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Eine Sauerkirsche soll her (Gelesen 59240 mal)

Obstgehölze, Beerensträucher und Wein (Veredlungen, Unterlagen, Schnitte und Selektionen) sowie Staudenobst (Erdbeeren)

Moderator: cydorian

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Marion

Re:Eine Sauerkirsche soll her

Marion » Antwort #90 am:

Prinzipiell sollten Bäume nur in Ausnahmefällen tiefer gesetzt werden, als sie gewachsen sind. Manche vertragen das, viele sind zumindest stark beleidigt.
Aber dieses 20 cm lange Stämmchen wächst doch aus der Wurzel heraus, müsste ihr insofern also zugehörig sein. ???Hintergrund. Die Bäumchen sind viel größer als ich erwartet hätte. Jene Freundin (für die eine der beiden Kirschen ist) ist motorisch schon ernsthaft behindert. Sich 20 cm weniger recken und strecken zu müssen, wäre für sie eine große Erleichterung.Also, letzter Verhandlungsversuch: Der Knubbel schaut 5 cm aus der Erde heraus. Einverstanden?
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Konterkater
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #91 am:

Guten Tag Helga,ich denke, daß 5 cm in Ordnung sind. Und einen Baumpfahl brauchst Du noch, damit die Wurzel optimal wachsen kann. Sehr wichtig: Organisches Material nicht tiefer als 35 cm eingraben wegen der Fäulnisgefahr.Und mir ist noch eingefallen, daß Du ja einen sandigen Boden hast. Da ist vielleicht ein Universaldünger sinnvoller als bei uns mit einem Lehm-Tonboden.Der Gartencenter in Erfurt hat mir bei der Versendung der beiden Bäume solch einen Dünger als Probe mitgeliefert.Packung mit gebranntem Kalk habe ich nur in einer 10kg-Version erhalten. Ist vielleicht ein bischen viel für zwei kleine Kirschbäume, wenn vielleicht 50g jährlich angewendet werden müssen.
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Konterkater
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #92 am:

Und an Günther,ich kenne die theoretischen Grundlagen auch, aber der praktische Versuch zeigte ein für mich erstaunliches Ergebnis.Ich erkläre mir das so, daß andere Bestandteile, die die Wasserlöslichkeit weiter herabsetzen, beigemischt sind. Der Boden darf ja auch nicht alkalisch werden, sondern er muß sauer bleiben. Das Problem ist offenkundig gelöst worden.Auf jeden Fall hat die Verwendung von diesem Kalk bei mir mit einem Boden mit einem pH-Wert unter sechs dazu geführt, daß die damit behandelten Bäume im ersten Jahr blühten und bislang auch schon die ersten Kirschen hatten - ohne den Baumswuchs zu vernachlässigen. Und nochmals: Eine Form des gebrannten Kalks ist für die Düngung zugelassen. Und es muß nur einmal jährlich wenig gedüngt werden. Bitte die Packungsbeilage immer beachten.
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #93 am:

Und bei bestimmten Chemikalien muß halt vorsichtig vorgegangen werden.Wenn eines Tages der Wunsch umgesetzt wird, selber einmal Imker zu werden, dann wirst Du darauf hingewiesen, die Beute einmal jährlich mit konzentrierter Natronlauge zu waschen. Und das spritzt.Da ist die Handhabung mit festem Kalk eigentlich kein Problem.
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Gänselieschen
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Gänselieschen » Antwort #94 am:

Frage - kann Kalk auch ausbleibenden oder niedrigen Ertrag von Zwetschgen erhöhen??L.G.
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #95 am:

Hallo Gänselieschen,ich war gerade im Garten, unter anderem, um mir die Packungsbeschreibung des Düngers noch einmal durchzulesen.Es gibt Hinweise zur Dosierung bei Steinobst, Kernobst, Erdbeeren und Kompost und Beetpflanzen allgemein.Es käme also auf einen Versuch an.Beziehungsweise ich lese nochmals in meinem Buch "Kirschen- und Zwetschenanbau" nach, welches ich im Moment nicht zur Hand habe.Spätestens morgen kann ich eine Empfehlung aussprechen.
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #96 am:

Gebrannter Kalk, Kalziumoxid, ist ein Feststoff, der mit Wasser heftig, unter starker Wärmeentwicklung, reagiert. Konnte man früher auf jeder Baustelle beobachten. Die Wärmeentwicklung wurde schon in der Antike als Zündquelle für das Griechische Feuer verwendet (entzündete sich von selbst bei Berührung mit Wasser)."Gebrannter Kalk" im Wasser unlöslich? Da stimmt was nicht. Das klappt kaum mit totgebranntem, gesintertem Kalk, und den gibts nicht im Handel. Auch für "Chemiker" - ich kenn ihn nur aus Mustersammlungen....
Und nun zu Günther:Also bei dem Dünger handelt es sich offiziell um einen Stickstoffdünger. Er wurde chemisch und durch Vermischung hergestellt.Er enthält 55% Calciumoxid (CaO).Darüberhinaus 22% Stickstoffverbindungen.Es steht unter anderem auf der Packung, daß die Stickstoffverbindungen einen optimalen pH-Wert sicherstellen sollen.Wahrscheinlich sind die Kalkkörner so sauer eingestellt, daß Calciumhydroxid (CaOH) sich nicht so leicht bilden kann.Damit wäre das Problem gelöst, daß das Calciumoxid sich zu schnell auflöst mit der Gefahr des pH-Wertanstiegs.Und es bestätigt meine Lösungsversuche, wobei ich nicht mehr weiß, ob ich Regenwasser oder Grundwasser verwendet habe.Höchstwahrscheinlich ist die Löslichkeit des Calciums so genau eingestellt, daß es sich zum Einen möglichst lange im Boden aufhält und zum Anderen von der Pflanze aufgenommen werden kann.
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #97 am:

Und darüberhinaus.Die Gefahrstoffeinordnung ist Xn (mindergiftig).Die Körner müssen von Kindern und Tieren ferngehalten werden, d. h. die Körner müssen in den Boden eingearbeitet werden, was bei der Pflanzung natürlich einfach ist.In Naturschutzgebieten darf der Stickstoffkalk, die offizielle Bezeichnung für diesen Dünger, nicht angewendet werden.Bei unsachgemäßer Handhabung ist eine Gefahr für die Haut, die Augen und für die Pflanzen gegeben.Es sollte also keine Lauge mit den Körnern vermengt werden.
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #98 am:

Für die Kirschbäume, denen ich diesen Dünger gegeben haben, sind diese Körner eine große Wohltat gewesen.
Günther

Re:Eine Sauerkirsche soll her

Günther » Antwort #99 am:

Also bei dem Dünger handelt es sich offiziell um einen Stickstoffdünger.Er enthält 55% Calciumoxid (CaO).Darüberhinaus 22% Stickstoffverbindungen.Es steht unter anderem auf der Packung, daß die Stickstoffverbindungen einen optimalen pH-Wert sicherstellen sollen.Wahrscheinlich sind die Kalkkörner so sauer eingestellt, daß Calciumhydroxid (CaOH) sich nicht so leicht bilden kann.Damit wäre das Problem gelöst, daß das Calciumoxid sich zu schnell auflöst mit der Gefahr des pH-Wertanstiegs.
In dem Dünger ist sicher KEIN Kalziumoxid, es wird, wie üblich, der Kalziumgehalt als Oxid angegeben.Phosphordünger haben Gehaltsangaben als P2O5, obwohl sicher kein Phosphorpentoxid als solches drin ist, Kalidünger haben Gehaltsangaben als K2O, analog.Ich nehme fast an, der Stickstoffgehalt ist auch als N angegeben - N ist als Gas in der Luft.
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #100 am:

Gebrannter Kalk ist Calciumoxid.Und es wurden zwei Stickstoffverbindungen genannt, einer davon war Cyanostickstoff Gehalt: 2%, die andere Stickstoffverbindung hatte einen Gehalt von 20%.Und Stickstoff ist nicht als N, sondern als N2 in der Luft.Günther, Du hast verloren - wieder einmal.
Günther

Re:Eine Sauerkirsche soll her

Günther » Antwort #101 am:

Gebrannter Kalk ist Calciumoxid.Und es wurden zwei Stickstoffverbindungen genannt, einer davon war Cyanostickstoff Gehalt: 2%, die andere Stickstoffverbindung hatte einen Gehalt von 20%.Und Stickstoff ist nicht als N, sondern als N2 in der Luft.Günther, Du hast verloren - wieder einmal.
Gebrannter Kalk ist Kalziumoxid - nie bestritten, nur ist eben kein gebrannter Kalk = Kalziumoxid in Deiner Mixtur drinnen.Deine Angabe "Cyanostickstoff" läßt darauf schließen, daß Kalkstickstoff in dem Dünger drin ist - daher, auch, der Kalziumgehalt.Die N2-Weisheit - geschenkt.Jedenfalls ist der Stickstoff im Dünger nicht elementar, wie in der Luft.
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Re:Eine Sauerkirsche soll her

Konterkater » Antwort #102 am:

Kalkstickstoff ist CaCN2Das molare Verhältnis ist 40,08 zu 28,0134 zugunsten von Calcium gegenüber von Stickstoff in dieser Verbindung.Im Moment habe ich noch keine Lust, genau auszurechnen, wie das zu 55% CaO und 22% Stickstoffverbindungen paßt.Da aber der Stickstoffanteil in einer Stickstoffverbindung sehr viel geringer ist als der Calciumanteil in CaO, setze ich voraus, daß gebrannter Kalk enthalten ist, wahrscheinlich sogar zu 55%.
Marion

Re:Eine Sauerkirsche soll her

Marion » Antwort #103 am:

Darf ich nochmal um Eure Fernsteuerung bitten? :)Im Keller habe ich noch 1 kg "Azet Vitalkalk". Schaut Ihr mal bitte in den Link rein. Das ist doch nicht 'gebrannter Kalk'. Oder?Okay, dann nehme ich diesen ominösen Kalk auch zum Düngen. Jedoch dachte ich, ich soll das Zeugs unter die Pflanzerde mischen. Falsch?Mein Garten ist recht klein, mit dem Standort bin ich unsicher. Am Liebsten würde ich Frau Jade in den Halbschatten setzen.Das heißt konkret:Im Winter gar keine Sonne, vollschattig.Jetzt im April ab 11 Uhr 30 vormittags bis knapp 18 Uhr.Im Hochsommer gibts zunehmend mehr davon.Dann immer weniger.Was meint ihr? Gefällt es der Kirsche an einem solchen Standort? Werden die Früchte dann trotzdem lecka?
Günther

Re:Eine Sauerkirsche soll her

Günther » Antwort #104 am:

Darf ich nochmal um Eure Fernsteuerung bitten? :)Im Keller habe ich noch 1 kg "Azet Vitalkalk". Schaut Ihr mal bitte in den Link rein. Das ist doch nicht 'gebrannter Kalk'. Oder?
Nein, das ist kein gebrannter Kalk, laut Angabe:"kohlensaurer Kalk (85 %) mit Magnesium und Eisen"Eben für Düngezwecke....
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