimskrams hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 15:00...Das was andere Landstriche dieses Jahr als Trockenheit bezeichnen ist für uns hier nur ein normales Jahr. ...
Da ist was dran. Bei den Meteorologen werden Niederschlagsdefizite nie "absolut" konstatiert, sondern jeweils in Beziehung gesetzt zum langjährigen Mittel. Und das ist je nach Region nun mal unterschiedlich.
.
300l Regen von Januar-Juli können deshalb bei euch in Unterfranken normal sein. In Thüringen sogar recht viel. Im Südwesten hingegen ist das sehr wenig.
.
Diese unterschiedliche Bewertung ist notwendig und sinnvoll, alldieweil sie - indirekt - Unterschiede in der (mehr oder minder) natürlichen Vegetation berücksichtigt, z. B. Buchenwälder versus Kiefern. Und ebenso Unterschiede in der Landnutzung.
Genau.
Und deshalb wächst z.B. Hakonechloa bei halbem Niederschlag in München gut, bei halbem Niedeschlag in Würzburg nicht so. Bei beiden is Trockenheit. Sie würde in Würzburg bei 100 Prozent, also durchschnittlichlichem Regen auch nicht wachsen.
By the way, wir haben momentan etwa 10 mm in den lerzten 30 Tagen und noch gar nix im August bekommen.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 17:38
von Gartenplaner
Querkopf hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 16:41
Chica hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 16:09... Hier auf Sandboden funktionieren Wildstauden am besten und ich bin durchaus der Meinung, dass man einen Großteil davon ganz unkompliziert in konventionelle Staudenbeete integrieren kann. Man muss das nur wollen. ...
...und schwupp, schon sind sämtliche Differenzierungen, die hier im Thread bereits gemacht wurden, wieder in einer (dogmatischen) Verallgemeinerung verschwunden

. Schade.
…
Hä?
Jeder bisher, ganz im Thema, hat geschrieben, was in seinem/ihrem Boden unter den neuen Bedingungen gut funktioniert hat.
Da hat dieser merkwürdige Vorwurf ziemlich viel „dogmatische Verallgemeinerung „.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 17:42
von Querkopf
AndreasR hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 15:33... Deshalb brauche ich für meinen Garten Stauden und Gehölze mit weiter Standortamplitude, denen weder Hitze noch Kälte etwas ausmacht, und die sowohl Dauerregen als auch Dürre gut wegstecken können. ...
Hier ähnlich.
Klassische Trocken-Liebhaber mögen den schweren Boden nicht. Sie sind zudem - oft - auch sehr genügsam; und Hungerkünstler im Schlaraffenland (der hiesige Lehm ist nahrhaft), das klappt ganz schlecht. Wenn dann noch ein nasser Sommer kommt, ist's endgültig vorbei.
Gewächse mit weiter Standortamplitude zu finden, ist aber gar nicht einfach. Die üblichen Ratgeber, egal ob kluge Bücher oder Gärtnerei-Hinweise, geben in der Regel Auskunft darüber, was Stauden & Gehölze am liebsten haben; was sie darüber hinaus abkönnen, ist häufig schwierig in Erfahrung zu bringen. Und ob's dann auch noch für die konkreten Bedingungen des eigenen Gartens passt (die ja manchmal schon auf wenigen Quadratmetern verschieden sein können, was oben am Hang geht, funktioniert unten nicht & vice versa...)? M. E. hilft wirklich nur, sich diese Bedingungen ganz genau anzugucken und dann auszuprobieren.
AndreasR hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 15:33... Gerade Sträucher und Bäume werden zwar durchaus robuster, wenn sie über mehrere Jahre gut einwachsen können, aber seit einigen Jahren sieht man immer deutlicher, dass etliche Baumarten, seien es nun Fichten, Birken oder was auch immer, zunehmend schlechter mit den sommerlichen Dürren zurechtkommen, und das betrifft keineswegs nur junge oder bereits abgängige Exemplare. ...
Ja. Mein Eindruck ist, dass dieses Problem insbesondere Flachwurzler betrifft. Wie sind da eure Erfahrungen?
