OT
und was machen wir dann

ratlos, Cyra
Guten Morgen Cyra,an deiner Stelle wurde
ich Neupflanzungen ausbuddeln und mit Wurzelschutz bestücken. Als Präventivmaßnahme.Für die anderen, älteren Rosen und Sündenfälle praktiziere ich eine Notlösung: Jedes Jahr zu Beginn der Wachstumsphase steche ich mit einem guten Spaten Wurzelfilz und -geflecht direkt neben den Rosen ab, möglichst mit einem Hub, senkrecht nach unten und so tief wie es eben möglich ist.Das klingt nach peanuts, ist es aber nicht:
Unter 
einem mächtigen, riesigen Thuja stehen bei mir etwa 7-8 Rosen ohne Wurzelschutz

. Natürlich ist auch in diesem "Beet" alles viel zu voll und viel zu dicht bepflanzt. Der Boden ist vom Wurzelwerk des Thujas hart wie Kruppstahl, das Einrammen des Spatens ergo ein echter Kraftakt, der inmitten dieses lückenlos bepflanzten "Beetes" dann zu allem Überfluß auch noch zum wackeligen Seiltanz wird, man findet ja keinen Halt bzw. stabilen Stand. (Diese Arbeit sollte der GG machen, mit Schuhgröße 46 waren seine Füße aber viel zu groß, obwohl er vorsichtig war, trampelte er mir alles platt, beinahe, ich zog die Notbremse und zerrte ihn zurück.

) Zur Wurzelkonkurrenz: Rosen werden gedüngt, meist sogar 2x im Jahr, manchmal werden sie gewässert. Das ist natürlich auch für Bäume recht attraktiv, besonders für die Flachwurzler. Als würden sie das Leckerchen wittern, wachsen die Wurzeln hin zum Objekt der Begierde. Die Folge sind Wachstumshemmungen der Rosenwurzeln, Nährstoff- und Wasserentzug. Im Extremfall heißt das Wachstumshemmung der Rose selbst und Pilzbefall, zwecks Trockenheit dann eben gerne Mehltau. Von solchen Worst-Case-Fällen habe ich schon etliche Exemplare gesehen.Das Extremste, was ich je sah: Bei einem kleinen Fachvortrag zum Thema Wurzelkonkurrenz sahen wir ein paar Dias von einer gesunden und stattlichen, alten Kiefer und einer halbtoten, großen Strauchrose. Diese Rose stand vom Stamm der Kiefer etwa 5 Meter entfernt. Der Boden, die Erde zwischen diesen beiden Pflanzen war großräumig entfernt, so dass das Wurzelwerk der Kiefer freigelegt war und sichtbar wurde. Wir trauten unseren Augen nicht: Als wäre die Rose ihr einziger Nahrungsquell schlängelte sich ein einziger dicker, fetter Wurzelarm hin zur Rose, sprich: zielsicher hin zum Leckerchen. Wie der Arm einer riesigen Krake, fast schon gruselig. Diese Worst-Case-Geschichten
können passieren,
müssen aber nicht unbedingt, wissen die Götter warum. Gestern sprach hier jemand (wer war es noch?) von einer quietschfidelen Duftwolke direkt bei einer Lärche. Ich selbst stand schon verblüfft vor einer Queen Elizabeth, die sich - direkt - am Stamm einer mächtigen Kiefer (!), mit Hautkontakt sozusagen, pudelwohl fühlte.

Oder, irgendwie auch unglaublich: Inmitten des Flieders meines Nachbarn, wirklich "inmitten" als sei es ein einziges Pflanzloch sitzt eine Rose und gedeiht dort nicht schlecht. Dieser Flieder ist genau der Flieder, der meine Austinis etwa 1-2 Meter entfernt offensichtlich quält. ... Wir müssen und können nicht alles verstehen. ::)Cyra, bei deinem übermächtigen Flieder ... wie gesagt, stochere doch mal mit dem Spaten im Boden herum. Bei ernstzunehmendem Wurzelfilz gibt es Bodenverdichtungen, u.U. hart wie Kruppstahl, das merkst du bestimmt. ::)Oh je, welch' ein langer Beitrag, noch dazu alles OT. Roro, abtrennen ...?Einen schönen Tag Marion