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Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 3. Mär 2010, 15:01
von Extremkompostierer
Wenn ich eine mehrere Wildrosen, z.B. rosa canina von verschiedenen Händlern kaufe, dann bekomme Pflanzen, die sich genetisch unterscheiden.Wenn ich nun eine Sorte kaufe, z.B. rosa canina Kiese, oder Gloria Dei,dann bekomme ich,wenn wir mal das Problem der Unterlage weglassen, immer eine genetisch 100 Prozent identische Pflanze.Unter den selben Bedingungen wachsende verschiedene Pflanzen sollten also ganz identisch blühen. (wenn wir mal annehmen sie seien wurzelecht, um Einflüsse der Unterlage wieder auszuschalten.Wenn eine Sorte also unterschiedlich ausfällt, dann müsste es sich um eine Fehllieferung handeln.Oder können da Einflüsse der Epigenetik dahinterstecken?
Re:Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 3. Mär 2010, 19:31
von freiburgbalkon
Genau die gleiche Bedingungen gibt es nur auf einem homogenen Rosenacker, sonst ist doch fast immer irgendetwas anders.Es gibt noch sog. Spantanmutationen, sog. Sports, eine genentische Veränderung, die meist nur einen Ast betrifft, so sind z.B. die vielen kletterden Varianten der Edelrosen entstanden. Oder die rosa und dunkelroten Varianten von Iceberg/Schneewittchen, da gab es eine Mutation die Farbe betreffend. Das ist aber selten. Dann gibt es natürlich noch die normalen Schwankungen in der Bandbreite einer Rosensorte, wetterabhängig, saisonabhängig, besonders schön macht das z.b. Gloire de Dijon, mal creme, mal apricot, mal rosé, mal alles zusammen. ;)Wenn es sich aber um mehrere Exemplare von vermehrten Rosensorten handelt, die gleich sein sollten aber voneinander abweichen, kann es auch daran liegen, daß von manchen Sorten verschiedene Varianten im Umlauf sind, z.b. Sombreuil oder Reine des violettes. Oder wie bei Roros Café, die sich dann als Julia's Rose entpuppt hat.Oder wie Du selber schon sagst: Fehletikettiert, Sortenverwechslung, aber dann muß auch das Laub anders sein.
Re:Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 3. Mär 2010, 19:32
von freiburgbalkon
was ist Epigenetik?
Re:Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 3. Mär 2010, 22:11
von zwerggarten
gugel findet dazu als erstes
wiki 
veränderungen von zellen bei unverändertem genom oder so ähnlich...
Re:Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 3. Mär 2010, 23:20
von kaieric
ich denke, es sind fehletikettierung oder falschlieferung schuld.wenn ich es richtig verstanden habe, wirken sich die epigenetischen vorgänge auf die dna bei der vererbung aus.die vermehrung einer rose durch stecklingsschnitt oder veredelung einer unterlage stellt aber die entnahme und transplantation eines bereits spezialisierten zellverbundes dar.deshalb: m.e. nein.
Re:Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 3. Mär 2010, 23:22
von freiburgbalkon
aha, wenn sich also die Zellen zu Kelchblättern entwickeln oder zu Blütenblättern oder zu Holz oder Stielen usw. also die Spezialisierung, dann verändert sich das Genom ja auch nicht. Und solche Vorgänge könnten sich also auch phänotypisch auf das Aussehen von Rosen auswirken? Hm, da weiß ich zu wenig.
Re:Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 3. Mär 2010, 23:24
von freiburgbalkon
laienhaft formuliert: Rosen-Augen sind also sowas ähnliches wie Stammzellen... noch nicht spezialisiert, können sich noch mit in vollen Bandbreite aller Zellarten spezialisieren.
Re:Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 3. Mär 2010, 23:31
von kaieric
nein, im gegenteil...

Re:Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 4. Mär 2010, 08:21
von Extremkompostierer
Genau die gleiche Bedingungen gibt es nur auf einem homogenen Rosenacker, sonst ist doch fast immer irgendetwas anders.
Das ist mir klar.
Es gibt noch sog. Spantanmutationen, sog. Sports, eine genentische Veränderung, die meist nur einen Ast betrifft, so sind z.B. die vielen kletterden Varianten der Edelrosen entstanden. Oder die rosa und dunkelroten Varianten von Iceberg/Schneewittchen, da gab es eine Mutation die Farbe betreffend. Das ist aber selten.