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 17:48
von Gartenplaner
Angenehm überrascht bin ich von Osmanthus x burkwoodii (und Ligustrum ovalifolium ‚Aureum‘), die hinter und am Stamm des großen Feldahorn stehen, also da ist von oben ganz sicher 2 Monate kein Regen angekommen.
Und von der Größe her gehe ich nicht davon aus, dass sie tief genug wurzeln für den Grundwasserkapillarsaum:
Heptacodium schlägt sich ein paar Meter weiter auch noch relativ tapfer, hat aber Verbrennungen:
In der vor 2 Wochen gemähten Blumenwiese treibt indessen munter Geranium pratense neue Blätter

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 17:51
von Blush
Genau, " was sie darüber hinaus abkönnen abkönnen, ist schwierig in Erfahrung zu bringen" schreibt Querkopf. Deswegen ist der Austausch hier so wichtig.
Einige Eingangsempfehlungen wurden ohne Nennung des Bodens und grober klimatischer Einordnung gegeben. Das ist schade, vielleicht holt ihr das nach?
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 17:58
von hobab
Es sterben vor allem sehr junge, noch nicht tief eingewurzelte Bäume und sehr alte, bzw große die zwar tief wurzeln können, aber eben auch viel brauchen. Und es sterben vor allem Flachwurzler aus Lebensbereichen die sich von unseren (spreche von Norddeutschland) sehr unterscheiden. Etwa flachgründige Böden mit hohen Niederschlägen. Aber es sterben eben auch einheimische wie Birken, die das aber teilweise durch massenhsfte Aussaat zu kompensieren versuchen. Direkte Sonnenstrahlung bringt Pflanzen selten direkt um, in der Regel treiben sie wieder aus - nach lang anhaltender Trockenheit sind sie aber in der Regel tot.
Und allgemeine Empfehlungen für Stauden die mit Trockenheit klar kommen, machen wenig Sinn - bitte schreibt doch im Profil in welcher Region ihr lebt, mit welchem Boden und in welcher Klimazone. Dann kann man auch einschätzen was passt und die, die einer ähnlichen Zone leben, können qualifiziert helfen.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 18:03
von Gartenplaner
Als ich sie 2013 pflanzte, hatte ich eher die Befürchtung, dass Castanea sativa in meinem schweren, kalkhaltigen, winternassen Töpferlehm Schwierigkeiten mit zuviel Nässe bekommen könnte.
Nee, sie hat jetzt, 13 Jahre nach Pflanzung, Probleme mit der Trockenheit und wirft welkes Laub von innen heraus ab
Diospyros Lotus hingegen, obwohl so klein noch, hat keine Probleme:
Und die Pinien fühlen sich pudelwohl

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 18:19
von Blush
Ich habe bis vor kurzem im trockenen MV, in einem Regenloch auf "sandigem Lehm" gegärtnert. Standardgehölze in eingewachsem Zustand ( z.B. Sambucus niger, Syringa, Hasel) haben die Dürre dort ab 2108 klaglos weggesteckt. Die ca 80 Jahre alte Juglans hat mächtig gelitten und die Krone sich gelichtet. Die konkreten Bodenverhältnisse waren auf 2000 Quadratmeter sehr unterschiedlich. An den trockensten, sonnigsten und sandigsten Stellen haben neu gepflanzt Iris barbarta, Rosmarin, Cystus, Helianthemum, Salvia super durchgehalten. Dort gesetzte Rosen auch, sofern sie die ersten Jahre gewässert wurden. Überhaupt haben Rosen sich als zäh erwiesen.
Auf den lehmigeren Stellen, aber mittelmäßig humos, Päonien, Phlox - am besten eigene Sämlinge, Helianthus und weitere klassische Stauden, aber mit Bewässerung, wenn nötig.
Jetzt wohne ich westlicher, nicht mehr auf der Grenze von Zone 7a/b, sondern in 7b. Atlantischer und mit Lehm. Die Erfahrungen, die zum Beispiel Andreas oder Mufflon haben "befürchte" ich ein wenig, da der Boden verdichtet erscheint. Ob Phlomis, Salvia, Cistus hier überleben, weiß ich noch nicht. Ich arbeite mich ein. Vermutlich geht's nicht ohne Lehrgeld zu bezahlen.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 18:27
von Apfelbaeuerin
Blush hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 17:51
Einige Eingangsempfehlungen wurden ohne Nennung des Bodens und grober klimatischer Einordnung gegeben. Das ist schade, vielleicht holt ihr das nach?
