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Re: Dürregejammer
Verfasst: 20. Jul 2026, 16:17
von Gartenplaner
Das
Blush hat geschrieben: ↑20. Jul 2026, 14:07
…Bäume … gehören nicht in Gärten sondern in den Wald …
War ein Spruch, den ich immer wieder bis zum Schluss vom Nachbarn, Jahrgang 1928, ehemaliger Landwirt, gehört habe.
Oft im Kontext mit dem einen einzelnen rotblättrigen Ahorn, den einer der Pfarrer an der Dorfkapelle auf das kleine Rasendreieck hatte pflanzen lassen.
Aber auch zu den vielen Bäumen, die der Nachbar der Dorfkapelle in seinem Garten hatte….ich glaube, er hat sich mir gegenüber nicht getraut, den Spruch wegen meiner Bäume zu bringen, vermute aber mal, andern gegenüber schon.
Seine Tochter bringt den Spruch auch manchmal.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 20. Jul 2026, 19:31
von hqs
Beim Hauskauf erstmal alles zu roden scheint irgendwie üblich zu sein, sowas sieht man ja immer wieder.
Hier ists mittlerweile zwar angenehm kühl aber immer noch sehr trocken. In den letzten Tagen kam mal 1 mm runter, sonst nur alle paar Stunden minimales Getröpfel von maximal einer Minute Dauer. Kachelmann meint es waren 9 mm seit Monatsbeginn, aber an so viel kann ich mich gar nicht erinnern. Die Regentonnen sind auch schon lange leer. Der Rasen (naja hauptsächlich Klee) hat noch ein Restgrün, um die großen Bäume ist er vertrocknet und bekommt Krater, weil irgendwelche Tiere drin wühlen. Ich schätze mal in der Tiefe gibt es noch Wasser, vor der Hitze hatte es ganz gut geregnet. Trotzdem wünsche ich mir mal etwas Regen für die Pflanzen, die nicht so tief wurzeln.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 20. Jul 2026, 22:10
von thuja thujon
Gartenplaner hat geschrieben: ↑20. Jul 2026, 16:17
Das
Blush hat geschrieben: ↑20. Jul 2026, 14:07
…Bäume … gehören nicht in Gärten sondern in den Wald …
War ein Spruch, den ich immer wieder bis zum Schluss vom Nachbarn, Jahrgang 1928, ehemaliger Landwirt, gehört habe.
Könnte damit zusammenhängen, dass der Landwirt vom alten Schlag noch wusste, dass Bäume neben oder auf dem Acker Wasser kosten. Wasser, dass den Nahrungspflanzen fehlt, man deswegen auch mal ein paar Tage hungrig ins Bett gehen muss.
Wie viel Wasser sie kosten, sieht man hier gerade wieder ganz gut.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 20. Jul 2026, 23:22
von Gartenplaner
Der Baum steht auf der ungefähr 5x5m Rasenfläche des Friedhofs.
Darumherum ist auf der einen Seite die Friedhofsmauer, dann die Straße, auf der anderen die Kapelle und auf der dritten die Fläche mit den Gräbern, schließt rechts auf dem Foto an:
Sein Vorgarten liegt 3m tiefer und 10m die Straße runter.
Allerdings liegt das Grab der Familie (wo er nun selber ruht) eine Reihe hinter unserem neben der Rasenfläche und voll im Niederrieselgebiet des Herbstlaubs des Baumes.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 21. Jul 2026, 00:05
von Drainagefan
Mufflon hat geschrieben: ↑20. Jul 2026, 08:36
Der Regen für Mittwoch wurde schon wieder weggerechnet. Jetzt soll es vielleicht in einer Woche regnen.
Ich kenn das. Vor allem, wenn es dann in 1km Entfernung schüttet. Das hatte ich letztes Jahr immer wieder. Der Regen in der Nähe nützt mir genau, nichts. Zur Zeit darf ich mich nicht so sehr beschweren. Es hat jetzt ein paar mal gefühlt um die 10min etwas geregnet und wenn ich Glück habe, am Donnerstag etwas, aber das wird (wie üblich) immer weniger. Warum geht das nie in die Gegenrichtung, dass es mal ordentlich schüttet. Es ist so selten geworden, dass es mal einen ganzen Tag regnet.