Das ist mir neu. Kann ich mir das so vorstellen. Da trifft ein Strahl oder eine Chemikalie auf ein Auge, ändert da das Erbgut, und dann wächst daraus ein Ast mit einer neuen Rosensorte?
Dann gibt es natürlich noch die normalen Schwankungen in der Bandbreite einer Rosensorte, wetterabhängig, saisonabhängig, besonders schön macht das z.b. Gloire de Dijon, mal creme, mal apricot, mal rosé, mal alles zusammen. ;)Wenn es sich aber um mehrere Exemplare von vermehrten Rosensorten handelt, die gleich sein sollten aber voneinander abweichen, kann es auch daran liegen, daß von manchen Sorten verschiedene Varianten im Umlauf sind, z.b. Sombreuil oder Reine des violettes.
Hat in diesen Fällen immer jemand einen Fehler gemacht. z.B.hat ein Züchter 2 verschiedene Rosen unter dem selben Namen verkauft,jemand hat eine ähnliche Sorte unter falschem Namen verkauft, oder hat irgendein geheimnisvoller Naturprozess eine Rose verändert.Leider sind meine Genetikkenntnisse so schwach, dass ich kaum den Wikiartikel zur Epigenetik verstehe
Re:Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 4. Mär 2010, 08:31
von Staudo
Ich versuche es mal ganz simpel zu machen:- Zuchtrosen (also Sorten, die durch Stecklinge oder über Veredlung vermehrt werden) sind ein Klon.- Innerhalb des Klones können Spontanmutationen auftreten. Diese sind aber sehr selten. Rosenliebhaber kennen es vielleicht, dass eine rote Sorte plötzlich eine rosa Blüte hat. Sollte so etwas in Vermehrungsbeständen auftauchen, gehören die aussortiert.- Gewisse Abweichungen in Wuchshöhe, Laubfärbung und ähnlichem sind sicher meist auf unterschiedliche Standorte oder Unterlagen zurückzuführen.Leider ist es eine Unart, Sämlinge von Klonsorten unter dem Namen der Klonsorte zu verbreiten. Dadurch kann es unterschieldiche Typen geben. Außerdem gibt es Verwechslungen, die evtl. schon Jahrzehnte zurückliegen. So kann es zu einem Sortennamen verschiedene Klone geben.
Re:Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 5. Mär 2010, 08:37
von Extremkompostierer
Ich versuche es mal ganz simpel zu machen:- Zuchtrosen (also Sorten, die durch Stecklinge oder über Veredlung vermehrt werden) sind ein Klon.- Innerhalb des Klones können Spontanmutationen auftreten. Diese sind aber sehr selten. Rosenliebhaber kennen es vielleicht, dass eine rote Sorte plötzlich eine rosa Blüte hat.
Sind das dann die Spots?
Sollte so etwas in Vermehrungsbeständen auftauchen, gehören die aussortiert.- Gewisse Abweichungen in Wuchshöhe, Laubfärbung und ähnlichem sind sicher meist auf unterschiedliche Standorte oder Unterlagen zurückzuführen.
Bis dahin verstehe ich deinen Beitrag.
Leider ist es eine Unart, Sämlinge von Klonsorten unter dem Namen der Klonsorte zu verbreiten. Dadurch kann es unterschieldiche Typen geben. Außerdem gibt es Verwechslungen, die evtl. schon Jahrzehnte zurückliegen. So kann es zu einem Sortennamen verschiedene Klone geben.
Fallen Sämlinge von Klonsorten nicht ganz anders aus die Eltern.Ist es nicht eine Art der Rosenzucht sehr viele solche Sämlinge zu produzieren, um dann durch Zufall vielleicht eine neue Sorte zu bekommen, die dann aber ganz anders aussieht wie die Elternsorte?
Re:Alle Zuchtrosen sind Klone-oder nicht?
Verfasst: 5. Mär 2010, 08:44
von Staudo
Sind das dann die Spots?
Spots nicht, Sports ist richtig.

Beim Rest ist der Staudengärtner in mir durchgegangen. Bei Stauden ist es leider grobe Unsitte, Sämlinge mit dem Namen der Elternsorte zu bezeichnen. Rosen streuen zum Glück derart unterschiedlich, dass diese Gefahr kaum besteht.Die Neuzüchtung von Sorten beruht natürlich zum übergroßen Teil auf gezielte Auslese von Sämlingen.