Genau meine Meinung

. Davon profitiert niemand, aber wir wollen doch voneinander lernen. Das geht nur mit möglichst exakten Angaben zum eigenen Habitat.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 19:02
von Chica
Mottischa hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 09:35
Hier auf Sandboden gehen Knautia Macedonica, Euphorbien, Langblättriger Ehrenpreis, wilder Oregano und Kugeldistel, wilde Möhre, Ochsenzunge, Natternkopf als Hauptakteure. Eigentlich sowieso eher Wildstauden, dazu verschiedene Campanulas, Knöterich, Habichtskraut, Katzenminzen, Calaminthas, verschiedene Sedum.
Habe ich hier alle Mottischa und funktionieren ohne Gießen. Außerdem noch andere Knautien,
Scabiosa spp.,
Centaurea spp.. In einem der Einfahrtbeete steht
Kniphophia (eine orange-gelbe) neben
Stachys recta, Campanula trachelium, Anthemis tinctoria, Echinops sp.,
Lavandula officinalis, eine weiße Sorte,
Cephalaria gigantea,
Santolina sp.,
Nepeta faasenni ‚Walkers Low‘. Da wirft sich immer einmal
Oenothera glazioviana mit hinein.
Hamamelis sp. hatte im letzten Jahr zerbrutzelte Blätter und von
Sambucus nigra habe ich gerade ein paar tote Äste ausgesägt. Dem passt das hier nicht mehr. So what? Ich kann wirklich nicht sagen, dass hier nichts mehr wächst.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 19:07
von Blush
Im früheren Garten trocken und warm wuchsen auch prima: Jasminum nudiflorum ( okay, wirrer Wuchs, dafür Blüten ab November), Passiflora caerulea, Eccremocarpus scaber. Sowie die seit 100 Jahren dort stehenden Weinstöcke.
Selbst halbschattig und auf feuchterem Grund waren z.B. Cimicifuga und Hydrangea macrophylla und quercifolia nicht durchzubringen. So viel oder gut konnte ich gar nicht wässern.
Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?
Verfasst: 7. Aug 2026, 19:19
von ringelnatz
Gartenplaner hat geschrieben: ↑7. Aug 2026, 18:03
Als ich sie 2013 pflanzte, hatte ich eher die Befürchtung, dass Castanea sativa in meinem schweren, kalkhaltigen, winternassen Töpferlehm Schwierigkeiten mit zuviel Nässe bekommen könnte.
Nee, sie hat jetzt, 13 Jahre nach Pflanzung, Probleme mit der Trockenheit und wirft welkes Laub von innen heraus ab
Ich glaube das wesentliche Problem ist nicht die Trockenheit per se, sondern, dass es
sonst nicht so trocken ist. D.h. die Bäume wurzeln bei dir eben nicht so tief, wie sie es in den gewohnt sommertrockenen Gebieten im Mittelmeerraum z.B. tun.
Insofern fürwahr ein Klima
wandel-Problem.
Aktuelle Beobachtung während Fahrt nach Italien:
Brandenburg: saftig grüne Kiefernwälder (hier ist es immer trocken..bzw nicht trockener als sonst),
Bayern (nördlich des Alpenraums): massive Trockenheitsschäden der Wälder, v.a. Buchen - große braune Areale wie im Herbst
Italien: Bäume/Wälder alle grün, Wiesen wie gewohnt im Sommer braun. Trockenheitsschäden an Maronen keinerlei sichtbar. Was man hier aber sieht, sind Probleme bei Obstgehölzen (Prunus) - scheint aber schon ein älteres Problem.
Nun gut, hilft alles nichts bei der eigentlichen Fragestellung. Denn ich glaube nicht, dass es in Zukunft immer nur trockenheiße Sommer in Mitteleuropa geben wird. Das bleibt trotz Klimawandel Wetter und kommt mal so und mal so. Also wird es immer ein Balanceakt zwischen Ersaufen und Vertrocknen bleiben...in 100 Jahren sind wir schlauer.