Ich kämpfe dabei Pflanzen zu etablieren, die normalerweise mit wenig Wasser auskommen. Wer hätte gedacht, dass ich jemals junge Yuccas gieße. Wenn viel Regen erkennbar ist, dann wird eventuell noch vorhandenes Wasser verbraucht. Bei der vielen Trockenheit verfault nicht so schnell was. Nur die Gießkannen-Schlepperei nervt und daher habe ich zur Zeit nach dem kurzen Regen eine volle Regentonne. Damit bin ich dann mehr beim System viel gießen und wieder trocken werden lassen, solange eine Pflanze nicht alles hängen lässt.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 21. Jul 2026, 07:34
von hobab
Hab die Diskussion gerade erst gelesen, ein wichtiges Thema finde ich. Der Vorwurf Träumerei von Thuja: naja, so halb. Ich denke es gibt vernünftige Konzepte und Planungen, das Problem liegt oft an den lokalen Verwaltungen, alle brüsten sich gern mit neuen Projekten, d.h. es wird gern Geld gegeben für vorzeigbare Veränderung. Bloß eben keins, um diese später auch zu pflegen. Nun ist es nicht Aufgabe der ‚Träumer‘ zu sagen, dass die Stadtverwaltung die neugebauten Parks auch dauerhaft pflegen müssen, dafür sind nun eigentlich die Verwaltungen zuständig. Andererseits fragt sich natürlich, wozu planen, wenn man schon vorher weiß, dass das Ganze höchstens zwei Jahre leben wird.
Neupflanzungen von Straßenbäume und Park sind aber natürlich nur ein Teilbereich, ich habe den Eindruck das Arbeiten an den Schwammmstädten durchaus fortschreiten.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 21. Jul 2026, 08:00
von Mottischa
Baumpflanzungen durch die Verwaltung sind in, auch hier im Landkreis lässt sich das beobachten. Da wird dann ein schicker Wassersack angelegt und.. nicht mehr aufgefüllt. Ich habe schon mehrere junge Bäume gesehen, die völlig vertrocknet sind.. schade drum.
Und auch die komplette Baumrodung ist hier Thema. Im Nachbardorf hatte eine Familie ein Haus mit altem Baumbestand gekauft, zwar Tannen und Co, aber immerhin haben die Grundstück und Haus stellenweise schön beschattet. Nach dem Kauf wurde alles plattgemacht mit dem Ergebnis - Trampolin, Spielgerät und Terrasse + Haus in knalliger Sonne, von Morgens bis Abends. Wenn ich von der Arbeit komme, sehe ich rotgesichtige Kinder, schwitzende Erwachsene und schlappe Blümchen im Garten.. also mein Traum wär das nicht

Wir versuchen so viele Gehölze wie möglich (nicht ohne Sinn und Verstand) hier im Garten zu setzen, damit es nicht so aufheizt und andere.. Meine Nachbarin würde am liebsten auch alle Bäume im Garten wegmachen, weil sie nur Dreck verursachen, zum Glück wehrt sich ihre Schwiegermutter. An der Dame prallen auch alle Argumente ab - sieht man, sie mäht bei 30 Grad in knalliger Sonne die Reste des braunen Rasens, damit alles ordentlich aussieht
Hier kamen lächerliche 2mm runter, das reichte gerade mal zum Befeuchten der Blätter. Der versprochene Regen wurde auch weggerechnet und auch ein paar Orte weiter kam richtig was runter.. tja.. so isses

Re: Dürregejammer
Verfasst: 21. Jul 2026, 08:02
von Marianna
Den Spruch "Bäume gehören in den Wald..." kenne ich eigentlich nur von Fichten oder Birken und da kann ich ihn sogar nachvollziehen. In parkähnliche Gärten passen sie ja, aber in kleine Hausgärten nicht. Ich war damals heilfroh, als die Nachbarn ihre alten Fichten gefällt haben, hab da bei jedem heftigeren Sturm die Krise bekommen

und Birken sind allergietechnisch nicht ohne.
Für meine beiden Platanen war ich jedenfalls extrem dankbar bei der Hitze vor ein paar Wochen. Bin froh, dass wir uns damals gegen eine feste Überdachung entschieden haben.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 21. Jul 2026, 08:36
von Mediterraneus
thuja thujon hat geschrieben: ↑20. Jul 2026, 22:10
Gartenplaner hat geschrieben: ↑20. Jul 2026, 16:17
Das
War ein Spruch, den ich immer wieder bis zum Schluss vom Nachbarn, Jahrgang 1928, ehemaliger Landwirt, gehört habe.
Könnte damit zusammenhängen, dass der Landwirt vom alten Schlag noch wusste, dass Bäume neben oder auf dem Acker Wasser kosten. Wasser, dass den Nahrungspflanzen fehlt, man deswegen auch mal ein paar Tage hungrig ins Bett gehen muss.
Wie viel Wasser sie kosten, sieht man hier gerade wieder ganz gut.
Das ist wieder das unterschiedliche Denken der Leute aus der Stadt, und solche, die am Land großgeworden sind.
Hier hätte man auch nie einen Ahorn irgendwo in Ortsnähe gepflanzt. Einen Baum, der mit Milliarden Sämlingen das ganze Dorf und die Dorfränder verseucht.
Wohl wurden aber gezielt am Dorfplatz z.B. Linden gepflanzt. Dort waren keine Gärten und Felder in der Nähe, denen der Baum das Licht genommen hat.
Bäume hat man hier im Wald gepflegt, der Wald war wichtig, die Leute auch auf das Holz angewiesen.
Gartenland war tabu für Großbäume, von Walnuss vielleicht mal abgesehen- Hochstamm-Obstbäume waren normal, die dienten ja auch der Versorgung. Ansonsten war offenes Gartenland mit das kostbarste.
Heute, wo wir im Überfluss leben, kommen Lebensmittel aus dem Supermarkt. Egal, woher und wie grün erkauft. Gärten zur Lebensmittelerzeugung vor Ort sind nicht mehr gefragt. So ist die Situation auf dem Land.
Städteplanung ist was anderes, dort spielt Lebensmittelerzeugung schon lange keine Rolle mehr, für reines Wohnen werden Erholungs- und im Sommer Schattenplätze verlangt. Im Sommer Kühlung. Dort gezielt und nachhaltig Bäume zu etablieren bleibt eine Herausforderung.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 21. Jul 2026, 08:39
von Monti
thuja thujon hat geschrieben: ↑20. Jul 2026, 22:10
Gartenplaner hat geschrieben: ↑20. Jul 2026, 16:17
Das
War ein Spruch, den ich immer wieder bis zum Schluss vom Nachbarn, Jahrgang 1928, ehemaliger Landwirt, gehört habe.
Könnte damit zusammenhängen, dass der Landwirt vom alten Schlag noch wusste, dass Bäume neben oder auf dem Acker Wasser kosten. Wasser, dass den Nahrungspflanzen fehlt, man deswegen auch mal ein paar Tage hungrig ins Bett gehen muss.
Wie viel Wasser sie kosten, sieht man hier gerade wieder ganz gut.
Danach waren die Bauern früher wohl eher nicht so schlau, als sie im 18. + 19. Jh. reihenweise Obstbäume in Wiesen und Äcker gepflanzt haben. Der von Gartenplaner genannten Generation ging es wie denen aus den nachfolgenden Dekaden eher um eine dem Strukturwandel geschuldete einfache Bewirtschaftung (was ja nachvollziehbar und im Grunde auch nicht verwerflich ist). Dass bei großen Schlägen in strukturlosen Landschaften Erosiung auftritt und im Verhältnis zu strukturreichen weniger Wasser gehalten wird, ist nicht so neu.
Deine Aussage finde ich zu pauschal, die Realität ist komplex. Dass bei absoluter Knappheit der stärkere besser ans Wasser kommt, das sieht man aktuell. Nicht sehen tut man die Verhältnisse, wie es ohne Bäume grundsätzlich wäre. Beispiele für das Gegenteil:
https://agroforst-info.de/wp-content/up ... Wasser.pdf
Re: Dürregejammer
Verfasst: 21. Jul 2026, 08:48
von thuja thujon
Ja, die Aussage bezieht sich auf eine kleinteilig strukturierte Landschaft. Auf großen Schlägen, wie man sie von Ostdeutschland oder USA oder Brasilien kennt, sind Baumreihen bzw Feldgehölzreihen als Windbrecher durchaus in der Lage, dass ein oder andere Problem zu lösen.
Zumindest wenn das Wetter dafür passt. Ist es länger verregnet, erhöhen sie auch auf den großen Schlägen den Pilzdruck. Das hört man selten und meist nur hinter vorgehaltener Hand bei den Agroforstsystemen. Zumindest die gesetzlichen Regelungen wurden für diese mal überarbeitet und etwas praxisnäher gestaltet, von daher gerne mal machen, wo es große Schläge gibt. Und wenn es Energieholz ist und auch genutzt wird.
Ich habe nichts gegen Bäume in der Landschaft. Ich will nur sagen, dass sie Wasser brauchen, wie Stadtbäume auch, deswegen die Aufrufe, diese zu gießen.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 21. Jul 2026, 08:49
von Immer-grün
thuja thujon hat geschrieben: ↑20. Jul 2026, 22:10
Könnte damit zusammenhängen, dass der Landwirt vom alten Schlag noch wusste, dass Bäume neben oder auf dem Acker Wasser kosten.
Ein Garten hat doch normalerweise nichts mit Acker zu tun?
Hausbäume gab es schon immer.
https://www.uni-stuttgart.de/universita ... 0erreichen
Re: Dürregejammer
Verfasst: 21. Jul 2026, 08:52
von thuja thujon
Ja, und? Im Garten hole ich mir trotzdem nicht jede Baumart rein.
Dass der Spruch etwas überspitzt ist, und die Leute, die ihn verwend(et)en nicht jeden Baumsämling sofort gerodet haben, sieht man auch daran, dass es selbst heute noch ältere Bäume gibt.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 21. Jul 2026, 08:53
von adiclair
Hier im Moment kein Grund zu jammern: 14,1 mm Niederschlag in den letzten 24 h.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 21. Jul 2026, 08:57
von thuja thujon
Hier gabs im ganzen Juli etwa die Hälfte, die letzten 3 Wochen zusammen 7,9mm.